Durch die Vulkaneifel radeln ohne aus der Puste zu kommen - wie kann das gehen? Auf dem Maare-Mosel-Radweg, natürlich. Der Maare-Mosel-Radweg ist ein Erlebnis-Radweg, der die Vulkaneifel mit der Mittelmosel verbindet.
Eine entspannte Radtour bietet der Maare-Mosel-Radweg von Daun nach Bernkastel-Kues. Auf dem 58 km langen Maare-Mosel-Radweg kann man auf der ehemaligen Bahntrasse radeln. Zehn Jahre nachdem die Bahnstrecke Daun-Wittlich aufgegeben wurde, bekam sie eine neue Funktion: Der knapp 60 Kilometer lange Bahntrassenradweg wurde eröffnet.
Die Route führt über eine stillgelegte Bahntrasse von Daun an die Mosel. Auf der Strecke durchfährst du eine wunderschöne und beeindruckende Naturlandschaft und kommst durch mehrere Ortschaften, durch die auch eine ehemalige Bahntrasse führte. Denn auf dieser stillgelegten Bahntrasse führt der Maare-Mosel-Radweg entlang.
Die Strecke und ihre Besonderheiten
Genau 58 Kilometer sind es von Daun bis nach Bernkastel-Kues. Die Strecke verläuft auf der ehemaligen Bahntrasse Daun-Lieser. Von der Vulkaneifel bis an die Mosel geht es asphaltiert, fast immer schnurgerade und leicht bergab. Los geht es in Daun. Der Startpunkt ist problemlos mit dem Auto oder dem RadBus erreichbar.
Stillgelegte Eisenbahnstrecken in Radwege umzuwandeln ist eine prima Idee, denn sie kommen selten mit Autos in Berührung und führen durch unberührte Natur. Zudem sind sie meistens durchweg asphaltiert und bieten von der hohen Warte des Bahndamms immer wieder eine schöne Fernsicht. Fast 500 solcher Bahntrassen-Routen gibt es im Land - und der Maare-Mosel-Radweg gehört sicherlich zu den schönsten.
Die ehemalige Bahntrasse führt außerdem kaum enge Kurven oder zu schwierige Steigungen. Deswegen eignet sich der Maare-Mosel-Radweg bestens, um ihn auch mit Kindern zu fahren, die das Fahrradfahren gerade erst für sich entdecken.
Um Täler und Berge zu überwinden, wurden damals Tunnel und schöne Brücken errichtet. Deshalb erfordert der Maare-Mosel-Radweg weder gut trainierte Beine noch ein Fahrrad mit allen Schikanen. Drei Gänge sind ideal.
Eisenbahnhistorische Kulisse
Drei Viadukte, vier lange Tunnel, der Bahnhof in Gillenfeld und originale Bahnstrecken-Schilder bilden die eisenbahnhistorische Kulisse.
- Dauner Viadukt: Das fünfbogige Dauner Viadukt erinnert an die Zeiten der Eisenbahn, die Eisenbahnbrücke aus dem vorigen Jahrhundert wird heute nur noch mit dem Fahrrad befahren.
- Tunnel "Großes Schlitzohr": Auf der Strecke passiert man mehrere Tunnel, unter anderem den Schalkenmehrener Tunnel „Großes Schlitzohr“, der eine Länge von 560 Metern umfasst. Um die fliegenden Bewohner vor dem Rummel zu schützen, wurde eine Zwischendecke eingezogen.
- Pleiner Viadukt: Immerhin stolze 31 Meter misst das 99 Meter lange Pleiner Viadukt. 1910 wurde es fertiggestellt, um auf schlanken Pfeilern die Kluft von Berg zu Berg überbrücken. Heute rollen nur noch Radfahrer über das Viadukt - und kurz dahinter passiert es.
Streckenverlauf im Detail
Startet man in Daun geht es zunächst vom Bahnhof ein kurzes Stück entlang einer alten Bahntrasse. Eine erste, wenn auch kleine, Herausforderung: der Anstieg zum Viadukt, der 28 Meter über dem Kurort liegt. Auch für untrainierte Fahrer ist diese Etappe aber gut zu meistern. Die Anstrengung wird selbstverständlich direkt belohnt, und zwar mit einem traumhaften Rundumblick.
Nach der Durchfahrt durch den zweitlängsten Fahrradtunnel Deutschlands - das Große Schlitzohr - geht es weiter durch die Eifeler Wälder bis zu den Dauner Maaren, wo du eine erste Rast einlegen und das Spiegeln der Sonne auf der Maaroberfläche beobachten kannst.
In Wittlich verläuft die Strecke ein Stück weit durch die Stadt. Dann führt der Maare-Mosel-Radweg über Wengerohr und Platten ins Tal der Lieser.
Ab Wittlich sind die Radler:innen in der Moseleifel unterwegs, und die ersten Weinberge kündigen das Ziel Bernkastel-Kues an. Entlang der Mosel führt der Weg dann durch idyllische Weinberge bis zum bekannten Moselort Bernkastel-Kues.
