Einer der landschaftlich schönsten Radwege in Thüringen ist der Mommelstein-Radweg bei Schmalkalden im Thüringer Wald (12,5 km lang). Der Mommelstein-Radweg verläuft am Südhang des Thüringer Waldes und verbindet mit einer Länge von über 30 Kilometern das liebliche Werratal mit dem Rennsteig, dem bekanntesten Wanderweg Deutschlands. Ausgangspunkt der Tour ist das Städtchen Wernshausen.
Auf der Trasse der ehemaligen Bahnstrecke Schmalkalden - Brotterode wurde im Juni 2003 dieser Radweg eröffnet, der die Radler fast mühelos durch eine großartige Landschaft aus einer Höhe von knapp 300m auf 550m über dem Meeresspiegel hinauf führt (ehem. Bhf.
Streckenverlauf und Sehenswürdigkeiten
Man beginnt in der Hochschulstadt Schmalkalden, einer Stadt mit schönen Fachwerkhäusern, einem eindrucksvollen Marktplatz und der Stadtkirche St. Georg und folgt der Beschilderung auf der asphaltierten Bahntrasse am Flüsschen Schmalkalde aufwärts. Das mittelalterliche Fachwerkstädtchen Schmalkalden, bekannt durch die Gründung des Schmalkaldischen Bundes im 16. Jahrhundert und durch den Schmalkaldischen Artikel des Reformators Martin Luther ist schnell erreicht. 90 Prozent der Fachwerkhäuser stammen aus dem 14 bis 18. Jahrhundert. Lohnenswert für eine Stippvisite sind in Schmalkalden das Kunsthaus am Markt, die Stadtkirche St.
Durch die Wiesen am Stadtrand geht die Fahrt dann verengt sich das Tal und der Radweg gewinnt an Höhe. Er führt an Felshängen entlang und durch den kurzen Hundsrücktunnel und hinauf in die Berglandschaft des Thüringer Waldes.
Zwischen Floh-Seligenthal und Kleinschmalkalden durchquert der Mommelstein-Radweg den beleuchteten Hundsrücktunnel der ehemaligen Bahnstrecke. Der Radweg führt langsam weiter bergauf und verläuft durch ein landschaftlich schönes Gebiet zunächst zum Hundsrücktunnel, dann an Kleinschmalkalden vorbei.
Die gesamte Strecke von ca. 12,5 km von Schmalkalden zum ehemaligen Bahnhof Auwallenburg ist asphaltiert und führt über 6 Brücken, 2 Viadukte und als Hauptattraktion durch den 86 m langen, beleuchteten Hundsrücktunnel (Kleinschmalkalden-Tunnel).
Nach einer Spitzkehre noch vor dem Bahnhof Kleinschmalkalden erreicht man eine Wald- und Naturlandschaft abseits der Hektik und des motorisierten Verkehrs. Nach einem tiefen Felseinschnitt (die Sperrung wegen Steinschlags wurde inzwischen aufgehoben,) endet der Radweg am ehemaligen Bahnhofsgelände Auwallenburg.
Der Weg führt von nun an stetig bergauf, vorbei an saftigen Bergwiesen zum ehemaligen Haltepunkt Auwallenburg. Vorher passiert man die sogenannte Zechsteindiskordanz, deren Felswände schluchtartig rechts und links des Weges in die Höhe ragen.
Abstecher und Weiterfahrten
Nach einem tiefen Felseinschnitt (die Sperrung wegen Steinschlags wurde inzwischen aufgehoben,) endet der Radweg am ehemaligen Bahnhofsgelände Auwallenburg. Vom Haltepunkt lohnt sich ein Abstecher nach Trusetal, bekannt durch den Trusetaler Wasserfall, den Zwergenpark und andere Sehenswürdigkeiten. Genussfahrer lassen sich vom Haltepunkt nach Schmalkalden zurückrollen.
Ein kurzer Abstecher, mit ca. einem Kilometer Umweg, führt zum Wallenburger Turm mit tollem Ausblick und Gaststätte (Achtung: Waldweg! Nicht für Rennräder geeignet. Kräftiges Gefälle und Steigung!). Die Ruine der Wallenburg mit dem Bergfried stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der Aufstieg führt 27 Meter hinauf, von dort aus hat man einen fantastischen Blick zu den Kalibergen im Werratal und zu den Bergen der Rhön.
