Der Mopedführerschein erfreut sich großer Beliebtheit, besonders bei Jugendlichen, die ihre Mobilität verbessern möchten. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Führerscheinklassen für Zweiräder, die damit verbundenen Kosten, Prüfungsanforderungen und aktuelle Änderungen.
Führerscheinklassen für Krafträder: AM, A1, A2 und A
Es gibt verschiedene Führerscheinklassen für Krafträder, die sich in Bezug auf Alter, Hubraum und Leistung unterscheiden:
- Klasse AM: Kleinkrafträder mit maximal 50 Kubikzentimetern Hubraum (bei Verbrennungsmotoren), 4 kW Dauer-Nennleistung (bei Elektroantrieb) und 45 km/h Höchstgeschwindigkeit.
- Klasse A1: Krafträder mit einem Hubraum von nicht mehr als 125 ccm, einer Nennleistung von nicht mehr als 11 kW, bei denen das Leistung/Leergewicht-Verhältnis 0,1 kW/kg nicht übersteigt, sowie dreirädrige Kraftfahrzeuge bis 15 kW.
- Klasse A2: Krafträder bis 35 kW Leistung, bei denen das Leistung/Leergewicht-Verhältnis 0,2 kW/kg nicht übersteigt und die nicht von einem Kraftrad mit einer Leistung von über 70 kW Motorleistung abgeleitet sind.
- Klasse A: Krafträder ohne Einschränkung der Leistung.
Mindestalter für die Führerscheinklassen
- Klasse AM: 15 Jahre (gilt bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres jedoch nur im Inland)
- Klasse A1: 16 Jahre
- Klasse A2: 18 Jahre
- Klasse A: 24 Jahre (Direkteinstieg), 20 Jahre (bei Vorbesitz der Klasse A2 von mind. 2 Jahren)
Der Führerschein AM im Detail
Der Führerschein der Klasse AM berechtigt zum Führen von Kleinkrafträdern mit maximal 50 Kubikzentimetern Hubraum (bei Modellen mit Verbrennungsmotor), 4 kW Dauer-Nennleistung (bei Elektroantrieb) und 45 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das Mindestalter für den Erwerb der Fahrerlaubnis nach Klasse AM wurde in Deutschland auf 15 Jahre gesenkt.
Seit dem 28. Juli 2021 dürfen nun in ganz Deutschland Jugendliche den Führerschein AM mit 15 Jahren machen, egal in welchem Bundesland sie wohnen. Allerdings gibt es noch eine Einschränkung bei dieser Führerscheinklasse, welche durch die Schlüsselziffer 195 im Führerschein gekennzeichnet wird. Diese signalisiert, dass der Führerschein bis zum 16. Geburtstag nur im Inland gilt. Fahrten ins Ausland sind damit verboten.
Fahrzeuge der Klasse AM
Folgende Fahrzeuge sind in der Führerscheinklasse AM enthalten:
- Krafträder
- Zweirädrige Krafträder
- Dreirädrige Krafträder (z.B. Minitrikes)
- Vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge (sog. Minicars, Leermasse des Fahrzeugs max. 350 kg)
Ausbildung und Prüfung für die Klasse AM
Die Ausbildung in der Fahrschule für die Klasse AM umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil.
Theoretische Ausbildung
Die Theorie besteht aus 14 Doppelstunden (12 Doppelstunden Grundlagen und 2 Doppelstunden Zusatzstoff). Bei der theoretischen Führerscheinprüfung müssen 30 Fragen beantwortet werden. Mit mehr als zehn Fehlerpunkten gilt man dabei als durchgefallen.
Praktische Ausbildung
Die Anzahl der praktischen Fahrstunden ist nicht vorgeschrieben und hängt einzig und allein von den Fähigkeiten der Fahrschüler ab. Die praktische Prüfung ist mit rund 45 Minuten angesetzt. Bestandteil jeder Praxisprüfung ist das Anlassen des Fahrzeugs und das Anfahren. Außerdem müssen vier von sieben möglichen Grundaufgaben bewältigt werden.
Grundaufgaben in der praktischen Prüfung:
- 25 Meter in Schrittgeschwindigkeit mit Blick nach vorn geradeaus fahren
- Mit ca. 40 km/h ungebremst einem Hindernis ausweichen
- Aus ca. 40 km/h abbremsen und einem Hindernis ausweichen
- Einen Kreis mit neun Meter Durchmesser fahren
- Aus ca. 40 km/h eine Vollbremsung machen
- Mit 30 km/h oder mit Schrittgeschwindigkeit einen Slalom mit sieben Meter Abstand absolvieren
Die Theorieprüfung kann bereits drei Monate vor dem qualifizierenden Geburtstag abgelegt werden, die praktische Prüfung aber erst einen Monat vorher.
