Viele Menschen interessieren sich für ältere Motorradmodelle, die technisch weniger komplex sind als moderne Geräte. Der Wunsch, selbst zu schrauben, zu zerlegen und das Motorrad besser kennenzulernen, um später kleinere Probleme selbst beheben zu können, ist groß. Hier sind einige Tipps und Empfehlungen für angehende Moped-Bastler.
Die Wahl des richtigen Mopeds
Beim Kauf eines Mofas oder Mopeds aus den 70er oder 80er Jahren erwirbt man einen echten Oldtimer. Dies ist cool, birgt aber auch einige Tücken. Wer handwerklich begabt ist, sollte nach Bastler-Mofas Ausschau halten. Auch komplett zerlegte Mofas sind interessant, da dies oft der erste Arbeitsschritt ist. Die Technik vieler Modelle ist so simpel, dass man eigentlich alles selber machen kann.
Wahrscheinlich wissen Sie bereits, welches Modell oder welche Marke Sie interessiert. Ist das Modell und der Preisrahmen klar, kann die Suche beginnen. Holen Sie das Mofa persönlich ab, sollte zunächst ein Besichtigungstermin vereinbart und der Kauf erst danach abgeschlossen werden. Hier geht es eigentlich nur um eins: Das Mofa. Sie sollten sich ruhig Zeit nehmen und alles sehr genau inspizieren. Macht der Verkäufer Druck, ist meist etwas faul. Lieber einmal mit leeren Händen nach Hause fahren, als sich danach ein Mofa-Leben lang zu ärgern.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Möchte man ein Mofa kaufen, muss man bei der Besichtigung viel beachten:
- Stimmt die Rahmennummer in Papieren, Typenschild und Rahmen überein?
- Verliert der Motor / das Getriebe Öl?
- Ist Rost im Tank?
- Sind wirklich alle Original-Teile vorhanden?
Manches kann man zwar günstig nachkaufen, jedoch ist solch ein Nachbau selten qualitativ gleichwertig. Gerade bei selteneren Modellen sind auch unbedeutend wirkende Teile schnell teuer. Außerdem ist zu beachten, ob sich irgendwo der Rost festgesetzt hat. Vor allem im Tank passiert dies schnell und ist zum Teil nur schwer bis gar nicht zu beheben.
Die Probefahrt
Sollte das Mofa laufen, ist eine Probefahrt unerlässlich. Vor dem Starten ruhig prüfen, ob der Motor noch warm ist. Falls ja, besser warten bis er abgekühlt ist und dann versuchen zu starten. Ein warm gelaufenes Mofa springt meist deutlich besser an, auch wenn nicht alles so top ist. Springt das Mofa an, können Sie es zunächst ein bisschen im Stand laufen lassen und dabei genau auf den Klang des Motors hören. Steht hier eine Revision an? Rasselt der Kolben? Alles Kosten mit denen Sie den Preis drücken sollten. Bei der Testfahrt an sich können Sie Bremsen und Fahrwerk testen. Auch die Reifen sollten Sie sich anschauen. Diese zu erneuern ist nicht immer billig.
Preisverhandlung und Kaufvertrag
Sind Sie mit dem Mofa zufrieden und auch der Meinung, dass es Ihren Erwartungen entspricht, sollten Sie natürlich noch den Preis verhandeln. Oft haben die Besitzer noch Ersatzteile, die sie gerne und günstig dazu geben. Ab einem gewissen Preis ist auch ein Kaufvertrag zu empfehlen. Natürlich können Sie solch einen auch schon bei einem 50€ Mofa aufsetzen. Das ist Ihnen überlassen, bei günstigen Mofas aber eher die Ausnahme.
Moped-Modelle für Bastler
MZ ETZ 250
Die MZ ETZ 250 ist eines der Bastelmotorräder schlechthin. Die Technik ist sehr robust und einfach. Mit 21 Zweitakt-PS zieht sie für eine 250er sehr gut an und ist eigentlich nicht tot zu kriegen. Teile und Zubehör sind sehr günstig und massig vorhanden, da das Motorrad oft gebaut wurde und immer noch sehr verbreitet ist. Unter anderem auch als Beiwagenmaschine, wenn Sie richtig was zum Basteln haben möchten.
