Die Motorradbatterie ist das Herzstück der Energieversorgung Deines Motorrads.
Während des laufenden Motors wird sie durch den Ladestrom der Lichtmaschine aufgeladen. Damit die Batterie ihre Aufgabe optimal erfüllen kann, muss sie in einwandfreiem Zustand sein. Die Winterzeit ist die optimale Zeit zur Pflege und Wartung der Motorradbatterie.Batteriearten und ihre Besonderheiten
Neben der seit Jahrzehnten weit verbreiteten Blei-Säure-Batterie gibt es eine Vielzahl neuer Starterbatterien, mit denen Motorräder ausgestattet sein können. Es handelt sich zwar ebenfalls um Blei-Akkus, allerdings sind diese anders konstruiert und wartungsfrei. Anders als die übliche Blei-Säure-Batterie haben die Blei-Gel- und die AGM-Akkus einen gebundenen Elektrolyten. Dieser Elektrolyt hat keine freie Flüssigkeit, sondern z. B. eine in einer Glasfasermatte gebundene Flüssigkeit.
- Blei-Säure-Batterien: Preiswert, aber wartungsintensiv. Der Säurepegel muss regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls mit destilliertem Wasser korrigiert werden.
- Gel-Batterien: Die enthaltene Schwefelsäure wird durch Kieselsäure gebunden, wodurch die Elektrolyten wie eine Art Gel eindicken. Sie sind auslaufsicher, müssen nicht nachgefüllt werden und haben keine vorgeschriebene Betriebslage.
- AGM-Batterien: Ein Glasfaser-Vlies wird mit Schwefelsäure gesättigt, wodurch in der Batterie keine Flüssigkeit mehr vorhanden ist. Ein Auslaufen ist unmöglich und die Selbstentladung ist gering.
Vorbereitung zum Abklemmen der Batterie
Angenommen wir wollen unsere Rollerbatterie abklemmen.
Wichtig: Vor dem nächsten Schritt unbedingt die Zündung ausmachen und am besten den Schlüssel abziehen. Zum Abklemmen der Batterie zunächst je nach Modell die Sitzbank und das Batteriecover entfernen.- Sicherheit geht vor: Beachten Sie, dass Sie Handschuhe nutzen, damit Ihre Hände vor ggfs. auslaufenden und aggressiven Chemikalien geschützt sind.
- Werkzeug bereitlegen: Es wird kein spezielles Werkzeug benötigt. Nur ein einfacher Schraubenzieher oder Schraubenschlüssel.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Abklemmen
- Öffnen Sie die Abdeckung am Motorrad. Dazu muss zuerst der Batteriekastendeckel abgeschraubt werden. Dieser befindet sich dieser unterm Trittblech oder im Helmfach des Fahrzeugs. Mit einem gewöhnlichen Schraubendreher ist diese Aufgabe in einer Minute erledigt.
- Nutzen Sie einen Schraubenschlüssel, um die beiden Pole der Batterie abzuklemmen.
- Zuerst klemmen Sie beim Ausbau der Motorradbatterie den Minuspol ab. Wir beginnen mit dem Minus-Pol und zwar aus folgendem Grund: Diesen erkennen Sie an der Kennzeichnung mit einem Minuszeichen. Eventuell ist der Pol rot gekennzeichnet und hat stattdessen kein Minuszeichen.
- Wenn man während dieser Arbeit unaufmerksam ist oder abrutscht und mit dem Schraubenschlüssel gleichzeitig den Minus-Pol an der Batterie und Karosserie berührt, passiert gar nichts. Wenn das aber beim Plus-Pol geschieht gibt es einen Kurzschluss. Um dieses Risiko zu vermeiden, solltest Du daher immer die oben aufgeführte Reihenfolge einhalten. Denn wenn das Massekabel nicht mehr mit dem Minus-Pol der Batterie verbunden ist, ist der Stromkreislauf unterbrochen.
- Nachdem die Pole abgeklemmt sind, kann die Batterie entfernt werden.
