Eine Situation, die wohl jeder Mofa- und Moped-Fahrer einmal erlebt: Man möchte sein Schätzchen starten, doch das Mofa springt nicht an. Das kann nach einer Restauration, einem Umbau oder einfach so aus heiterem Himmel passieren. Schnell ist man dann mit der Fehlersuche überfordert, da es so viele Gründe haben kann.
Dieser Artikel soll dir nun Abhilfe verschaffen! Hier findest du eine Checkliste, um die Ursachen einzugrenzen und dein Mofa bald wieder ans Laufen zu bringen.
Was braucht ein Mofa zum Starten?
Ganz grob gesagt: Gemisch im richtigen Verhältnis von Luft und Sprit, Kompression und einen Zündfunken in ausreichender Stärke und zum richtigen Zeitpunkt. All dies lässt sich natürlich überprüfen.
Wenn du gar keine Ahnung hast, warum dein Mofa nicht startet, solltest du alle Möglichkeiten nacheinander ausschließen. Damit dir dies ohne Probleme gelingt, haben wir dir hier alles aufgelistet, damit dein Mofa bald wieder richtig startet.
Mögliche Ursachen und Lösungen
1. Kein Zündfunken
Zunächst prüfen wir den Zündfunken und ob dieser überhaupt zustande kommt. Dafür die Zündkerze herausschrauben und auf Masse legen. Hier bietet sich der Zylinderkopf oder Rahmen an. Nun tritt man die Pedale durch oder nutzt eine Bohrmaschine am Polrad und schaut, ob ein Zündfunke zu sehen ist. Überzeugt er dich und deine Zündung ist richtig eingestellt, kannst du zum nächsten Punkt weiter gehen.
Um sicher zu gehen, dass die Zündung auch richtig eingestellt ist, solltest du den Abstand der Kontakte prüfen. Dies ist besonders wichtig, da sie sich auch durch Verschleiß „verstellen“ können. Sind deine Kontakte stark verbrennt und du hast Probleme mit dem Starten deines Mofas, ist oft der Kondensator die Ursache für diese Probleme. Diesen kannst du einfach wechseln. Dafür muss in den meisten Fällen lediglich das Polrad ausgebaut werden. Danach kannst du den alten Kondensator abschrauben und durch einen neuen ersetzen.
Ist nach mehreren Versuchen kein Zündfunke zu sehen, hast du den (oder einen) Fehler gefunden. Tipp: Macht dein Mofa beim Startversuch andere Geräusche als sonst, ist das oft ein Hinweis darauf, was der Grund sein könnte.
Doch der fehlende Zündfunke kann viele Gründe haben. Zunächst würde ich das dicke Zündkabel überprüfen. Dies reicht meist von der Zündspule bis zum Zündkerzenstecker und sollte nicht geknickt, aufgescheuert oder gebrochen sein. Auch ob es richtig im Stecker und der Spule sitzt sollte man prüfen. Ist der Zustand nicht gut, kann es leicht ersetzt werden. Dazu einfach das Kabel raus- und ein neues rein drehen.
Ist hier alles gut gehen wir weiter zur Zündkerze und dem Zündkerzenstecker. Vor allem die Kerze macht gerne Probleme. Aus diesem Grunde ist es ratsam, immer eine als Ersatz im Hause zu haben. So kann man durch Tauschen der Kerze, diese als Fehlerquelle ausschließen.
Nun solltest du die groben Fehlerquellen im Zündapparat überprüft worden sein. Zündet dein Mofa immer noch nicht musst du tiefer graben. Zündspule(n) und die Zündung im Motor im Allgemeinen kommen nun als Gründe in Frage. Dazu gibt es allerdings eigene Beiträge auf dieser Seite. All diese Teile können defekt sein. Du kannst entweder nachmessen, ob sie noch funktionieren, oder falls du schon Ersatz da hast, diese auf Verdacht tauschen. Auch hier solltest du alle Kabel prüfen und schauen, ob sie nicht z.B.
