Moped Auspuff selber bauen – Eine detaillierte Anleitung

Viele Moped-Enthusiasten wünschen sich mehr Leistung und einen besseren Sound für ihr Fahrzeug. Oftmals ist der originale Auspuff eines Puch Mofas zu leise und die Geschwindigkeit von 25 km/h zu langsam. Daher entscheiden sich viele für den Einbau eines Tuning-Auspuffs.

Demontage des alten Auspuffs

Bevor man seinen neuen Tuning-Auspuff an seiner Puch Maxi verbauen kann, muss natürlich erst der alte abgebaut werden. Hierbei ist es wichtig, ein paar Punkte zu beachten.

  1. Wahrscheinlich besteht deine original verbaute Auspuffanlage, aus nur einem Teil. Hier solltest du zunächst die Muttern am Auslass lösen.
  2. Der Grund dafür: So kann der Auspuff beim Ausbau durch den langen Hebel die Stehbolzen bzw. Gewinde am Auslass nicht beschädigen.
  3. Als nächstes kannst du dich der Halterung am Endtopf widmen. Dies sollte nun die einzige Stelle sein, an der der Auspuff noch gehalten wird.
  4. Beim Losschrauben dieser Halterung also unbedingt den Auspuff abstützen.
  5. Ist auch diese Schraube gelöst, kannst du den Auspuff vorsichtig nach unten abnehmen.

Vorsicht ist jetzt geboten, denn der Auslass am Zylinder liegt nun offen. Hier darf kein Dreck o.ä. eintreten.

Montage des Tuning-Auspuffs

Jetzt ist es endlich soweit. Der Tuning-Auspuff deiner Puch Maxi kann nun verbaut werden.

  1. Dabei beginnt man am besten damit, der Auspuff vorsichtig auf die Stehbolzen am Auslass zu schieben und dann wieder die hintere Halterung festzuschrauben.
  2. Aber nicht feste anziehen, da die Tuning-Anlage erstmal etwas Spiel braucht, solange der Krümmer noch nicht fest ist.
  3. Am Auslass können jetzt die Muttern wieder aufgesetzt und angezogen werden.
  4. Nun kannst du am Ende auch die hintere Halterung des Endtopfes komplett festziehen.

Der Tuning-Auspuff ist verbaut und von außen sieht alles Tip Top aus. Aber sind wir schon fertig? Fast. Etwas fehlt noch!

Vergaseranpassung

Der Vergaser muss nun natürlich neu abgestimmt werden, denn nun kann der Zylinder durch den dickeren Krümmer mehr Abgase aus dem Auslass strömen lassen. Auch wenn dein restliche Setup komplett original ist, sollte das unbedingt noch gemacht werden. Sonst verlierst du nicht nur an Leistung, sondern hast evtl. auch einen deutlich höheren Verschleiß. Sehr wahrscheinlich benötigst du nun eine größere Düse. Nur so kannst du deine Leistung auch wirklich steigern.

Resonanzauspuff selber bauen

Viele Drehzahlfetischisten interessieren sich für den Selbstbau eines Resonanzauspuffs. Hierbei gibt es einige Aspekte zu beachten:

  • Konizität: Die Gasmölekühle werden durch den Konus beschleunigt. Wir haben also eine bessere Entleerung des Brennraumes von bereits verbrannten Gasen. Allerdings ist unser Auspuff leider nicht fähig zu erkennen, ob er nicht auch noch brauchbares Frischgas mitherauszieht, deshalb darf der Auspuff auch nicht zu dick werden.
  • Auslassschlitz: Da du aber jetzt 140° Auslass fährst, was sich ja als relativ zahm bezeichnen lässt, ist es sogar ratsam, einen etwas dickeren Pott zu fahren. Du erreichst gute Leistung über ein breites Band erreichen, da der Brennraum schnell entleert wird, ohne einen zu großen Auslass fahren zu müssen.
  • Gegenkonus: Erfahrungsgemäß möchte ich behaupten, dass der Gegenkonus steiler sein sollte, sodass die kommende Gaswelle schneller zurückgeschossen wird.
  • Krümmerdicke: Die Krümmerdicke sollte auf den Auslassschlitz angepasst sein.
  • Mittelstück: Dein Mittelstück scheint mir zu lang zu sein, der Pott würde nicht gescheit ausdrehen, da die Gegendruckwelle viel zu spät käme.

Die Berechnungen sind sowieso nur Näherungswerte, da du die genaue Abgastemperatur, die Geschwindigkeit der Gasschwingungen etc. nicht exakt weißt.

Material und Schweißen

Mit Elektrode würde ich das ja nicht schweißen, gibt zwar spezielle Dünnblechelektroden, ist aber nicht so prall mit der Schlacke. Besser Autogen oder Mig/Mag, am besten WIG.

Allgemeine Tipps

Vom Prinzip her musst erst mal festlegen, was Du willst. Legst Du Wert auf reine Leistungsabgabe oder auf Drehmoment? Stell Dir vor, wie Deine Abgase aus dem Brennraum kommen. Ziel ist jetzt, die Abgase, die aus den Brennräumen ausgestoßen werden, in einen möglichst konstanten Strom zu verwandeln. Wenn das nicht hinhaut, ist das oft der Grund für massiven Leistungsverlust, der bis zum Motorschaden gehen kann.

Der konstante Strom (Stichwort ist hierbei: pulsierende (schwingende) Abgassäulen) erzeugt einen Sog, der die Ausschiebearbeit des Kolbens unterstützt und dafür sorgt, dass der Brennraum mit wirklich frischem Gas gefüllt werden kann. Ist der Strom (Sog) nicht vorhanden verbleibt Restabgas im Brennraum und verhindert die optimale Füllung. Der Nebeneffekt sind u.a. steigende Temperaturen, unvollständige Verbrennung und evtl.

Meine Empfehlung - was Bestehendes, das nachweislich gute Ergebnisse liefert, nachbauen oder zu einem Spezialisten gehen. Die Kosten für eine maßgefertigte Edelstahlanlage sind sicher nicht viel höher als die Bastelkosten und evtl. Nachfolgekosten wie z.B. einem Motorschaden.

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