MotoGP Fahrer werden: Voraussetzungen und Weg an die Spitze

Die MotoGP hat als Königsklasse im Motorrad-Sport wieder begonnen und wird eifrig von seinen Fans verfolgt. In der höchsten Rennklasse innerhalb der FIM-Motorrad-Weltmeisterschaft treten in der MotoGP-Klasse die leistungsstärksten Motorräder gegeneinander an. MotoGP-Motorräder sind Prototypen mit der aktuell besten Technik, welche im Schnitt 300 PS stark sind, 157 Kilo wiegen und eine Geschwindigkeit von über 350 km/h erreichen können.

Die aktuelle Saison begann am 6. März in Katar und soll voraussichtlich nach 21 Rennen am 6. November 2022 in Valencia beendet sein. Die Starter bestehen aus 24 Fahrern und 12 Teams aus neun Nationen. Gewonnen hat, wer am Ende der Saison die meisten Punkte verzeichnen kann. Bei jedem Rennen erhalten die ersten 15 platzierten Fahrer bzw. Teams Punkte. Bei den Fans des Profi-Motorradsports hat die MotoGP einen besonderen Stellenwert.

Wie wird man MotoGP-Fahrer?

Um bei der Weltmeisterschaft mitwirken zu können, braucht es ein Team, das einen als Fahrer nominiert, und die FIM Grand Prix Licence, die Fahrlizenz des Weltverbandes. An sich gilt diese Lizenz für die gesamte Weltmeisterschaft eines Jahres, es kann aber in besonderen Situationen auch eine Lizenz geben, die nur für ein Rennen Gültigkeit hat. Wesentlich ist auch, dass man dem Alter entspricht.

Altersvorgaben und andere Richtlinien

Bei den Fahrern in der MotoGP-Weltmeisterschaft gibt es für jede Klasse die Voraussetzung der Fahrerlizenz und Regeln im Hinblick auf das Alter.

  • Moto3: Mindestalter 16 Jahre, Höchstalter 28 Jahre.
  • Moto2: Mindestalter (in der Regel) 16 Jahre, Höchstalter 50 Jahre.
  • MotoGP: Mindestalter (in der Regel) 18 Jahre, Höchstalter 50 Jahre.

Eine Ausnahme gibt es in der Einstiegsklasse Moto3, wo es sein kann, dass jemand die Junior Moto3 Weltmeisterschaft gewinnen konnte und im Folgejahr bei der Moto3 teilnimmt, obwohl er noch nicht 16 Jahre alt ist. Als Regel für alle Altersüberprüfungen gilt der Geburtstag. Wenn man also am 21. November Geburtstag hat, kann man am 1. November noch nicht 16 Jahre alt sein, sondern erst am 21. November.

Umgekehrt ist es mit dem Höchstalter, das auch vorgegeben ist. Wer in der MotoGP fahren möchte, darf nicht älter sein als 50 Jahre. Das wäre aber ohnehin ein sehr außergewöhnlich hohes Alter, weil die Spitzenfahrer sind viel jünger, aber jenseits der 30 Jahre sind viele Akteure durchaus anzutreffen. Die gleiche Regelung gilt für die Moto2. Anders sieht es in der Moto3 aus. Dort gibt es nämlich eine Höchstbegrenzung von 28 Jahren. Schon so manches Mal hat man im Kommentar zu einem Rennen der Moto3 die Information erhalten, dass der Fahrer X im nächsten Jahr zur Moto2 wechseln muss. Warum muss er? Weil er schon lange in der Moto3 fährt und zu alt geworden ist.

Der Weg in die MotoGP

Moto3 dient als Kategorie für GP-Einsteiger, die sich über Erfolge in nationalen Serien durchgekämpft haben. Das bedeutet, wenn Du in regionalen und/oder nationalen Rennklassen bereits erfolgreich warst, dann könntest Du die Chance haben, mit einem entsprechenden Sponsor, in der Moto3 zu fahren. Diese Fahrer haben meist in sehr jungen Jahren angefahren und sind vielleicht mit Minibikes gestartet und haben sich dann durch die verschiedenen Klassen gearbeitet. Du kannst es mit den Fahreren aus F1 vergleichen, die meist im Alter von 5 oder 6 Jahren im Kart-Sport angefangen und sich über die verschiedenen Rennklassen qualifiziert haben.

Schau Dir doch mal den Steckbrief der jetzigen erfolgreichen Fahrer in Moto3, Moto2 oder MotoGP an. Dann kannst Du sehen, wie es geht. Du brauchst Verbindungen und Sponsoren. Fährst du denn? Dann frag mal einen Streckenbesitzer wo du möglicherweise trainierst?

