Ein Motorrad ist viel mehr als ein einfaches Transportmittel - es ist Leidenschaft und Lebensfreude. Sardinien ist für einen Motorrad-Trip perfekt geeignet, mit atemberaubenden Aussichten, wunderschönen Landschaften und Strecken für Genussfahrer und Adrenalinsüchtige.
Vorbereitung und Anreise
Wer sich auf ein solches Abenteuer einlässt, sollte einiges bedenken: Menschenleere Bergpässe sind wunderschön für die Touren, Tankstellen oder Werkstätten sind hier aber eher die Ausnahme. Die richtige Profiltiefe ist wichtig, denn rauer Straßenbelag sorgt zwar für optimale Griffigkeit, treibt aber auch den Verschleiß voran. Selbst wenn die freien Straßen zum Heizen einladen, kann hinter der nächsten schlecht einsehbaren Kurve das nächste Schlagloch, ein Steinschlag oder Erdrutsch lauern.
Es gibt verschiedene komfortable Möglichkeiten, von aus Deutschland gut zu erreichenden Häfen wie Genua oder Livorno das eigene Motorrad an Bord der Fähre ganz problemlos mit in den Urlaub auf die Mittelmeerinsel zu nehmen. Der Preis gilt pro Person für die einfache Fahrt. Der angewendete Tarif variiert abhängig vom Datum und der Abfahrtszeit sowie je nach Auslastung des Schiffes.
Viele Traumdestinationen zum Motorradfahren sind mit dem eigenen Eisen nur über Fährverbindungen erreichbar. Wie funktioniert eine Überfahrt und welche Dinge können die Reise vereinfachen? Wir geben euch die wichtigsten Tipps!
Die Organisation von Motorradreisen übersee wird oft durch die Herausforderungen bei der Buchung der Fähre erschwert. Die Suche nach passenden Überfahrten, das Verständnis der Buchungsoptionen und die Berücksichtigung der Transportbedürfnisse für das Motorrad erfordern eine gründliche Vorbereitung. Zusätzlich dazu stossen Reisende oft auf Schwierigkeiten bei der Nutzung der Online-Buchungstools von Fährgesellschaften, die in Bezug auf Benutzerfreundlichkeit oft zu wünschen übrig lassen. Welche Reederei bietet überhaupt die gewünschte Route an? Falls es mehrere gibt, welche ist günstiger? In dieser Situation bietet das Cruise & Ferry Center wertvolle Unterstützung.
Als schweizer Online-Buchungsplattform gestaltet sich der Buchungsprozess hier unkompliziert und intuitiv. Die Funktionsweise der Buchungsplattform resultiert aus jahrelanger Expertise der Firma im Bereich Fährreisen. Gegründet wurde die Firma damals auch aus genau diesem Grund. Dank der Zusammenarbeit mit 30 Reedereien können Fährüberfahrten in über 30 Länder problemlos gebucht werden. Man muss lediglich die gewünschte Verbindung anklicken, und schon erhält man alle wichtigen Infos, welche für die Buchung notwendig sind.
Die Fährfahrt beansprucht in der Regel mehr Zeit als nur die eigentliche Fahrzeit. Etwa 2-3 Stunden vor Abfahrt ist der physische Check-in bei der Reederei erforderlich, gefolgt von der Grenzkontrolle und einer längeren Wartezeit, bis das Einladen beginnt. Es ist entscheidend, ausreichend Zeit einzuplanen, besonders an südlichen Grenzübergängen, wo es oft hektisch zugeht. Die Motorräder werden üblicherweise vorne oder hinten im Schiff mit Spanngurten sicher befestigt. Der Zugang zum Fahrzeugdeck ist während der Fahrt nicht gestattet. Die zusätzliche Buchung einer Kabine ist besonders bei Nachtüberfahrten zu empfehlen. Dies aus zwei Gründen: Zum einen kann der Lärmpegel in den öffentlichen Bereichen je nach Fähre extrem sein, und eine eigene Kabine ermöglicht eine komfortable Nachtruhe. Zum anderen neigen die Sanitäreinrichtungen in den öffentlichen Bereichen dazu, schnell unangenehm zu werden.