Für etwas sportlichere Radler sind auch der Mommelstein-Ausblickfelsen sowie die Adolfsquelle und Rennsteig-Grenzwiese erreichbar. Sportliche Fahrer folgen dem steilen und steinigen Weg hinauf zum Mommelsteinfelsen oder weiter zur Grenzwiese am Fuße des großen Inselsbergs (Rennsteig).
Die Weiterfahrt vom Bahnhof Auwallenburg wird nur sportlichen Fahrern empfohlen. Mit einem Radweg hat die folgende Routenführung nur wenig zu tun, benutzt sie doch hauptsächlich schon vorhandene Waldwege.
Die Rückfahrt ist für Mountainbike-Fahrer auch durch den Wald zum Ausflugsgebiet Schmalkalden-Ehrental mit Tiergehege, Gaststätten und Barfuss-Erlebnis-Park möglich.
Geschichte des Mommelstein-Radwegs
Der Mommelstein-Radweg auch Mommelstein-Radwanderweg verläuft im 12,5 km langen Kernstück auf der ehemaligen Bahntrasse der Teilstrecke Schmalkalden-Auwallenburg (siehe auch: Schmalkalder Kreisbahn).
Der Bau einer Bahnstrecke aus dem Werratal in die Berge des Thüringer Waldes war aufgrund der geographischen Gegebenheiten ein mutiges Projekt. Dennoch funktionierte diese Bahnlinie, die von 1892 bis 1966 die Stadt Schmalkalden mit der Stadt Brotterode verband.
Gut 350 Höhenmeter auf nur 12 Kilometern zwischen Schmalkalden und dem Haltepunkt Auwallenburg machten wegen des engen Schmalkalde-Tals einen Tunnel, ein Viadukt und eine Spitzkehre erforderlich.
Zur Zeit des Bau der Eisenbahn zwischen Schmalkalden und Brotterode gehörte das Gebiet zur preußischen Provinz Hessen-Nassau. Die Staatsbahn nach Kleinschmalkalden ging 1892 in Betrieb, zuerst mit dem Abschnitt Schmalkalden - Floh-Seligenthal, 1893 folgte die Abschnitt bis Kleinschmalkalden.
Der Radweg auf der Bahntrasse wurde im Juni 2003 eröffnet. Es folgten einige Verbesserungen, vor allem mit dem Ausbau des Viadukts in Floh-Seligenthal 2007.
Das Ende der Bahnstrecke weist einige Kuriositäten auf. Ende 1964 wurde der Abschnitt Auwallenburg - Brotterode zunächst stillgelegt. Die Gleise abgebaut wurden abgebaut, 1986 aber wieder neu verlegt, um ein Kraftwerk zu versorgen, das aber nach der Wiedervereinigung bereits 1990 den Betrieb wieder aufgab.
Eckdaten der Bahnstrecke:
- 25. Januar 1893 (Schmalkalden Floh-Seligenthal)
- 6. November 1893 (Floh-Seligenthal Kleinschmalkalden)
- 14. Dezember 1964 (Pv Kleinschmalkalden Brotterode)
- 30. November 1996 (Pv Schmalkalden Kleinschmalkalden)
- 1968-1987 kein Gv zw.
Geplanter Ausbau nach Brotterode
Für den Abschnitt Auwallenburg Bf Brotterode ist seit langem ebenfalls ein Ausbau der Bahntrasse als Radweg im Gespräch. Anlässlich des fünfjährigen Jubiläums des Radwegs gab es erneute Vorstöße in diese Richtung, beim Zehnjährigen musste man festhalten, dass dieser Versuch im Sande verlaufen ist.
Die Hoffnung der Radler auf den längst überfälligen Ausbau der Bahntrasse bis Brotterode sollte nun im Jahr 2023 in Erfüllung gehen, die Fertigstellung des neuen Radwegeabschnitts war zunächst für Mitte 2024 vorgesehen.
Anfang 2021 hat die Stadt Brotterode-Trusetal die 5 km lange, inzwischen abgebaute Strecke erworben, um den Radweg zu vollenden. Einen Zuwendungsbescheid über 1,9 Mio. Euro für den Ausbau der Strecke erhielt die Stadt Anfang Januar 2023. Die Strecke wurde inzwischen freigeschnitten.
Der Radweg soll jetzt bis Ende August 2025 gebaut werden; der erste Spatenstich fand am 5. November 2024 statt.
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