Moped Turbolader Nachrüsten: Eine Detaillierte Analyse

Das Nachrüsten eines Turboladers an einem Moped ist ein faszinierendes, aber auch anspruchsvolles Projekt. Es gibt viele Aspekte zu berücksichtigen, von der technischen Machbarkeit bis hin zu den rechtlichen Rahmenbedingungen. Hier eine detaillierte Analyse der Thematik:

Technische Herausforderungen

Die Physik des Turboladers macht ihn für Mopeds uninteressant. Eine lineare Leistungsentfaltung ist praktisch unmöglich, da erstmal genug Abgas mit entsprechendem Druck strömen muss, damit der Turbo erstmal aufwacht und arbeitet! Sowas ist einfach nicht kontrolliert fahrbar! Ein Millimeter Gashub bewirkt da ne Leistungsexplosion, die in einer Kurve, beim Rausbeschleunigen nicht erwünscht sein kann. Sanfter Leistungsanstieg ist da nicht! Und Gaslupfen bewirkt auch keine sofortige Schubabschaltung, da so ein Turbo in Fahrt mehrere 10.000 1/min dreht, die erstmal wieder zur Ruhe kommen müssten.

Ein früheres und beherrschbares Ansprechen gäbe es theoretisch mit kleineren Ausführungen und/oder VTG (variable Geometrie der Schaufeln) - nur so kleine Lader gibt es gar nicht auf dem Markt! Nur ist der Bauraum für so eine bedeutend aufwändigere Konstruktion mit mechanischem Antrieb wohl an keinem Moped gegeben.

Der Aufwand einen kleineren Motor auf diese Weise aufzupimpen macht einfach keinen Sinn, wenn man auch nen etwas größeren in den gleichen Rahmen hängen kann (L- bzw. J und 9-er-B-Motor sind ja bekanntlich fast gleich, technischer Bauaufwand ist aus Herstellersicht identisch)!

Man beachte die gezeigten Leistungsgeraden, ... ääääh .... -Kurven!!!

Turboloch Problematik

Ein Turboloch hat nicht direkt mit der Leistung zu tun sondern auch mit dem Ansprechverhalten. Aber in der Tat wird es so sein dass der Turbo bei niedrigen Drehzahlen zu wenig Druck aufbaut und dann sogar weniger als ohne Turbo. Wenn du den Turbo mit einem Motor betreibst der 2-4x zu klein ist wirst du erst bei viel höhere Drehzahlen richtig Druck aufbauen können.

Bauraum und Montage

Jetzt stell sich die Frage wo bekommt man den Lader unter?? Wie treibt man ihn an?? (Über den Lima-Riemen?? (und nein, ich hab nicht vor sowas zu bauen. Den Bauraum muß man erstmal suchen!

Statt der Lima kannste mal knicken. Das ist nen ganzschöner Klumpen, hab heut grad wieder nen paar in der Hand gehabt . Da ist auch ne PKW-Lichtmaschine klein gegen.

Ölversorgung

Öldruck beim Moped für Turbo-Dauerfestigkeit zu gering bzw.

Kraftstoffzufuhr

Die Frage ist nur was treib ich mit der Benzinzufuhr. Die Vergaser sind ja Unterdruck gesteuert... also direkt mit dem Turbo in die Vergaser „blasen“ ist wohl nicht. Also was nehmen.

Hier hab ich momentan zwei Ideen...Die guten alten Schiebervergaser und den Benzintank auch unter Druck setzen... Eine komplette Einspritzung selber bauen... Vielleicht mit Einspritzdüsen ausm 2er Golf und ner kleinen Benzinpumpe und ne selbst gebauten Steuerung synchronisiert auf die Zündung. Steuerung der ESP denke ich is kein Problem, ein Controller und etwas Leistungselektronik, aber die Synchronisierung schon eher. Gut da müsste man sich mal die Signale anschaun die die Lima/Zündung bringt.

Haltbarkeit und Belastung

Was mir noch total unklar ist, wie viel Mehrbelastung hält der Antriebsstrang und die Pleullager etc. aus. Ein Turbo kann ja etliches an Mehrleistung bringen...Der Rahmen wird wohl sehr beansprucht werden...

Um den Rahmen würde ich mir weniger Sorgen machen, als um den Antriebsstrang. Getriebezahnräder, Kette, Motorlagerung, Ventile/Ventiltrieb... Du kannst natürlich drauf vertrauen, dass da Sicherheitszahlen eingerechnet sind, oder Du stellst Dich darauf an, den Motor in absehbarer Zeit neu zu lagern und kariöse Zahnräder zu ersetzen.

Leistung ist Drehzahl mal Drehmoment. Mehr Drehzahl bei in etwa gleichbleibenden Drehmoment ist dem Getriebe und Antriebsstrang erstmal egal. Die Lager leiden vielleicht mehr. Die Fliehkräte am Kolben und Pleul werden natürlich höher.

Das Große Problem ist natürlich das Drehmoment. Mehr Drehmoment bei gleicher Drehzahl belastet natürlich die Kurbelwelle und jedes einzelne Zahnrädchen um einiges mehr.

Alternative: Elektrischer Turbolader

Mit meinen bescheidenen Kenntnissen und den Informationen aus den Videos zusammengefasst handelt es sich um einen elektrischen Lader der mit 48V betrieben wird. Es gibt eine Box die an die Fahrzeugbatterie angeschlossen wird und auch selbst mit einer Batterie ausgestattet ist. Diese Box stellt die 48V bereit.

Da der elektrische Lader seine Drehzahl komplett unabhängig von der Drehzahl des Verbrennungsmotors erzeugen könnte, sind theoretisch die gewünschten Druckverhältnisse des Kompressors zu jeder Eingangsdrehzahl des Verbrennungsmotor darstellbar. Mit einem elektrischen Kompressor kann man also deutlich mehr Druck bei niedriger Verbrennungsmotor-Drehzahl erzeugen.

Der elektrische Lader ist ja programmierbar, wenn man eine lineare Leistungsentfaltung bevorzugt sollte das auch machbar sein.

Rechtliche Aspekte

Die bekannten Umbauten werden an "Geräten" verbaut, die eh schon mit beachtlicher Leistung gesegnet sind.

bzgl. ist die Eintragung bzw. für die ZXR sehe ich jetzt aber insbes. VOR EZ. passenden Baujahres, als Basis, gut dazu vorstellen.

Nur wäre das wieder nicht eintragbar, da offenliegende, rotierende Bauteile...

Praktische Möglichkeit eines Umbaus mit Eintragung: EXTREMST AUFWAND!!!

Sollte einer Eintragung -nach einer vorh. Absprache- eig. Wenn man weiß, was man tut, könnte man's ja so einrichten, dass nach bspw. der volle Ladedruck freigeschaltet wird.

Weitere Aspekte

  • Abstimmung: Eine gescheite Steuerung und Abstimmung ist Pflicht.
  • Kosten: Das Projekt wird teurer, als man sich zuerst mal vorstellt.
  • Alternativen: 200 ccm mehr sind ein paar Detailänderungen.

Erfolgsbeispiele und Referenzen

Ich hatte mal das Vergnügen eine GPZ 750 Turbo zu fahren. War noch zu 900 R Zeiten, also schon ein paar Tage her. Die Erinnerungen haben sich bei mir allerdings festgebrannt.

Und die GPZ Turbo hat ja auch eine Einspritzung,kann man die evtl.

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