In Deutschland zählen Mopeds zu den motorisierten Fahrzeugen mit geringer Leistung. Diese Fahrzeugart muss nicht bei der zuständigen Zulassungsstelle angemeldet werden und benötigt dementsprechend auch kein Kfz-Kennzeichen. Um das Fahrzeug dennoch kenntlich zu machen und im Straßenverkehr nutzen zu dürfen, brauchen die Fahrer von Mopeds eine Betriebserlaubnis und ein sogenanntes Versicherungskennzeichen, das oft auch als Mopedkennzeichen bezeichnet wird.
Durch das Versicherungskennzeichen weist der Halter nach, dass für das Fahrzeug eine Kfz-Haftpflichtversicherung besteht. Der Fahrer muss aber zusätzlich den Versicherungsschein in Papierform oder im digitalen Format auf dem Smartphone jederzeit mitführen. Die digitale Versicherungsbescheinigung erspart das müßige Verstauen und Herauskramen des Papierscheins, wenn Sie diesen beispielsweise der Polizei vorzeigen müssen. Und auch die anderen Fahrer profitieren von dem digitalen Nachweis, der bei einem Fahrerwechsel nicht erst umständlich weitergereicht werden muss.
Gültigkeitsdauer des Mopedkennzeichens
Das Mopedkennzeichen gilt für einen Zeitraum von einem Jahr bzw. von dem Tag an, wo Sie das Versicherungskennzeichen erwerben. Die Gültigkeit des Kennzeichens endet am 28./29. Februar des darauffolgenden Jahres. Besitzer von Mopeds sollten sich frühzeitig um ein neues Versicherungskennzeichen kümmern.
Damit die Polizei die Aktualität des Kennzeichens auf den ersten Blick erkennen kann, wechseln die Farben des Versicherungskennzeichens jedes Jahr zwischen blau, grün und schwarz. Das ist ähnlich wie bei der TÜV-Plakette am Auto.
Fahrzeuge, die ein Versicherungskennzeichen benötigen
Folgende Fahrzeuge brauchen das klassische Versicherungs-Kennzeichen mit den Maßen 13,0 x 10,1 cm:
- Kleinkrafträder wie Mofas und Mopeds, die nicht mehr als 50 Kubikzentimeter Hubraum haben und nicht schneller als 45 km/h fahren.
- Elektrofahrräder mit einer Tretunterstützung bei Geschwindigkeiten über 25 km/h oder einer tretunabhängigen Motorunterstützung über 6 km/h bis maximal 45 km/h.
- Quads und Trikes mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h und einem Hubraum von maximal 50 Kubikzentimetern.
- E-Roller, die über eine Betriebserlaubnis verfügen und maximal 45 km/h schnell sind.
- Motorisierte Krankenfahrstühle.
- Mofas und Mopeds aus DDR-Produktion mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 60 km/h, die bereits vor dem 01.03.1992 versichert waren.
Diese Fahrzeuge brauchen die Versicherungs-Plakette mit den Maßen 6,7 x 5,5 cm:
- E-Scooter oder Segways, für die eine Betriebserlaubnis entsprechend der am 15. Juni 2019 in Kraft getretenen Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) vorliegt.
Wo erhalte ich ein neues Versicherungskennzeichen?
Das aktuelle Versicherungskennzeichen bekommen Zweiradfahrer entweder direkt bei den Kfz-Versicherern oder bei Versicherungsvermittlern. Das Kennzeichen kann bei manchen Versicherungen auch online beantragt werden.
Warum ist ein aktuelles Versicherungskennzeichen so wichtig?
Wer mit abgelaufenem Versicherungskennzeichen unterwegs ist und mit seinem Fahrzeug einen Unfall verursacht, muss den kompletten Schaden aus eigener Tasche bezahlen - inklusive möglicher Schadenersatzforderungen der geschädigten Person. Diese können im Ernstfall mehrere Millionen Euro betragen.
Der Versicherungsschutz besteht nur mit einem gültigen Kennzeichen, das immer von März bis Ende Februar des nächsten Jahres gültig ist.
Wer ohne (oder mit einem abgelaufenen) Mopedkennzeichen unterwegs ist, riskiert eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine saftige Geldstrafe.
Versicherungsschutz und Kaskoversicherung
Um ein Versicherungskennzeichen zu erwerben, muss mindestens die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Im Versicherungsschutz sind alle Schäden enthalten, die Sie Anderen mit Ihrem Moped zufügen. Außerdem ist es sinnvoll, die Haftpflichtversicherung durch eine Teilkasko (Diebstahlversicherung) zu erweitern.
Diese tritt ein, wenn das Fahrzeug gestohlen oder durch Wildunfälle, Feuer, Sturm, Hagel oder Überschwemmungen in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Teilkasko ersetzt Schäden durch Diebstahl oder Raub, Brand oder Explosion, Sturm, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmung, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Lawinen, Dachlawinen oder Vulkanausbruch, Zusammenstöße mit Tieren, Tierbiss, Kurzschluss und Glasbruch.
Was passiert, wenn ich mein Mofa / Moped tune?
Beachten Sie, dass Sie Ihr Fahrzeug nicht frisieren beziehungsweise tunen dürfen. Dies kann zu Punkten in Flensburg, zu Geldstrafen oder zu anderen disziplinarischen Maßnahmen führen. Auch der Versicherungsschutz steht dann auf dem Spiel.
Wer sein Mofa, Moped oder Roller frisiert, dem drohen unangenehme Konsequenzen. Neben Punkten in Flensburg, Bußgeldern und - je nach Konstellation - Geldstrafen für das Fahren ohne Führerschein kann es nach einem Unfall teuer werden.
Statistik (basierend auf 2023)
Die folgenden Daten geben einen Überblick über die Entwicklung im Bereich der Fahrzeuge mit Versicherungskennzeichen:
- 2,9 Millionen Fahrzeuge mit Versicherungskennzeichen (+8 Prozent)
- 21.300 Kfz-Haftpflichtschäden (+1 Prozent)
- Gesamtkosten für Kfz-Haftpflichtschäden in Höhe von rund 99 Millionen Euro (+17 Prozent)
- Schadendurchschnitt: 4.600 Euro (+15 Prozent)
- Mehr als 10.000 gestohlene kaskoversicherte Fahrzeuge mit Versicherungskennzeichen (+46%)
- 6.850 davon sind E-Scooter
Farbe des Versicherungskennzeichens
Mofas, Mopeds und E-Scooter dürfen ab dem 1. März 2025 nur noch mit grünen Kennzeichen unterwegs sein. Die blauen Nummernschilder verlieren ihre Gültigkeit.
Die Versicherungskennzeichen müssen jedes Jahr zum 1. März ausgetauscht werden.
Am 1. März 2025 muss das Versicherungskennzeichen gewechselt werden, von Blau auf Grün.
Kosten des Versicherungskennzeichens
Das Versicherungskennzeichen gibt es, je nach Versicherung, ab ca. 45 Euro für die Kfz-Haftpflicht. Kommt noch die Teilkasko dazu, liegen die Tarife in der Regel etwa zwischen 80 und 100 Euro.
Wo ist ein Mofa oder Moped versichert?
Wo ein Mofa oder Moped versichert ist, lässt sich über die Buchstabenkombination des Kennzeichens leicht feststellen - die entsprechende Auskunft gibt es im Internet oder telefonisch über den Zentralruf der Autoversicherer unter 0800/2502600.
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