Korsika ist ein äußerst lohnendes Ziel für leidenschaftliche Motorradfahrer, denn die landschaftliche Schönheit und die abwechslungsreichen Strecken lassen das Biker-Herz höher schlagen.
Die „Insel der Schönheit“ ist ein landschaftliches Paradies mit Traumstränden, hohen Bergen, beeindruckenden Wanderwegen, Flusstälern mit Flüssen, in denen man herrlich baden kann, ausgezeichneter Kulinarik und bewegender Geschichte.
Endlose Küstentouren, Serpentinenstraßen so weit das Auge reicht, traumhaftes Wetter und unvergessliche Eindrücke. Ein passionierter Motorradfahrer findet auf Korsika, einem DER Traumziele für eine Rundreise mit dem eigenen Bike, mit Sicherheit sein Glück.
Die Anreise nach Korsika
Größtenteils erfolgt die Anreise von Motorradfahrern per Fähre. Die Anreise nach Korsika führt unweigerlich über Wasser. Hierfür gibt es diverse komfortable Angebote. Abfahrtshäfen auf dem italienischen Festland sind Genua oder Livorno.
Für Gruppen gibt es jedoch auch die Option einer bequemen Anreise via Flugzeug. Über einen spezialisierten Logistik-Partner ist es möglich, die eigenen Motorräder von Zuhause direkt nach Korsika zu transportieren. So steht bei Ankunft im Feriendorf das Motorrad, Helm und Co. bereit.
Der Korsika-Trip könnte aber auch gut mit einem Ausflug nach Sardinien verbunden werden.
Fährgesellschaften und Preise
Die staatliche französische Gesellschaft SNCM ist der Platzhirsch an den französischen Fährhäfen mit einer Vielzahl an Abfahrten. Sie legen ab von Marseille, Nizza und Toulon. Ihre Schiffe gehören zu den größten Fähren im Mittelmeerraum. Der Komfort ist allgemein höher als bei den italienischen Gesellschaften. Die Anreise ist dafür aber auch wesentlich teurer. Die Preise schwanken je nach Saison und Hafen für 2 Personen (Deckpassage) und 1 Motorrad zwischen 100 Euro und 170 Euro für die einfache Fahrt.
Die Tochtergesellschaft Corsica Marittima existiert erst seit wenigen Jahren und legt vom italienischen Festland ab, jedoch nur von Livorno. Die Preise schwanken zwischen 95 Euro und 125 Euro.
Corsica Ferries ist die wohl am häufigsten gewählte Fährlinie nach Korsika. Sie bietet einen geringfügig höheren Komfort als die Moby Lines und hat auch die etwas höheren Preise, setzt aber andererseits auch wesentlich mehr Schiffe ein und bietet mehr Auswahl. Gestartet wird von Savona (bei Genua) und Livorno an der italienischen Küste. Seit einigen Jahren starten sie auch von der französischen Küste, von Nizza und Toulon. Die Preise liegen auch wieder abhängig von Saison und Hafen zwischen 80 und 200 Euro für 2 Personen und 1 Motorrad einfach.
Moby Lines ist die Gesellschaft mit dem freundlich dreinblickenden, blauen Wal als Erkennungszeichen. Die Fähren legen ab von Genua, Livorno und von Piombino. Die Preise bewegen sich zwischen 80 und 115 Euro für 2 Personen und 1 Motorrad einfach. Je früher gebucht wird, desto größer sind die Chancen auf Ermäßigungen.
Weitere Möglichkeiten, nach Korsika zu gelangen, bestehen in der Anreise über Sardinien. Zwischen Santa Theresa di Gallura (Sardinien) und Bonifacio (Korsika) bestehen mehrere Fährverbindungen, die fast stündlich verkehren.
Zur Planung besorgt man sich ein paar Wochen vor der Abreise erst einmal die entsprechenden Fahrpläne von SNCM, Corsica Ferries und MOBY Lines in den Reisebüros oder bestellt sie direkt über die genannten Kontaktadressen. Preisvergleiche zwischen den Gesellschaften lohnen sich unbedingt! Denn Jede definiert die Saisonzeiten individuell. So ist es möglich, daß eine Fahrt am gleichen Tag von Genua nach Bastia bei der MOBY Lines in der Vorsaison nur die Hälfte kostet gegenüber der Corsica Ferries, die bereits mit Hauptsaison-Zuschlägen rechnet.
