MotoGP Ducati Fahrer: Verträge, Wechsel und Dominanz im Fokus

Die MotoGP-Saison 2024 und die Vorbereitungen für 2025 brachten zahlreiche Veränderungen in der Fahrerlandschaft mit sich, insbesondere im Zusammenhang mit Ducati. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Verträge, überraschende Wechsel und die anhaltende Diskussion um die Dominanz der Ducati-Bikes.

Aktuelle Verträge und Fahrerwechsel

Titelverteidiger Francesco Bagnaia verlängerte seinen Fahrervertrag mit Ducati bereits Anfang März. Zu Saisonbeginn 2024 hatten neben Bagnaia nur drei weitere Fahrer Verträge, die über die aktuelle Saison hinausgingen: Brad Binder im KTM-Werksteam bis Ende 2026 und Johann Zarco ist für zwei Jahre bis einschließlich 2025 an LCR-Honda gebunden. Abgesehen davon liefen alle restlichen Fahrerverträge zum Jahresende 2024 aus.

Ducati: Francesco Bagnaia gesetzt, Enea Bastianini muss gehen

Francesco Bagnaia ist bei Ducati bis Ende 2026 gesetzt. Enea Bastianini wurde nach zwei Jahren vor die Tür gesetzt. Aus dem Duell um dessen Nachfolge hat sich Jorge Martin nach dem Italien-Grand-Prix verabschiedet, indem er bei Aprilia unterschrieben hat.

Aprilia: Alex Espargaro geht, Marco Bezzecchi kommt

Am Barcelona-Wochenende verkündete Alex Espargaro seinen Rücktritt zum Saisonende 2024. Daraufhin begann Aprilia Gespräche mit mehreren Fahrern. Während Aleix Espargaro für 2025 eine Testfahrerrolle bei Honda übernehmen wird, wollte Aprilia mit Maverick Vinales weitermachen, doch dann entschied sich Vinales zum Wechsel zu Tech3-KTM. Für ihn hat man in Person von Marco Bezzecchi schnell Ersatz gefunden. In seinem Bestreben, in ein Werksteam aufzusteigen, hat sich Marco Bezzecchi für den Wechsel zu Aprilia entschieden.

Yamaha und Honda: Auf der Suche nach der Form

Da der japanische Hersteller seit geraumer Zeit in einer Formkrise steckt, war lange über einen Wechsel von Fabio Quartararo spekuliert worden. Quartararos Teamkollege Alex Rins dockte für 2024 zunächst für ein Jahr bei Yamaha an. Wie Yamaha sucht auch Honda weiter nach seiner Form. Nach dem Weggang von Marc Marquez müssen Joan Mir und Neuzugang Luca Marini richten. Im Zusammenhang mit Joan Mir wurde im Frühjahr 2024 über ein mögliches Karriereende spekuliert.

VR46-Ducati: Fabio Di Giannantonio bis 2026

Fabio Di Giannantonio stieß für 2024 zu VR46-Ducati. Mitte August wurde offiziell bekannt, dass Di Giannantonio bis Ende 2026 für VR46-Ducati fahren wird.

Gresini: Fermin Aldeguer neu im Team

Am Mittwoch vor dem Grand Prix in Aragon bestätigte Gresini Fermin Aldeguer für die MotoGP-Saisons 2025 und 2026.

Tech3-KTM: Maverick Vinales und Enea Bastianini für 2025/2026

Für 2025 und 2026 hat sich Tech3 die Dienste von Maverick Vinales und Enea Bastianini gesichert. Der Spanier kommt von Aprilia, der Italiener von Ducati.

Trackhouse: Raul Fernandez verlängert, Miguel Oliveira geht

Nach der Übernahme des Teams von RNF hat Trackhouse große Pläne. Im Juli wurde der Vertrag von Raul Fernandez bis Ende 2026 verlängert. Die Wege von Trackhouse und Miguel Oliveira hingegen werden sich trennen. Oliveira, der von Trackhouse-Aprilia kommt, bleibt dem MotoGP-Feld somit als der einzige Portugiese erhalten. Sein Vertrag ist auf zwei Jahre, bis Ende 2026, ausgelegt.

LCR-Honda: Johann Zarco und Somkiat Chantra

Nakagami wird für die MotoGP-Saison 2025 ersetzt, und zwar durch LCR-Honda-Neuzugang Somkiat Chantra aus Thailand. Chantras Vertrag läuft bis Ende 2026.

Die Dominanz der Ducati und die Diskussion um Einheitlichkeit

Die Diskussion um eine Vereinheitlichung aller Ducati-Bikes in der MotoGP ab 2026 nimmt weiter Fahrt auf. Gerüchten zufolge könnte der italienische Hersteller allen sechs Fahrern identische Maschinen zur Verfügung stellen. Die sportliche Dominanz der Desmosedici, die langfristigen Verträge mit Talenten wie Fermin Aldeguer und Fabio Di Giannantonio sowie die eingefrorene Motoren-Homologation ab 2025 machen eine solche Lösung zunehmend wahrscheinlich.

