Der Roller ist in Thailand das wichtigste Fortbewegungsmittel. Es scheint beinahe so, als gäbe es im ganzen Land genauso viele Roller wie Einwohner. Auch für uns war er, was die kürzeren Strecken betrifft, das Fortbewegungsmittel schlechthin. Aus diesem Grund möchten wir unsere Erfahrung, die wichtigsten Informationen sowie hilfreiche Tipps zum Mieten eines Rollers in Thailand mit dir teilen.
1. Führerschein & Voraussetzungen
Die meisten Roller, die du in Thailand mieten kannst, sind 125-Kubik-Roller (Klasse A Motorrad), die in der Handhabung ähnlich wie 50-Kubik-Roller sind, die man in Deutschland mit einem Autoführerschein (Klasse B) fahren darf. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in der höheren Leistung der 125-Kubik-Roller, weshalb du offiziell einen Motorradführerschein (Klasse A) benötigst. Um auf der sicheren Seite zu sein, solltest du zusätzlich einen gültigen internationalen Führerschein dabeihaben. Dieser ist nur in Verbindung mit deinem nationalen Führerschein gültig, daher musst du bei einer Polizeikontrolle beide Dokumente vorzeigen.
In der Praxis wird in Thailand jedoch häufig nicht so streng darauf geachtet, ob Touristen den erforderlichen Führerschein der Klasse A besitzen. Viele Rollervermieter schauen eher auf den Verdienst und in der Regel kannst du mit einem Autoführerschein (Klasse B) problemlos einen Roller mieten. Dennoch ist es wichtig, genau zu prüfen, welchen Roller du wählst. Wenn du einen 125-Kubik-Roller mietest, für den dein Führerschein nicht gilt, kann eine Polizeikontrolle teuer werden - oft wird das Bußgeld auf Grundlage dessen festgelegt, wie viel Geld du gerade dabeihast, da es leider gelegentlich auch zu Korruption kommt.
Noch kritischer wird es im Falle eines Unfalls. Ohne die richtige Fahrerlaubnis könnte deine Versicherung die Zahlung verweigern, was zu erheblichen finanziellen Konsequenzen führen kann. Aus diesem Grund ist es ratsam, sich strikt an die offiziellen Vorgaben zu halten und nur einen Roller zu mieten, für den du auch eine gültige Fahrerlaubnis besitzt. Achtung: für Aufenthalte von mehr als drei Monaten ist grundsätzlich eine thailändische Fahrerlaubnis erforderlich!
2. Wo kann man einen Roller mieten?
Einen Roller kannst du praktisch an jeder Straßenecke, online oder über deine Unterkunft mieten. Einen Mietroller findest du in Thailand an gefühlt jeder Straßenecke. Vor allem in den touristischen Regionen reihen sich unzählige Vermieter dicht aneinander. Oftmals handelt es sich hierbei nicht ausschließlich um eine Rollervermietung, sondern um ein kleines Restaurant oder Reisebüro, welches nebenher ein paar Roller vermietet. Viele Unterkünfte kooperieren mit Vermietungsunternehmen oder verfügen selbst über einige Fahrzeuge, sodass dir in der Regel schnell ein Roller zur Verfügung gestellt werden kann. Teils kannst du sogar direkt bei deiner Unterkunft einen Roller mieten.
Bei seriösen Vermietungsunternehmen mag der Preis im Vergleich etwas höher sein, allerdings gibt es hier keine versteckten Kosten und der Service im Fall eines Unfalls oder einer Beschädigung verläuft meist problemlos.
3. Was kostet das Mieten eines Rollers in Thailand?
Die Preise für einen Roller variieren stark je nach Motorisierung und Mietdauer. In touristischen Regionen kann auch die Haupt- und Nebensaison die Preisgestaltung beeinflussen. Die Preise für einen Roller hängen stark von der Motorisierung und der Mietdauer ab. In touristischen Regionen kann zudem die Haupt- und Nebensaison einen Einfluss auf die Preisgestaltung haben.