Vorbuchen ist normalerweise für Motorräder und Deckpassage nicht nötig, selbst wenn es mal vorkommen sollte, daß man im Hafenbüro auf die Warteliste Platz 4711 gesetzt wird und die Angestellten bedenklich die Köpfe hin und her wiegen, ob es klappt oder nicht. Ich habe noch nie einen Motorradfahrer zurückbleiben sehen. Eng wird es höchstens unmittelbar vor Feiertagen oder bei Streikgefahr. Andererseits lassen sich mittlerweile einige Euros sparen bei Vorbuchung. Im Frühjahr werden einige Spartarife wie "Mobypex", "Jackpot" usw. angeboten.
Im Hafenbüro kauft man sich die entsprechenden Tickets. Im Ernstfall reichen sogar noch 5 Minuten vor der Abfahrt, sofern der Körper den stark erhöhten Adrenalinspiegel aushält. Die französischen und italienischen Besatzungsmitglieder bleiben bis zum Schluss relativ relaxt. Das Geschrei hat nichts weiter zu bedeuten. Es scheint mehr kulturellen Ursprungs und wirkt eher wie ein Akt sinnlicher Vorfreude auf die unmittelbar bevorstehende Überfahrt.
Die Bezahlung wird in bar, per Euroscheck oder per Kreditkarte akzeptiert. Motorradfahrer brauchen sich nicht in die Autoschlangen einzureihen, da sie sowieso erst ganz am Schluss einfahren dürfen. Zum Einfahren wird man von der Besatzung aufgefordert. Dabei ist darauf zu achten, daß der Schiffsboden meistens sehr ölig und damit gefährlich glatt ist. Im Allgemeinen finden die Motorräder am Rand ihren Platz und werden von der Besatzung mit Seilen gesichert. Alles Unnötige an Gepäck lässt man am besten am Motorrad, z. B. die Helme.
Alle Gesellschaften bieten Tages- und Nachtfahrten an. Zum anderen wird dadurch die Anreise wesentlich verkürzt. So kann man tagsüber anreisen, geht abends auf das Schiff und ist am nächsten Morgen bereits auf der Insel. Dort hat man den ganzen Tag vor sich und kann sich einen ersten Eindruck von der Insel machen und in aller Ruhe ein Quartier suchen.
Tipps für die Fahrt mit der Fähre
Bereits beim Packen zuhause sollte man sich Gedanken machen, was man auf der Fähre alles braucht und es erst ganz am Schluß in die Koffer stopfen. Auf den Fähren ist es allgemein üblich und wird von den Besatzungen toleriert, daß die Passagiere ohne Kabine ihre Schlafsäcke ausrollen, wo halt gerade Platz ist. Das gilt für drinnen und draußen. Sinnvoll ist, wenn man sich seine Iso-Matte, Schlafsack und Waschkram mit an Deck nimmt, da während der Fahrt die Fahrzeugdecks aus Sicherheitsgründen verschlossen sind.
Ist die Maschine im Schiffsrumpf erstmal vertäut, sollte man sich als erstes um den Schlafplatz kümmern, denn vor allem in der Hauptsaison sind selbst die Flure übersät mit Schlafsäcken. Draußen nächtigen kann sehr romantisch sein. Ungemütlich wird es dann, wenn das Nachtlager in der Nähe von Gröler-Gruppen liegt, die sich betont exzessiv auf ihren bevorstehenden Urlaub einstimmen, und das bis ins Morgengrauen. Unter freiem Himmel besteht außerdem die Gefahr, im Laufe der Nacht von einem feuchten Salzfilm überzogen zu werden, der sich eklig schmierig in die Klamotten setzt oder alles rußig wird vom Schornstein. Wer draußen übernachten will, ist unter den Vordächern auf den hinteren Sonnendecks am besten aufgehoben.
Die Verpflegung bringt man sich am besten selbst mit an Bord, denn die Preise auf dem Schiff sind durchaus als gesalzen zu betrachten. Morgens, wenn sich die Fähre nach der Nachtfahrt dem Zielhafen nähert, strömen viele an die Frühstückstheke und ziehen sich einen gummiartigen, seifig schmeckenden Mikro-Croissant rein und dazu einen schlabbrigen Pseudo-Kaffee.