Die besten Motorradregionen auf Sardinien
Sardinien ist ein Motorradfahrerparadies im Mittelmeer! Biken und Baden kann man wunderbar verbinden, die tolle Kombination aus Küsten und Kurven sorgt für jede Menge Abwechslung. Eigentlich reicht schon ein grober Blick auf die Landkarte, um die besten Kurvenstrecken auszumachen - die Insel ist ein einziges Geflecht aus Kurven und Kehren.
Verkehrstechnisch ist Sardinien sehr gut erschlossen. Die SS 131 im Westen, die SS 131 dcn im Nordosten und die SS 125 im Osten verbinden die einzelnen Regionen der Insel miteinander und lassen bei Motorradtouren auf Sardinien schnelle Ortswechsel zu. Das Sahnehäubchen der Sardinen-Motorradtouren sind jedoch die Land- und Gebirgsstraßen. Wie eigentlich überall in Italien scheinen auch hier die Straßenbauer ein Herz für uns Biker zu haben. Kurve an Kurve, griffiger Belag. Eine Kombination, die nicht nur Fahrspaß, sondern auch Reifenabrieb garantiert.
Zentral- und Ostsardinien
Vielfahrer und Kurvensammler kommen auf den extremen Touren durch die südliche Barbagia, zum Beispiel auf der Strecke von Mandas nach Lanusei auf ihre Kosten. Viel Fahrkönnen erfordern die extremen Pässe im Gennargentu zum Beispiel von Fonni bis Seui. Idealer Treffpunkt: Sadali. Die Staatsstraße SS 125 von Baunei nach Dorgali ist bei Bikern legendär: Endlos viele Haarnadelkurven, Panoramastrecken mit super Grip und gutem Asphalt, dazu eine einmalige Berglandschaft, die hinter jeder Wendung ein neues Panorama zu bieten hat. Die spektakuläre Bergstraße ist zwar kein Geheimtipp, aber sollte auf keinem Tourenplan fehlen.
Der Norden und Nordosten
In engen Kehren durch endlose Korkeichenwälder geht es rund um Tempio Pausania und Aggius im Herzen der Gallura. Herrlich ist auch das Mondtal Valle della Luna oder auch Piana dei Gran Sassi genannt. In der letzten Eiszeit haben hier Gletscher, Wind und Wetter bizarre Felsen und Hügel aufgetürmt. Hoch hinaus geht es auch auf das Limbara-Massiv.
Südlich von Olbia bahnt sich der Lerno-Fluss seinen Weg zwischen den Granitmassiven der Gallura im Westen und der Bergkette von Monte Nieddu im Osten. Und weil hier kaum Verkehr herrscht, haben einige Motorrad-Insider die gottverlassene Gegend für sich entdeckt. Das wuchtige Kalksteinmassiv des Monte Albo ist das natürliche Wahrzeichen der Alta Baronia, dem Landstrich zwischen Posada und Siniscola im Nordosten Sardiniens.
Gallura heißt der nördlichste Zipfel Sardiniens. Nicht umsonst begann dort in den 1960er-Jahren der Tourismus. Denn die Costa Smeralda zählt zu den schönsten Küsten der Insel. Das gebirgige Landesinnere hingegen hat sich seinen ländlichen Charakter bewahrt. Von Monti aus geht es bereits schräglagenverdächtig hinein in die Mittelgebirgsregion. Dem Kurvenspaß folgt ein Abstecher zur Costa Smeralda, die wir in Portisco erreichen. Ein schmales Sträßchen bringt uns zum Capo Testa hinaus, dessen bizarre Felsen wie aus einer anderen Welt erscheinen. Anschließend schrauben wir uns durch duftende Pinienwälder hinauf zum Monte Limbara, dem Hausberg von Tempio Pausania. Dort, oberhalb der Baumgrenze wartet eine beeindruckende Rundumsicht und ein Traumblick auf Korsika.