An folgenden Preisen kannst du dich orientieren:
- ca. 200 - 250 THB pro Tag (ca. 6€) für einen etwas älteren Roller mit einer schwächeren Motorisierung
- ca. 250 - 350 THB (ca. 8€) pro Tag für einen modernen Roller mit einer stärkeren Motorisierung.
Für Fahrten in bergigen Regionen, wie man sie im Norden Thailands und auf den meisten Inseln findet, greift man besser auf die stärkere Motorisierung zurück. Dies gilt vor allem, wenn man zu zweit auf einem Roller fahren möchte. Sonst kann es dir passieren, dass dein Mitfahrer bei steilen Berghängen absteigen und laufen muss. Bei einer Langzeitmiete kann der Preis nochmal etwas günstiger sein. Solltest du einen Roller gleich für den gesamten Monat mieten, wirst du mit großzügigen Rabatten belohnt. Es kommt natürlich immer darauf an, bei wem du den Roller mietest und wie gut du verhandeln kannst.
4. Die Kaution
Fast immer wird beim Mieten eines Rollers eine Kaution fällig. Die meisten Vermieter verlangen entweder deinen Reisepass oder eine Kaution in bar. Unser Tipp ist es, den Reisepass niemals im Original zu hinterlegen! Der Reisepass ist das wichtigste Dokument auf deiner Reise, da er das Visum beinhaltet und benötigt wird, um Thailand wieder zu verlassen. Ein einbehaltener Reisepass ist somit immer ein Druckmittel und erhöht das Risiko abgezockt zu werden.
Da der Reisepass dein wichtigstes Dokument während deiner Reise ist (ohne ihn kannst du das Land nicht verlassen), empfehlen wir dir, lieber das Bargeld als Kaution zu hinterlegen. Falls es bei der Rückgabe zu Problemen kommen sollte, hast du im schlimmsten Fall „nur“ etwas Geld verloren, anstatt dass dein einbehaltener Reisepass als Druckmittel gegen dich verwendet wird. Am besten hinterlegt du nur deinen Personalausweis oder eine Kopie des Reisepasses. Bei dieser Option fällt meist eine zusätzliche Kaution in bar an. Angemessen ist hier ein Betrag von 3.000 - 5.000 THB.
Mietet man einen Roller bei der eigenen Unterkunft, fällt die Kaution oft komplett weg, da du ihnen bereits bekannt bist. In den meisten Fällen ist der Mietpreis hier zwar etwas höher, dafür bleibt einem der potenzielle Ärger mit dem Reisepass erspart.
5. Der Mietvertrag & die Versicherung
Beim Roller mieten wird in der Regel ein Mietvertrag aufgesetzt. Dieser fällt mit 1-2 Seiten in Thailand jedoch eher spärlich aus. Bei der Anmietung eines Rollers wird in der Regel ein sehr einfacher Mietvertrag verwendet, der oft nur ein bis zwei Seiten umfasst.
Zu den wesentlichen Bestandteilen gehören:
- Name des Fahrers
- Mietpreis und Mietdauer
- Kilometerstand
- Hinterlegte Kaution
- Umfang der Versicherung (oft sehr begrenzt, sodass Mieter häufig für viele Schäden haften)
- Übersicht der bereits vorhandenen Schäden am Roller
Die wesentlichen Bestandteile des Mietvertrags sind die Mietdauer, der Mietpreis, die hinterlegte Kaution und der Umfang der Versicherung. Die Rollerversicherung hat in der Regel eine geringe Deckungssumme in Kombination mit einer hohen Selbstbeteiligung. Für Schäden musst du daher fast immer selbst aufkommen. Einige Vermietungen führen die Kosten für Reparaturen am Roller direkt im Mietvertrag mit auf. Dies schafft nicht nur Transparenz, sondern erspart oftmals auch böse Überraschungen bei der Rückgabe des Scooters. Bei kleineren Schäden, wie einem platten Reifen, lohnt es sich oftmals, selbst eine Werkstatt in deiner Umgebung aufzusuchen. Eine Reparatur ist hier meist deutlich günstiger als bei der Vermietung. Außerdem solltest du darauf achten, dass vorhanden Schäden am Roller direkt im Mietvertrag festgehalten werden.
