Nicht nur die Beläge der Kupplung müssen ab und an gewechselt werden. Auch kann es vorkommen, dass man die Kupplungsglocke bei seiner Piaggio Ciao tauschen oder ausbauen muss, beispielsweise beim Verbauen einer 30 km/h Glocke. Dabei musst du allerdings das ein oder andere beachten.
Die Besonderheiten der Fliehkraftkupplung
Genau wie viele Andere an der Ciao, sieht auch die Kupplung ein wenig anders aus. Dies ist nämlich eine Fliehkraftkupplung, die außerhalb des Motorblocks, auf der Kurbelwelle sitzt. Sie sorgt also dafür, dass man losfahren kann und die Kraft von der Kurbelwelle, auf den Riemen übertragen wird. Auch die Übersetzung wird dadurch beeinflusst. Ein sehr wichtiges Bauteil also, welches man auch ab und zu ausbauen muss.
Vorbereitung und Demontage
Um an die Kupplung zu gelangen, muss natürlich erst die Seitenverkleidung entfernt werden. Nun stellen sich viele die Frage, wie man die Kupplung blockieren kann? Ganz einfach: Mit einem Schraubenzieher, den man zwischen die Rippen des Polrads steckt. Nun kann man mit einem Schraubenschlüssel die Mutter, welche auf der Kurbelwelle sitzt, lösen.
Daraufhin ist die Kupplungsglocke gelöst und man kann entweder nur die innere Platte herausziehen (wenn man z.B. die Beläge wechseln will) oder direkt die ganze Glocke. Sitzt die Kupplung zu fest kann es sein, dass man auf die Hilfe eines Abziehers zurückgreifen muss. Hinter der Kupplung sitzt noch ein Distanzstück. Dieses muss immer wieder verbaut werden.
Montage der neuen Kupplungsglocke
Abschließend kann der Riemen über die neue Glocke gelegt und diese auf die Welle gesteckt werden.
Kupplungsbeläge und Federn wechseln
Jeder der viel fährt, oder sein Mofa restauriert, muss auch die Verschleißteile ab und an tauschen. Dazu gehören auch die Kupplungsbeläge. Die Kupplungsbeläge kann man bei einem Piaggio Ciao Mofa vergleichsweise einfach wechseln.
Die Kupplungsbeläge sehen zwar bei einem Piaggio Mofa etwas anders aus als bei vielen anderen Mofa Modellen, sind aber trotzdem nicht weniger wichtig. Sie sorgen nämlich dafür, dass die Kraft von der Kurbelwelle auf die Kupplungsglocke und somit über den Riemen auf das Hinterrad übertragen wird.
Zunächst muss dafür natürlich die Kupplung ausgebaut werden. Man kann die Grundplatte mit den Kupplungsbelägen nun einfach heraus nehmen und die große Glocke weglegen. In dieser sieht man noch die Starterbeläge. Eigentlich ein guter Zeitpunkt, auch diese zu wechseln, falls auch hier der Verschleiß fortgeschritten ist. Sind die Federn noch gut, kann man diese auch noch aushängen. Allerdings sollte man, beim Tauschen der Beläge, auch noch die Federn wechseln.
Nun ist alles soweit zerlegt, dass man die neuen Kupplungsbeläge für die Piaggio Ciao verbauen kann. Dazu hängt man zunächst die neuen Federn in die 3 Beläge ein und führt diese dann vorsichtig auf über die Stäbe der Grundplatte. Wichtig: Die Seite mit der Kugel in den Belägen gehört nach oben. Zu guter letzt kann die Kupplung wieder verbaut werden.
Allgemeine Tipps und Hinweise
Bei seilzugbetätigten Systemen wird die Kupplung nicht nur am Hebel, sondern auch am Motor justiert.
Kupplungsdruckfedern messen:
Verschleißgrenze der ungespannten Länge ist modellabhängig. Faustformel: Eine gebrauchte Feder darf um bis zu 3 mm kürzer sein als eine neue Feder.
Dicke der Reibscheiben messen:
Das Verschleißmaß (minimale Dicke) ist modellabhängig. Faustformel: Die gebrauchte Reibscheibe darf um bis zu 0,2 mm dünner sein als eine neue.
Wenn gebrauchte Reibscheiben noch genügend Reibmaterial haben und nicht verzogen sind, kann man sie wieder einbauen.
Stahlscheiben prüfen:
Stahlscheiben auf Richtplatte mit Fühlerlehre auf Verzug prüfen. Sind sie um mehr als 0,2 mm verzogen oder an ihren Oberflächen blau verfärbt, müssen die Stahl- und Reibscheiben komplett im Satz erneuert werden.
Neue Reibscheiben müssen vor dem Einbau satt in frischem Motoröl gebadet werden. Werden sie trocken eingebaut, verbrennen sie bei der ersten Betätigung.
Zusätzliche Informationen und Fehlerbehebung
Man kann die Grundplatte mit den Kupplungsbelägen nun einfach heraus nehmen und die große Glocke weglegen.
Die hinteren Lamellen kann man leicht übersehen, da die Nasen etwas weiter hinten im Kupplungskorb nicht mehr zu sehen sind. Das Verschleißmaß der Kupplungslamellen liegt bei 2,8mm. Die Stahlscheiben auf Riefen, Ansätze und Verzug überprüfen und gegebenenfalls gleich mit auswechseln. Der Verzug sollte auf einer Glasplatte oder ähnlichem überprüft werden und 0,3mm nicht überschreiten.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Ausbau der Kupplung:
- Maschine auf den Hauptständer (sofern vorhanden) oder einen Heckmontageständer stellen.
- Motoröl ablassen.
- Kupplungszug am kurzen Hebel unten am Motor aushängen.
- Gehäusedeckelschrauben über Kreuz nacheinander lösen und ausdrehen.
- Gehäusedeckel abnehmen.
- Schrauben der Kupplungsdruckplatte schrittweise öffnen und über Kreuz ausdrehen, Kupplungsfedern herausnehmen, Druckplatte abnehmen.
- Reib- und Stahlscheiben entnehmen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Einbau der Kupplungsscheibe:
- Neue Reibscheiben müssen vor dem Einbau satt in frischem Motoröl gebadet werden.
- Kupplungsscheiben in der Reihenfolge Reibscheibe - Stahlscheibe - Reibscheibe - usw. einsetzen.
- Druckplatte mit eingesetztem Zugbolzen aufsetzen.
- Kupplungsfedern einsetzen.
- Schrauben mit Scheiben bestücken und eindrehen.
- Ringsum gleichmäßig Schritt für Schritt festdrehen und dann endgültig mit 10 bis 12 Nm festziehen.
Hast du weitere Fragen, Anregungen oder Kritik? Dann kannst du dich gerne bei uns melden.
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