Von Zeit zu Zeit können gerade die stark belasteten Motoren Defekte oder Abnutzungserscheinungen aufweisen. Ohne funktionierenden Motor jedoch ist ein Fahrzeug nicht mehr nutzbar. Alternativ können alte Motoren jedoch auch wieder aufbereitet werden. Dies geschieht im Rahmen der Motoreninstandsetzung.
Was passiert bei einer Motorinstandsetzung?
Grundsätzliches Ziel der Arbeiten an Motoren von Kraftfahrzeugen ist es, die Langlebigkeit der Antriebswerke zu erhöhen. Dabei sollen die ursprünglich vorgesehene Leistung und der Zustand des Motors, wie ab Werk bestimmt, wiederhergestellt werden. Bei diesem Vorgang werden in aller Regel nur einzelne Komponenten überalterter oder defekter Motoren ausgetauscht. Es sind also nur einzelne Verschleißteile am Motor von der Aufarbeitung betroffen, deren Wechsel die ursprüngliche Leistung wieder annähernd herstellen sollen.
Grundinstandsetzung
Bei dieser Form der Motorüberholung werden nur einzelne Verschleißteile am Motor aufbereitet, z. B. der Zylinderkopf oder das Kurbelwellenlager.
Generalüberholung
Bei einer Generalüberholung werden mehrere alte Motoren auseinander genommen und aus den Einzelteilen ein funktionierender neuer Motor zusammengesetzt. Grundsätzlich ist die Generalüberholung bei der Motoreninstandsetzung nicht auf Oldtimer beschränkt: Sie soll vor allem auch das Recycling und Upcycling (Aufwerten) alter Fahrzeugmotoren begünstigen. Wie bereits angemerkt können grundsätzlich alle Altmotoren als Ersatzteillager herhalten.
Bei dieser Form der Motoreninstandsetzung werden alte und gebrauchte Motoren komplett auseinandergebaut und neu zusammengesetzt. Die Generalüberholung von Motoren ist eine Wissenschaft für sich und besonders bei der Oldtimer-Motorinstandsetzung von Bedeutung. Die Originalmotoren der alten Kfz-Liebhaberstücke werden in vielen Fällen nicht mehr hergestellt. Da es jedoch auch nicht mehr so viele funktionierende Altmotoren mehr gibt, müssen Bastler in einem solchen Fall besonders kreativ werden.
Mögliche Defekte und zu überprüfende Komponenten
- Kurbelwellenlager: Die Gleitlager sind zwar durch einen dünnen Ölfilm geschützt. Gerade jedoch bei Kraftfahrzeugmotoren lässt sich eine zeitweise metallische Reibung nicht gänzlich ausschließen, da die Aktivität der Ölpumpe an die Motorendrehzahl gekoppelt ist.
- Pleuelstange: Diese ist für die Kraftübersetzung zwischen den Kolben des Motors und der Kurbelwelle verantwortlich - überträgt eine lineare Bewegung in eine kreisförmig oszillierende (und umgekehrt).
- Zylinderlaufbuchse: Diese bildet die Lauffläche für den Kolben in Verbrennungsmotoren.
Bei der Grundinstandsetzung wird in aller Regel geprüft, welche Komponenten des Fahrzeugmotors eines Austausch oder einer Überarbeitung bedürfen.
Ersatzteile: Original, Identisch oder Nachbau?
Grundsätzlich sollten in Motoren nur Bauteile verbaut werden, die als Ersatz auch tatsächlich geeignet, also auf die Abmessungen und Leistungen des Motors abgestimmt sind. Nicht passende Teile können die Funktion eines Motors nicht wieder herstellen oder dem Antriebgeber gar insgesamt schädigen. Neben den Originalteilen, die aus einem originalen Motor stammen, gibt es jedoch auch noch anderen Komponenten, die durchaus bei der Instandsetzung vom Motor zulässig sein können.
