Das Markenzeichen eines jeden Mopeds - die 2-Takt Fahne, welche für einen Enthusiasten einen unverwechselbaren Geruch hinterlässt, wenn solch ein Schätzchen an einem vorbei brummt. Aber wie mischt man den perfekten 2-Takt Sprit? Wie viel 2-Takt Öl kommt in dieses Gemisch und wie berechne ich das am einfachsten? Auch welches Öl wir empfehlen erfährst du hier.
Für manche immer wieder aufs Neue eine Herausforderung: Wie mische ich meinen Sprit fürs Mofa richtig? Anders als die meisten modernen 2-Takter, gibt es bei Mofas meistens keine Getrenntschmierung. Das heißt, man muss 2-Takt Öl und Benzin selber mischen und dann in den Tank kippen. Ausnahmen sind hierbei moderne Mofas wie die Piaggio Ciao Mix Modelle, die einen extra Tank für das 2-Takt Öl haben und dies dann über eine Pumpe selber mischen. Besitzt ihr also nicht ein solch modernes Mofa, ist Handarbeit gefragt. Das 2-Takt Öl sorgt übrigens dafür, dass viele Teile deines Motors geschmiert werden.
Das richtige Mischungsverhältnis
Ganz zu Beginn sollten wir allerdings mit einem wichtigen Vorurteil aufräumen: Welches Mischungsverhältnis nutze ich am Besten beim Mischen des Kraftstoffs für das Mofa? Viele Modelle hatten früher eine Empfehlung von 1:25. Bei 10l Sprit wären das etwa 400ml Öl. Diese Rechnung ist mit den modernen Ölen allerdings überholt! Im Alltag nutzen wir bei eigentlich ALLEN Modellen das Mischungsverhältnis 1:50. Dies ist auch meist die Empfehlung der Hersteller der Öle.
Normal werden die meisten Pocketbikes Mofas mit einem Gemisch von 1:50 getankt oder einige tanken 1:25. Das bedeutet: Auf einen Teil Öl kommen 50 Teile Benzin. Das entspricht einem Ölanteil von etwa 2%. Am besten rechnen Sie dabei die Liter an vorhandenem Benzin in Milliliter um, also multiplizieren die Liter mit 1000.
Die Wahl des richtigen Öls
Grundsätzlich benutze ich zum mischen immer vollsynthetisches ÖL ist zwar teuerer als teilsynthetisches ÖL dafür aber auch besser! Bei Motorenölen sollte ein Zweitakt-Mischöl verwendet werden. Man unterscheidet zwischen Mineralöl, teilsynthetischem und vollsynthetischem Motorenöl. Auf das beimischen von Mineralöl sollte jedoch eher verzichtet werden, da es zu starker Rauchentwicklung bei der Verbrennung kommt und entsprechend hoch die Ablagerungen im Auspuff sind. Dieser muss dadurch öfters gereinigt werden. Bei teil- und vollsynthetischen Motorenölen entfällt das häufige Reinigen des Auspuffs, da hier die Rauchentwicklung und die Ablagerungen im Auspuff wesentlich geringer sind.
Ich Persönlich rate DRINGENDST davon ab einfach an der Tankstelle das fertige 2-Takt-Gemisch zu kaufen. Diese Gemische enthalten meist billige 2Takt-Öl die die Lebensdauer deines Motors nicht umbedingt verlängern auch weiß man nicht ob das Gemisch wirklich 1:50 ist oder gar viel zu wenig öl enthält da heute ja jeder sparen will.
Als Treibstoff nutzen wir meist normales Super und als Öl das Castrol Power 2T. Dieses hat sich bei uns seit Jahren im Tagesgebrauch bewehrt. Es ist zwar im Vergleich zu einigen No-Name Anbietern etwas teurer, aber da eine Packung (1l) für etwa 50l Gemisch ausreicht, kann man seinem Mofas das sicher gönnen.
Die Vorteile von vollsynthetischen 2-Takt-Ölen:
- Schmiereigenschaften: Vollsynthetische Öle bieten eine konsistente und zuverlässige Schmierung, auch unter extremen Bedingungen.