2. Probleme mit der Gemischzufuhr
Das Mofa springt immer noch nicht an….Zündet dein Mofa, aber springt trotzdem nicht an, prüfen wir nun die Gemischzufuhr, denn ohne Sprit keine Explosion im Zylinder!
Ist dein Benzinhahn offen? Da man vor dem Prüfen wahrscheinlich sehr viele Startversuche unternommen hat, gibt es eine einfach Möglichkeit herauszufinden, ob überhaupt Gemisch im Zylinder ankommt: Einfach die Zündkerze raus drehen und schauen, ob sie nass ist. Ist dies der Fall, kommt Gemisch an. Ist dem nicht so, kann dies wieder viele Gründe haben.
Wir starten am Benzinhahn. Dieser besitzt in den meisten Fällen auch einen Filter im Inneren und im Teil, der im Tank steckt. Also Benzinhahn ausbauen und reinigen. Geht man den Benzinschlauch weiter, kommt oft noch ein Benzinfilter. Auch dieser kann verstopft sein. Auch das solltest du prüfen und ggf. berichtigen.
Des Weiteren sollte man den Benzinschlauch an sich prüfen. Sind keine Knicke oder Risse vorhanden? Am Ende des Benzinschlauchs sitzt nun der Vergaser. Dieser ist ein wahrer Quell potentieller Fehler. Zum Einen hat fast jeder Vergaser noch einmal einen Benzinfilter.
Die Düse oder die Kanäle im Vergaser können verstopft sein und so verhindern, dass genug Gemisch in den Zylinder gelangt. Es ist also immer ratsam, den Vergaser komplett zu zerlegen und zu reinigen. Die Düse ist hier als wichtigster Punkt zu nennen. Auch den Schwimmer solltest du prüfen. Kann er sich frei bewegen? Wie man das macht?
Dein Mofa sollte natürlich auch die richtige Düse besitzen. Auch die Luftzufuhr solltest du prüfen. Hier einen Blick auf den Luftfilter werfen und schauen, ob die Luftzufuhr, hin zum Vergaser, gewährleistet ist. Zur Not kannst du einen Startversuch ohne Luftfilter machen.
3. Weitere mögliche Ursachen
Hast du all dies umgesetzt und den Fehler immer noch nicht gefunden, liegt der Fehler wohl tiefer. So könntest du die Kompression checken. Kolben und Ringe sind Verschleißteile, die sich jedoch oft akustisch ankündigen, wenn die Verschleißgrenze erreicht ist.
Auch die Dichtung am Zylinderkopf könnte nicht mehr in Takt sein.
Ein Sonderfall sind Mofas, die frisch aufgebaut und vorher so noch nie gelaufen sind. Hier können sich beim Zusammenbau Fehler eingeschlichen haben. So kann ein Kabel nicht angeschlossen, oder der Kolben falsch herum verbaut worden sein. Hier würde ich wieder systematisch vorgehen und im Notfall alle Teile, die für den Start relevant sind, noch einmal überprüfen.
Dies sind nur einige Möglichkeiten, weshalb dein Mofa nicht anspringen könnte. Allerdings findet man unserer Erfahrung nach so meist den Fehler. Wichtig ist es nur den Fehler zu lokalisieren. Sobald du weißt, warum dein Mofa nicht anspringt, ist das schon mehr als die halbe Miete.
4. Falscher Zündzeitpunkt
Ich tippe auf Zündzeitpunkt falsch eingestellt. Evt. ist das Schwungrad nicht korrekt drin.
Zie ZK zündet zum falschen Zeitpunkt und der Kolben schlägt in die falsche Richtung zurück.
Kurz und knapp: Deine Mofa zündet, wann sie will. Meistens liegt das daran, dass die Scheibenfeder (= der "Keil") der Kurbelwelle abgeschert ist. Nimm dein Polrad herunter und du wirst die Bescherung schon sehen.
