Moped Reifenbezeichnung: Eine Erklärung

Ein Motorradreifen wird durch verschiedene Angaben bestimmt, die auf jedem Reifen ersichtlich sind. Diese Angaben umfassen die Reifenbreite, das Verhältnis von Querschnitt und Breite in Prozent, die Bauweise, den Felgendurchmesser, den Tragfähigkeitsindex und den Geschwindigkeitsindex. Alle Reifenangaben müssen mit den Daten in der Zulassungsbescheinigung bzw. dem Fahrzeugschein übereinstimmen, oder es wird eine entsprechende Reifenfreigabe benötigt.

Reifengrößen: Metrisch und Zoll

Reifen sind in zwei verschiedenen Größen angegeben: metrisch und in Zoll.

  • Metrisch: Bei metrischen Größen steht die erste Zahl für die Breite in Millimetern (mm). Die zweite Zahl steht für die Höhe des Reifens in Prozent der Breite. Die dritte Zahl steht für die Zollgröße der Felge. Zum Beispiel ist ein 80/90/17 Reifen 80 mm breit, 72 mm hoch (90 Prozent von 80) und hat eine Zollgröße von 17.
  • Zoll: Bei Zollgrößen steht die erste Zahl für die Breite in Zoll (ein Zoll entspricht 2,54 cm), die zweite Zahl steht für die Zollgröße der Felge. Zum Beispiel ist ein 2.50 x 17 Reifen 63 mm breit (2.50 x 2,54 cm) und hat eine Zollgröße von 17.

Ein Vergleich der entsprechenden Größen kann nützlich sein, wenn Sie von einer alten Zollangabe auf eine neue metrische Größe umsteigen möchten.

Die Seitenwandbeschriftung verstehen

Ein Reifen zeigt auf seiner Seitenwand eine Menge Informationen über sich, z. B. seine Größe, seine Bauart, seine zulässige Höchstgeschwindigkeit, seinen Lastindex und sein Alter.

Was also bedeutet zum Beispiel die Zeichenfolge 160/60 ZR 17 M/C (69W) genau?

  • Die erste Zahl 160 bezeichnet die Reifenbreite in Millimetern.
  • Die Zahl nach dem Schrägstrich 60 gibt das Verhältnis von Höhe zu Breite in Prozent an: 60 Prozent von 160 mm bedeuten also 96 mm Höhe.
  • Bei Reifen mit Radialkarkasse und obligatorischem Gürtel (sogenannte Radialreifen) folgt ein R, dem ein Z für die Zulassung über 240 km/h voranstehen kann.
  • Bei einem Reifen mit Diagonalkarkasse ohne Gürtel ("Diagonalreifen") stünde stattdessen ein Bindestrich. Reifen mit Diagonalkarkasse und Gürtel ("Diagonalgürtelreifen") kennzeichnet an dieser Stelle ein B (wie "belt", englisch für Gürtel).
  • Die nächste Zahl, hier 17, ist der Felgendurchmesser in Zoll.
  • M/C zeigt an, dass es sich um einen Motorradreifen handelt.
  • Die folgende Ziffernangabe ist der Lastindex: Je höher die Zahl, desto mehr Last kann der Reifen tragen. Die 69 steht für eine maximal zulässige Last von 325 kg.
  • Der letzte Buchstabe, hier W, gibt die zulässige Geschwindigkeit an; der Reifen ist also für 270 km/h zugelassen.

Geschwindigkeitscodes bei Reifen:

  • J = 100 km/h
  • K = 110 km/h
  • L = 120 km/h
  • M = 130 km/h
  • N = 140 km/h
  • P = 150 km/h
  • Q = 160 km/h
  • R = 170 km/h
  • S = 180 km/h
  • T = 190 km/h
  • U = 200 km/h
  • H = 210 km/h
  • V = 240 km/h
  • W = 270 km/h
  • (W) = >271 km/h
  • Y = 300 km/h

Ein Reifen muss für die in den Fahrzeugpapieren eingetragene Höchstgeschwindigkeit + 10 % geeignet sein.

DOT-Nummer (Produktionsdatum):

Die DOT-Nummer (DOT = Department of Transportation, das US-Verkehrsministerium) gibt codiert das Herstellungswerk, die Reifengröße und den Reifentyp wieder. In dem ovalen Feld dahinter ist die Produktionswoche vermerkt: 1516 bedeutet, dass der Reifen in der 15. Kalenderwoche des Jahres 2016 hergestellt wurde.

