Die MotoGP setzt sich aus drei Klassen zusammen, die im Laufe der Zeit neu benannt und technisch definiert wurden. Lange Jahre gab es die 500 ccm²-Klasse als höchste Klasse, dann die 250er und 125er (noch früher sogar 80er) Klasse. Heute ist die Einstiegsklasse die Moto3 gefolgt von der Moto2 und der höchsten Rennserie mit der MotoGP.
Die drei Klassen im Detail
Moto3: Die Einstiegsklasse
Die Moto3-Klasse dient als Einstieg in die Weltmeisterschaft und ist für junge Talente konzipiert. Die Motorräder sind mit Einzylinder-Viertaktmotoren ausgestattet, die einen Hubraum von maximal 250 ccm aufweisen. Nur KTM und Honda bauen derzeit Moto3-Motorräder. Die maximale Drehzahl der Motoren ist auf 14.000 U/min begrenzt.
Mit einer Leistung von rund 60 PS erreichen die Maschinen einen Topspeed von bis zu 245 km/h. Das Mindestgewicht für Motorrad und Fahrer beträgt zusammen 148 Kilogramm. Die Chassis sind Prototypen. Für das Motorenpaket mit sechs Triebwerken pro Saison dürfen maximal 60.000 Euro verlangt werden.
Die Motorräder verfügen über ein Sechsgang-Getriebe mit Quickshifter und Blipper, und der Tankinhalt ist auf elf Liter begrenzt. Diese Spezifikationen fördern enge Wettbewerbe und ermöglichen es jungen Fahrern, ihr Können unter Beweis zu stellen.
Moto2: Die Mittelklasse
In der Moto2-Kategorie kommen leistungsstärkere Maschinen zum Einsatz. Seit 2019 werden 765 ccm Dreizylinder-Viertaktmotoren von Triumph verwendet, die rund 145 PS leisten. Diese Motoren ermöglichen bis zu 300 km/h. Das Mindestgewicht inklusive Fahrer beträgt 215 Kilogramm.
Die Motorräder sind mit einem Sechsgang-Getriebe mit Quickshifter und Blipper ausgestattet, und der Tankinhalt ist auf 24 Liter begrenzt. Die Chassis sind, ähnlich wie in der Moto3, Prototypen. Mit Kalex, Boscoscuro und Forward gibt es drei Chassis-Anbieter. Bei den Dämpfern setzt der Großteil auf Öhlins, aber auch WP ist dabei.
Beide Klassen verwenden eine Einheitselektronik von Magneti Marelli, aber mit begrenzteren Einstellmöglichkeiten als in der MotoGP. Seit 2024 fahren Moto2 und Moto3 mit Reifen von Pirelli. Der Kraftstoff für beide Klassen stammt von Petronas. Derzeit muss der Kraftstoff zu 40 Prozent aus fossilfreien Bestandteilen bestehen.
MotoGP: Die Königsklasse
Die MotoGP stellt die Speerspitze des Motorradrennsports dar. Die Motorräder sind Prototypen mit der aktuell besten Technik, welche im Schnitt 300 PS stark sind, 157 Kilo wiegen und eine Geschwindigkeit von über 350 km/h erreichen können. Die Motorräder sind mit Viertakt-Saugmotoren ausgestattet, die maximal vier Zylinder und einen Hubraum von bis zu 1.000 ccm aufweisen. Die Leistung dieser Maschinen liegt bei rund 300 PS, was Geschwindigkeiten von mehr als 360 km/h ermöglicht. Das Mindestgewicht der Motorräder beträgt 157 Kilogramm.
Die Tankkapazität ist auf 22 Liter begrenzt, und es sind keine Boxenstopps zum Nachtanken erlaubt. Die MotoGP-Motorräder sind mit einem Sechsgang-Getriebe ausgestattet, wobei vollautomatische Getriebe verboten sind. Stattdessen kommen sogenannte Seamless-Getriebe zum Einsatz, die Gangwechsel nahezu ohne Zugkraftunterbrechung ermöglichen und so für maximale Beschleunigung und Stabilität sorgen.
Die hochentwickelten Chassis bestehen hauptsächlich aus Aluminiumlegierungen. Nur KTM setzt auf ein Chassis aus Carbon. Auch bei den Schwingen experimentieren einige Marken mit Carbon. Mit einer Ausnahme fahren alle Hersteller mit Dämpferelementen von Öhlins. Nur KTM setzt auf die eigene Hausmarke WP. Alle Teams fahren mit Bremsanlagen von Brembo. Zudem kommt in allen MotoGP-Maschinen eine standardisierte Einheitselektronik zum Einsatz, die von Magneti Marelli geliefert wird.
Seit einigen Jahren hat die Aerodynamik-Entwicklung an großer Bedeutung gewonnen. Außerdem gibt es mechanische Ride-Height-Systeme, die es erlauben, die Fahrzeughöhe während der Fahrt abzusenken. Derzeit muss der Kraftstoff zu 40 Prozent aus fossilfreien Bestandteilen bestehen. Jeder Hersteller arbeitet mit einem eigenen Spritpartner zusammen. Seit 2016 fährt die MotoGP mit Reifen von Michelin.
