Was tun bei Verlust der Roller Papiere?

Kein Grund zur Panik! Die Neubeschaffung ist in der Regel einfach, kostet aber je nach Hersteller bzw. TÜV-Aufwand ein paar Euro. Wir erklären dir, was du tun musst, wenn deine Roller Papiere abhanden gekommen sind und wie schnell du neue bekommst.

Was ist die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE)?

Neben einem amtlichen Kennzeichen muss jedes Fahrzeug in Deutschland über eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) verfügen, um im öffentlichen Straßenverkehr zugelassen zu werden. Dies gilt zum Teil auch für darin verbaute Teile. Die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) wird benötigt, um zu bestätigen, dass ein Kraftfahrzeug oder bestimmte Teile des Fahrzeugs den nationalen Vorschriften entsprechen und dieses daher im öffentlichen Verkehr geführt werden darf. Sie wird in der Regel vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erteilt und ist ausschließlich in Deutschland gültig.

Was tun bei Verlust der ABE?

Da es sich beim Fahren ohne ABE um eine Ordnungswidrigkeit handelt, die gemäß Bußgeldkatalog mit einem Bußgeld von 50 Euro geahndet wird, sollten sich Fahrer, die ihre Betriebserlaubnis verloren haben, schnell um Ersatz kümmern.

Erforderliche Schritte zur Neubeschaffung der Roller Papiere

Für die Neubeschaffung der Roller Papiere, trage zunächst alle nötigen Unterlagen für die verschiedenen Dienststellen zusammen! Dies kann z. B. ein Kaufvertrag sein.

Unbedenklichkeitsbescheinigung

Zunächst einmal müssen Sie sich eine sogenannte „Unbedenklichkeitsbescheinigung“ besorgen. Dazu können Sie entweder die Polizei aufsuchen oder der für Sie zuständigen Zulassungsstelle einen Besuch abstatten. Stelle einen formlosen Antrag auf Ausstellung einer Unbedenklichkeitsbescheinigung. Dieses Dokument bestätigt, dass dein Fahrzeug nicht als gestohlen gemeldet wurde und ist 4 Wochen lang gültig. Die Ausstellung dieser Bescheinigung ist in der Regel kostenlos und erfolgt direkt vor Ort. Normalerweise erhalten Sie die benötigte Bescheinigung bei der Polizei kostenlos, wobei die Zulassungsbehörde eine geringe Gebühr verlangt.

Der nächste Schritt besteht darin, den Verlust deiner Fahrzeugpapiere bei der örtlichen Polizei zu melden.

Hinweis

In einigen Bundesländern stellt nur das Straßenverkehrsamt (bzw. die Zulassungsbehörde) die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus.

Wo bekomme ich eine neue Betriebserlaubnis her?

Wenn Sie Ihre Betriebserlaubnis verloren haben, gibt es gleich mehrere Möglichkeiten, wie Sie sich einen Ersatz besorgen können. Für welche Sie sich entscheiden, bleibt Ihnen selbst überlassen.

Hersteller kontaktieren

Zunächst solltest du dich mit der Unbedenklichkeitsbescheinigung direkt an den Hersteller deines Rollers oder den Importeur wenden. Dieser Weg spart viel Aufwand und ist oft auch günstiger. Die meisten Hersteller händigen dir gegen Vorlage der Bescheinigung eine Zweitschrift der ABE aus. Ging beispielsweise Ihre Betriebserlaubnis vom Moped verloren, können Sie sich an den jeweiligen Hersteller wenden, um ein Ersatzdokument zu erhalten. Dies können Sie entweder vor Ort oder telefonisch tun. Zum Teil bieten manche Hersteller diesen Service auch online an. In diesem Fall findet sich meist ein spezielles Formular auf deren Internetpräsenz, welches Sie ausfüllen und an den Hersteller schicken können.

Alternativ kannst du dich an einen Fachhändler in deiner Nähe wenden, der für dich den Hersteller kontaktiert. Nachdem Sie Angaben zu Fahrgestellnummer sowie Modell abgegeben haben, wird Ihnen eine neue Betriebserlaubnis für Ihr Fahrzeug ausgestellt.

Was tun, wenn der Hersteller nicht mehr existiert?

Auf die gerade beschriebene Vorgehensweise können Sie jedoch logischerweise nur dann zurückgreifen, wenn der entsprechende Hersteller noch existiert. Sollte dem nicht so sein, kommt für Sie in der Regel nur Option Nummer 2 infrage, wenn Sie beispielsweise die Betriebserlaubnis vom Mofa verloren haben.

TÜV kontaktieren

Haben Sie die für Ihr Moped benötigte Betriebserlaubnis verloren und den Hersteller gibt es nicht mehr, können Sie den TÜV aufsuchen. Die zweite Möglichkeit besteht darin, sich an den TÜV zu wenden, nachdem die Betriebserlaubnis verloren ging. Normalerweise ist diese Vorgehensweise jedoch nur gängig, wenn der Hersteller nicht mehr existiert.

Dein Roller wird von einem Prüfer neu abgenommen. Auch eine Kontrolle der Verkehrssicherheit wird vorgenommen. Erst wenn alle Angaben übereinstimmen, wird eine neue Betriebserlaubnis erteilt. Die TÜV-Gebühren werden nach Höhe des Aufwandes erhoben. Daneben muss die rechtmäßige Anbringung aller An- und Umbauteile in Form entsprechender ABEs, oder durch E-Prüfzeichen (z.B. auf dem Auspuff) oder Mustergutachten nachgewiesen werden.

Kraftfahrt-Bundesamt (KBA)

Wer eine Simson, MZ, AWO oder ein anderes in der ehemaligen DDR hergestelltes Zweirad fährt, darf sich freuen. Für diese Fahrzeuge stellt das KBA (Kraftfahrt-Bundesamt) völlig unkompliziert neue Dokumente aus, sofern keine baulichen Veränderungen vorgenommen wurden. Ansonsten ist auch hier der Nachweis über die allgemeine Betriebserlaubnis erforderlich.

Spezialfall: Roller ab 125ccm

Für Roller ab 125ccm ist der Weg zur zuständigen KFZ-Zulassungsstelle unerlässlich. Du benötigst zusätzlich zu allen oben genannten Unterlagen einen Versicherungsnachweis (Doppelkarte der Versicherung).

Kosten für eine neue Betriebserlaubnis

Es kann nicht genau gesagt werden, welche Kosten auf Sie zukommen, wenn Sie die ABE für Ihr Mofa, Ihren Anhänger, Ihr Leichtkraftrad oder die ABE für Ihre Felgen verloren haben. Es macht jedoch in der Regel keinen Unterschied, um welche Fahrzeugteile es sich handelt. Eine neue Betriebserlaubnis kann je nach Hersteller 10 bis 50 Euro kosten. Beim TÜV kommen außerdem Kosten für den Rundum-Check hinzu. Ging die für Ihr Mofa notwendige Betriebserlaubnis verloren und der TÜV soll Ihnen eine neue ausstellen, werden dafür ca. 50 Euro fällig.

Darf ich ohne Betriebserlaubnis fahren?

Nein, haben Sie Ihre allgemeine Betriebserlaubnis verloren, dürfen Sie nicht mehr mit Ihrem Fahrzeug herumfahren. Was ist, wenn ich ohne Betriebserlaubnis fahre? Wer ohne Betriebserlaubnis fährt, riskiert ein Bußgeld und unter Umständen sogar einen Punkt. Das Fahren ohne Betriebserlaubnis kann ein Bußgeld von 50 Euro nach sich ziehen. Ansonsten droht ein Verwarngeld von 10 Euro.

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