Moped selber lackieren: Eine umfassende Anleitung

Bei der Restauration eines Mopeds oder Motorrads kommt man irgendwann an den Punkt, an dem der Benzintank lackiert werden soll. Auch das Mofa kann durch eine neue Lackierung zum echten Hingucker gemacht werden. Hier findest du eine detaillierte Anleitung, wie du dein Moped selbst lackieren kannst, um professionelle Ergebnisse zu erzielen - ob mit Spraydose oder Lackierpistole.

Vorbereitung: Das A und O für ein gelungenes Lackierergebnis

Das Wichtigste zu Anfang: Vorbereitung ist alles. Beim Lackieren nimmt die Vorbereitung nicht nur die meiste Zeit in Anspruch, sondern ist auch viel wichtiger, als viele denken. Auch beim Mofa. Das Lackieren an sich geht, im Vergleich dazu, schnell von der Hand.

Reinigung und Demontage

  1. Klebeetiketten usw. entfernen.
  2. Tanköffnung vorsichtig mit Isopropanol und Einmaltüchern reinigen.
  3. Tanköffnung sorgfältig zukleben, damit keine Verunreinigungen in den Tank geraten.
  4. Alle zu lackierenden Teile reinigen.

Entfernung des alten Lacks

Danach muss natürlich der alte Lack runter. Dabei gibt es sehr viele Möglichkeiten. Ganz klassisch mit dem Schmirgelpapier (bei kleinen Flächen) oder einem Aufsatz für den Winkelschleifer oder auch die Bohrmaschine. Wir bleiben günstig und wählen das Schleifpapier.

Rost entfernen

Ist das Mofa Teil verrostet (wie in unserem Beispiel), steht vorher allerdings ein anderer Schritt an: Mit der Drahtbürste muss zunächst der Rost runter. Das geht per Hand oder noch einfacher mit einem Drahtbürstenaufsatz für die (Stand-) Bohrmaschine.

Schleifen

  1. Alle zu lackierenden Teile mit dem Exzenterschleifer mit P120 anschleifen. Dabei auch die Klebeaufschriften abschleifen. Etwaige Roststellen gleich mitausschleifen.
  2. Ist aller Rost entfernt, kann man sich zunächst grobes Schleifpapier nehmen und den Rest des alten Lacks zu entfernen.
  3. Nun wird man mit dem Schleifpapier immer feiner, bis man etwa bei 240er angekommen ist.
  4. Wann der Lack des zu lackierenden Teils noch in Ordnung ist, also kein tiefer Rost, große Schäden etc. reicht es, diesen anzuschleifen. Dazu verwendet man am besten 400er - 600er Schleifpapier.

Spachteln

  1. Schadstellen mit Universalspachtel spachteln. Dabei in mehreren Schichten dünn arbeiten.
  2. Gibt es Stellen, die gespachtelt werden müssen, ist nun die Zeit dafür gekommen.
  3. Danach solltest du diese Stellen natürlich noch einmal abschleifen, da der Spachtel selber meist keine glatte, abschließende Oberfläche bildet und angeraut werden sollte.
  4. Den getrockneten Spachtel final mit Schleifpapier der Körnungen P80, P120 und P240 anschleifen.

Reinigung vor dem Lackieren

  1. Die Metallteile nach dem Spachteln mit Isopropanol und Einmaltüchern gründlich reinigen.
  2. Nachdem der Lack angeschliffen wurde, sollte das Teil sehr gründlich gereinigt werden. Wir verwenden hierzu handelsüblichen Silikonentferner.
  3. Man kann bei Bedarf auch noch einmal mit einem Staubbindetuch über die Fläche gehen.

Vorbereitung des Arbeitsbereichs

  1. Die Bauteile aufbocken oder aufhängen, sodass beim Lackieren alle Bereiche gut erreichbar sind.
  2. Die Teile von Innen mit Abdeckpapier und Streifenklebeband abkleben. Dort werden sie nicht lackiert und brauchen nicht gesondert gereinigt zu werden.
  3. Dieser sollte gut gelüftet und auch warm sein.
  4. Auch die Rahmenbedingungen wie Temperatur und evtl. sogar Entlüftung sollten stimmen.
  5. Den Lackierraum immer gut lüften und auch warm genug halten. Mindestens 20-25 Grad sollte es schon haben.