Wichtige Hinweise für Motorradfahrer auf Korsika
Aber auch wenn es sich wie das Paradies anfühlt, einige Dinge gilt es doch zu beachten. Zuallererst ein voller Tank. Tankstellen sind während der Tour eher die Seltenheit. Schwer einzusehende Kurven können tückisch werden, wenn sich dahinter ein Schlagloch, nasses Laub, Fußgänger oder Tiere auf der Straße befinden. Vorausschauendes Fahren ist hier die Devise. Ein Biker-Pannenset ist ebenso ratsam.
Hinzu kommt natürlich die Helmpflicht und eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h innerorts und 90 km/h außerhalb.
Vorbereitung des Motorrads
Vor jeder längeren Tour sollte man seine Maschine nochmal durchchecken, um vor Ort keine unliebsamen Überraschungen machen zu müssen. Bremsen, Reifen, Kette und Gepäckträger sind besonderen Belastungen ausgesetzt. Ich bin jedes Mal wieder aufs Neue überrascht, was korsische Straßen an Gummi und Bremsbelägen fressen. Bei einem 4-wöchigen Urlaub empfehle ich vorher einen neuen Satz Reifen aufzuziehen, denn die unzähligen Kurven und schnell befahrbaren Straßen zeigen kein Mitleid mit den Pneus.
Unangenehm wird das Ganze dann bei der Rückfahrt vor allem bei den Grenzern in der Schweiz. Denn neben der Autobahn-Vignette interessieren sie sich vor allem für das Reifenprofil. Wenn sich ihnen dann eine blankgeschliffene Gummihaut entgegenstreckt, gibt es kein Durchkommen mehr. Beliebt und weit verbreitet sind rüde Angriffe auf die Gummisohlen durch rostige Nägel und spitze Steine. Dagegen hilft bedingt der weit verbreitete Reifenpilot, den es an jeder Tankstelle gibt. Besser ausgerüstet ist man mit dem Palufix-Reifenpannenset für Schlauchlosreifen, das es in Fachgeschäften zu kaufen gibt. Es ist ein Gummipfropfen, der einvulkanisiert wird.
Wer zu den bedauernswerten Fahrern mit Kettenantrieb zählt, auf den kommt Arbeit zu. Mit in das Reisegepäck gehört dann auf jeden Fall eine Pulle Kettenspray. Obwohl viele Straßen asphaltiert sind, ist ein Korsika-Urlaub doch insgesamt eine staubige Angelegenheit. Beim Gepäckträger sind diejenigen mit Kunststoffsystem erfahrungsgemäß besser bedient. Durch die Elastizität des Materials hält der Träger den oft stoßartigen Belastungen besser stand. In der Urlaubszeit gehören Motorradfahrer mit gebrochenen Trägern zu den Stammkunden bei den Reparatur-Werkstätten in Korsika.
Kartenmaterial und Verkehrsbestimmungen
Die beste Empfehlung für Motorradtouren ist die neue Michelin-Karte Nummer "528 Regional Frankreich" im Maßstab 1:200.000 für 8,50 Euro. Darin enthalten sind exakte Straßenbezeichnungen und -kategorien, Aussichtspunkte, Sehenswürdigkeiten und Entfernungen.
Auf Korsika gelten grundsätzlich die gleichen Verkehrsbestimmungen wie in Frankreich. Anfang Januar 2012 wurde das Tragen von reflektierender Kleidung >125 cm³ für Fahrer und Beifahrer ab 01.01.2013 zur Pflicht. Genau an diesem Tag wurde das Gesetz dann von der neuen Regierung auch gleich schon wieder aufgehoben. Das Gleiche gilt für den Quatsch mit den Alkotestgeräten. Da ist zwar das Gesetz zur Abschaffung noch nicht durch alle politischen Instanzen durch. Jedoch ist es nur noch eine Frage der Zeit. Bis dahin gibt es auch keine Sanktionen. Neu seit 2016 sind die Vorschriften für das Tragen von CE-konformen Handschuhen. Also, den nervigen Textilzettel in der Handschuhstulpe nicht, wie sonst üblich abschneiden.
Routen und Sehenswürdigkeiten
Viele Touren auf Korsika befinden sich in Küstennähe und so erhält man spektakuläre Panoramablicke auf das tiefblaue Meer. Die kleinen Balagnedörfer mit dem typischen korsischen Charme sind immer eine Entdeckungsfahrt wert und auch die Tour zum Cap Corse „dem Zeigefinger“ Korsikas ist besonders empfehlenswert.
