Marc Marquez feierte in Spielberg seinen 71. MotoGP-Sieg und den sechsten Triumph in Folge - eine Serie, die er zuletzt 2014 erreicht hatte, als er die ersten zehn Rennen der Saison gewann. Erstmals stand Marquez damit auch am Red-Bull-Ring ganz oben auf dem Podest. Insgesamt ist es bereits die 21. Strecke, auf der er in der MotoGP mindestens einen Grand Prix gewinnen konnte.
Mit diesem Erfolg wurde der Spanier zudem zum Sieger des 1000. MotoGP-Rennens der Geschichte. Gleichzeitig baute er seinen Rekord als Ducati-Fahrer mit den meisten aufeinanderfolgenden Siegen weiter aus. Durch den Erfolg im Sprint und im Grand Prix sicherte er sich bereits das neunte "Double" der Saison.
Damit verbesserte er seinen eigenen Bestwert für die meisten Doppelsiege innerhalb eines Jahres und ist zudem der erste Fahrer, dem sechs "Doubles" in Serie gelangen. In der Weltmeisterschaft führt Marquez nach 13 Rennwochenenden mit 142 Punkten Vorsprung vor Bruder Alex.
"Ja, natürlich bin ich froh, dass ich jetzt nicht mehr gefragt werde, warum ich in Österreich noch nie gewonnen habe", lacht der Saison-Dominator. "Spaß beiseite, ich bin super glücklich über dieses Wochenende. Wie ich schon am Donnerstag gesagt habe: keine Ausreden."
"Ich fahre das rote Motorrad - das Motorrad, mit dem ich hier dreimal hintereinander in der letzten Kurve verloren habe." Marquez fährt wieder in der Form seines Lebens. Viele Fans fragen sich inzwischen, wann er angesichts dieser Form einmal wieder ein Rennen nicht gewinnen wird.
"Das wird das Problem sein", meint er selbst auf diese Frage. "Ich verstehe und akzeptiere, wenn ich an einem Samstag oder Sonntag nicht der Schnellste sein werde, denn im Moment haben wir eine sehr gute Dynamik."
"Die Leute erwarten, dass ich alles gewinne, aber das ist MotoGP - so läuft es nicht. Wir müssen realistisch sein. Es stimmt, dass wir bei manchen Rennen mehr Schwierigkeiten haben werden. Aber mal sehen. Im Moment genießen wir es."
Der Kampf um die Führung in Spielberg
In Spielberg musste sich Marquez zunächst lange hinter Marco Bezzecchi anstellen. Zunächst folgte er der Aprilia knapp, ließ sich dann aber für einige Runden zurückfallen, um schließlich den Angriff zu starten. Den ersten wehrte Bezzecchi ab, beim zweiten in Kurve 1 setzte sich Marquez durch.
"Meine Absicht war es, sofort die Führung zu übernehmen, aber in den ersten beiden Runden war ich in diesem Duell mit 'Pecco'", sagt der Spanier über sein Rennen. "Dann kam ich näher heran. Runde setzte Marquez sein erfolgreiches Überholmanöver."
"Denn wenn man hier hinter jemandem fährt, kann man nicht so bremsen, wie man möchte. Und dann beansprucht man den Hinterreifen beim Beschleunigen mehr. Ich habe gemerkt, dass ich den Hinterreifen zu stark beanspruche."
"Also habe ich kurz durchgeatmet, ihn ziehen lassen, den Vorderreifen abkühlen lassen. Und als ich sah, dass sein Motorrad leicht zu pendeln begann, wusste ich, dass sein Reifen abbaut - und ich habe erneut attackiert."
Aldeguer's Aufholjagd
Das Duell um den Sieg schien entschieden, bis Fermin Aldeguer aufdrehte und fast vier Sekunden auf Marquez gutmachte. Aber der achtmalige Motorrad-Weltmeister behauptete einen minimalen Vorsprung und bot dem Rookie keine Chance für eine Attacke.
"Nein, das war nicht unter Kontrolle", sagt Marquez zur Schlussphase. "Ehrlich gesagt: Zuerst habe ich die Gruppe hinter mir ausgeblendet, als es über drei Sekunden waren. Aber dann sah ich plötzlich +1,8 - irgendjemand, ich wusste nicht wer."
"Und als ich Marco überholt hatte, sah ich sofort zwei Namen auf der Boxentafel. Da stand Aldeguer, er kam näher. Mal sehen, was er machen kann. Am Ende konnte ich diese acht Zehntel halten." Das war seit Assen der knappste Vorsprung, den Marquez im Ziel hatte.
Hätte er noch etwas in der Hinterhand gehabt? "Natürlich versuche ich immer, während des Wochenendes und im Rennen die beste Strategie zu finden. Aber selbst ich weiß nicht, ob ich noch etwas in der Hinterhand habe. Wenn man im Kampf ist, kann man dieses Extra geben, aber es stimmt, dass man dann auch mehr Risiko eingeht."
"Aber ich denke, die meisten Fahrer wissen es nicht oder können es nicht sagen, ob sie noch etwas mehr haben. Denn manchmal, wenn man in diesem Adrenalin-Moment ist, in den letzten Runden - dann passiert plötzlich etwas Magisches mit dem Motorrad."