Grundierung: Die Basis für eine perfekte Lackierung

  1. Die Metallteile mit einer 2K-Epoxidharzgrundierung in zwei Schichten grundieren. Zwischenablüftzeiten beachten. Grundsätzlich wird immer versucht nass-in-nass zu arbeiten.
  2. Die Kunststoffteile mit Kunststoffhaftvermittler einsprühen. Dabei besonders die durchgeschliffenen Teile beachten. Ablüftzeit von ca.
  3. Die Kunststoffteile mit dem Mipa Etch-Filler hellgrau in zwei Schichten grundieren.
  4. Metallteile ebenfalls mit dem Mipa Etch-Filler hellgrau in zwei Schichten grundieren.
  5. Anschließend geht es an die erste Schicht Grundierung bzw. Füller.
  6. Diese wird dünn aufgetragen und anschließend trocknen gelassen.
  7. Ein Griff für die Sprühdose ist sehr zu empfehlen und erleichtert die Arbeit deutlich.
  8. Beim Auftragen an sich mit fließenden Bewegungen und einem Abstand von etwa 25cm arbeiten.
  9. Lieber zu dünne als zu dicke Schichten auftragen.
  10. 3-4 Schichten sind ein guter Richtwert.
  11. Nachdem die Grundierung trocken ist, müssen die Teile erneut angeschliffen werden.
  12. Wir empfehlen 3-5 Schichten Grundierung aufzutragen und jede Schicht nach Trocknung etwas anzuschleifen.

Lackieren: Farbe ins Spiel bringen

  1. Den Etch-Primer mit Softflex P400, P600 und P800 anschleifen.
  2. Ist Alles trocken und sauber kann vorsichtig die erste Schicht Lack aufgetragen werden.
  3. Diese Lackschichten trocknen lassen und danach die nächste auftragen.
  4. Auch hier etwa 3 Schichten evtl. mehr, je nach stärke.
  5. Den Basislack jeweils in zwei Schichten auftragen. Zwischenablüftzeiten beachten.
  6. Wichtig ist auch hierbei, dass mehrere Schichten des Farblacks aufgetragen werden und jede Schicht, z.B. 380-er Sandpapier, angeschliffen wird.
  7. Je nach Lack, sollte die Düse der Lackierpistole und der Druck passend gewählt werden.
  8. Anschließend die Farbe je nach Vorgabe mit Härter und Verdünnung gut durchmischen.
  9. Das Grundierte Teil sollte absolut staubfrei sein.
  10. Danach das Teil leicht an nebeln um eine gute Haftung zu erreichen.

Klarlack: Schutz und Glanz

Um seinen frischen Lack auch nachhaltig zu schützen, wird nun noch Klarlack aufgetragen. Dazu muss das Werkstück natürlich wieder trocken sein. Beim Auftragen des Klarlacks wird vorgegangen wie bei den vorherigen Schritten. Auch den Klarlack wieder gut trocknen lassen.

Der Benzintank muss zum Schluss noch mit mehreren Schichten Klarlack überzogen werden. Nimm hierzu unbedingt einen benzinfesten 2K Klarlack, wie z.B.

2K-Klarlack in zwei Schichten auftragen.

Kleiner Tipp: Durch einen Matten Klarlack, kannst du auch deinem Mofa Teil eine matte Oberfläche verleihen.

Tipps und Tricks für ein perfektes Ergebnis

  • Erst die Ränder sprühen dann die Flächen.
  • Wenn der Decklack nicht matt ist kannst du dir den Klarlack schenken.
  • Ansonsten Herstellerangaben zur Verarbeitung beachten.
  • Manche schreiben z.B. den Grundlack nach 30min mit Klarlack überlackieren....
  • Machst du zu schnell und zu dick den Klarlack drauf kann es passieren dass dieser den Grundlack wieder anlöst und alles war für die Katz.
  • Also kurz drübernebeln..10min warten, wieder drübernebeln usw. usw..
  • Zwischen 10 - 20min. Wenn es 2K Lack ist ggf. etwas länger.
  • Alles klar, danke!
  • Alles gratis als Schritt-für-Schritt-Anleitung, als Videoanleitung und zum Herunterladen oder Ausdrucken.
  • In unserer Motorrad Lackieranleitung bekommst du alle Schritte einzeln erklärt. Vom Vorbereiten, übers Schleifen, zum Grundieren, bis hin zur Lackierung zeigen wir dir alles ganz genau zum Nachmachen. Dazu gibt dir unser Lackiermeister auch noch praktische Tipps & Tricks.

Tabelle: Schleifpapier Körnungen und ihre Anwendung

Körnung Anwendung
P80 - P120 Entfernung von Rost und groben Lackresten
P240 Feines Abschleifen von Spachtelmasse
P400 - P600 Anschleifen von Lack vor der Grundierung
P800 Feines Anschleifen von Grundierung
P1200 Nassanschleifen der Grundierung vor dem Lackieren

Abschließende Arbeiten

  1. Das Ganze sollte anschließend mehrere Stunden Trocknen bevor der Klarlack aufgetragen werden kann.
  2. Ist dein Teil gut durchgetrocknet (wir empfehlen es auf jeden Fall über Nach trocknen zu lassen), kann es verbaut werden.
  3. Durch den Lack sollte das Mofa/Teil nun allen Witterungsbedingungen trotzen und auch optisch ein echter Hingucker sein.

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