Tödliche Unfälle überschatten die Motocross-Welt

Eine tragische Nachricht erreicht die Sportwelt: Österreichs Motocross-Hoffnung Rene Hofer wurde bei einem Lawinenabgang in der Region Salzburg getötet. Der ehemalige Juniorenweltmeister verstarb mit nur 19 Jahren. Österreichische Medien berichten, der Jungstar sei mit einer Gruppe von Tourengehern von einem Schneebrett überrascht worden. Zwei Freunde Hofers wurden ebenfalls Opfer der Tragödie.

KTM-Werksfahrer Hofer, eins der größten Talente im internationalen Motocross, hatte erst im Oktober seinen ersten MX2 Grand Prix gewonnen. Trauer um den Draufgänger, dem als erstem Freestyle-Fahrer ein dreifacher Rückwärtssalto in einem Wettkampf gelang.

Das australische Motocross-Genie Jayo Archer ist bei einem Trainingsunfall ums Leben gekommen. Archer wurde nur 27 Jahre alt. Der Unfall passierte Medienberichten zufolge am Mittwoch (Ortszeit) in Melbourne. Die genauen Umstände sind bislang nicht bekannt. Die Polizei des Bundesstaates Victoria teilte am Donnerstag mit, dass man sich aus Gründen des Datenschutzes nicht näher zu der Tragödie äußern werde.

In einem Instagram-Post bestätigt Nitro Circus Crew, eine Gruppe von waghalsigen Sportlern, die für ihre heftigen Stunts gefeiert wurden, den Tod des Freestylers. Die Gruppe schrieb: „Jayo war der Inbegriff von Leidenschaft, harter Arbeit und Entschlossenheit. Er trieb das, was auf einem Dirt Bike möglich war, in nie dagewesene Höhen. Ein positiver Einfluss auf die Menschen um ihn herum. Und vor allem ein großartiger Mensch und Freund für uns alle. Wir lieben dich, Kumpel. Fahre in Frieden.“ Archer hatte der Gruppe mehr als zehn Jahre lang angehört.

Archer war zweimaliger X-Games-Medaillengewinner. Seinen eigentlich schon unfassbaren dreifachen Rückwärtssalto wollte Archer noch in diesem Jahr toppen und einen weiteren Salto hinzufügen, wie australische Medien berichteten. Archer war auch zweifacher Medaillengewinner bei den X-Games. Der Interims-Chef der X-Games, Scott Guglielmino, erklärte gegenüber ESPN: „Wir sind zutiefst traurig über den Tod von Jayo Archer und unsere Gedanken und Gebete sind bei seinen Eltern und seiner Verlobten.

Weitere tragische Unfälle im Motocross-Sport

Auch abseits der internationalen Bühnen kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen im Motocross-Sport.

Tödlicher Unfall in Glinde

Tragischer Unfall am Dienstagabend in Glinde: Im Gewerbegebiet Biedenkamp stießen ein Motocross-Fahrer und ein Autofahrer mit ihren Fahrzeugen zusammen. Für einen 19-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Dramatische Szenen spielten sich ab, als gegen 18.30 Uhr ein Unfall zwischen einem 19-jährigen Motocross-Fahrer und einem 30-jährigen Autofahrer passierte. Der Motocross-Fahrer starb an seinen Verletzungen.

Nach derzeitigem Kenntnisstand wollte der Autofahrer aus Glinde mit seinem Mazda von der Straße Biedenkamp nach links in Richtung Möllner Landstraße abbiegen, berichtet Polizeisprecherin Jacqueline Fischer. Zum gleichen Zeitpunkt sei der 19-jährige Reinbeker mit seinem Motocross-Leichtkraftrad der Marke Yamaha den Biedenkamp in entgegengesetzte Richtung gefahren. „Im Bereich der Einmündung kam es zum Zusammenstoß beider Fahrzeuge.“ Der junge Reinbeker sei tödlich verletzt worden. Der Autofahrer habe keine Verletzungen gehabt. Die Sachschadenshöhe wird auf 11.000 Euro geschätzt.

Nach Informationen der Polizei-Leitstelle ist es „nicht gänzlich ausgeschlossen“, dass der Motocross-Fahrer ohne funktionierendes Licht an seiner Maschine unterwegs war und deshalb von dem Autofahrer nicht rechtzeitig gesehen wurde. Das sei weiter Teil der Ermittlungen, sagt Polizeisprecherin Fischer. Die Polizei hofft, durch weitere Zeugenaussagen das Geschehen genau rekonstruieren zu können. Wer hat den Unfall beobachtet? Wer kann Angaben zu den Fahrzeugen kurz vor dem Unfall machen?

Tödlicher Unfall bei ADAC MX Masters in Bielstein

Auf der Motocross-Strecke in Bielstein kam es bei einem ADAC MX Masters zu einem schweren Unfall. Ein Rennfahrer hat auf der Strecke die Kontrolle über seine Maschine verloren und ist in die Zuschauerreihen gefahren. Ein 28-jähriger Zuschauer aus Gummersbach wurde tödlich verletzt, ein weiterer Zuschauer, sowie der Fahrer und ein Streckenposten erlitten schwere Verletzungen. Die Ehefrau des 28-Gummersbachers und zwei kleine Kinder mussten den tragischen Unfall aus direkter Nähe miterleben.