Weitere Tipps für Motorradtouren auf Sardinien
- Tankstellen: Es gibt überall genügend Tankstellen, gezahlt werden kann bar oder mit Karte. In die Zeitplanung einrechnen sollte man die heilige italienische Mittagspause, während der die meisten Tankstellen zwischen 13.00 und 15.00 Uhr geschlossen haben und man nur am Automaten gegen Scheine oder Karte Sprit bekommt.
- Bedienung an der Tankstelle: Wer Benzin vom Tankwart einfüllen lässt, statt selbst zu zapfen, zahlt bis zu 20 Cent mehr pro Liter.
- Beste Reisezeit: Wer also seine Motorradtouren auf Sardinien in aller Ruhe fahren will, sollte in den Monaten April bis Juni oder September und Oktober kommen. Kann das Wetter im Frühjahr noch Kapriolen schlagen, ist der Herbst ein zuverlässiger Reisebegleiter - stabile Wetterlagen, milde Temperaturen, entspannte Gastronomen.
- Sicherheit: Aufgrund der hohen Kurvendichte und abwechslungsreichen Streckenverläufe fordert die Mittelmeerinsel Sardinien hohe Konzentrationsfähigkeit von Motorradfahrern. Besondere Achtsamkeit ist gefragt, wenn tierische Hinterlassenschaften auf der Fahrbahn zu sehen sind. Dann heißt es: Tempo rausnehmen. Auf der Insel sind viele freilaufende Tiere unterwegs. So stehen hinter der nächsten Kurve gern mal Kühe, Esel, Schafe, Ziegen oder Schweine auf und neben der Fahrbahn - wenn pflichtbewusste Hütehunde in der Nähe sind, hält man besser Abstand.
- Fitness: Die hohe körperliche Belastung beim Motorradfahren wird oft unterschätzt, insbesondere auf Sardinien, wo Geraden Mangelware sind. Damit die Tour nicht zu Tortur wird, sind ausreichend Trink- und Verschnaufpausen ratsam, lädt die Mittelmeerinsel doch immer wieder an aussichtsreichen Spots zum Verweilen und Landschaft-Bestaunen ein.
- Reifen: Sardische Straßenbeläge sind für ihren perfekten Grip bekannt - und damit auch für hohen Verschleiß. Wer auf eigener Achse an- und abreist sollte den verschleißfreudigen Asphalt mit einberechnen und, wie überall, auf ausreichend Profiltiefe achten - wer kann, tritt die Reise besser gleich mit einem frischen Satz Reifen an.
- Streckenlänge: Wer das erste Mal auf der Insel ist, sollte die Tourenlängen mit Bedacht planen und sich zu Beginn nicht überschätzen: Durchschnittsgeschwindigkeiten fallen aufgrund der Vielzahl an Kurven verhältnismäßig niedrig aus, wodurch Touren ab 200 Kilometer anstrengend werden können.
Unterkünfte auf Sardinien
Bei der Planung Ihrer Motorradtour auf Sardinien spielt die Wahl der richtigen Unterkunft eine entscheidende Rolle. Hier sind einige Empfehlungen für Hotels, die sich besonders für Motorradfahrer eignen:
- Hotel Cardedu: Dieses Partnerhotel von MOTORRADSTRASSEN liegt in der Region Ogliastra und bietet motorradfreundliche Gastgeber. Es verfügt über überdachte Unterstellplätze fürs Bike, Parkmöglichkeiten für einen Anhänger und eine kleine Werkstatt.
- Hotel Tartaruga Bianca (La Ciaccia): Ein toller Ausgangspunkt, um die Nordhälfte der Insel zu erkunden.