Aktuelle Situation: Unterschiede in der Ausstattung

In dieser Saison steht nur den beiden Ducati-Werksfahrern Marc Marquez und Francesco Bagnaia sowie Di Giannantonio im Gresini-Team die aktuelle Desmosedici GP25 zur Verfügung. Aldeguer, Alex Marquez und Franco Morbidelli fahren das Vorjahresmodell, mit dem seinerzeit Jorge Martin Weltmeister wurde.

VR46: Zufrieden mit dem aktuellen Set-up

Zu der Situation, dass alle Ducati-Fahrer den aktuellen Prototypen erhalten, wird es wohl aber nicht kommen. Das zumindest legt eine Auskunft von Uccio Salucci, Teamdirektor bei VR46, gegenüber Sky Sport Italia am Rande des Ungarn-Grand-Prix nahe. "Nach einigen Meetings, auch mit Vale, haben wir entschieden, dass wir bei uns das aktuelle Set-up - eine Werksmaschine, eine Kundenmaschine - beibehalten." Für das VR46-Team wird sich wohl auch in Zukunft nichts an der aktuellen Konstellation ändern.

Gresini: Verhandlungen über ein Upgrade

Mauro Grassilli, Sportdirektor von Ducati Corse, bestätigte gegenüber Sky, dass die Option geprüft werde. "Wie jedes Jahr führen wir eine Evaluation durch, um die Strategie für die nächste Saison festzulegen. Die Hypothese, dass Gresini eine Werksmaschine bekommt, steht auf dem Tisch", verriet der Italiener. "Aber wir sind noch in der Analysephase, sowohl bei Ducati als auch bei Gresini. Denn eine Werksmaschine zu betreiben ist komplex, technisch wie finanziell. Wir prüfen das gemeinsam, aber wir sind noch weit von einer Entscheidung entfernt."

Fahrerstimmen: Alex Marquez und Franco Morbidelli

Alex Marquez, derzeit bei Gresini unter Vertrag, würde direkt profitieren. In Spielberg sagte er in seiner spanischen Presserunde: "Natürlich wäre das positiv. Bis heute steht noch nichts fest, aber klar ist: Wenn das Team die Chance auf Werksmaschinen hat, wird es dafür kämpfen, und ich würde davon profitieren." Ein Direktvertrag mit Ducati als Fahrer sei für ihn zweitrangig. "Was ich will, ist ein Werksbike und die gleichen Waffen wie die anderen: Dinge im Test ausprobieren, Ducati helfen. Das ist mir wichtiger als ein Vertrag direkt mit Ducati", so Marquez. VR46-Fahrer Franco Morbidelli, der wie Marquez die GP24 pilotiert, würde ein Upgrade ebenfalls begrüßen. Zur Perspektive einheitlicher Ducati-Maschinen sagte er in Spielberg: "Wenn Ducati 2026 sechs Werksbikes hätte, wäre das großartig."

Zur Perspektive einheitlicher Ducati-Maschinen sagte er in Spielberg: "Wenn Ducati 2026 sechs Werksbikes hätte, wäre das großartig."

Die MotoGP-Fahrer im Überblick

Mit Marc Marquez (6 Titel), Joan Mir (1), Fabio Quartararo (1), Francesco Bagnaia (2) und Titelverteidiger Jorge Martin (1) gehen in diesem Jahr gleich fünf MotoGP-Weltmeister an den Start. Der Spanier Martin entthronte nach einem packenden Zweikampf über das gesamte Jahr hinweg den Italiener Bagnaia. Bekanntester Pilot ist aber mit Sicherheit Marquez. Der einstige Seriensieger wechselte von Gresini Racing auf die Werks-Ducati und wird ab 2025 zweiter Fahrer im Ducati-Werksteam.

Insgesamt sind im Jahr 2025 übrigens neun der 22 Piloten aus Spanien, die zweitstärkste Nation ist Italien mit sechs. Die restlichen Fahrer kommen aus Frankreich (2), Portugal, Japan, Australien, Südafrika und Japan. Ein deutscher Fahrer ist nicht dabei. Dafür allerdings ein deutscher Grand Prix. Am 13.

Seit dem Jahr 2002 bildet die MotoGP die Königsklasse des Motorradsports, dabei gehen die Ursprünge des zweirädrigen Motorsports deutlich weiter zurück: Bereits im Jahr 1949 traten die Fahrer erstmals zu einer Weltmeisterschaft für Straßenmotorräder an.

Erfolgreichste MotoGP-Fahrer aller Zeiten

Doch wer sind die erfolgreichsten MotoGP-Fahrer aller Zeiten? Und das, obwohl Bagnaia mit elf Siegen in 20 Rennen öfter ganz oben auf dem Siegertreppchen landete als alle anderen Piloten. Damit fuhr der Ducati-Pilot aber in die Top-10 der erfolgreichsten MotoGP-Piloten. Darunter Schwantz‘ Landsmann Eddie Lawson, der zwischen 1983 und 1992 in der 500-ccm-Klasse aktiv war. 31 Mal landete Lawson ganz oben auf dem Siegerpodest, nur sechs Mal mehr als Schwantz.

