Moped bis 60 km/h erlaubt: Was Sie wissen müssen

Sogenannte Mopeds sind zwei-, drei-, oder vierrädrige Kleinkrafträder mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h. Doch es gibt Ausnahmen und Bestrebungen, diese Grenze zu erhöhen. Dieser Artikel beleuchtet die aktuelle Rechtslage, die Ausbildung für den AM-Führerschein und die laufenden Bemühungen, die Höchstgeschwindigkeit für Kleinkrafträder anzupassen.

Was sind Kleinkrafträder?

Kleinkrafträder umfassen verschiedene Fahrzeugtypen:

  • Dreirädrige Kleinkrafträder mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h und einem Hubraum von nicht mehr als 50 cm³ (bei Fremdzündungsmotoren) oder von nicht mehr als 500 cm³ (bei Selbstzündungsmotoren).
  • Vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h und einem Hubraum von nicht mehr als 50 cm³ (bei Fremdzündungsmotoren) oder von nicht mehr als 500cm³ (bei Selbstzündungsmotoren).

Der AM-Führerschein: Rollerfahren ab 15 Jahren

Seit Juli 2021 ist der Erwerb der Führerscheinklasse AM bereits mit 15 Jahren möglich. Damit dürfen Kleinkrafträder bis 50 ccm Hubraum sowie Elektro-Zweiräder bis 4 Kilowatt Leistung und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h gefahren werden. Das umfasst nicht nur den klassischen Roller oder das Moped, sondern auch Minitrikes und vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge wie Minicars mit einer Leermasse von maximal 425 kg.

Vorteile des Führerscheins AM ab 15 Jahren

  • Frühere Mobilität: Der frühere Zugang zu einem Roller kann eine wertvolle Mobilitätsoption sein, besonders in Gegenden, in denen der öffentliche Verkehr eingeschränkt ist.
  • Erfahrung: Jugendliche können früher Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln, was potenziell ihre Fähigkeiten und ihr Verständnis für den Verkehr verbessern kann.
  • Unabhängigkeit und Verantwortung: Das Fahren eines Rollers kann Jugendlichen ein Gefühl von Unabhängigkeit vermitteln und ihnen helfen, Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln.

Die AM-Führerscheinausbildung

Die Führerscheinausbildung gliedert sich in Theorie und Praxis. Für beide Blöcke muss jeweils eine Prüfung abgelegt werden. Die praktische Prüfung dauert in der Regel 45 Minuten.

Um zur Theorieprüfung zugelassen zu werden, müssen für die Klasse AM insgesamt zwölf Doppelstunden à 90 Minuten Grundstoff und mindestens zwei Doppelstunden Zusatzstoff besucht werden. In den praktischen Fahrstunden machen sich die Fahrschüler und Fahrschülerinnen mit dem Moped oder Roller vertraut und trainieren das Anwenden der Verkehrsvorschriften. Im Gegensatz zu anderen Führerscheinklassen gibt es für AM keine gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtstunden.

Kosten des AM-Führerscheins

Ein Rollerführerschein verursacht wie ein Führerschein fürs Auto Kosten. Diese hängen von der tatsächlichen Fahrstundenanzahl ab. Die Kosten vom Rollerführerschein hängen natürlich von der Fahrschule ab bzw. vom Standort dieser. Außerdem sollten Sie unterschiedliche Faktoren einberechnen. Neben den Kosten für den Mopedführerschein sollten Sie auch an das Durchfallen einer Prüfung denken.

Ausnahmen und Sonderregelungen

Eine Besonderheit ist, dass die Baureihen S50 und S51 der Marke Simson mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h und 51 cm³ Hubraum mit der Fahrerlaubnis AM gefahren werden dürfen.

Kleinkrafträder aus der ehemaligen DDR dürfen, wenn sie vor März 1992 zugelassen wurden, bereits jetzt die in der Petition geforderte Höchstgeschwindigkeit erreichen. Um den Geschwindigkeitsbonus zu erhalten, muss das Moped jedoch zuerst in der DDR zugelassen worden sein.

Die Besitzer der alten Simson, die die mit dem Mopedschein fahren durften, dürfen das immer noch. Eine Simson fährst du legal viel schneller als andere Kleinkrafträder wie Roller oder Scooter.

Petition zur Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h

Eine Petition forderte, die zulässige Höchstgeschwindigkeit von Kleinkrafträdern von 45 km/h auf 60 km/h zu erhöhen. Da diese Fahrzeuge zumeist im innerstädtischen Verkehr verwendet werden, wo das generelle Tempolimit 50 km/h lautet, werden sie per Gesetz zu rollenden Hindernissen, deren Überholung für alle anderen Verkehrsteilnehmer, inklusive Bussen und Lkws, selbstverständlich ist. Kurz gesagt - es provoziert gefährliche Situationen.

