Die MotoGP ist aufgrund ihrer Geschwindigkeiten, Technologien und Strecken die Königsklasse des Motorrad-Rennsports. Die MotoGP brannte auf einer der schnellsten und malerischsten Rennstrecken der Welt für die sechste von zwanzig Runden im Jahr 2023 und Red Bull KTM Factory Racing war beim Gran Premio d'Italia Oakley mit von der Partie. Die herrliche Kulisse und die schwungvollen Kurven des Autodromo del Mugello waren eine willkommene Rückkehr für die MotoGP, nachdem sie 2020 im Kalender fehlte. Das schnelle 5,2 km lange Layout war Schauplatz des 35.
Mugello ist dafür eine gute Referenz, weil das Streckenlayout unverändert ist. Seit der Einführung des MotoGP wurden zwölf der 16 Bestmarken auf der Strecke in Mugello erreicht.
Der neue Geschwindigkeitsrekord
Mit 366,1 km/h stellte Brad Binder in Mugello einen neuen Topspeed-Rekord für die MotoGP auf. Der KTM-Fahrer wurde im Sprint mit diesem Wert gemessen. Der Südafrikaner Brad Binder hat eine neue Bestmarke in der Höchstgeschwindigkeit im MotoGP aufgestellt. Beim Sprint im italienischen Mugello fuhr er mit starkem Rückenwind 366,1 km/h schnell und löste damit den bisherigen Rekordhalter Jorge Martin ab.
Martin wurde im vergangenen Jahr an gleicher Stelle mit 363,6 km/h gemessen. Seit dem GP von Mugello Ende Mai ist der Südafrikaner der Ex-Aequo-Rekordhalter für die höchste je in der MotoGP erzielte Geschwindigkeit. Auf der langen Geraden des italienischen Kurses erreichte er phänomenale 362,4 km/h.
"Ich hatte einen sehr guten Windschatten", sagt der Südafrikaner. "Ich kam gut aus der letzten Kurve vor Start-Ziel und konnte den Windschatten gut nutzen", erinnert er sich. "Ich sah meine Geschwindigkeit und dachte ‚aber hallo‘. Auf der Geraden spürst du 20 km/h Unterschied nicht besonders - dafür umso mehr, wenn du für die erste Kurve bremsen musst. "Es war verdammt cool, danach meine Geschwindigkeit zu sehen", fügt er hinzu.
Binder rückt von Startplatz 10 auf Platz 5 vor und erzielt damit sein zweites Top-Fünf-Ergebnis in dieser Saison. Über 23 Runden hinweg war es Binder, der sich in der Reihenfolge durchsetzen konnte, und nach dem anfänglichen Schlagabtausch war Miller der Protagonist. Der Südafrikaner fuhr knapp außerhalb der Reichweite des Kampfes um den letzten Platz auf dem Podium, aber Brads fünfter Platz bedeutete seine zweitbeste Platzierung in diesem Jahr. Binder gewann 11 Punkte und liegt nun mit 15 Punkten Vorsprung auf Platz 3. Miller liegt auf Platz 7.
Faktoren, die zur Höchstgeschwindigkeit beitragen
Mehrere Faktoren tragen zu den extremen Geschwindigkeiten in Mugello bei:
- Streckenlayout: Die lange Gerade von Mugello ermöglicht es den Fahrern, hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. Bei beiden Kursen misst die Zielgerade etwas mehr als einen Kilometer. Außerdem wird die letzte Kurve vor Start/Ziel mit mittelschnellem Tempo durchfahren, wodurch die Fahrer schon mit mehr als 100 km/h auf die Zielgerade einbiegen.
- Windschatten: Ein guter Windschatten kann die Geschwindigkeit erheblich beeinflussen. "Man realisiert das erst, wenn man zum Scheitelpunkt der ersten Kurve kommt. Man bremst an der gleichen Stelle, ist aber viel schneller. Der Bremspunkt mit und ohne Windschatten variiert um zehn Meter. Das muss man bedenken."