- Rußbildung: Aufgrund ihrer optimierten Zusammensetzung neigen vollsynthetische Öle weniger dazu, Ruß und Ablagerungen im Verbrennungsraum zu hinterlassen, was die Lebensdauer des Motors verbessern kann.
- Temperaturbeständigkeit: Sie sind in der Lage, hohen Verbrennungstemperaturen standzuhalten ohne abzubauen, was gerade bei der hohen thermischen Belastung von 2-Takt-Motoren im Rennsport von Vorteil ist.
So mischt man richtig
Nun liegt alles bereit, was wir fürs Mischen benötigen. Zunächst sollte man nun das Öl abmessen. Wir erinnern uns, das Mischungsverhältnis ist 1:50. Es ist also ratsam, sich beim Tanken zu merken, wie viel Super sich genau im Kanister befindet.
Beispielrechnung:
Wir haben genau 5l Super in den Kanister getankt. Nun brauchen wir 1/50 davon an Öl. 5l entsprechen 5000ml. Also teilen wir einfach die 5000ml durch 50.
Menge an Sprit in ml (hier 5000ml) mal 2 (hier also 10.000ml) und dann einfach die letzten beiden Nullen wegstreichen (hier 10000ml also 100ml). Auch so kommt man über einen einfachen Dreisatz (x*2/100) an sein Ergebnis. So lässt sich der Sprit für dein Mofa viel einfacher mischen.
Rechnen wir das noch für ein andres Beispiel durch: Wir haben 7,6l Super im Kanister.
Nun haben wir die richtige Menge Öl berechnet und können sie in unserem Messbecher abmessen. Ist dies geschehen, kann das Öl zu dem Super in den Kanister gekippt werden. Um das Vermischen zu beschleunigen solltest du nun das Ganze eine Zeit lang kräftig schütteln. Ist dies geschehen kann das Gemisch getankt werden. Dabei hat sich für uns ein Tank-Trichter bewehrt. Solch einen findest du z.B.
Hier eine Tabelle zur einfachen Berechnung des Mischungsverhältnisses:
| Benzin | Öl in ml (1:25) | Öl in ml (1:30) | Öl in ml (1:40) | Öl in ml (1:50) |
|---|---|---|---|---|
| 1,0 Liter | 40 | 33 | 25 | 20 |
| 1,5 Liter | 60 | 50 | 38 | 30 |
| 2,0 Liter | 80 | 67 | 50 | 40 |
| 2,5 Liter | 100 | 83 | 63 | 50 |
| 3,0 Liter | 120 | 100 | 75 | 60 |
Diese Tabelle gilt natürlich für alle 2-Takt-Motoren, unabhängig davon ob es sich um Motocross-Bikes, Rasenmäher, Kettensägen, Motorboote, Motorroller oder Mofas handelt.
Berechnung des 2-Takt-Gemischs nach individuellem Bedarf
Sollte es vorkommen, dass beim Betanken des Kanisters an der Tankstelle keine exakt runde Menge Benzin abgepumpt wurde und eine Anpassung des Mischungsverhältnisses für das 2-Takt-Gemisch notwendig ist, so lässt sich die erforderliche Menge an Öl präzise und unkompliziert ermitteln. Alles, was du dafür benötigst, ist die einfache Formel:
Benzinmenge in Liter x 1.000 (für Milliliter) / Gewünschtes Mischungsverhältnis = Benötigte Ölmenge in Milliliter
Angenommen, es wurden versehentlich 15,68 Liter Benzin eingefüllt und ein Mischungsverhältnis von 1:40 ist für deine KTM SX125 vorgesehen, sieht die Berechnung so aus:
15,68 Liter x 1.000 / 40 = 392 ml
Dies bedeutet, du müsstest deinem Benzin exakt 392 ml 2-Takt-Öl hinzufügen. Nachdem die beiden Flüssigkeiten in den Kanister gegeben wurden, ist es von zentraler Bedeutung, eine homogene Vermischung zu erzielen. Dafür sollte der Kanister verschlossen und anschließend kräftig geschüttelt werden, damit sich das Öl gleichmäßig im Benzin verteilen kann.