Dani Pedrosa

Zwischen 2006 und 2018 war Pedrosa für das Repsol Honda Team in der MotoGP aktiv und krönte sich ganz drei Mal zum Vize-Weltmeister (2007, 2010 und 2012). Für einen Meistertitel hat es für einen der talentiertesten Fahrer seiner Generation dabei allerdings nie gereicht. 2007 war Pedrosa jedoch nah dran - mit sieben Siegen seine erfolgreichste Saison.

Mike Hailwood

Zwischen 1958 und 1967 war der Engländer in der Königsklasse aktiv und krönte sich in den Jahren 1962, 1963, 1964 und 1965 ganze vier Mal in Folge zum Weltmeister der 500-ccm-Klasse.Insgesamt konnte Hailwood 37 Rennen für sich entscheiden. Besonders beeindruckend: Stanley Michael Bailey Hailwood, so der volle Name des bereits 1981 verstorbenen Fahrers, war ein echter Tausendsassa. Neben seiner aktiven Motorrad-Karriere ging er zeitgleich auch in der Königsklasse auf vier Rädern - der Formel 1 - an den Start.

Casey Stoner

Besonders beeindruckend war Stoners Triumpf auf dem unterlegenen Bike von Ducati im Jahr 2007, bevor der Australier in den Saisons 2011 und 2012 an die Seite von Dani Pedrosa zum Repsol Honda Team wechselte.

Jorge Lorenzo

Zwischen 2008 und 2019 war er in der MotoGP aktiv und brachte es in seiner aktiven Zeit auf ganze 203 Starts in der höchsten Klasse. 47 Mal stand er dann am Ende ganz oben auf dem Podium, was ihm sogar drei Titel als Fahrer-Weltmeister (2010, 2012 und 2015) einbrachte.

Eine zweifelhaften Rekord sicherte sich Lorenzo dabei ebenfalls: In der MotoGP-Saison 2013 kam der Spanier auf insgesamt acht Saisonsiege (in 17 Rennen). Kein anderer Fahrer gewann in dem Jahr mehr Grand Prix‘ - am Ende hieß der Sieger der Fahrer-WM allerdings Marc Márquez. Bis heute Rekord für die meisten Saisonsiege, ohne am Ende Weltmeister zu werden. 2022 wurde Lorenzo in die MotoGP Hall of Fame aufgenommen.

Mick Doohan

In den Jahren 1994, 1995, 1996, 1997 und 1998 führe kein Weg an dem Piloten vorbei, der in seiner gesamten MotoGP-Karriere im Sattel einer Honda NSR500 Platz nahm - wenn auch für verschiedene Teams. Die erfolgreichste Saison für Doohan war das Jahr 1997, in dem er 12 der 15 Saisonrennen für sich entscheiden konnte. Insgesamt gilt Doohan als Nationalheld Australiens.

Marc Marquez

Darunter die meisten Siege in einer Saison und den Rekord als jüngster MotoGP-Sieger aller Zeiten. Seit 2013 ist Márquez in der MotoGP aktiv und startete seither zu 199 Rennen. Ganze 68 davon konnte der bislang gewinnen, landete 119 Mal auf dem Podium und krönte sich unglaubliche sechs Mal zum Fahrerweltmeister (2013, 2014, 2016, 2017, 2018 und 2019).Nach einem Jahr bei Gresini Racing (2024) wechselte Marquez für die Saison 2025 zu Ducati, wo er zu alter Form zurückfand: Aktuell (Stand: 01.07.2025) führt MM #93 die Fahrerwertung der MotoGP mit 307 Punkten an.

Giacomo Agostini

Nicht nur, dass der Italiener mit acht WM-Titeln in der höchsten Klasse Rekordweltmeister ist, er hält auch den Rekord für die meisten Siege bei demselben Grand Prix (insgesamt zehn Siege auf dem Tampere Circuit).Bei der Anzahl der Siege reicht es allerdings trotzdem nur für Platz 2. Insgesamt 68 Mal stand Agostini am Ende des Rennens als Sieger fest, zumindest in der 500-ccm-Klasse.

Valentino Rossi

Unglaubliche 22 Jahre lang war Rossi in der Königsklasse aktiv und krönte sich am Ende der Saison sieben Mal zum Weltmeister.Damit hält er aktuell auch den Rekord für die meisten Starts: Zu unglaublichen 374 Rennen trat Rossi im Rahmen seiner MotoGP-Karriere an. 89 davon konnte der Italiener gewinnen - und landete 199 Mal auf dem Podium.

Mittlerweile hat sich Rossi aus dem aktiven Sport zurückgezogen und fungiert als Chef seines eigenen Rennstalls und versuchte sich in seiner Karriere auch als Testfahrer für Ferrari in der Formel 1 und trat mehrmals in der WRC an, sollte dann aber doch in der MotoGP bleiben.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0