- Aerodynamik: Die Aerodynamik spielt eine entscheidende Rolle bei der Reduzierung des Luftwiderstands und der Erhöhung der Geschwindigkeit. "Sicherlich", meint Binder. "Dazu ist sie da und sie funktioniert. Jedes Jahr werden wir schneller. Ich bin mir auch sicher, dass wir noch schneller werden. Das ist der Fortschritt im Rennsport."
- Motorleistung: Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Motoren ermöglicht immer höhere Geschwindigkeiten. "Der Aprilia-Motor ist schnell und gut. Aber wir müssen abwarten, ob es reicht, um den Ducatis zu folgen oder sie sogar zu überholen."
Die Entwicklung der MotoGP-Geschwindigkeit
Die MotoGP hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten rasant entwickelt. Wie sich die MotoGP in den vergangenen zwei Jahrzehnten entwickelt hat, lässt sich aus Zahlen ablesen. Mugello ist dafür eine gute Referenz, weil das Streckenlayout unverändert ist.
- 2002: Tohru Ukawa erreichte mit der Fünfzylinder-Honda 324,5 km/h. Damals wurde Tohru Ukawa mit der Fünfzylinder-Honda mit 324,5 km/h gemessen.
- 2003: Valentino Rossis Poleposition-Zeit betrug 1:51.927 Minuten. Vor 20 Jahren im Jahr 2003 lautete die Poleposition-Zeit von Valentino Rossi (Honda) 1:51.927 Minuten. Damit blieb er über seinem Rekord von 1:51.258 Minuten aus dem Vorjahr.
- 2013: Dani Pedrosas Poleposition-Zeit betrug 1:47.157 Minuten. Zehn Jahre später lautete die Poleposition-Zeit von Dani Pedrosa (Honda) 1:47.157 Minuten. Das war zum damaligen Zeitpunkt neuer Rundenrekord.
- 2023: Francesco Bagnaia raste mit 1:44.855 Minuten zur Pole und stellte damit den aktuellen Rundenrekord auf. 2023 raste Francesco Bagnaia (Ducati) mit 1:44.855 Minuten zur Pole und stellte damit den aktuellen Rundenrekord auf.
Diese Zahlen untermauern, wie rasant sich die MotoGP weiterentwickelt hat. "Jedes Jahr arbeiten Ducati und die anderen Hersteller daran, sich zu verbessern. Die Welt entwickelt sich weiter. Die Technologie verbessert sich stark. Deshalb ist es normal, über 20 Jahre solche Fortschritte zu sehen. Das betrifft nicht nur die Motorräder. Man muss sich nur die Mobiltelefone von vor 20 Jahren und jetzt ansehen. Es sind 20 Jahre Entwicklung. Der Unterschied zwischen 1983 und 2003 ist vielleicht noch größer."
Die Bedeutung der Elektronik
Natürlich ist jede KTM RC16 genau auf den jeweiligen Fahrer und seine Aufgabe, die Grenzen der Physik auszuloten und nach Zehntelsekunden zu jagen, zugeschnitten. Das trifft auch auf das Ride-by-Wire-System zu. Das ‚Gas‘ selbst besteht aus mehr als nur einem Gummigriff und einer Feder (der Umdrehungswinkel ist maßgeschneidert und laut Miguel Oliveira, Sieger des GP von Katalonien, ist es „sehr leichtgängig“). Eine Drehung des rechten Handgelenks entfesselt eine Lawine aus Drehmoment und Power.
„Die Verbindung zwischen dem Gasdrehgriff und dem Hinterrad - zusammen mit der Elektronik - hat große Auswirkungen auf das Gripniveau und wenn das Bike zu stark driftet, muss die Traktionskontrolle eingreifen“, fügt Oliveira hinzu. „Sobald das Team weiß, wie, wann und wie stark der Fahrer den Gasdrehgriff öffnen will und wie stark man die Reifen beanspruchen kann, kommt viel Elektronik ins Spiel“, so Oliveiras Crew Chief Paul Trevathan. „Wir spielen mit dem Drehmoment und der Traktionskontrolle herum.