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen kam ein 25-jähriger Fahrer aus Belgien mit seiner Maschine aus bislang ungeklärter Ursache vom Streckenverlauf ab und kollidierte in der Folge mit einer Zuschauergruppe. Durch die Wucht des Aufpralls erlitt ein 28-jähriger Zuschauer aus Gummersbach derart schwere Verletzungen, dass er trotz Reanimationsmaßnahmen noch an der Unglücksstelle verstarb. Ein weiterer Zuschauer, ein 15-jähriger Jugendlicher aus Reichshof, der 25-jährige Motocross-Fahrer sowie ein 42-jähriger Streckenposten aus Solingen erlitten schwere Verletzungen und mussten mit Rettungsfahrzeugen in umliegende Krankenhäuser eingeliefert werden.

Die Ermittlungen zum genauen Unglückshergang dauern an. Die Veranstaltung wurde unmittelbar nach dem Unfall abgebrochen. Polizei, Feuerwehr, Rettungskräfte und Notfallseelsorger waren mit einem Großaufgebot vor Ort.

Der Verein MSC Drabenderhöhe-Bielstein hatte zum zweiten Mal in seiner Clubgeschichte eine Veranstaltung der beliebtesten Motocross-Rennserie Europas ausgerichtet, zu der die Motocross-Elite an den Start ging. Auf der 1830 Meter langen Strecke mit teils steilen Auf- und Abfahrten fanden bislang 26 Weltmeisterschaftsläufe statt. Zum ADAC MX Masters hatten sich rund 160 Fahrer aus mehr als 21 Nationen angemeldet. Nach dem tödlichen Unfall am Sonntag wurde die Veranstaltung abgebrochen und die Zuschauer gebeten, das Gelände zu verlassen.

Trauer um Luca Lier

Mit tiefer Bestürzung wurde bekannt, dass Luca Lier, ein Freund, Fahrer und geschätztes Mitglied der Motocross-Familie, bei einem tragischen Motorradunfall tödlich verunglückt ist. Der Unfall ereignete sich in der Nacht von Sonntag auf Montag auf der Kreisstraße 2 bei Borchen. Trotz schneller Hilfe kam für Luca jede Unterstützung zu spät.

Luca war mehr als nur ein Fahrer. Er war eine Frohnatur, die mit seinem Lächeln, seiner Leidenschaft und seiner positiven Energie jedes Fahrerlager bereicherte. Für viele war er ein Freund, Motivator und Vorbild zugleich. Auch bei den CROSS FINALS war er regelmäßig dabei. Im letzten Jahr kämpfte er noch für das Team Sachsen-Anhalt mit großem Einsatz in der MX2-Kategorie in Culitzsch und feierte in der Teamwertung den zweiten Rang. Dieses Jahr sollte es für ihn ein ganz besonderes Event werden: die CROSS Finals in seiner Heimat, beim MC Westerhausen. Voller Vorfreude hatte er sich auf das Heimspiel vorbereitet.

Um ihm zu gedenken, wird es eine Schweigeminute geben. Darüber hinaus wird es beim Team Sachsen-Anhalt eine Aktion geben: Am Teamzelt wird es Shirts und Sticker von Luca geben und der Erlös wird zu 100% an Gina weitergegeben. Weiterhin wird eine Spendenbox bereitgestellt. Unsere Gedanken sind bei Gina und dem ungeborenen Kind, bei seiner Familie und allen, die ihm nahestanden. Luca wird unendlich fehlen - als Fahrer, als Mensch, als Freund.

Tödlicher Unfall von Motocross-Legende Rolf Dieffenbach

Am Wochenende kam die deutsche Motocrosslegende Rolf Dieffenbach bei einem Unfall ums Leben. Wie bekannt wurde, ist Rolf Dieffenbach bei einem Motorradunfall im Neustiftgraben (Bezirk Steyr-Land) in Österreich, tödlich verunglückt. Ein technischer Defekt im Getriebe verursachte den tragischen Unfall. Rolf Dieffenbach rutschte mit seiner Maschine auf dem eigenen Öl aus, versuchte laut den Schilderungen seiner Begleiter noch dagegenzuhalten, hatte jedoch keine Chance. Der 68-Jährige stürzte und prallte gegen den Steher eine Leitschiene. Er war laut den Einsatzkräften auf der Stelle tot. Seine Begleiter mussten vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut werden.

Dieffenbach prägte den deutsche Motocross-Sport in den 1970er und 1980er Jahren. Der Baden-Württemberger gewann in seiner Karriere drei Mal die deutsche Motocross-Meisterschaft und war zudem das deutsche Aushängeschild in der Weltmeisterschaft. Im Jahr 1974 nahm er erstmals an einem WM-Lauf statt, in der Folge startete er als Werkfahrer für Kawasaki und Honda und landete regelmäßig in den Top-Zehn. Zum Ende seiner Karriere widmete sich Dieffenbach auch intensiv der Nachwuchförderung. Mit ihm haben wir einen immer gut gelaunten Fahrer verloren.

Der dreifache Deutsche Meister aus dem baden-württembergischen Widdern, der auf Maico seine Karriere begann, war Ende der Siebziger und Anfang der Achtziger besonders erfolgreich. Im finnischen Hyvinkää holte er 1977 Rang 3 hinter Hakan Carlqvist und Gennadi Moissejew mit der Kramer-Rotax und erreichte damit das erste WM-Podium. Dann erziete er weitere Top-5-Resultate und erhielt einen Kawasaki-Werksvertrag für 1978. Auch 1979 fuhr er für Kawasaki und war Ende der Saison Sechster. Von 1980 bis 1983 war er Honda-Werksfahrer und wurde mit seiner 82er “Lieblingshonda” in diesem Jahr Fünfter in der WM. 1984 zog sich Honda aus der WM zurück und Rolf Dieffenbach wechselte wieder zu Maico. Mit 36 Jahren wurde Dieffenbach am Ende seiner Karriere noch einmal DM-Zweiter.

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