Marc Márquez gewinnt packendes MotoGP-Rennen in Australien

Marc Marquez hat sein drittes Grand-Prix-Rennen mit Gresini-Ducati gewonnen. Der Spanier setzte sich am Sonntag auf Phillip Island in einem engen Duell gegen Jorge Martin (Pramac-Ducati) durch. Das Rennen über 27 Runden startete bei sonnigen und etwas wärmeren Bedingungen als gestern im Sprint. Das Feld entschied sich einheitlich für den harten Vorder- und den weichen Hinterreifen.

Den Start gewann einmal mehr Polesetter Martin. Dahinter erlebte Marquez wie schon am Samstag einen miserablen Start und verlor Positionen. Auf Platz zwei reihte sich Marco Bezzecchi (VR46-Ducati) ein, gefolgt von Bagnaia, Franco Morbidelli (Pramac-Ducaiti) und Brad Binder (KTM) auf den Plätzen drei bis fünf. Martin trat direkt die Flucht nach vorne an. Diesmal ließ sich das Feld aber nicht so schnell abschütteln wie im Sprint.

Nur eine Runde nach seiner Long Lap sorgte Bezzecchi in Kurve 4 für den ersten Sturz des Rennens. Vorne bestimmte Martin weiter die Pace. Bagnaia hielt den Abstand aber unter einer Sekunde. Im Kampf um Platz drei ließ Marquez Morbidelli hinter sich und machte nun Jagd auf das Spitzenduo. Nur zwei Umläufe später korrigierte Marquez diesen noch einmal nach unten und erhöhte damit den Druck auf Bagnaia. Das Verfolgerfeld konnte zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr mithalten.

Zu Beginn der zwölften Runde schob sich die Top 3 dann plötzlich eng zusammen. Martin hatte seinen Vorsprung nach einem Fehler in der Doohan-Kurve eingebüßt, konnte die Führung aber noch behaupten. Mit Anbruch der letzten zwölf Runden schien Bagnaia das Tempo von Martin und Marquez dann nicht mehr mitgehen zu können und fiel zurück. Marquez belauerte den WM-Leader rundenlang, fand aber zunächst keinen Weg vorbei. Erst vier Runden vor Schluss konnte der Spanier dank eines Fehlers von Martin in Kurve 5 durchschlüpfen.

In der Doohan-Kurve holte er sich die Führung zurück, nur um sie in der Miller-Haarnadel wieder an Marquez zu verlieren. Danach hatte Martin ihm nichts mehr entgegenzusetzen. Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) beendete das Rennen als Vierter vor Enea Bastianini (Ducati), der die Top 5 komplettierte. Morbidelli belegte Rang sechs. Binder wurde als Siebter bester Nicht-Ducati-Pilot. Jack Miller (KTM) wurde bei seinem Heimrennen Elfter. Honda punktete mit Johann Zarco und Luca Marini auf den Plätzen zwölf und 14 gleich doppelt. In die Punkteränge schafften es auch Alex Rins (Yamaha) als 13. und Alex Marquez (Gresini-Ducati) als 15. Aleix Espargaro (Aprilia) kam nicht über Platz 16 hinaus.

Aussagen der Fahrer

Zu seinem Start erklärt der Rennsieger: "Irgendwas passiert immer! Nie zuvor habe ich in der Startaufstellung ein Abreißvisier weggeworfen. Diesmal aber, als ich gerade das Holeshot-Device für das Vorderrad aktiviert hatte, hatte ich irgendwas Großes direkt vor meinen Augen. "Leider ist es unter mein (Hinter-)Rad gekommen. Ich habe es gesehen und wollte es noch entfernen, aber das war nicht möglich. "

"Das war ein schwieriges Rennen, keine Frage", sagt der Zweitplatzierte. "Meine Pace war stark, aber das Gefühl war nicht das gleiche wie gestern. "Ich konnte heute keinen Vorsprung herausfahren. Als 'Pecco' mich überholt hatte, war mir klar, dass ich ein bisschen zulegen muss. Es ist mir gelungen, wieder hohe 1:27er-Zeiten zu fahren, aber dann kam Marquez. Ich wusste, dass er es in Kurve 4 probieren würde. "Ich habe es nochmals probiert, doch das Risiko war zu groß für einen weiteren Angriff. Aber es ist Platz zwei geworden."

"Mehr als das war auch heute wieder schwierig", gesteht Bagnaia. "Wir haben uns für heute zwar ein kleines bisschen verbessern können und ich habe alles versucht, um mit Jorge und dann mit Marc mitzuhalten. Aber am Eingang der Kurven hatte ich große Schwierigkeiten.

Die Strecke auf Phillip Island

Die Strecke auf Phillip Island besticht durch zahlreiche extrem schnelle Kurven und beeindruckende Höhenunterschiede, wie man sie auf modernen Rennstrecken kaum noch antrifft. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 180 km/h gehört Phillip Island neben dem Red-Bull-Ring und Buriram zu den schnellsten Kursen der Motorrad-Weltmeisterschaft. Neben ihm stehen Marc Márquez und Maverick Viñales. Marco Bezzecchi, Francesco Bagnaia und Raúl Fernández bilden die zweite Startreihe.

WM-Stand

In der Weltmeisterschaft hat Jorge Martín weiterhin die Führung inne. 424 Punkte sind nach dem Wochenende in Australien auf seinem Konto. 20 Punkte dahinter folgt Francesco Bagnaia, der in den letzten Tagen nicht ganz mitgehen konnte. Marc Márquez ist nach seinem Sieg heute als Dritter 79 Zähler zurück.

Platz Fahrer Punkte
1 Jorge Martín 424
2 Francesco Bagnaia 404
3 Marc Márquez 345

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