Mit MotoGP 22 präsentiert Milestone ein gelungenes Rennspiel für alle Motorrad-Fans, insbesondere für diejenigen, die anspruchsvolle Simulationsspiele bevorzugen. Es ist das einzige offiziell lizenzierte MotoGP Spiel mit den originalen Strecken und Fahrern. Obwohl sich viel Mühe gegeben wurde, das Spiel einsteigerfreundlich zu gestalten, gibt es hier durchaus noch Verbesserungspotenzial.
Fahrhilfen für Einsteiger und Profis
Eines der größten Probleme von MotoGP 21 war, dass der steigende Realismus-Grad es insbesondere Einsteigern erschwerte, einen Zugang zu finden. Gerade die neuen Tutorials helfen dabei allerdings eher wenig. Wie man "richtig fährt", wie oder wann man einlenken muss oder dass das Bremsverhalten der Zweiräder völlig anders ist als das von F1-Karren, wird nur begrenzt rübergebracht.
Nicht, dass die Tutorials nutzlos wären, aber sie könnten immer noch erheblich besser sein. Denn letztlich müsst ihr euch immer reinfuchsen und das geht ähnlich effektiv, wenn ihr direkt mit Einzelrennen einsteigt und so zunehmend ein besseres Gefühl für die Spielmechanik entwickelt. Trotz meiner Erfahrungen mit früheren Serienteilen und anderen Motorrad-Rennsimulationen, dauerte es gut zwei Stunden, bis ich das Geschehen halbwegs kontrollierte.
Während ich die teils umständlich erreichbaren Fahrhilfen - bei denen das Spiel übrigens euer Fahrverhalten analysiert und vorschlägt, diese oder jene Hilfe zu- oder abzustellen - anfangs zunehmend aktiviert habe, um nicht ständig auf die Schnauze zu fallen, konnte ich später immer mehr deaktivieren. Mit F1 und Co. ist das nicht ansatzweise vergleichbar. Dort nutze ich die Hilfen allenfalls minimal, in MotoGP 22 erheblich stärker, auch weil sie schlechter dosierbar ausfallen.
Simulations-Puristen beziehungsweise Spieler, die auch privat mit dem Motorrad fahren und entsprechendes Vorwissen mitbringen, müssen sich indes nicht sorgen. MotoGP 22 macht in Bezug auf Fahrmodell, Optik oder das Angebot an Spielmodi vieles absolut richtig. Simulations-Puristen dürfen sich sogar über ein manuell steuerbares Ride Height Device freuen und werden allgemein mit dem ultrarealistischen Rennspielerlebnis bei deaktivierten Fahrhilfen Spaß haben.
- Bremsassistent: Hilft beim automatischen Einbremsen vor Kurven.
- Stabilisierungsoptionen: Unterstützen, um sicherer durch Kurven zu kommen.
- Ideallinie: Zeigt die optimale Fahrlinie an.
- Adaptives Schwierigkeitssystem: Passt den Schwierigkeitsgrad automatisch an das Fahrverhalten an.
Als Neueinsteiger wird man einige Rennen über Erfahrung sammeln müssen, um sich an die Spitze zu setzen. An die Steuerung muss man sich erst einmal gewöhnen und ggf. ein paar Einstellungen feintunen, dann funktioniert sie aber sehr gut. Wer will kann sogar den Bewegungssensor zum Lenken und / oder für die Gewichtsverlagerung nutzen, ich kam damit überhaupt nicht klar.
Detaileinstellungen für ein optimales Rennerlebnis
Auch die Feinabstimmung der Fahrzeuge wurde überarbeitet und bietet nun eine Art Interview mit der Boxencrew an. In einem Gespräch mit einem Techniker bekommt man Fragen gestellt und basierend auf den Antworten schlägt er Änderungen vor, die man dann einfach übernehmen kann. Natürlich lassen sich auch weiterhin alle Einstellungen komplett manuell ändern.
Die Rennen machen jedenfalls Spaß und es gibt massenhaft Einstellmöglichkeiten bei Steuerung, Grafik, Sound und Fahrhilfen. Zudem lässt sich der Schwierigkeitsgrad in vier Stufen festlegen. Dabei variiert die KI zwischen 25% und 120%, was sich neben den gefahrenen Zeiten auch stark bei der Aggressivität bemerkbar macht.