Es kann ebenfalls hilfreich sein, diese Formel griffbereit zu haben, gegebenenfalls auf dem Smartphone oder auf einem kleinen Zettel im Portemonnaie, um bei jeder Betankung die genaue Ölmenge sicherstellen zu können. Darüber hinaus empfiehlt es sich, stets hochwertiges 2-Takt-Öl zu verwenden, welches die Herstellervorgaben erfüllt und den Motor optimal schmiert.
Ein korrekt angemischtes 2-Takt-Gemisch gewährleistet die Langlebigkeit und Leistungsfähigkeit des Motors und hilft, Wartungsintervalle zu verlängern sowie kostenintensive Reparaturen zu vermeiden.
Warum muss man bei 2-Taktern überhaupt Öl beimischen?
Bei 2-Takt-Motoren erfolgt die Schmierung der beweglichen Teile auf eine andere Weise als bei 4-Takt-Motoren, da 2-Takter in der Regel kein separates Schmierungssystem mit Ölpumpe und Ölwanne besitzen. Deshalb ist es notwendig, das Schmieröl direkt dem Kraftstoff beizumischen, um eine adäquate Schmierung sicherzustellen. Das Öl im Kraftstoffgemisch hat dabei mehrere Aufgaben:
- Reduzierung von Reibung: Es bildet einen schützenden Film auf den Metallteilen des Motors, insbesondere im Bereich des Zylinders, der Kolben, Kolbenringe und der Pleuel- sowie Kurbelwellenlager und reduziert so Verschleiß und Reibung. Dies ist entscheidend, um die Lebensdauer des Motors zu verlängern.
- Kühlung: Neben der Schmierung hilft das Öl, Wärme abzuführen, die durch die Verbrennung und mechanische Reibung entsteht. Da 2-Takt-Motoren intensiven Verbrennungszyklen ausgesetzt sind, trägt die Wärmeverteilung und -abführung durch das Öl zu einem stabileren Betriebstemperaturbereich bei.
- Abdichtung: Das Öl unterstützt die Abdichtung zwischen Kolben und Zylinderwand, wodurch die Effizienz des Motors verbessert wird, da es den Verlust von Kompression reduziert, der für die Erzeugung von Leistung von Bedeutung ist.
- Korrosionsschutz: Das Schmiermittel wirkt auch korrosionshemmend und hilft dabei, die inneren Motorbauteile vor Rost und anderen korrosiven Elementen zu schützen.
Da das Öl im 2-Takt-Motor verbrannt wird, ist es besonders wichtig, speziell formulierte 2-Takt-Öle zu verwenden, welche die Verbrennung unterstützen und dabei wenig Schadstoffe freisetzen.
Wie lange ist ein 2-Takt-Gemisch haltbar?
Die Haltbarkeit eines 2-Takt-Gemisches ist nicht nur eine Frage der Zeit, sondern auch der Bedingungen, unter denen es gelagert wird. Faktoren wie der Lagerort, die dort herrschenden Temperaturverhältnisse und das Material des Behältnisses, in dem das Gemisch aufbewahrt wird, sind entscheidend. Hinzu kommt, dass das Öl und das Benzin bereits im Moment des Mischens mit Luft in Berührung kommen und der Oxidationsprozess - eine natürliche Reaktion mit Sauerstoff - einsetzt. Dieser Prozess kann durch die Bildung von Ablagerungen letztlich einen negativen Einfluss auf den Motor haben.
In Bezug auf die konkrete Zeitdauer, innerhalb derer ein 2-Takt-Gemisch genutzt werden sollte, ist die Empfehlung, dass es am besten ist, das Gemisch innerhalb weniger Monate zu verbrauchen, vorzugsweise innerhalb von 30 bis 90 Tagen. Dies stellt sicher, dass sowohl das Benzin als auch das Öl frisch bleiben und ihre optimale Leistungsfähigkeit behalten. Nach Ablauf eines Jahres kann es schon sein, dass das Gemisch merklich an Qualität eingebüßt hat, wodurch sich das Startverhalten des Motors und die Motorleistung verschlechtern können.
Es wird empfohlen, das Gemisch in einem sauberen, luftdichten und vor Licht geschützten Behältnis zu lagern, um die Oxidation zu minimieren. Besondere Zusätze, sogenannte Kraftstoffstabilisatoren, können die Lagerfähigkeit von Benzin verlängern, indem sie den Alterungsprozess verlangsamen.
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