Argumente für eine höhere Geschwindigkeit

  • Sicherheit: Mit 45 km/h ist es nicht mehr möglich, im mindestens 50 km/h und mehr fahrenden Stadtverkehr mitzuschwimmen. 50er-Fahrer werden also nicht nur zu Verkehrshindernissen, die die Autos ungewollt ausbremsen. Sie sind zusätzlich noch der nicht unerheblichen Gefahr ausgesetzt, permanent überholt und dabei geschnitten zu werden.
  • Urban Mobility attraktiver machen: Würde man das Mopedfahren weniger gefährlich machen, könnten sich sicherlich auch noch mehr Leute dafür begeistern.

Ablehnung des Petitionsantrags

Leider wurde sie im Juli 2025 abgelehnt. Der Petitionsausschuss verweist zur Ablehnung des Anliegens im Wesentlichen auf folgendes Argument: Die Fahrerlaubnisklassen sind durch die 3. EU-Führerscheinrichtlinie harmonisiert. Eine nationale Abweichung, also etwa eine Änderung der Höchstgeschwindigkeit in der Klasse AM, sei daher nicht möglich.

Gegenargumente zur Entscheidung des Petitionsausschusses

Die SIP Scootershop GmbH entgegenet auf die Entscheidung des Petitionsausschusses, dass die EU-Führerscheinrichtlinie keine absolute Höchstgeschwindigkeit für Klasse AM definiere: Die 3. EU-Führerscheinrichtlinie (2006/126/EG) legt für die Klasse AM keine verbindliche Obergrenze von 45 km/h fest, sondern überlässt den Mitgliedstaaten Spielräume.

Die SIP Scootershop GmbH schlägt folgende Lösung vor: Einführung einer zusätzlichen nationalen Fahrerlaubnisvariante wie "AM+", analog zu bestehenden Sonderregelungen wie dem Mofa-Führerschein (§6 FeV Absatz 1 Nummer 4).

Mögliche Lösung: AM+

Einführung einer zusätzlichen nationalen Fahrerlaubnisvariante wie "AM+", analog zu bestehenden Sonderregelungen wie dem Mofa-Führerschein (§6 FeV Absatz 1 Nummer 4):

  • AM = max. 45 km/h wie bisher (europaweit gültig)
  • AM+ = national gültig, für 50-ccm-Roller mit bis zu 60 km/h, Erwerb z. B. mit 16 Jahren

Dadurch wäre sowohl die EU-Konformität als auch die Verkehrsrealität abgebildet - ohne Eingriff in die harmonisierten Führerscheinklassen, so die Meinung der Petitions-Initiatoren.

Simson als Sonderfall

Simson Zweiräder wurden millionenfach hergestellt. Obwohl in den letzten Jahren die Preise kräftig angezogen haben und die Angebote zurückgingen, tauchen immer wieder neue Mopeds auf. Auch bereits restaurierte Mopeds wechseln immer wieder den Besitzer, sobald das erste Auto vor der Tür steht.

Vorteile einer Simson

  • Geschwindigkeit: Eine Simson fährst du legal viel schneller als andere Kleinkrafträder wie Roller oder Scooter.
  • Verfügbarkeit: Es gibt da draußen noch unzählige Simsons, die aus ihrem Dornröschenschlaf wachgeküsst und mit neuem Leben eingehaucht werden wollen.
  • Ersatzteile, Händler, Experten: Simson-Besitzer können auch heute auf ein riesiges Netz mit Händlern, Onlineshops und Fachwerkstätten zurückgreifen.
  • Robust, funktional, zeitlos: Fast jede Wartungsaufgabe lässt sich mit wenigen Handgriffen selbst durchführen.
  • Alltagstauglichkeit: Eine Simson ist nicht nur agil, robust und wartungsfreundlich, sondern auch im Alltag ein treuer und nützlicher Begleiter.
  • Niedrige Betriebskosten: Mit einem Verbrauch von 2,5-3 Liter auf 100 km kann man für kurze Strecken auch einmal das Auto stehen lassen.
  • Mitglied einer großen Familie - die Simson-Szene: Mit einer Simson unterm Hintern gehörst du automatisch zu einer großen und eingeschworenen Community.
  • Wiederverkaufswert: Auch wenn die Kaufpreise für Simsons stetig steigen - der Wertverlust ist gering und ein Wiederverkauf jederzeit möglich.
  • Image und Exklusivität: Einerseits fährt immer etwas Nostalgie und der Charme längst vergangener Ingenieurskunst mit, zum Anderen hebst du dich damit natürlich auch von modernen Fahrzeugen ab.
  • Tuning-Potential: Wer es legal und gediegen halten möchte, findet zahlreiche Anbauteile, die zu Verkehrssicherheit und optischer Individualität beitragen.

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