Spielmodi und Karriere
Wie man es von aktuellen Rennspielen kennt, bietet auch MotoGP 22 diverse Spielmodi. Neben dem üblichen Karriere-Modus gibt es auch schnelle Modi wie einzelne Rennen, sogar im lokalen Split-Screen. Hier können wir unsere eigene Karriere in der MotoGP starten.
Hier können wir zunächst wählen, ob wir direkt in der MotoGP antreten wollen oder ob wir uns von der Moto2 oder Moto3 an hocharbeiten wollen. Auch der Zeitrahmen lässt sich anpassen, so können wir zwischen einer vollen Saison, der Zwischensaison und einer verkürzten Saison wählen. Bei letzterer umfasst die Saison nur acht Rennen. Aber auch die Länge der einzelnen Rennen lässt sich später anpassen.
Dann gilt es ein passendes Team für uns zu finden, jedes Team bietet unterschiedliche finanzielle Leistungen und auch andere Vor- und Nachteile. Auch unser technisches Personal müssen wir verwalten. Doch auch dann können wir mehr als nur Rennen zu fahren.
In diversen Testfahrten können wir zum einen unsere Fähigkeiten verbessern und zum anderen auch Daten für die Optimierung unseres Motorrads sammeln. Hier kann man mehr als nur ein einzelnes Rennen zu starten, diese Möglichkeit findet sich unter dem Unterpunkt Zeitfahren. Man kann auch ein lokales Multiplayer-Spiel im Split-Screen-Modus starten.
Aber das ist noch nicht alles, denn man kann auch einen Grand Prix, also ein gesamtes Rennwochenende erstellen. Dabei kann man auswählen welche Läufe (Trainings, Qualifikationen) stattfinden sollen.
Nine Season 2009
In der Saison 2009 kam es in der MotoGP zu einem der packendsten Duelle aller Zeiten. Das Yamaha-Werksteam verpflichtete mit Jorge Lorenzo einen starken, jungen Fahrer, um sich für eine Zukunft ohne Valentino Rossi vorzubereiten. Im Nine-Season-2009-Modus bekommen wir nun die Möglichkeit, diese packende Saison noch einmal zu erleben und selber in das Geschehen einzugreifen.
Jeder der 17 GPs ist dabei in drei Kapitel unterteilt, wovon immer nur das erste zwingend erforderlich ist, die anderen beiden sind optional.Zwischendurch schlüpft der Spieler dabei in die Rollen von legendären Piloten wie Casey Stoner, Dani Pedrosa, Jorge Lorenzo oder Valentino Rossi und kann so die ikonischen Momente der 2009er Saison selbst erleben.
Multiplayer-Optionen
Es gibt zwei Möglichkeiten, MotoGP 22 im Multiplayer zu spielen. Zum einen lokal im Split-Screen-Modus, wie bereits erwähnt, und zum anderen online. Hier haben wir einen klassischen Online-Multiplayer mit Lobbys, über die man von anderen Spielern erstellten Rennen beitreten kann. Beim Erstellen von Rennen hat man die Wahl zwischen öffentlichen und privaten Spielen.
Grafik und Sound
Für die Umsetzung der Spielgrafik setzt Milestone auf die Unreal-Engine. Strecken und Motorräder sind schön gestaltet, wobei die Umgebung der Strecken teilweise recht leer wirkt. Ebenso sind die Wettereffekte gut integriert. Auch wenn die Grafik nicht mit vielen aktuellen Top-Titeln mithalten kann ist diese insgesamt doch sehr gelungen.
Beim Sound haben wir auch ein paar Konfigurationsmöglichkeiten, sodass wir diesen an das jeweilige Setting anpassen können.
Fazit
Wenn man Fan der MotoGP ist und diese gerne selbst erleben möchte, dann führt kaum ein Weg am neuen Teil der Serie MotoGP 22 vorbei. Echte Konkurrenz in dieser Nische gibt es nicht und es ist das einzige offiziell lizenzierte MotoGP Spiel mit den originalen Strecken und Fahrern. Die zahlreichen kleinen und großen Neuerungen sind zwar keine Revolution aber eine konsequente Weiterentwicklung. Und nicht zuletzt durch den gelungenen dokumentarischen NINE Season 2009 gibt es auch einen Grund für die Besitzer der Vorgängerversion zu wechseln.
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