„Ein Fahrer kommt zum Beispiel in die Box und sagt: ‚zwischen Kurve 4 und 5 fühlt sich das Gas zu flach an …‘ oder ‚am Ausgang von Kurve 8 habe ich zu wenig Kontrolle‘“, fügt er hinzu. „Die Fahrer lenken das Bike mit dem Gas. So können sie seine Bewegungen auf der Rennstrecke steuern und kontrollieren. „All das ist extrem kompliziert und ich ziehe es vor, gar nicht zu wissen, wie das alles funktioniert!“ sagt etwa Brad Binder. „Ich komme in die Box und sage: ‚Ich brauche hier mehr Power, dort weniger und dort mehr Wheelie Control …‘ und so weiter. Das gilt auch für die Motorbremswirkung. Ich sehe mir selten an, was das Bike im Detail tut.
„Im Zusammenhang mit der Elektronik ist wichtig, sie für den Fahrer so transparent wie möglich zu machen“, so Trevathan. „Wir versuchen, es dem Fahrer zu ermöglichen, das Bike mit dem Gas zu lenken, manche Fahrer aber möchten es so eingestellt haben, dass sie auf manchen Strecken Vollgas geben können und die Elektronik den Rest erledigt. So müssen sie sich darum nicht mehr kümmern.
Die Herausforderungen für die Fahrer
Die extremen Geschwindigkeiten stellen hohe Anforderungen an die Fahrer. All das bedeutet, dass der rechte Arm des Fahrers harte Arbeit leisten muss. Viele MotoGP-Fahrer leiden unter ‚Arm-Pump‘ und manche müssen sich gar operieren lassen, um die ‚Blockade‘ zu lösen. Das alles hat einen Effekt darauf, wie sie mit dem Gas umgehen.
„Beim Arm-Pump ist das größte Problem nicht das Gasgeben, sondern das Verzögern - der Prozess, wenn du das Gas schließt und die Vorderradbremse aktivierst“, gibt Binder zu Protokoll. „Dann spürst du kaum, wie viel Druck du ausübst. Das macht dich nervös und du brauchst zu lange, um zum Bremsen zu wechseln. Und dann bist du nicht mehr sicher, wie stark du am Bremshebel ziehen sollst.
Gefahren und Sicherheit
Die extremen Geschwindigkeiten in Mugello sind nicht ohne Risiken. "Die Motorräder werden mit jedem Jahr schneller. Und jedes Jahr kommt die Mauer auf der Innenseite von Kurve 1 immer näher und näher", schildert Miller die Gefährlichkeit dieser Stelle.
Bei Geschwindigkeiten von jenseits der 350 km/h ist die Bremsanlage gefordert. Alle Teams arbeiten mit Brembo zusammen. Die italienischen Spezialisten geben vor San Donato eine Bremsdistanz von rund 300 Metern an.
Zukünftige Entwicklungen
Prinzipiell bleibt das Technische Reglement bis Ende 2026 unverändert. Derzeit laufen Gespräche, welche Änderungen für die Zeit von 2027 bis 2032 vorgenommen werden. Es deutet sich ein Verbot der Ride-Height-Systeme an. Ab 2027 kommt außerdem zu 100 Prozent synthetischer Kraftstoff zum Einsatz. Prüfstandtests haben dadurch aber keine deutliche Leistungseinbuße gezeigt.
Ergebnisse des Rennens in Mugello
In diesem Jahr liegt er in der Gesamtwertung auf Rang vier, nachdem er das Rennen in Mugello nur auf Platz elf beendet hatte. Der Sieg ging an Weltmeister Francesco Bagnaia. Der Ducati-Pilot setzte sich vor seinem Landsmann Marco Bezzecchi (Ducati) und Jorge Martin (Spanien/Ducati) durch. Damit baute Bagnaia vor dem Hauptrennen des 6.
| Platz | Fahrer | Team |
|---|---|---|
| 1 | Francesco Bagnaia | Ducati |
| 2 | Marco Bezzecchi | Ducati |
| 3 | Jorge Martin | Ducati |
| 5 | Brad Binder | Red Bull KTM Factory Racing |
| 7 | Jack Miller | Red Bull KTM Factory Racing |
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