Die Scheibenfeder ist nicht dazu gedacht, das Polrad mitzunehmen! Sie stellt nur sicher, dass du das Polrad in der richtigen Stellung montierst. Die Kraftübertragung von dem Kurbelwellenzapfen auf das Polrad erfolgt nur über den Konus, der dazu unvermackt und zum Konus des Polrades passend sein muss.
Schleif das Polrad auf den Kurbelwellenstumpf ein, falls beide noch nicht zu versaut sind, setze das ganze mit neuer Scheibenfeder zusammen und - ganz wichtig - ziehe die Befestigungsmutter des Polrades kräftig an (am besten nach Handbuchwert mit dem Drehmomentschlüssel, zur Not lieber zu fest als zu locker).
Die Fehlzündungen, das Zurückhauen der Pedale sowie das heftige Unterbrecherfeuer kommen aller Wahrscheinlichkeit nach durch diesen einen Fehler zustande. Beheb den zuerst, dann sollte das alles OK sein.
Lies nochmal, was ich bisher geschrieben habe. Du willst scheinbar, dass es an etwas anderem liegt. Du hast deine Zündung nach Markierung am Polrad eingestellt. Wenn die Scheibenfeder vom Polrad aber abgeschert ist, weil du das Polrad nicht richtig befestigt hast, dann stimmt eben deine Markierung nicht. Dann stimmt im Prinzip nichts mehr, weil sich das Polrad auf dem Konus verdrehen kann.
Kurzfassung für dich: Nimm das Polrad herunter, begutachte den Konus der Kurbelwelle und den Konus des Polrads. Muss einwandfrei glatt und blank sein, da dürfen keine Furchen, Schrammen usw. zu sehen sein. Falls der Konus vom Polrad und/oder der Kurbelwellenstumpf beschädigt sind, müssen sie neu aufeinander eingeschliffen werden und du musst eine neue Scheibenfeder verwenden.
Nochmal zum Mitschreiben: Die Scheibenfeder dient nicht zur Kraftübertragung, sondern nur dazu, dass du das Polrad in richtiger Position aufsetzt. Die Übertragung der Kraft erfolgt nur durch den Konus, weshalb das Polrad gut fest angeschraubt werden _muss_ - sobald es zu locker ist, schert wieder die Scheibenfeder ab und dein Polrad verdreht sich auf dem Kurbelwellenstumpf, was zu falschen (und vor allem wild wechselnden) Zündzeitpunkten führt.
Du suchst Markierung O auf dem Schwungrad, drehst das Schwungrad nach links bis O deckungsgleich mit der Kerbe am Motorgehäuse., dann stellst den Unterbrecherkontakt auf 0,4mm (bzw.Unterbrecherkontaktabstand bei höchster Nockensteilung auf 0,4 ± 0,05 mm einstellen),die Schraube an der er fest ist, lockern ,da sind so Kerben am Unterbrecher wo Schraube ist, da kann man Schraubendreher ansetzen um Unterbrecher zu verschieben. einstellen festziehen. wenn nicht muss die Ankerplatte verdreht werden, dazu die Schrauben außen an der Ankerplatte etwas lockern und Platte verdrehn.Beim Verdrehen gegen die Drehrichtung des Polrades - Zündbeginn früher, beim Verdrehen in Drehrichtung-Zündbeginn später. das gilt normal nur bei passendem Polrad, sonst muss OT und M ermittelt werden wenn keine Markierungen oder nicht passende Markierungen auf dem Polrad.
Wenn man Tips, die man bekommt, zuletzt ausprobiert, dann weiss ich auch nicht, warum man um Hilfe bittet.
Übrigens: Eine Scheibenfedernut hat keinen Verschleiss, wenn denn das Polrad korrekt montiert war. "Verschleiss" ist dann da, wenn der Keil abgeschert wurde.
5. Weitere Tipps
- Batterie prüfen: Gerade ältere Modelle nutzen sich schneller ab und müssen daher neu geladen oder ausgetauscht werden.