- Um die Batterie nicht zu beschädigen, sollte darauf geachtet werden, dass man sie nach dem Ausbau auf eine gerade Fläche ohne Schmutz und Unebenheiten stellt.
Laden der Batterie
Nachdem Sie die Motorradbatterie ausgebaut haben, laden Sie diese zuallererst wieder auf. Laden der Batterie: Die Säure, mit der klassische "trockene" Batterien nach dem Kauf üblicherweise befüllt werden, dürfen seit 2021 nur noch an gewerblichen Endkunden verkauft werden.
Hintergrund ist die Verordnung (EU) 2019/1148, die den Vertrieb von "Ausgangsstoffen für Explosivstoffe" an "Mitglieder der Allgemeinheit" verbietet.Empfohlen wird ein Austausch der Batterie etwa alle 5 bis 7 Jahre. Bevor eine neue Batterie gekauft wird, solltest du versuchen die alte Batterie aufzuladen. Das ist ganz einfach. Alles was du dafür benötigst ist ein Batterie-Ladegerät für Autos oder Roller.
- Ladegerät anschließen: Sie klemmen zum Laden zuerst den Minus- und dann den Pluspol ans Ladegerät. Dann schließen Sie das Ladegerät per Netzstecker an den Strom an.
- Automatik-Ladegerät empfohlen: Wir empfehlen Ihnen, dass Sie sich zum Laden ein Automatik-Ladegerät kaufen. Dieses erkennt, wie viel Strom die Batterie zum vollständigen Aufladen braucht, und passt die Ladeströme dem Ladevorgang an.
- Batterie abklemmen: Sobald die Batterie aufgeladen ist, nehmen Sie das Ladegerät aus der Steckdose und klemmen die Batterie ab.
- Erhaltungsladegeräte: Unter den automatischen Ladegeräten gibt es sogenannte Erhaltungsladegeräte; diese weisen die Besonderheit auf, dass die Batterie die ganze Zeit angeschlossen ist und mit geringeren Strömen geladen wird.
- Standard-Ladegeräte vermeiden: Unter allen Umständen raten wir Ihnen davon ab, Standard-Ladegeräte zu kaufen, die nicht automatisiert funktionieren.
- Ladezeiten beachten: Beim Laden dürfen die auf der Batterie (oder im Beipackzettel einer neuen Batterie) angegebenen Ladeströme und Ladezeiten nicht überschritten werden, weil durch zu hohen Ladestrom und zu lange Ladezeit die Batterie beschädigt werden kann.
- Normalladung: Normalladung mit 1/10 der Amperestärke der Batterie, Ladezeit 5 bis 10 Stunden. Wenn am Batterieladegerät die kleinste einzustellende Ladespannung 1 Ampere beträgt, sollte man die Batterie damit aufladen. Dies gilt auch für eine 6- oder 9-Ah-Batterie, die ja nur mit 0,6 bzw. 0,9 Ampere geladen werden sollte.
Eine Schnellladung darf nur im Notfall stattfinden, ein langsames Laden ist vorzuziehen.
Batterie von Ladegerät abklemmen: zuerst Minuspol abklemmen, dann Pluspol. Nach der Ladung die Batterie mindestens 30 Minuten ruhen lassen, also nicht sofort einbauen und losfahren.Batteriepflege und Überwinterung
Damit die Motorradbatterie einwandfrei überwintern kann, ist es wichtig, dass Sie diese mitten in der Winterpause (z. B. Unsere Experten raten dringend, bei einer Einmottung von Motorrad oder Roller die Batterie auszubauen, sie vollzuladen und an einem kühlen Ort (bei etwa zehn Grad Celsius) zu lagern.