Es ist wichtig, dass du den Roller vor der Anmietung gründlich auf Schäden überprüfst und sicherstellst, dass diese im Vertrag festgehalten werden. So vermeidest du mögliche Streitigkeiten bei der Rückgabe. Um dies zu vermeiden, solltest du den Roller gründlich auf vorhandene Schäden untersuchen und diese dokumentieren.
6. Der Roller-Check: Was gibt es bei der Übernahme zu beachten?
Bevor du mit einem Roller losfährst, solltest du unbedingt eine kurze Probefahrt machen, um sicherzustellen, dass der Roller einwandfrei funktioniert. Hier sind einige wichtige Punkte, die du beachten solltest:
- Helme: Achte darauf, dass du desinfizierte und gut sitzende Helme für Fahrer und Beifahrer erhältst.
- Roller überprüfen: Kontrolliere den Roller auf optische Schäden und dokumentiere diese mit Fotos. Notiere sie auch im Mietvertrag, um Missverständnisse bei der Rückgabe zu vermeiden.
- Kraftstoffstand: Überprüfe den Kraftstoffstand bei der Übernahme und gib den Roller mit demselben Stand zurück.
- Erste-Hilfe-Set: Schau nach, ob ein Erste-Hilfe-Set im Helmfach vorhanden ist.
- Notfallkontakt: Erkundige dich nach einer Telefonnummer, die du im Notfall anrufen kannst.
- Fahrzeugpapiere: Lass dir die Fahrzeugpapiere oder zumindest eine Kopie davon aushändigen.
Wenn alles in Ordnung ist, bist du bereit loszufahren!
Unser Tipp: Für die Navigation haben wir Karten-Apps wie Google Maps oder Apple Karten genutzt. Um dein Handy bequem und sicher zu nutzen, empfehlen wir dir, eine Smartphonehalterung für den Lenker des Rollers mit auszuleihen. So hast du beide Hände frei und kannst dich besser auf die Fahrt konzentrieren.
7. Wie & wo wird der Roller betankt?
Du kannst entweder an offiziellen Tankstellen oder bei kleineren Straßenständen/Läden tanken.
Bei den kleineren Läden bekommst du den Sprit meist in alten Schnaps- oder Plastikflaschen und füllst ihn selbst in deinen Tank.
An der Tankstelle wird der Sprit vom Tankwart in deinen Roller gefüllt, und du bezahlst direkt an der Zapfsäule.
Gut zu wissen: Der Sprit der Straßenverkäufer ist oft verdünnt und daher von minderer Qualität. Das führt dazu, dass die Tankfüllung schneller verbraucht wird und der Spritpreis im Vergleich zu einer Tankstelle höher ist. In abgelegenen Regionen kann es sein, dass du keine Tankstelle findest. Daher solltest du vorher ausreichend tanken, anderenfalls bist du auf den Sprit der Straßenhändler angewiesen. Am besten suchst du beim Roller tanken eine offizielle Tankstelle auf. Hier ist das Benzin am günstigsten. In den meisten Fällen reichen 100 THB aus, um den Roller vollzutanken.