Auf Korsika kann man kaum längere Strecken am Stück fahren, ohne anhalten zu wollen, um die Landschaft nicht zu verpassen, und beim Straßenbau haben die Korsen komplett versagt. Die wissen einfach nicht, wie man Geraden baut.
Einige der schönsten Strecken sind:
- Cap Corse (im Gegenuhrzeigersinn gefahren)
- Ristonica-Tal
- Asco-Tal
- Strecken nördlich von Porto
- Strecken von Ajaccio
Cap Corse
Die erste Tour führte nach Norden über das Cap Corse. 135 km werden dafür angegeben; das klingt nach guten 2 - 3 Stunden Fahrzeit. Aber auf Korsika ist alles anders; Kurve an Kurve auf großen und kleinen Straßen, manchmal auch mit Sand und Steinen garniert. Tiere aller Art: Kühe, Schafe, Ziegen, halbwilde Schweine in allen Farben bevölkern die Landschaft, auch die Straßen…und hinterlassen ihre Spuren. Fazit: Bremsbereitschaft und relativ niedriges Tempo sind ratsam.
Calanche
Gleich weiter in die Calanche: eine Felslandschaft aus rotem Granit mit bizarren Figuren, die Wind und Wasser geschaffen haben.
Bonifacio
Ein Höhepunkt für mich war dann ganz im Süden die Stadt Bonifacio. Direkt am Ortseingang ein Campingplatz, günstig gelegen, aber sehr voll und direkt an der Straße. Dafür eine betörend schöne Lage der Stadt an einer Meeresbucht und eine Altstadt auf einem hohen Felsen. Sardinien (12 km Luftlinie) sieht man im Dunst gegenüber, die Aragon-Treppe führt über 187 steile Stufen herunter bis ans Meer.
Col de Bavella
Am Col de Bavella (1218 Meter) öffnet sich der Blick auf eine Felslandschaft, die an die Dolomiten erinnert. Neben harten Kletterrouten gibt es markierte Wege für kleine Wanderungen.
Strände
Unter den Top 10 Stränden Korsikas spielt der Plage de Palombaggia immer ganz vorne mit. Strand ist weiß und sehr feinkörnig, das Wasser türkis und klar. Leider tummeln sich hier Massen an Touristen, was ihn für mich völlig unbrauchbar macht.
Am Plage d' Algajola legen wir eine Mittagspause ein. In einer Strandbar essen wir tolle Bandnudeln mit Lachs, serviert mit Seealgen - eine hervorragende Kombination.
Übernachtungsmöglichkeiten
Mit dem gut gelegenen Standort mitten in der Balagne, nur wenige Gehminuten vom Hafenstädtchen Calvi und mit dem Strand in unmittelbarer Nähe, ist das Feriendorf Zum Störrischen Esel als Ausgangspunkt für ausgiebige Touren mit dem Motorrad sehr beliebt.
Zahlreiche Campingplätze sind da, so dass man überall gut unterkommt. Eine Übernachtung lag zwischen 8 und 16 Euro je nach Region und Lage des Platzes. Da die Fähre abends ankam, folgte ich dem Rat des Reiseführers und stieg bei Restlicht auf dem südlich Bastia auf einer Landzunge gelegenen Campingplatz „San Damiano“ in mein Zelt. Vorteil des Platzes: man kann im Meer baden und das Zelt unter Pinien oder direkt in der Nähe des Strandes aufschlagen.
Auf dem Campingplatz Sole d’oru (www.soledoru.net) nördlich von Solen-zara kann man (jahreszeitenabhängig) günstig zelten. Bei Corte, an der Einfahrt ins Restonica-Tal, liegt der wildbachgesäumte Platz Le Restonica (www.campingincorsica.info). Corte ist zu Fuß erreichbar. Hotels (z. B. www.booking.com).
Kulinarische Highlights
Als Tourist merkt man dies neben der Sprache überall an der guten Küche: französisch und italienisch nebeneinander.
Dazu trinken wir Pietra, das korsische Bier, das aus Kastanien gewonnen wird. Probieren muss man auf jeden Fall auch noch das korsische Bier der Marke Pietra: gebraut aus Malz und Kastanie!
Klima und beste Reisezeit
Vom Mittelmeer umschlossen bietet Korsika das ganze Jahr über ein herrlich warmes Klima das wie gemacht ist zum Motorrad fahren. April und Mai sowie August und September sind die angenehmsten Reisezeiten.
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