Nachdem Sie nach dem Aufladen den Säurestand getestet haben, füllen Sie die Batterie bis zum Erreichen des Maximums - siehe: Anzeige bzw. Strich bei "Max" - mit destilliertem Wasser auf. Anschließend legen Sie die Motorradbatterie an einem Ort mit Raumtemperatur ab und lagern die Batterie dort.- Regelmäßiges Laden: Wer eine Fahrpause von rund drei Monaten einlegt, der sollte die Batterie zwischendurch mindestens einmal mit einem Ladegerät laden, um wieder 100 Prozent der Kapazität zu erreichen. Selbstverständlich gilt dies auch fürs Ende der Standzeit.
- Ladeort: Der Ladevorgang sollte in einem rund 20 Grad warmen Raum laufen, jedoch nicht in Wohn- oder Schlafräumen.
- Batteriepole einfetten: Mit der Maßnahme, die Batteriepole einzufetten, tragen Sie zu einer verzögerten Oxidation an den Polen der Batterie bei. Die Oxidation ist bei Blei-Akkus einer der größten Gründe dafür, dass eine Batterie an Lebensdauer einbüßt.
Einbau der Batterie
- Vor dem Einbau Folgendes abchecken: Ist eine Gummiunterlage für die Batterie im Batteriekasten vorhanden? Wenn nein, schnippeln Sie sich eine aus säurefestem Gummi, etwa einer alten Auto-Fußmatte; zur Not kann man auch einige Streifen Fensterdichtgummi unter die Batterie kleben.
- Batterie nicht ohne Gummi einbauen, sonst drohen Vibrationsschäden. Sind die Batterie-Kabelanschlüsse sauber und ohne Korrosion? Wenn nein, auf beiden Seiten mit feinem 400er-Schmirgel abziehen.
- Ladedatum auf der Batterie vermerken, Batterie in Batteriekasten einsetzen. Schrauben mit etwas Kupferpaste einschmieren, das sichert guten elektrischen Kontakt und beugt Korrosion vor.
- Hierbei unbedingt in umgekehrter Reihenfolge vorgehen. Also zuerst den Pluspol, dann den Minuspol. Zuerst Pluskabel an Batterie anschließen, dann Minuskabel. Kabel exakt verlegen, sie dürfen sich nicht übermäßig stark knicken oder irgendwo scheuern. Schutzkappen auf Anschlüsse aufstecken. Deckel des Batteriekastens schließen.
Entsorgung alter Batterien
Alte Batterien dürfen auf keinen Fall im Hausmüll entsorgt werden! Sie müssen unbedingt fachgerecht entsorgt werden. Üblicherweise kann die alte Batterie auf einem Recyclinghof abgegeben werden. Aber auch Werkstätten und Geschäfte für Autozubehör nehmen alte Batterien oftmals an. Eventuell gegen eine kleine Gebühr.
Häufige Probleme und Lösungen
Nach dem Winter springt der Roller nicht mehr an? Die Batterie ist tiefenentladen?
Mögliche Gründe für eine schwache Batterie:
- Lange Standzeit der Vespa
- Kalte Aussentemperaturen (Winter)
- Immer nur kurze Fahrtwege (Kurzstrecke. Die Batterie kann sich nicht aufladen)
- Das Alter der Batterie oder ein Defekt
Was tun bei einer tiefentladenen Batterie?
Bei einem Defekt, muss die Batterie ausgetauscht werden, denn eine Reparatur ist nicht möglich.
Stelle sicher, dass du die Batterie vollständig auflädst, um die Sulfat-Kristalle aufzulösen. Damit der Elektrolyt - also die Batterieflüssigkeit - ständig in Bewegung bleibt, solltest du die Batterie regelmäßig laden und entladen. Ein intelligentes Ladegerät kann dir dabei helfen.Zusammenfassung
Grundsätzlich lassen sich die vorhin genannten Hinweise zur Batteriepflege auf alle Motorradbatterien beziehen, was die wartungsfreien Blei-Akkus einschließt. Haben Sie also eine AGM- oder Blei-Gel-Batterie in Ihrem Motorrad, dann bauen Sie diese ebenfalls für die Winterpause aus und laden sie innerhalb der Winterpause bis zu 3x auf.
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