Yamaha TRX 850
Die Yamaha TRX 850 ist ebenfalls eine gute Wahl für Bastler. Die Treiber sind alles Liebhaber (da die nicht mehr gebaut wird) und die Community, das Forum und der Umgang miteinander sind das Beste was ich kenne s.a.
Simson Schwalbe und Simson S50/51
Ein Klassiker aus der DDR, der bis zu 60 km/h schafft und trotzdem noch als Moped zählt. Besonders beliebt bei jungen Leuten.
Vespa
Ein ebenso ikonisches Modell, diesmal aus Italien. Damit fällst du garantiert auf. Träume von Urlaub, Strand und Sommerliebe gibt es gratis dazu.
Restaurierung und Aufbau
Viele Bastler lesen gerne Berichte über den Neuaufbau von Maschinen. Eine alte 50er Simson oder Zündapp zum Aufbauen ist ideal, da dort die Technik noch relativ überschaubar ist und pflegebedürftige Exemplare günstig zu bekommen sind.
Wichtig ist, dass Sie nicht eine Schubkarre voll verrosteter Einzelteile zu einem Bike zusammenbauen, sondern ein noch halbwegs funktionsfähiges Moped zerlegen, die Einzelteile herrichten. Bedenken Sie jedoch, dass es sich möglicherweise nicht rechnet, wenn Sie Zeit, Mühe und Kosten einrechnen. Kaufen Sie dann gleich ein fertiges Moped.
Moped fahren: Was Sie wissen müssen
Unter Mopeds versteht man grundsätzlich Kleinkrafträder mit maximal 50 cm³ Hubraum. Die elektrische Variante darf nicht mehr als 4 kW haben, das sind 6 PS. Der Name Moped ist abgeleitet von „Motorrad“ und „Pedale“. Und diese Pedale können zum Starten, als Antriebsunterstützung, wenn es einmal bergauf geht, und bergab zum Bremsen verwendet werden.
Mopeds haben eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h, was für die Stadt oder den Nahverkehr völlig ausreicht: Hier liegen die Tempolimits in der Regel ja ohnehin zwischen 30 und 50 km/h.
Für Mopeds brauchst du einen Führerschein (Klasse AM), den du ab einem Alter von 16 Jahren mit einer theoretischen und praktischen Prüfung bei einer Fahrschule erwerben kannst. Wenn du schon einen anderen Führerschein hast (Klassen A1, A2, A, B oder den Führerschein mit 17), darfst du auch damit ein Moped lenken.
Einer der Vorteile von Mopeds ist, dass sie nicht zulassungspflichtig und deshalb auch nicht steuerpflichtig sind. Du musst dein Moped auch nicht zum TÜV bringen, obwohl eine regelmäßige Überprüfung auf die Fahrtauglichkeit grundsätzlich eine gute Idee ist.
Allerdings braucht dein Moped sehr wohl eine Haftpflichtversicherung. Wenn du eine abschließt, bekommst du quasi als Beweis dafür ein sogenanntes Versicherungskennzeichen. Das brauchst du, wenn du auf öffentlichen Straßen unterwegs bist. Und schließlich besteht auch noch Helmpflicht. Aber wenn du mit bis zu 45 km/h durch die Straßen zischst, ist das wohl selbstverständlich.
Unterschied zwischen Mofa und Moped
Ein Mofa (Motorrad und Fahrrad) zählt ebenso wie ein Moped, ein Mokick (Motorrad und Kickstarter) und die heute so beliebten Motorroller/Scooter zu den Kleinkrafträdern. Der Unterschied zum Moped ist, dass ein Mofa nur eine Höchstgeschwindigkeit bis 25 km/h haben darf, obwohl es auch einen Hubraum von 50 cm³ hat. Als Ausgleich dafür kannst du ein Mofa schon ab 15 Jahren fahren und brauchst keinen Führerschein, sondern nur eine Betriebserlaubnis.
