Mopedanhänger aus DDR-Zeiten sind aufgrund ihrer robusten Bauweise und hohen Belastbarkeit sehr begehrt. Besonders häufig sind die im VEB Metallkombinat Heldrungen (MKH), später Metallwaren Heldrungen (MWH), gefertigten Mopedanhänger für Simson-Fahrzeuge. Diese zeichnen sich durch einen vollverzinkten Aufbau aus, was sie rostfrei macht.
Auf dem Fahrgestell ist eine Stahlwanne fest verschweißt, die einen großen Stauraum bietet. Aufgrund der recht hohen Endgeschwindigkeit der Simson-Fahrzeuge mussten die Anhänger entsprechend darauf abgestimmt und ausgelegt sein.
Hersteller und Modelle
Neben den MKH-Anhängern gab es auch zahlreiche weitere Mopedanhängermodelle für die Simsonfahrzeuge, zu denen jedoch wenig bekannt ist, häufig aufgrund geringer Produktionszahlen. Viele Mopedanhänger aus anderen VEB wurden auch mit Holzbordwänden versehen und waren dadurch nicht so langlebig. Dennoch tauchen gerade auf Teilemärkten und in Kleinanzeigen im Internet ab und an auch völlig vermeintlich unbekannte Modelle auf.
Einer der bekanntesten Hersteller war der VEB Metallkombinat Heldrungen. Die MKH-Anhänger gab es in verschiedenen Ausführungen. Die einzelnen Ausstattungsvarianten der Mopedanhänger orientierten sich an der Leistungsfähigkeit der elektrischen Anlage des jeweiligen Zugfahrzeugs (z.B. MKH/M3-Version für S50 und 51 mit Zusatzblinkern am Heck des Mopedanhängers).
MKH-Modelle im Detail
- MKH/M1: Für Kr51(/1), SR4-x (außer SR4-3), offener Kasten, verzinkt, Kastenrahmen aus Flachstahlprofil.
- MKH/M2: Konzipiert für Simson-Fahrzeuge der Vogelserie mit Fahrtrichtungsanzeigern am Lenker (z.B. Schwalbe-Modelle) oder ohne Fahrtrichtungsanzeiger ab Werk (S50 N, S51 N).
- MKH/M3: Für Simson-Fahrzeuge der Vogelserie mit Fahrtrichtungsanzeigern an Front und Heck (alle S50 und S51 Modelle, außer N-Modelle).
- MKH/RB: Entwickelt für den SR50. Besitzt andere Maße und eine technisch überarbeitete Kupplung im Vergleich zu den MKH/M-Modellen.
Es gab nach meinen Unterlagen 5 bekannte Typen in jeweils verschiedenen Ausführungen: MKH/M passend für SR2 (Da habe ich keine genauen Infos drüber) Es gab nach meinen Unterlagen 5 bekannte Typen in jeweils verschiedenen Ausführungen: MKH/M passend für SR2 (Da habe ich keine genauen Infos drüber)
Weitere Hersteller
Über den VEB Waggonbau Dessau ist nur wenig bekannt. Das Anhängermodell trägt die Bezeichnung WBD - als Abkürzung für den Herstellerbetrieb "Waggonbau Dresden". Gefertigt wurde dieses Modell von 1960 bis 1965.
Anhängermodelle des VEB Transportgerätebau Leipzig tauchen immer wieder mal bei Onlineauktionshäusern und in Kleinanzeigen auf. Offensichtlich wurden von diesen Anhängermodellen eine recht hohe Stückzahl produziert. Vom Aufbau her bestehen sie aus einem Metallfahrgestell mit Holzverkleidung.
Das Anhängermodell FA56 handelt es sich um einen reinen Fahrradanhänger (Abkürzung FA). Die 56 steht lt. verschiedener Quellen für das Entwicklungsjahr bzw. dem Beginn des Produktionszeitraum für dieses Modell.
Das Anhängermodell MA66 war für die Nutzung am Moped vorgesehen. Auch hier steht die Nummer 66 lt. verschiedener Quellen für das Entwicklungsjahr bzw. dem Beginn des Produktionszeitraum für dieses Modell. Die Leermasse für dieses Modell beträgt ca. 30 kg, bei einer max. zulässigen Zuladung von 50 kg.
Technische Details und Ausrüstung
Zum Betreiben der elektrischen Anlage benötigen Sie an Ihrer Simson eine entsprechende Steckdose, die über einen Abschaltkontakt für das Rücklicht am Zugfahrzeug verfügt. Aufgrund der geringen Leistungsfähigkeit der originalen Lichtmaschine des Zugfahrzeugs genügt die Leistung nicht aus, um zwei Rücklicht zu betreiben.
Darüber hinaus wird eine Anhängerkupplung mit entsprechender Kugelkopfkupplung (MKH-M Reihe = Kugelkopfdurchmesser 18mm | MKH/RB = Kugelkopfdurchmesser 25mm) benötigt.
Beleuchtung
Für Fahrad ist ein Fahradrücklicht vorgeschrieben. Bei Moped je nach Zugfahrzeug ein Rücklicht(SR1/2...), Rücklicht mit Stoplicht(Star,Schwalbe...), oder Rücklicht/Stoplicht mit Blinker(S50...) Pflicht!
Kupplung
Die (alte DDR-) Anhängerkupplung ist bei beiden Ausführungen gleich (Ausnahme, der von Norbert erwähne "Görlitzer".) Das Wichtigste ist allerdings das Typenschild! Dieses besitzt nur der Mopedanhänger und ist über dem Aufkleber an der Bordwand angenietet.