Technische Daten im Überblick
| Klasse | Motor | Hubraum | Leistung | Mindestgewicht (Motorrad) | Mindestgewicht (Motorrad und Fahrer) | Tankinhalt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Moto3 | Einzylinder-Viertakt | 250 ccm | ca. 60 PS | - | 148 kg | 11 Liter |
| Moto2 | Dreizylinder-Viertakt (Triumph) | 765 ccm | ca. 145 PS | - | 215 kg | 24 Liter |
| MotoGP | Viertakt-Saugmotor | 1.000 ccm | ca. 300 PS | 157 kg | - | 22 Liter |
Fahrberechtigung in der MotoGP: Altersvorgaben und andere Richtlinien
Wenn ein Rennwochenende durchgeführt wird, kann man nicht so einfach sein Motorrad hervorkramen und mitfahren. Dazu braucht es schon die Zustimmung des Weltverbandes FIM und einige besondere Regeln. Um bei der Weltmeisterschaft mitwirken zu können - ungeachtet der Klasse - braucht es zum einen ein Team, das einen als Fahrer nominiert und zum anderen die FIM Grand Prix Licence, die Fahrlizenz des Weltverbandes.
An sich gilt diese Lizenz für die gesamte Weltmeisterschaft eines Jahres, es kann aber in besonderen Situationen auch eine Lizenz geben, die nur für ein Rennen Gültigkeit hat. Wesentlich ist auch, dass man dem Alter entspricht. Um in der MotoGP fahren zu dürfen, muss man mindestens 18 Jahre alt sein. Eine Ausnahme gibt es in der Einstiegsklasse Moto3, wo es sein kann, dass jemand die Junior Moto3 Weltmeisterschaft gewinnen konnte und im Folgejahr bei der Moto3 teilnimmt, obwohl er noch nicht 16 Jahre alt ist.
Als Regel für alle Altersüberprüfungen gilt der Geburtstag. Wenn man also am 21. November Geburtstag hat, kann man am 1. Umgekehrt ist es mit dem Höchstalter, das auch vorgegeben ist. Wer in der MotoGP fahren möchte, darf nicht älter sein als 50 Jahre. Das wäre aber ohnehin ein sehr außergewöhnlich hohes Alter, weil die Spitzenfahrer sind viel jünger, aber jenseits der 30 Jahre sind viele Akteure durchaus anzutreffen.
Die gleiche Regelung gilt für die Moto2. Anders sieht es in der Moto3 aus. Dort gibt es nämlich eine Höchstbegrenzung von 28 Jahren. Schon so manches Mal hat man im Kommentar zu einem Rennen der Moto3 die Information erhalten, dass der Fahrer X im nächsten Jahr zur Moto2 wechseln muss. Warum muss er? Weil er schon lange in der Moto3 fährt und zu alt geworden ist.
Der Rookie ist in vielen Sportarten der Neueinsteiger und es gibt auch Tabellen und Ranglisten, welche Neueinsteiger besonders erfolgreich sind. In der MotoGP gilt ein Rookie Rider als ein solcher, der noch keine sechs Rennen vollständig bestritten hat. Also nicht so wie oft angenommen, dass man im ersten Weltmeisterschaftsjahr ein Rookie ist.
Punkteverteilung in der MotoGP
Der Sieg in einem der Rennen der MotoGP-Weltmeisterschaft mit den drei Klassen Moto3, Moto2 und natürlich der MotoGP selbst ist natürlich das angestrebte Ziel für die Fahrer, aber es gibt neben Sieg und Niederlage auch eine wesentliche zweite Ebene und das sind die Punkte, die man für die jeweilige Weltmeisterschaftstabelle einfahren kann. Der Sieger kassiert natürlich die meisten Punkte, aber auch mit Platz fünfzehn kann man noch einen Punkt einsammeln. Diese Punkteverteilung gibt es bei allen Rennen der Weltmeisterschaft in jeder Klasse und dient als Grundlage zur Ermittlung, welcher Fahrer Weltmeister in der Moto3, Moto2 oder MotoGP werden konnte. Wer die meisten Punkte auf sich vereinen konnte, ist auch Weltmeister seiner Klasse.
Punkteverteilung:
- 1. Platz: 25 Punkte
- 2. Platz: 20 Punkte
- 3. Platz: 16 Punkte
- 4. Platz: 13 Punkte
- 5. Platz: 11 Punkte
- 6. Platz: 10 Punkte
- 7. Platz: 9 Punkte
- 8. Platz: 8 Punkte
- 9. Platz: 7 Punkte
- 10. Platz: 6 Punkte
- 11. Platz: 5 Punkte
- 12. Platz: 4 Punkte
- 13. Platz: 3 Punkte
- 14. Platz: 2 Punkte
- 15. Platz: 1 Punkt
Es gibt außerdem auch eine Punktewertung für die Konstrukteure, wobei hier nur das erfolgreichste Motorrad im Rennen in die Wertung kommt. Für die Teams gelten die besten zwei Fahrer.
Während der Saison ist das nicht so wichtig, aber es kann zu der Situation kommen, dass am Ende der Saison zwei Fahrer punktgleich an der Spitze liegen. Wer ist dann Weltmeister? Hier gelten die besten Platzierungen als Vergleich. Wenn einer der Fahrer mehr Siege eingefahren hat, ist er auch Weltmeister. Sollte es zu dem Sonderfall kommen, dass auch diese Platzierungen gleich sind, dann ist jener Weltmeister, der zuerst auf Platz eins in der Tabelle zu finden war.
Das Rennwochenende
Das Herzstück der MotoGP welcher Klasse auch immer ist das Rennwochenende mit dem eigentlichen Grand Prix am Sonntag. Aber damit dies möglich ist, braucht es die Rennstrecke, die zum Teil die gleiche ist wie in der Formel 1 oder in anderen Rennserien und einige zusätzliche Einrichtungen und Regeln. Natürlich braucht es auch die Fahrer mit der entsprechenden Fahrberechtigung sowie die Teams, damit es Motorräder geben kann und damit die Finanzierung gesichert ist.
Das Rennwochenende selbst beginnt mit dem Training, wird mit Qualifying fortgesetzt und am Renntag gibt es das Warm-up und schließlich das Rennen selbst.
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