- Vergaser reinigen: Altes Benzin kann zu Startschwierigkeiten führen. Zusätzlich kann sich altes Benzin in der Schwimmerkammer des Vergasers ablagern und die Düsen verstopfen.
- Zündkerze überprüfen: Ruckeln oder Startschwierigkeiten beim Roller können häufig auf eine defekte oder verdreckte Zündkerze zurückgeführt werden.
6. Checkliste bei längerem Stillstand
Oft ist nach langer Standzeit die Batterie zu schwach oder komplett entladen. Gerade ältere Batterien machen nach der kalten Jahreszeit oft schlapp und müssen daher oft neu geladen oder ausgetauscht werden.
Häufig wird bei längerer Standzeit vergessen den Benzin (Sprit) aus dem Vergaser abzulassen. Als Folge davon nimmt die Entzündbarkeit ab. Altes Benzin entzündet sich deutlich schlechter da sich Wasser gebildet haben kann. Dies erkennt mann an kleinen braunen Tröpchen im sonst hellen Benzin. Wenn der alte Sprit aus dem Vergaser raus ist, und die Düsen gereinigt sind dann klappt es meistens wieder mit dem Anlassen. Abgelassen werden kann der Kraftstoff am einfachsten über die Ablassschraube an der Schwimmerkammer.
Bitte beachte beim ablassen des Benzins/Kraftstoffs, das es nicht einfach auf den Boden läuft.
Meist wirkt Starthilfespray Wunder und der Roller springt sofort an. Die Lösung für das eigentliche Problem ist dieses Mittel jedoch nur bedingt. Starthilfespray hilft die erste Zündung zu erzeugen und ist meist als Diethylether, ein hochentzündliche Flüssigkeit die durch das Sprühen in einen gasförmigen Zustand gebracht wird, bekannt. Es entzündet sich wesentlich schneller als Benzin und unterstützt so beim Startvorgang. Wenn der Motor dann erst einmal läuft bleibt er auch meist am laufen.
7. Anwendung von Starthilfesprays
Grundsätzlich wird das Spray vor dem Luftfilter angewendet, so dass der Diethylether über diesen Weg in den Verbrennungsraum gelangt. Sollte dies keine Wirkung zeigen, kann das Starthilfespray auch direkt in den Brennraum gesprüht werden. Hierzu wird die Zündkerze entfernt und man gibt dann einen ordentlichen Stoß Starthilfespray in das Zündkerzenloch.
Wichtig: Kann der Roller nur mit der Hilfe von Starthilfespray gestartet werden, sollte auf jeden Fall eine genauere Überprüfung stattfinden.
Zündkerzen gehören zu den Verschleißteilen eines Rollers. Eine kaputte oder stark verschlissene Zündkerze kann zu Zündaussetzern, Ruckeln sowie einem erhöhten Kraftstoffverbrauch führen. Gründe können Verschmutzungen an der Elektrode, Verkrustungen oder ein zerbrochener Isolator sein. Deshalb gilt: Zündkerzen regelmäßig prüfen und ggfs. ersetzen!
8. Checkliste zur Fehlersuche
- Kraftstoff überprüfen: Ist genug Benzin im Tank? Riecht das Benzin noch nach Benzin?
- Zündkerze prüfen: Ist sie sauber und trocken? Gibt es einen Zündfunken?
- Vergaser prüfen: Ist er sauber und richtig eingestellt?
- Luftfilter prüfen: Ist er sauber und durchlässig?
- Batterie prüfen: Ist sie geladen und in gutem Zustand?
- Zündung prüfen: Sind alle Kabel und Verbindungen in Ordnung?
9. Tabelle der häufigsten Ursachen und Lösungen
| Ursache | Lösung |
|---|---|
| Leerer Tank | Tank auffüllen |
| Verschmutzte Zündkerze | Zündkerze reinigen oder ersetzen |
| Verstopfter Vergaser | Vergaser reinigen |
| Schwache Batterie | Batterie aufladen oder ersetzen |
| Falscher Zündzeitpunkt | Zündzeitpunkt einstellen |
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