Der Maare-Mosel-Radweg endet auf der Kueser Seite der Doppelstadt, die beiden Orte werden durch die Moselbrücke verbunden.
Optionale Abstecher entlang der Strecke
Auf der Strecke gibt es bislang 15 ausgeschilderte Abstecher, die zu Sehenswertem abseits der Bahntrasse führen. Etwa zu den Manderscheider Burgen, Klöstern und Museen. Oder zu Plätzen mit Panoramablicken.
Der Radweg kann mit mehreren Schleifen, zum Beispiel zu den Manderscheider Burgen oder zur Lavabombe und dem Vulkanhaus in der Strohner Schweiz, verlängert werden. Dabei wird ein erkalteter Lavastrom passiert.
Wie der Name verspricht, werden sämtliche Abstecher in Schleifen gefahren und leiten immer wieder zum Ausgangspunkt auf die Bahntrasse zurück.
- Schleife „Strohn-Mückeln”: Zum Beispiel führt die zwölf Kilometer lange Schleife „Strohn-Mückeln” am Vulkanhaus Strohn und der 120 Tonnen schweren Lavabombe vorbei.
- Tour „Brockscheid-Holzmaar”: Und auf der 6,5 Kilometer langen Tour „Brockscheid-Holzmaar” kann eine der wenigen Glockengießereien Deutschlands besichtigt werden.
- Schalkenmehrener Maar: Ich habe eine Schleife gefahren nach Schalkenmehren, dem Drei-Maare-Dorf. Im Schalkenmehrener Maar darf man sogar baden.
- Holzmaar: Eine zweite Schleife führte mich dann zum Holzmaar.
Praktische Informationen
Der Maare-Mosel-Radweg führt in sechs Etappen, je zwischen fünf und 35 Kilometer lang, von der Eifel an die Mosel. Die Tour beginnt am alten Bahnhof in Daun. Wer möchte, kann sein Auto dort für kleines Geld parken. Doch die meisten Radler kommen ohnehin mit dem Bus. Der Andrang an den Haltestellen ist vormittags mitunter groß.
Übrigens: Wer viel rollen möchte, radelt von Daun in Richtung Mosel. Dabei geht es 161 Höhenmeter hinauf und 449 Höhenmeter hinunter. Diese Variante wählen die meisten. Doch ehrgeizige Radler können natürlich auch die Gegenrichtung nehmen.
RadBus-Verbindungen
Radlerbus: Der RadBus der Linie 300 befährt die Strecke Bernkastel-Kues (Haltestelle Forum) - Wittlich - Daun. Täglich vom 1. April bis 1. November, ab 7 Uhr alle 2 Stunden. 17 Räder passen drauf. E-Bikes werden auf dem Anhänger mitgenommen, Tandems sowie Liegeräder jedoch nicht.
Der RadBus Maare-Mosel-Express (Linie 555) ist schneller unterwegs, denn er führt auch über die Autobahn. Somit entfallen einige Haltestellen.
Fahrkarten
Einzelticket ab Bernkastel-Kues nach Daun 16,20 €, Kinder 6 bis 14 Jahre 10,40 €, Gruppenticket 29,50 € (Montag bis Freitag, ab 9 Uhr, für bis zu fünf Personen). 3 € pro Fahrrad.
Weitere Tipps
- Inliner-Eignung: Wegen der längeren Gefällstrecken ist der Maare-Mosel-Radweg eher für geübte Inliner geeignet.
- Bäckerei Schillinger: Kurz vor dem Dauner Bahnhof. Brot aus dem Holzbackofen, belegte Brötchen, Teilchen, Frühstück. Bahnhofstraße 20, 54550 Daun.
- Bauernhofcafé Morgenfelderhof: Etwa eine Stunde von Daun, ca. 80 Meter entfernt vom Maare-Mosel-Radweg. Brunnenstr. 37, 54531 Eckfeld.
Pauschalangebote
Um rundum versorgt zu sein empfiehlt es sich ein Rad-Paket zu buchen (Reisezeit Mai bis Oktober). Das Paket gibt es bereits ab 99 Euro pro Person über Moseleifel Touristik. Hierbei gibt es verschiedene Varianten. Im Paket enthalten sind 2 Übernachtungen mit Frühstück in einem 3* Hotel in der historischen Altstadt von Wittlich.
Das Paket beinhaltet außerdem Lunchpakete für 2 Tage, welche man sich direkt morgens im Hotel am Buffet selbst zusammenstellen darf. Um die Etappen entspannt an zwei Tagen meistern zu können gibt es den Bustransfer für Radler und Rad im RegioRadler Pendlerbus.
Die Platzreservierung für diesen Bus ist im Paket ebenfalls bereits enthalten - allerdings sollte über die Tourist-Info die Uhrzeit vorher festgelegt werden, da der Bus teilweise bis auf den letzten Fahrrad-Platz belegt ist.
Im Pauschalpaket kann man übrigens frei wählen, ob Tag 1 und 2 oder Tag 2 und 3 Radeltage sein sollen.
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