Moped-Tuning
Es ist nach wie vor weit verbreitet, um dem Fahrzeug eine höhere Höchstgeschwindigkeit zu geben. Obwohl das viel Spaß macht, ist das nicht erlaubt. Ein getuntes Moped darf auf öffentlichen Straßen nicht verwendet werden. Tust du das doch, riskierst du eine saftige Strafe.
Tipps für den Kauf eines gebrauchten Mopeds
Wenn Sie ein gebrauchtes Moped kaufen möchten, bei Kleinanzeigen zum Beispiel, dann gelten die üblichen Regeln für Gebrauchtwaren. Nehmen Sie sich Zeit, das Moped ausgiebig persönlich zu begutachten; im Idealfall hilft Ihnen ein Freund, der sich damit auskennt. Achten Sie auf die folgenden Dinge:
- Gibt es Rost oder Kratzer im Lack?
- Wurde der Rahmen geschweißt?
- Überprüfen Sie die Spannung der Kette und ob die Reifen genügend Profil haben.
- Wie sehen die Bremsblöcke aus?
- Die Stoßdämpfer sind besonders wichtig und müssen auf jeden Fall in Ordnung sein.
- Funktioniert das Licht vorne und hinten, insbesondere das Bremslicht?
- Wirkt der allgemeine Zustand, als hätte der Besitzer das Moped regelmäßig gepflegt?
- Treten irgendwo Flüssigkeiten aus?
- Lass dir die Papiere wie die Betriebserlaubnis und eventuelle Wartungsbelege zeigen.
Wenn Ihnen ungewöhnliche Anbauteile auffallen, dann fragen Sie den Besitzer nach weiteren Infos - nicht alles ist legal und wird schnell zum Verstoß gegen die StVO. Auch sollten Sie den Vorbesitzer nach Unfällen fragen. Manche Schäden lassen sich nur mit Mühe - oder gar nicht - reparieren.
Achten Sie darauf, dass die Daten im Kfz-Schein und den Fahrzeugpapieren mit denen der Maschine übereinstimmen.
Die Probefahrt
Um sich guten Gewissens für ein Moped entscheiden zu können, sollten Sie eine Probefahrt machen. Nur so können Sie versteckte Mängel feststellen, das Fahrverhalten kennenlernen und sehen, ob Sie und das Moped auch wirklich zusammenpasst.
Noch bevor Sie sich auf das Moped schwingen, fragen Sie nach, ob und wie es versichert ist (nur Haftpflicht oder auch Kaskoversicherung). Halten Sie auch am besten schriftlich fest, wer im Schadensfall die Kosten (bei Kaskoversicherung den Selbstbehalt) übernimmt.
Wenn die Probefahrt losgeht, gibt es viele Dinge zu beachten. Zuerst einmal das Startverhalten: Lässt es sich problemlos kalt starten oder muss es sich erst warmlaufen? Schon im Stand können Sie den Motor überprüfen. Dreht er besonders hoch oder stirbt er ab? Nimmt er Gas sofort an oder stottert er? Auch ein Sound, der an Klingeln oder Scheppern erinnert, kann auf einen Motorschaden hindeuten. Und wenn der Auspuff sehr laut ist, sind langfristig Probleme mit der Polizei zu erwarten.
Apropos Rauch: Jeder 2-Takt-Motor produziert Rauch, aber zu viel kann auf undichte Ventildichtungen oder verschlissene Kolbenringe hindeuten. Ablagerungen im Auspuff drosseln die Motorleistung. Das können Sie durch eine Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit austesten. Dabei sollten Sie checken, wo die reale Höchstgeschwindigkeit liegt. Wie erwähnt, ist die Definition von Mopeds an Höchstgeschwindigkeiten gekoppelt. Liegt diese höher als erlaubt, erlischt die Betriebserlaubnis.
Da an Mopeds aller Art oft viel herumgeschraubt wird, kommt das durchaus häufiger vor. Achten Sie auch bei der Höchstgeschwindigkeit auf das Fahrverhalten. Fühlen Sie starke Motorvibrationen, dann kann das an der falschen Einstellung von Ausgleichswelle, Zündung oder Vergaser liegen.