8. Allgemeines zum Rollerfahren
Helmpflicht: Auch wenn es oft nicht danach aussieht, besteht in Thailand eine Helmpflicht. Auch wenn man es auf dem ersten Blick nicht immer sieht, besteht eine Helmpflicht in Thailand. Zu deiner eigenen Sicherheit solltest du diese unbedingt einhalten, denn das Roller Fahren ist in Thailand nicht gerade ungefährlich. Glücklicherweise ist beim Roller mieten so gut wie immer ein Helm für dich und deinen Mitfahrer inbegriffen. An diese solltest du dich alleine schon zu deiner eigenen Sicherheit halten. Meist sind dies jedoch sehr einfache Helme, welche keinen optimalen Schutz bieten. Oft gibt es daher Polizeikontrollen, um die Helmpflicht durchzusetzen. Fährt man als Tourist ohne Helm in solch eine Kontrolle, wird man besonders schnell aus dem Verkehr gezogen und muss ein Bußgeld zwischen 500 - 1.000 THB bezahlen.
Linksverkehr: In Thailand gilt Linksverkehr! Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Linksverkehr in Thailand. Hier fährst du auf der linken Straßenseite und überholst andere Fahrzeuge auf der rechten Spur. Mach dir darüber nicht allzu viele Gedanken! Das Abbiegen sowie die Vorfahrtsregeln können anfangs etwas gewöhnungsbedürftig sein, aber du wirst dich relativ schnell daran gewöhnen. Der Verkehr vor dir wird dich schnell wieder daran erinnern, wo es lang geht. Zu Beginn ist dies erstmal ungewohnt, doch man gewöhnt sich relativ schnell daran. Beim Abbiegen an Kreuzungen musst du jedoch aufpassen, nicht aus Gewohnheit auf der falschen Straßenseite weiterzufahren. Ähnliches gilt auch für das Einfahren in einen Kreisverkehr. Dort fährt man im Uhrzeigersinn, du musst also links abbiegen.
Straßen: Die Straßen in großen Städten, Ortschaften sowie in den Touristenzentren sind gut ausgebaut. Allerdings haben wir auch katastrophale Straßenverhältnisse in Thailand erlebt, wie beispielsweise extrem steinige Straßen, lange Schotterpisten und extreme Steigungen/Senkungen. Das Fahren bereitet in solchen Situationen eher wenig Freude.
Regen: Hier lautet die Devise: Runter vom Gas! Gerade beim Bremsen oder auf steilen Straßen kann es schnell sehr rutschig werden. Ein Unfall im Urlaub muss wirklich nicht sein.
Sonnenschutz: Der angenehme Fahrtwind kann täuschen. Denke daran, dass die Sonne dennoch vorhanden ist, auch wenn dir nicht heiß wird. Besonders bei längeren Strecken solltest du dich unbedingt vorher mit Sonnenschutz eincremen.
Helm sichern: Wie der Name schon verrät, kannst du nach deiner Fahrt deinen Helm im Helmfach verstauen. Bei zwei Helmen wird der zweite Helm mit dem Verschluss zwischen Helmfach und Sitzbank eingeklemmt. Damit kannst du die Helme am Roller lassen und musst sie nicht mit dir herumtragen.
Gepäck: Für unsere Wertgegenstände haben wir immer einen Rucksack dabei, den der Mitfahrer trägt. Damit hast du neben dem Helmfach zusätzlichen Stauraum. Wenn du Bedenken hast, dass jemand während längerer Wartezeiten an einer Ampel etwas aus deinem Rucksack stehlen könnte, trage ihn vorne.
9. Vor- & Nachteile einer Roller-Mietung
Vorteile:
- hohe Flexibilität und Unabhängigkeit
- schnelleres Erreichen der Ziele im Vergleich zu einem PKW oder Bus
- es können auch sehr schmale Straßen befahren werden
- günstiger als ein Mietwagen oder private Fahrer
Nachteile:
- bei längeren Strecken teilweise wirklich unbequem
- keine Klimaanlage
- weniger Stauraum für Transportgegenstände
- hohe Verletzungsgefahr bei Unfällen
- kein Sonnenschutz, wenn man sich nicht eincremt
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