Kosten für den Mopedführerschein
Die Kosten für den Mopedführerschein können variieren. Die Experten des ADAC sprechen von einer Spanne zwischen 500 Euro und 2.000 Euro, je nach Kenntnisstand und den fahrerischen Qualitäten des Prüflings und den Tarifen der Fahrschule.
Die Preise für die Theoriestunden unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland und natürlich auch von Fahrschule zu Fahrschule. Generell sollten Fahrschüler mit Kosten in Höhe zwischen 500 und 1200 Euro rechnen. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus der Grundgebühr, die die Fahrschule erhebt, sowie den Kosten für die Theorie- und Praxisstunden. Lehrmittel kosten extra. Ebenfalls extra schlagen die Kosten zur Anmeldung für Theorie- und Praxisprüfung zu Buche, außerdem sind ein Sehtest und ein Erste-Hilfe-Sofortmaßnahmen-Kurs Pflicht.
Kostenübersicht für Klasse AM (Beispiel)
| Posten | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Grundgebühr (inkl. Lehrmaterial) | 230,- € |
| Übungsstunde | 31,- € |
| Theorieprüfung | 45,- € |
| Praxisprüfung | 80,- € |
Mofa-Führerschein: Die Alternative
Wer generell schon ab 15 mit einem motorisierten Zweirad unterwegs sein möchte, kann einen Mofa-Führerschein erwerben. Mofas gelten als Fahrräder mit Hilfsmotor und dürfen nur maximal 25 km/h schnell fahren.
Ausbildung und Prüfung für den Mofa-Führerschein
Für den Mofa-Führerschein sind eine theoretische und eine praktische Ausbildung nötig. In der Regel umfasst der theoretische Teil sechs Unterrichtseinheiten, die jeweils 90 Minuten dauern. Der praktische Fahrunterricht besteht normalerweise aus einer oder zwei Doppelstunden, die ebenfalls jeweils 90 Minuten lang sind.
Die Prüfung besteht aus 20 Fragen, wobei bis zu 7 Fehlerpunkten erlaubt sind.
Neue Theorie-Fragen ab April 2025
In der theoretischen Fahrerlaubnisprüfung sind ab dem 1. April 2025 neue Fragen enthalten. Darunter sind 9 neue Aufgaben, die den Motorrad-Führerschein betreffen, also die Fahrerlaubnisklassen A, A1 und A2 sowie 4 weitere für die Klasse AM. Wer gerade am Büffeln ist, sollte seine App aktualisieren.
Zum Stichtag wurden insgesamt 64 Fragen im Fragenkatalog der Theorie-Prüfung überarbeitet oder neu aufgenommen.
- 9 neue Fragen in Klasse A
- 4 neue Fragen in Klasse AM
- 23 neue Fragen in Klasse C1
- 11 neue Fragen in Klasse D
- 7 neue Fragen in den Klassen L und T
- 14 neue Fragen im Mofa-Grundwissen
- 3 neue Fragen im Mofa-Zusatzwissen
Ab April 2025 kommen erstmals Multiple-Choice-Fragen mit Bildern zum Einsatz, um das Wissen über Verkehrszeichen gezielter zu überprüfen. Fahrschüler, die mit einer Lern-Software oder App üben, sollten ihre Programme entsprechend aktualisieren.
Fehlerpunkte bei der Theorieprüfung
Für das Bestehen der Theorieprüfung sind, abhängig von der Führerscheinklasse, 20 bis 40 Multiple-Choice-Fragen zu beantworten. Die zulässige Fehlerpunktzahl variiert zwischen sechs und zehn, wobei die Fehlerpunkte pro Frage zwischen zwei und fünf liegen.
In der Führerscheinklasse B müssen 30 Fragen beantwortet werden, und es dürfen maximal zehn Fehlerpunkte erreicht werden. Dabei darf jedoch nur eine Frage, die mit fünf Fehlerpunkten bewertet ist, falsch beantwortet werden. Diese Regelung gilt auch für die Motorradklassen AM, A, A1, A2 sowie die Erweiterung zur Klasse C1.
Gültigkeit der bestandenen Theorieprüfung
Nach bestandener Theorieprüfung haben die Prüflinge 12 Monate Zeit, die praktische Prüfung abzulegen. Wird diese Frist überschritten, verliert die Theorieprüfung ihre Gültigkeit. In einem solchen Fall kann eine Ausnahmegenehmigung bei der zuständigen Führerscheinstelle beantragt werden.
Durchfallquote bei Theorie- und Praxisprüfung
Laut den jüngsten Daten des TÜV-Verbands für 2023 lag die Durchfallquote bei der theoretischen Führerscheinprüfung bei 42 Prozent - ein Höchstwert. Besonders hoch war die Quote in der Klasse B, dem Pkw-Führerschein für Prüflinge über 18 Jahre, wo nahezu jeder zweite Teilnehmer scheiterte, mit einer Durchfallquote von 49 Prozent.
Auch die praktische Prüfung wies eine hohe Durchfallquote auf, die mit etwa 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant blieb.
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