MKH/F vs. MKH/M
Der MKH/F, ein Modell der MKH-Serie aus Heldrungen, ist ein reiner Fahrradanhänger. Einziges Unterscheidungsmerkmal der Fahrrad-Variante zu denen zur Nutzung am Moped zugelassenen MKH-Anhängertypen ist die elektrische Anlage. Ein Umbau ist zwar rein technisch gesehen völlig problemlos möglich, jedoch handelt es sich nach vor um ein MKH/F-Modell, also einen reinen Fahrradanhänger, wodurch die Nutzung am Moped und im Öffentlichen Straßenverkehr unzulässig ist. Für diese Modelle gibt es keine Betriebserlaubnis, die es jedoch bei den MKH/Mopedvarianten gibt.
Auch, wenn sich der MKH/F von den technischen Daten her im Vergleich zu den MKH/Mopedvarianten nicht unterscheidet (mit Ausnahme der elektrischen Anlage), ist ein Umbau nicht zulässig, da Fahrradanhänger gleich Fahrradänhänger bleibt. Genau aus diesem Grunde sind MKH/F Anhänger etwas günstiger in der Anschaffung.
Übrigens, zu erkennen ist das F-Modell an der Rahmennummer, sofern überhaupt eine Rahmennummer angebracht worden ist. Wenn eine Rahmennummer an der vorderen Querstrebe in Fahrtrichtung rechts angebracht worden ist, kann der Fahrradanhänger an dem Buchstaben "F" zu Beginn oder am Ende der Fahgestellnummer identifiziert werden.
Zulassung und ABE
Im Fall des Einachshängers am Moped ist dieser zulassungsfrei, benötigt aber eine ABE. Diese sollte für die alten DDR-Hänger in Flensburg verfügbar sein. Genauso, wie die für unsre Mopeds. Eine diesbez. Anfrage wird wohl noch keiner gemacht haben.
Für den Anhänger wird eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) benötigt. Diese kann für etwa 21 Euro (Stand: 2015) vom Kraftfahrtbundesamt neu ausgestellt werden. Aus der ABE geht leider nicht hervor, für welches Zugfahrzeug der jeweilige Anhänger zugelassen ist.
Probleme mit der ABE
Oftmals besteht das Problem, dass über die Jahre die Papiere (Betriebserlaubnis) für den MKH-Anhänger verloren gegangen sind. Das Problem dabei ist jedoch, dass für den Betrieb im Straßenverkehr eine Betriebserlaubnis vorhanden sein muss und diese auf Verlangen (z.B. Allgemeine Verkehrskontrolle durch Polizei) vorgezeigt werden muss. Meist wird zwar bei Verkehrskontrollen ein Auge zugedrückt, jedoch sollten Sie sich darauf nicht verlassen. Die Kosten betragen ca. 21 Euro (Stand Jan. 2010) und Sie erhalten bereits nach wenigen Tagen eine ganz normale Betriebserlaubnis für die MKH-Anhänger aus.
Diese ist vergleichbar mit der ABE, die für Simson Fahrzeuge ausgestellt werden. Damit sind Sie bei einer Verkehrskontrolle auf der sicheren Seite!
Wichtige Hinweise
- 40 Km/h Schild / Aufkleber auf der Rückseite der Anhängers - Vmax von 40 Km/h darf im Anhängerfahrbetrieb nicht überschritten werden!
- Anhänger muss fahrtauglich und in einem ordnungsgemäßen Zustand sein (z.B. Der Heidrungen-Anhänger - früher ein beliebtes Transportmittel am Moped, heute eher Handwagen zum Zeitungen austragen.
Ohne eine entsprechende Steckdose mit Abschaltkontakt zum Betrieb der elektrischen Anlage des Anhängers dürfen Zugfahrzeuge die Mopedanhänger im Öffentlichen Straßenverkehr nicht beweget werden. Leider sind die originalen Steckkontakte mit diesem Abschaltkontakt für das Rücklicht des Zugfahrzeugs sehr selten geworden, wodurch sich viele Simsonfahrer eine eigene Schaltung erstellen. Strittig ist allerdings, ob eine derartige Schaltung als Eigenkonstruktion für den Betrieb im Öffentlichen Straßenverkehr ohne Abnahme beim TÜV zulässig ist.
Technische Daten der MKH-Anhänger
Alle Modelle (außer MWH/RB) haben den selben Grundaufbau (Zinkwanne). Sie unterscheiden sich lediglich in der elektrisches Ausstattung und der Kupplung. Die Größe beträgt 1,73m x 0,73m x 0,82m. Die Ladefläche ist etwa 86 x 50cm groß. Das Leergewicht variiert je nach Modell zwischen 24 und 27 Kg. Die zulässige Gesamtmasse beträgt 60 Kg, als Handwaagen kann er mit mehr beladen werden.
Anmerkungen zur Anhängerkupplung
Die Anhängerkupplung ist eine praktische Ergänzung für das Moped. Sie ist robust und passt perfekt auf den Kugelkopf mit einem Durchmesser von 18mm. Die Montage war einfach und die Kupplung hält fest.
Die Feder spannt gut und sollte bei jedem Anhängvorgang ge- bzw. entspannt werden, da sonst die Kugel vom Gegenstück zu Schaden kommt. Am besten mit Schraubensicherung verbauen. Da einige Deichseln schon ausgeschlagen sind.
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