- Horizon Hotel (Badesi): Moderne Zimmer mit Meerblick und ein umfangreiches Beiprogramm, um das "wahre Sardinien" zu erleben.
- Domo Green House (Villasimius): Helle, moderne Zimmereinrichtung und ein schönes Bad im Süden der Insel.
- Albergo Meridiana (Arbus): Ein familiengeführtes Hotel mit geräumigen Zimmern und einem Pool.
- Green Sporting Clubhotel (Alghero): Eine Anlage mit einem überdachten Olympia-Schwimmbad und Fitnessräumen.
- Tanit Hotel Village Ristorante (Carbonia): Einfache, aber saubere Zimmer mit Klimaanlage und Kühlschrank.
- Hotel Club “Saraceno” (Arbatax): Ein Hotel im Osten der Insel.
- B&B “Sa Marina” (La Caletta): Ein gemütliches B&B in La Caletta.
- Hotel Residence Hibiscus (La Caletta): Eine weitere Option in La Caletta.
- Baja Azurra (Bari Sardo): Zimmer mit Kühlschrank und einer großen Steckdosenleiste.
- Hotel La Palma (San Teodoro): Gemütliche Zimmer mit Kühlschrank und einem erstklassig ausgestatteten Bad.
- B&B “Le Rose” (Olbia): Ideal für eine Zwischenübernachtung vor dem Heimflug.
- B&B Etesia (Olbia): Ein Zimmer mit Balkon in Olbia.
Straßen und Verkehr auf Sardinien
Die "Strada Statale Carlo Felice" (SS 131) verbindet Porto Torres im Norden mit Sassari im Nordwesten und über Macomer und Oristano nach Cagliari im Süden.
Auch außerorts trifft man nicht selten auf “Fuffzig-Schilder”. Aber, wehe, Du versuchst, Dich auch nur annähernd an die Limits zu halten: Die Einheimischen schubsen Dich gnadenlos von der Piste!
Selbstverständlich gilt in Italien Helmpflicht, Handy ohne Freisprechanlage ist tabù und die Promillegrenze liegt bei 0,5. Auf Landstraßen gilt ein Tempolimit von 90 km/h und 50 km/h innerorts.
Kulinarische Tipps
Ein ordentliches Frühstück sollte man auf Sardinien besser nicht erwarten. Mit etwas Glück erwischt man jedoch eine Unterkunft, in der nicht ausschließlich Süßkrams (Croissants, Zwieback, Marmelade und Butter) serviert wird.
Nudel-Gerichte zählen zu den Vorspeisen. Salat als Hauptspeise?
Ursprünglich wurde das Gesöff in Cagliari gebraut.
Gut zu wissen: Ist von "groß" die Rede, bedeutet dies in der Regel "0,4 Liter".
Kosten
Mit etwas Glück bekam man einen Caffé Americano für 1,20 Euro. Frisch gezapfte Bier (0,4 Liter) kostete im Lokal in der Regel 5 Euro (pro 0,4 Liter); eine 0,66-Flasche 2,50 bis 3 Euro.
Zigaretten: Eine kleine (normale) Schachtel West-Silver kosteten 2018 4,40 Euro (Marlboro: 5,50 Euro).
Während wir 2018 durchschnittlich 60 Euro pro Zimmer pro Nacht, inklusive Frühstück buchen konnten, zahlten wir 2023 im Schnitt knapp 100 Euro.
Alternativen zum Motorradfahren
Sardinien eignet sich auch für eine Auszeit abseits des Motorradfahrens:
- Strände: Sardinien bietet traumhafte Strände.
- Boots-Touren und Insel-Hopping: Erkunden Sie die Küste und vorgelagerte Inseln mit dem Boot.
- Lost-Places: Entdecken Sie verlassene Orte wie das Geisterdorf Gairo Vecchio.
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