Ausblick auf die kommenden Rennen
Am kommenden Wochenende steht die Ungarn-Premiere auf dem Balaton Park Circuit im Kalender. Dieser langsame Kurs besteht aus zehn Links- und sieben Rechtskurven - wie gemacht für Marquez: "Balaton wird, denke ich, eine weitere gute Strecke für mich sein."
Der SachsenKING ist zurück auf seinem Thron! 1484 Tage nach seinem letzten Sieg im Juni 2021 am Sachsenring rast MotoGP-Dominator Marc Marquez (32) wieder als Erster über die Ziellinie. Kurios: Der Spanier feierte den 12. Triumph auf seiner Lieblingsstrecke, der 9. in der MotoGP, beim Interview mit einem kräftigen Schluck aus einer Bierdose!
Was dahintersteckt: Nach seinem Wechsel ins Werksteam von Ducati, musste sich der achtfache Weltmeister von seinem langjährigen Sponsor Red Bull trennen. Statt künftig für das Konkurrenzprodukt zu werben, entschied er sich für die spanische Biermarke und ihre - selbstverständlich - alkoholfreie Getränksorte...
Der Ducati-Pilot setzte sich frühzeitig von der Konkurrenz ab. Seine ersten Worte danach: sogar auf Deutsch! Marquez: „Danke, Sachsenring. Ich liebe dich!“
Nach Pole-Position und Sprintsieg am Samstag setzt sich der spanische Ducati-Pilot (jetzt 83 WM-Punkte Vorsprung) direkt nach dem Start ab und hat am Ende über sechs Sekunden Vorsprung auf den Zweiten Alex Marquez (29).
MotoGP-Rennen wird zum Sturzfestival: Zwei Wochen nachdem sich der jüngere der Marquez-Brüder die linke Hand gebrochen hat, zeigt er ein starkes Rennen. Und profitiert gleichzeitig von einem echten Sturzfestival! Acht Piloten fliegen - teilweise spektakulär - von der Piste ab. Nur zehn kommen bei schwierigen, kühlen Streckenbedingungen überhaupt ins Ziel. Für sie ist es der fünfte Doppelsieg im 11. Saisonrennen.Schon die letzte Saison hat angedeutet, dass Marc Marquez mit der Ducati wieder ganz vorne mitmischen will. Nach seinem Wechsel zum Saisonstart in das Werksteam aus Bologna ist ihm das gelungen. Der Dominator der MotoGP ist zurück. Bislang gehen von 12 Rennwochenenden 8 perfekte Ergebnisse, sprich Sieg im Sprintrennen und im Hauptrennen, auf sein Konto.
Die MotoGP-Familie hofft auf eine neue Balance der Kräfte mit der Reglement-Änderung in 2027. Die Motoren werden auf 850 ccm beschnitten, die Kraftstoffmenge pro Rennen von 22 auf 20 Liter reduziert. Die umstrittenen und fehleranfälligen Ride-Height-Devices werden verboten. Durch die Regeländerungen sollen die Maschinen insgesamt langsamer werden.
Sollte er verletzungsfrei bleiben, ist mit einem klaren Durchmarsch von Marc Marquez in dieser und auch in der nächsten Saison zu rechnen. Er war schon immer gut, sich auf neue Gegebenheiten zu adaptieren.
Die Márquez-Brüder Marc und Álex haben sich beim MotoGP-Gastspiel im britischen Silverstone trotz früher Stürze wichtige Punkte im Titelrennen der Motorrad-Königsklasse gesichert. Die beiden Spanier, die im Gesamtklassement an der Spitze liegen, kamen beim überraschenden Sieg des Italieners Marco Bezzecchi (Aprilia) auf die Plätze drei und fünf. Verfolger Francesco Bagnaia (Italien) schied aus.
Die überlegenen Ducatis, auf denen die Márquez-Brüder und Ex-Weltmeister Bagnaia fahren, wurden zum zweiten Mal nacheinander geschlagen. Vor zwei Wochen hatte Johann Zarco (Honda) in Le Mans einen Heimsieg gefeiert. Diesmal wurde der Franzose Zweiter. Sein Landsmann Fabio Quartararo (Yamaha), der von der Pole Position gestartet war, schied sieben Runden vor Schluss in Führung liegend mit technischen Problemen aus.
Álex und Marc Márquez, die im Sprint am Samstag die Plätze eins und zwei belegt hatten, waren kurz nach Beginn des Rennens ausgerutscht und mussten nach einem Neustart auf ihren Ersatzmaschinen aufholen. Das gelang vor allem Marc Márquez, der frühere Serienweltmeister baute seine Führung in der Gesamtwertung vor seinem Bruder aus.
Weiter geht es am übernächsten Wochenende mit dem achten WM-Lauf in Aragon/Spanien. Insgesamt stehen 22 WM-Wochenenden auf dem Programm, unter anderem am Sachsenring (12./13. Juli).
Verwandte Beiträge:
- MotoGP heute: Zusammenfassung, Ergebnisse & Highlights
- MotoGP Sachsenring T-Shirt: Offizielle Merchandise & Fanartikel
- MotoGP Rennen heute: Startzeiten & Live-Ticker
- Schwalbe Mountainbike Reifen 27.5 Test: Die Top-Innovationen und Unsichtbare Performance-Geheimnisse Enthüllt!
- Unglaubliche Highlights und Ergebnisse der Frauen-Radrennen, die du nicht verpassen darfst!
Kommentar schreiben