- Ersatzteile für das Original: Viele Hersteller bieten für Ihre Motoren auch Originalersatzteile für die Motoreninstandsetzung an. Diese können dann ebenso wie Originalteile aus Altmotoren in aller Regel ohne Probleme im Motor verbaut werden.
- Identische Ersatzteile: Hierbei handelt es sich um bau- und funktionsgleiche Teile zu den Originalkomponenten. Teilehersteller und Motorenhersteller sind dabei nicht derselbe, die Teile selbst entsprechen jedoch den Vorgaben des Originalproduzenten. Im Grunde verhält es sich hier wie bei Medizinprodukten, bei denen Originalmedikament und Generika einander soweit gleichen, dass sie deckungsgleiche Anwendung finden können.
- Nachbauteile: Es gibt auch einige Hersteller, die Originalteile selbst nachbauen. Derartige Nachbauten kommen bei der Aufbereitung von Motoren vor allem dann zum Einsatz, wenn es sich um Altmotoren handelt, für die selbst keine Ersatzteile mehr produziert werden. Damit sind solche Nachbauteile besonders auch für Oldtimer bei der Motorinstandsetzung von Bedeutung.
- Teile aus Markenpiraterie: Sogenannte „Piratenteile“ entstammen der Produktpiraterie, bei der es sich grundsätzlich um eine Straftat handelt (Verstoß gegen das Patentrecht). Zwar sind illegale Bauteile in aller Regel günstiger und können so auch den ein oder anderen Motorinstandsetzer locken, aber nicht nur der rechtliche Verstoß sollte Sie von dem Einbau von gefälschten Produkten abhalten: Sie hätten auch keinerlei Gewährleistung, dass die verwandten Ersatzteile tatsächlich bau- und funktionsgleich sind oder die Materialien der Belastung standhalten.
Grundsätzlich ist davon abzuraten, dass sich Laien an den Fahrzeugmotoren zu schaffen machen, um die in Werkstätten entstehenden Kosten für die Pkw-Motoreninstandsetzung zu umgehen. Schon kleine Fehler können zu schweren Motorschäden führen. Abgesehen von den nötigen Kenntnissen von Fahrzeugmotoren bedarf es zudem bei Arbeiten am Motor und fürs Instandsetzen im Besonderen auch umfangreichen Equipments und Spezialwerkzeugs. Mit einem einfachen Schraubenzieher kommt ein Laie hier nicht weit.
Kosten einer Motoreninstandsetzung
Bei der Motoreninstandsetzung sind die Preise von Fall zu Fall verschieden. Diese richten sich vor allem nach dem Arbeitsaufwand, den eingesetzten Ersatzteilen, dem Alter und der Komplexität des Motors. Die Motoreninstandsetzung ist grundlegend bei Oberklassewagen teurer als bei Kleinwagen von VW, Mazda & Co. Je mehr Teile ausgetauscht werden und desto mehr Arbeitszeit für die Motoreninstandsetzung nötig ist, desto höher ist am Ende der Preis. Eine komplette Instandsetzung kann so schnell 1.500 bis 3.000 Euro und mehr kosten - je nach Fahrzeugmodell.
Besonders aber auch bei Oldtimern ist die Motoreninstandsetzung von Bedeutung: Die Raritäten unter den Fahrzeugen haben einen besonderen Status, den sich Liebhaber auch schon mal mehr kosten lassen. Und ebenso bei Lastkraftwagen ist die Motoreninstandsetzung oftmals sinnvoll. Die Vieltonner kosten meist schon im gebrauchten Zustand so viel wie ein neuer Kleinwagen.
Die Motoreninstandsetzung ist dabei in aller Regel mit geringeren Kosten verbunden als die Neuanschaffung.
Hinweis: Es handelt sich bei der Darstellung nur um allgemeine Richtwerte, die je nach Einzelfall und Fahrzeugtyp wesentlich abweichen können.
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