Mindestens ein Pfeil auf dem Reifen zeigt seine Drehrichtung an, damit das Profil seine Aufgaben (u. a. Wasserabführung) bestmöglich erledigen kann.

Aufbau eines Motorradreifens

Der Reifen hat eine Lage Kunstfaser ("Rayon") und eine Lage Stahl ("Steel") unter der Lauffläche, außerdem eine Lage Kunstfaser in der Seitenwand. Die Karkasslagen (A), je nach Bauart mehrere übereinander, bilden das tragende Gerüst des Reifens.

Die Gürtellagen (B) liegen wie hier beim Gürtelreifen als Schnittgürtel nur unter der Lauffläche und sollen das durch Fliehkräfte bedingte dynamische Wachstum einschränken. Die Karkasslagen sind hingegen um den Wulst geschlagen (C) und verstärken dadurch, wie der Kernreiter (D), die Seitenwand.

Der Kernreiter sitzt auf dem Wulstkern (E) und füllt den Hohlraum über diesem aus. Der Wulstkern selbst hält den Reifen auf der Felge; er besteht aus Stahldraht.

Die aufvulkanisierte Lauffläche (F), auch "Laufstreifen" genannt, trägt schließlich die zum Verschleiß zur Verfügung stehende Gummimischung mit dem Profil.

Karkasslagen eines Diagonalreifens: Diagonalreifen haben mehrere sich kreuzende Karkasslagen, die einen sehr steifen Reifenaufbau bilden, bei hohem Tempo aber ein großes dynamisches Reifenwachstum verursachen und sich außerdem stark aufheizen.

Karkasslagen eines Radialreifens: Bei Radialreifen dagegen verläuft zum Teil nur eine Karkasslage 90 Grad quer zur Laufrichtung.

Motorrad-Reifengrößen für verschiedene Einsatzbereiche

Es gibt verschiedene Reifengrößen für unterschiedliche Einsatzbereiche:

  • Straßenverkehr: Hier müssen die vom Hersteller empfohlenen Abmessungen eingehalten werden.
  • Geländeeinsatz: Hier können Sie die Reifengröße nach Ihren Bedürfnissen wählen. Schmalere Reifen bieten besseres Handling, während breitere Reifen mehr Grip bieten.
  • Rennstrecke: Hier werden oft breitere Hinterreifen für mehr Grip montiert. Wettkampfreifen tragen die Abkürzung NHS (Not for Highway Service) und sind nicht für den Straßenverkehr zugelassen.

Kompatibilität von Motorrad-Reifengrößen (Zoll in mm)

Abmessungen in mm Abmessungen in Zoll
50/100 2.00
60/100 2.25
70/100 2.50
80/80 2.75
80/90 2.75 - 3.00
90/90 3.00 - 3.25 - 3.60
100/90 3.50 - 4.10
110/90 4.00 - 4.10 - 4.60
120/80 4.25 - 4.50 - 4.60
120/90 4.25 - 4.50
130/80 4.50 - 4.60 - 5.10
130/90 4.50 - 4.60 - 5.10
140/80 4.50 - 5.10 - 5.50
140/90 5.10 - 5.50

Alphanumerische Größenangaben (Harley Davidson)

Alphanumerische Größenangabe Metrische Größenangabe
MH90 80/90
MJ90 90/90
MM90 100/90
MN90 110/90
MP85 110/90
MR90 120/90
MT90 130/90
MU85/MU90 140/90
MV85 150/80, 150/90

Was sollte bei neuen Reifen beachtet werden?

Bei der Montage neuer Schlauchreifen (TT) sind grundsätzlich neue Luftschläuche einzulegen. Bei der Montage von neuen Schlauchlosreifen (TL) wird aus Sicherheitsgründen empfohlen, neue Ventile zu verwenden. Neue Reifen haben eine glatte Oberfläche und müssen auf einer Distanz von ca. 200 km bei verhaltener Fahrweise eingefahren werden.

Weitere wichtige Aspekte

  • Luftdruck: Der Luftdruck sollte einmal pro Woche bei kalten Reifen gemäß Angaben im Fahrerhandbuch überprüft werden.
  • Profiltiefe: Laut Straßenverkehrszulassungsordnung beträgt die Mindestprofiltiefe 1,6 mm.
  • Auswuchten: Ein neuer Reifen muss nach der Montage immer ausgewuchtet werden.
  • Reifenalterung: Die Altersgrenze liegt allgemein bei 10 Jahren -- danach sollte ein Reifen nicht mehr montiert und verwendet werden.
  • Reifenlagerung: Der Lagerraum für Reifen soll kühl, trocken und mäßig gelüftet sein.

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