Der Kondensator ist ein Bauteil der Zündung und hat die Aufgabe, die Funkenbildung am Unterbrecher zu unterdrücken und damit den Verschleiß zu mindern. Der Kondensator kommt ausschließlich bei der Unterbrecherzündung zum Einsatz, d.h. er ist bei der Schwunglichtmagnetzündung (SLMZ) und bei der Schwunglichtprimärzündung (SLPZ) verbaut.
Erkennung und Qualität von Kondensatoren
Der Kondensator für die Simson hat eine Kapazität von 0,22 µF. Originale DDR-Kondensatoren sind anhand der schwarzen Isolierung erkennbar. Bei den Nachbaukondensatoren gibt es verschiedene Qualitätsstufen, die ebenfalls anhand der Farbe der Kondensatorisolierung identifizierbar sind.
- Nachbaukondensatoren mit weißer Isolierung sind i.d.R. von schlechter Qualität.
- Nachbaukondensatoren mit cremefarbener / gelblicher Isolierung weisen eine bessere Qualität und weniger Defekte auf.
Nachbaukondensatoren von minderer Qualität (i.d.R. weiße Isolierung) sind oftmals 'ab Werk defekt'. Daher ist es empfehlenswert, gleich mehrere Kondensatoren von besserer Qualität (cremefarbene / gelbliche Isolierung) zu bestellen, falls dann doch mal ein Kondensator bereits defekt geliefert wird.
Symptome eines defekten Kondensators
Wenn der Motor deines Mofas ausgeht, sobald er warmgelaufen ist, deutet das auf einen defekten Kondensator hin. Überprüfen Sie nun, ob es eine starke Funkenbildung am Unterbrecher gibt. Wenn ja, ist der Kondensator defekt.
Überprüfung des Zündfunkens
Überprüfen Sie den Zündfunken an Ihrer Simson. Ein kräftiger Funke ist da. Wenn ohne Kerzenstecker der Funken direkt vom Kabel zum Zylinder es schafft, 0,8-1cm weit zu springen, zündet das, wenn es nur einigermaßen eingestellt ist.
Praktische Tipps und Fehlersuche
Es wurde bereits erwähnt, dass Nachbaukondensatoren von minderer Qualität oft defekt sind. Wenn nach dem Tausch des Kondensators die Zündung nicht mehr richtig einstellbar ist, könnte dies an einem defekten oder falschen Kondensator liegen.
Ein Benutzer berichtete, dass sein Mofa nach dem Tausch des Kondensators kein Gas mehr annahm, obwohl die Zündung korrekt eingestellt schien. In solchen Fällen ist es ratsam, verschiedene Kondensatoren auszuprobieren oder auf eine kontaktlose Zündung umzusteigen.
Messen des Kondensators mit einem Multimeter
Ein Kapazitätstest mit dem Multimeter ist ein passabler Anfang. Bei so kleinen Kondensatoren wird der Durchgangsmesser wahrscheinlich nichtmal piepen... Da der Kondensator parallel zum Unterbrecher liegt, und durch die niederohmige Primärspule der Zündspule das alles leitend verbunden ist, muss das nicht der Kondensator sein... Um den zu messen, musste den schon ausbauen...
Vorgehensweise beim Messen
- Baue den Kondensator aus.
- Teste den Kondensator mit einem Durchgangsprüfer. Der Piepston sollte ganz langsam leiser werden und dann verstummen.
Ein Kapazitätstest mit dem Multimeter ist ein passabler Anfang. Es hängt bei der Messung des Kondensators auch ein wenig davon ab wie träge das Multimeter arbeitet, die wenigsten sind flink (meine würden nicht gehen). Um den zu messen, musste den schon ausbauen...
Weitere Testmethoden
Ein Bekannter hat dafür einen alten BOSCH-Motortester, wenn der Kondensator in Ordnung ist, blinkt eine Lampe kurz auf und erlischt danach sofort wieder. Ist der Kondensator defekt, verhält sich die Lampe wie ein Stroboskop.
Prüflampe in Reihe zum Kondensator stecken und diesen an der Batterie aufladen lassen. Wenn der Kondensator keinen Durchbruch hat, geht die Lampe aus, ansonsten leuchtet bzw. glimmt sie weiter.
Funktion der Unterbrecherzündung
Die meisten Mofas sind mit einer sogenannten Unterbrecherzündung ausgerüstet. Entdeckst du jetzt einen Kondensator und einen Unterbrecher, hast du eine Unterbrecherzündung vor dir. Parallel zum Unterbrecher ist ein Kondensator geschaltet. Er soll eine Funkenbildung an den Kontakten des Unterbrechers verhindern und den Verschleiss im Bereich der Unterbrecherzündung reduzieren. Gleichzeitig bildet der Kondensator mit der Zündspule einen Schwingkreis. Dadurch wird die Übertragung der Energie zwischen Primär- und Sekundärspule optimiert.
Kondensator wechseln
Der Wechsel ist relativ einfach und erfordert nur wenig Zeit. Die Werkzeuge, die für diese Reparatur benötigt werden, gehören zur Grundausrüstung einer Schrauberwerkstatt:
- Gummi-Hammer
- Wasserpumpenzange
- Kleine Nuss
- Einpresshülse
- Kondensator
Hast du den Lichtmaschinendeckel und das Polrad entfernt, kannst du die Mutter des Kondensators und die Anschlusskabel lösen. Das Entfernen des alten Kondensators funktioniert am besten mit einer Wasserpumpenzange. Vor der Montage entfernst du Mutter, Scheibe und Kunststoffabdeckung des neuen Kondensators. Die Verwendung einer Einpresshülse hat den Vorteil, dass der neue Kondensator nach der Montage genau in der richtigen Höhe sitzt. Die Hülse wird gerade eingesetzt und mit dem Gummihammer vorsichtig eingeschlagen. Danach musst du die Kabel wieder sauber anschliessen, die Abdeckung aufsetzen und die Mutter mithilfe einer passenden Nuss vorsichtig anziehen.
Wo befindet sich der Kondensator?
Mein Kondensator steckt in einer Metallklammer im Gehäusemittelteil. Zwei Drähte verlassen den Pluspol des Kondensators. Einer geht zum Hauptschalter und der andere zum Unterbrecher. Das Massekabel ist mit der Metallklemme verbunden.
Externe Kondensatoren
Wenn du eine außenliegende Zündspule hast, würde ich dir einen aussenliegenden/externen Kondensator empfehlen. Diesen kannst du außerhalb vom Motor platzieren, so dass er kühl bleibt. Gibt Umbausätze mit einem Dummy - die beiden Kabel an der Grundplatte müssen verbunden bleiben und dürfen Masse nicht berühren. Der externe Kondensator sitzt dann irgendwo im Fahrzeug und wird irgendwo mit Masse und Klemme 2 verbunden. Ideellerweise möglichst nahe der Grundplatte. Du kannst den Kondensator theoretisch auch direkt am Schalter mit "2" und Masse "31" verbinden.
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