Motocross Strecke selber bauen: Eine umfassende Anleitung

Der Traum von einer eigenen Motocross-Strecke ist für viele Motorsportbegeisterte sehr verlockend. Doch bevor man mit dem Bau beginnt, gibt es einige wichtige Aspekte zu beachten. Dieser Artikel beleuchtet die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Standortwahl, die Streckenplanung und mögliche Alternativen wie Pumptracks.

Rechtliche Aspekte und Genehmigungen

Das größte Problem beim Bau einer eigenen MX-Strecke ist oft die rechtliche Seite. Es ist wichtig zu wissen, dass man in Deutschland auf seinem eigenen Grundstück nicht einfach machen kann, was man will. Für die Eröffnung einer neuen Strecke muss das Areal so beschaffen sein, dass kein Öl ins Grundwasser gelangen kann. Jedes Bundesland hat ein eigenes Emissionsschutzgesetz, das auch Lärmemissionen regelt. Wenn man gegen diese Auflagen verstößt, kann es zu Problemen kommen.

Ganz klar geht gar nichts ohne die Genehmigung der verschiedenen Behörden. In den meisten Fällen werden dann die einzelnen Behörden Ihren Antrag prüfen und es wird zu einem Beschluss kommen. Weiter sollten Sie schriftliche Einverständniserklärungen der Anwohner im weiteren Umfeld vorlegen können. Diese Erklärungen sind nicht zwingend, aber im Vorfeld sollte man doch die Zustimmung aller Nachbarn eingeholt haben. Welche Genehmigungsverfahren und Gutachten anschließend noch auf Sie warten, müssen Sie von Ihrer Gemeinde oder zuständigen Behörde im Rathaus erfragen.

Es ist ratsam, sich vorab genau zu informieren und alle notwendigen Genehmigungen einzuholen. Andernfalls drohen massive Strafen auf Basis unterschiedlicher Gesetze. Der Flächennutzungsplan darf nicht im Widerspruch zum Vorhaben stehen. Möglicherweise muss ein Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans gestellt werden. Selbst für das illegale Bauen von Rampen können hohe Kosten entstehen.

Standortwahl und Umweltauflagen

Ein wichtiger Punkt beim Planen stellt die Wahl des richtigen Standortes da. Natur- und Wasserschutzgebiete sollten Sie besser sofort von Ihrer Liste streichen. Versuchen Sie, ein Grundstück, was etwas abseits liegt, zu finden. An- und Abfahrtswege sollten vorhanden sein.

Bei der Standortwahl sind die tatsächliche Situation vor Ort und die Nachbarn im Umkreis zu berücksichtigen. Befindet sich die Wiese in einem FFH-, Landschaftsschutz- oder Gewässerschutzgebiet, kann das Vorhaben möglicherweise nicht realisiert werden. Auch die Nähe zu einem Waldgebiet mit Jägern kann problematisch sein, da der Lärm die Tiere vertreiben könnte.

Streckenplanung und Gestaltung

Dann muss die eigentliche Strecke geplant werden. Motocross-Strecken sollten Sprünge und Spitzkehren genau so beinhalten, wie lang gezogene Kurven und Geraden. Wie Sie die eigentliche Streckenführung planen, bleibt Ihnen überlassen.

Die Maße und "Geometrie" des Tables hängen vom Fahrkönnen und Mut ab. Es ist ratsam, mit einer einfachen Strecke zu beginnen und diese später bei Bedarf zu erweitern. Wichtig ist, dass die Strecke sicher ist und den Fahrern Spaß macht.

Wenn Sie vorhaben, auf dem Gelände richtige Rennen auszurichten, müssen ausreichend Besucherparkplätze vorhanden sein. Planen Sie auch sanitäre Einrichtungen sowie Erste-Hilfe-Einrichtungen auf Ihrer Motocross-Strecke mit ein. Das Gelände sollte dann komplett umzäunt sein. Sie brauchen eventuell auch Besuchertribünen sowie Stellplätze für Schausteller.

Alternativen: Pumptracks und Dirtparks

Eine interessante Alternative zur Motocross-Strecke ist der Bau eines Pumptracks oder Dirtparks. Pumptracks sind Rundkurse mit Wellen, Kurven und kleinen Hügeln, die ohne Treten befahren werden können. Dirtparks bestehen aus verschiedenen Strecken mit Sprüngen und Hindernissen.

Der Pumptrack Boom ist in Europa und der ganzen Welt angekommen! Beim Pumptrack fahren ergibt sich ein spielerisches, spannendes, kreatives und sportliches Wechselspiel mit dem konstruierten Gelände. Mit etwas Übung kann der Bewegungsablauf so optimiert werden, dass der Pumptrack ohne pedalieren oder Anschub komplett gefahren werden kann. Das fördert insbesondere koordinative Fähigkeiten, Ausdauer und Konzentration. Ein gefahrloser Einstieg und langsames Herantasten ist auch für absolute Anfänger möglich und macht den Reiz eines Pumptracks aus.

Geeignete Erde als Baustoff ist meist gratis und fast überall vorhanden. Gutes Erdmaterial lässt sich mit Maschinen und Handwerkzeugen relativ gut verarbeiten und formen. Ein Nachteil ist, dass ein Dirt- Pumptrack nicht bei Nässe genutzt werden kann. Auch besteht die Gefahr, dass durch unsachgemäße Benutzung kleinere Schäden entstehen, z.B. Mopedspuren, Fußabdrücke etc. Eine Deckschicht aus Mineralgemisch (wassergebundene Wegdecke) schafft Abhilfe bei Feuchtigkeit.

Kostenübersicht Pumptrack

Art des Pumptracks Kosten
Garten-Pumptrack (inkl. Erde) ab 3500,- €
Asphalt Pumptracks ab ca. 20.000 €
Professionelle Dirtparks durchschnittlich ab ca. 20.000 €
Professionelle Dirtparks durchschnittlich kosten zwischen ca. 40.000 € und 150.000 €

Deine Gemeinde oder Stadt hat die Aufgabe, Sportstätten für alle Bürger/innen bereitzustellen, auch Pumptracks! Sprich mit Freunden, Firmen, Jugendamt, Bürgermeister/in, Presse und sammle Unterschriften!

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