Voraussetzungen für die Teams

Aber dazu braucht es auch Teams, die die Motorräder bereitstellen und die Fahrer als Mitglieder ihrer Mannschaft bestellen und nennen. Mit der Anmeldung gibt man sein Interesse bekannt, Teil der WM sein zu wollen, wobei es weitere Fristen gibt. Man muss zum Zeitpunkt der Anmeldung noch nicht wissen, welche Fahrer man anstellen wird, die für das Team die Rennen im nächsten Jahr bestreiten sollen. Für diese Entscheidung gibt es eine zweite Frist, nämlich den 28. Februar des nächsten Jahres. Das kann für ein neues Team interessant sein, weil man wohl die Struktur schon zur Verfügung hat, um eine Weltmeisterschaft zu bestreiten, aber mit den möglichen Fahrern noch in Verhandlungen steckt.

Ausgenommen sind natürlich Situationen, in denen sich ein Fahrer verletzt hat und nicht am Rennen teilnehmen kann. In dem Fall ist ein Ersatzfahrer einzusetzen. Dabei ist eine seriöse ärztliche Bestätigung absolut notwendig, um in den Dokumenten auch zu deklarieren, dass der nominierte Fahrer nicht einsatzfähig ist. Es kann auch zur Situation kommen, dass ein Fahrer vom offiziellen Arzt keine Rennerlaubnis erhält - etwa nach einem Sturz beim letzten Rennen. Wenn es sportlich gar nicht läuft, kann man auch einen Fahrer durch einen neuen ersetzen, aber das muss mit Rücksprache erfolgen.

Pflichten von Fahrern und Teams

Die Fahrer wollen in erster Linie mit dem Motorrad an den Rennen teilnehmen und möglichst erfolgreich sein. Es gibt aber im Rahmen der MotoGP-Weltmeisterschaft auch Pflichten wie etwa die Pressekonferenz am Donnerstagvormittag, zu der man eingeladen werden kann. Außerdem ist es die Pflicht, am Podium nach dem Rennen teilzunehmen - aber das versteht sich eigentlich von selbst. Zudem sind Team und Fahrer verpflichtet, an Werbemaßnahmen teilzunehmen und sich einzubringen, soweit dies vom Weltverband und den Organisatoren von Rennen und Weltmeisterschaft eingefordert wird.

In allen drei Klassen gibt es maximal zwei Wildcards, wodurch ein Fahrer zum Beispiel als nationaler Fahrer bei seinem Heim-Grand Prix teilnehmen darf, obwohl er sonst nicht Teil der Weltmeisterschaft ist. Voraussetzung ist aber, dass er die "one event Grand Prix" Lizenz besitzt, andernfalls ist die Teilnahme nicht möglich. Neben der Zustimmung des Weltverbandes und der Organisatoren und der Lizenz ist auch Geld nötig. Die Wildcard in der Moto3 kostet (Stand 2018) 3.500 Euro, die Moto2 13.000 Euro.

Jeder Fahrer bekommt als Teilnehmer der Weltmeisterschaft in allen drei Klassen eine eindeutige Startnummer, die für die gesamten Rennen des Jahres gelten. Die Startnummer findet sich auch in vielen Ergebnislisten zusammen mit dem Namen des Fahrers und des Teams sowie der Marke des verwendeten Motorrads.

Das Rennwochenende

Das Herzstück der MotoGP welcher Klasse auch immer ist das Rennwochenende mit dem eigentlichen Grand Prix am Sonntag. Aber damit dies möglich ist, braucht es die Rennstrecke, die zum Teil die gleiche ist wie in der Formel 1 oder in anderen Rennserien und einige zusätzliche Einrichtungen und Regeln. Natürlich braucht es auch die Fahrer mit der entsprechenden Fahrberechtigung sowie die Teams, damit es Motorräder geben kann und damit die Finanzierung gesichert ist.

Das Rennwochenende selbst beginnt mit dem Training, wird mit Qualifying fortgesetzt und am Renntag gibt es das Warm-up und schließlich das Rennen selbst.

Die MotoGP-Klassen

Die MotoGP setzt sich aus drei Klassen zusammen, die im Laufe der Zeit neu benannt und technisch definiert wurden. Lange Jahre gab es die 500 ccm²-Klasse als höchste Klasse, dann die 250er und 125er (noch früher sogar 80er) Klasse. Heute ist die Einstiegsklasse die Moto3 gefolgt von der Moto2 und der höchsten Rennserie mit der MotoGP.

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