Die Lenkung darf nicht haken und muss leichtgängig sein. Und wenn Sie sie loslassen, darf das Moped nicht in eine Richtung ziehen. Dann könnte die Telegabel oder gar der Rahmen verzogen sein, eine häufige Folgeerscheinung von Unfällen.
Vergessen Sie nicht den Bremstest und achten Sie darauf, ob alles ordentlich funktioniert: Die gesamte Elektrik und alle Instrumente sollten funktionstüchtig sein, also neben Bremsen auch Licht, Blinker, Hupe und Tacho.
Am besten rechnen Sie für eine ausgiebige Probefahrt mit einer halben Stunde. Gestalten Sie die Fahrt so abwechslungsreich wie möglich. Beginnen Sie auf einem Parkplatz, damit Sie sich an die Schalter und das Handling gewöhnen können. Dann kann es ab in den echten Straßenverkehr gehen. Obwohl Sie den Berufsverkehr vermeiden sollten, ist es eine gute Idee, das Fahren bei Höchstgeschwindigkeit auszuprobieren.
Je nachdem, wo Sie wohnen, sollten Sie auch Steigungen bei der Probefahrt mit einplanen, um zu sehen, wie Ihr Moped damit klarkommt.
Am wichtigsten ist aber, wie sich das Moped für Sie persönlich anfühlt. Haben Sie das Gefühl, es ist zu leicht oder zu schwer, zu groß oder zu klein? Natürlich sind gewisse Dinge eine Frage der Gewöhnung, aber wenn Sie unbequem sitzen oder der Lenker für Sie zu breit ist, hilft auch das längste Training nichts.
Der Kaufvertrag
Sollten Sie nach der Probefahrt zuschlagen, ist ein schriftlicher Kaufvertrag auf jeden Fall empfehlenswert und ein seriöser Verkäufer wird nichts dagegen haben. Kaufverträge kann man auch zwischen Privatpersonen abschließen und sie sichern sowohl Sie als Käufer, als auch den Verkäufer ab, falls es beispielsweise später zu Mängeln kommt oder sich herausstellt, dass das Moped gestohlen wurde.
Im Kaufvertrag werden die Daten (auch die Ausweisnummer - lassen Sie sich diesen dazu zeigen) von Käufer und Verkäufer sowie Infos zum Verkaufsgegenstand (wie bereits vorhandene Mängel) und der Preis festgehalten.
Die Qual der Wahl: Welches Moped passt zu Ihnen?
Beim Stöbern nach Mopeds bei Kleinanzeigen wird Ihnen sofort auffallen: Die Auswahl ist riesig und die Entscheidung für ein Moped am Ende sehr subjektiv. Es hängt davon ab, ob Sie eher ein verlässliches Gefährt für jeden Tag im Jahr wollen oder ein klassisches Schmuckstück, das Sie besser in der Garage parken.
Möchten Sie ersteres, dann schauen Sie nach einem Roller, der noch nicht zu viele Jahre und Kilometer auf dem Buckel hat. Wenn Sie selbst in der Lage sind oder Lust haben zu lernen, wie man kleine Wartungsarbeiten erledigt, dann ist ein echter Moped-Oldtimer genau die richtige Beschäftigung für Sie. Stichwort: cruisen unter der Woche, schrauben am Wochenende.
Die Besonderheit hierbei: Wurde das Moped vor dem 01.01.2002 zugelassen, darf die Höchstgeschwindigkeit 50 km/h betragen, bei einer Zulassung vor dem 29.02.1992 sogar 60 km/h.
Die Welt der Mopeds und Kleinkrafträder ist riesig und bietet für jeden das richtige Produkt - vom Einsteiger auf dem Gebrauchtmarkt bis hin zum Kenner. Lassen Sie einfach Ihrer Persönlichkeit freien Lauf und lassen Sie Ihren Lifestyle bestimmen, wie Ihre mobile Freiheit aussehen soll. Das Moped als Super-Accessoire sozusagen!
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