MotoGP Mugello: Zuschauer, Beste Plätze und mehr

Der Autodromo Internazionale del Mugello, nahe der kleinen Ortschaft Barberino di Mugello gelegen und mitten im Apennin zwischen Bologna und Florenz, ist seit 1991 ein fester Bestandteil der Motorrad-Weltmeisterschaft.

Beliebtheit und Zuschauerzahlen

Der Besucheransturm begann mit Valentino Rossi. Im Jahr 1997 fanden noch gut 60.000 Fans den Weg zum GP von Italien, aber 20 Jahre später waren es mit der Rekordzahl von 164.418 Besuchern fast dreimal so viele. Dieser Anstieg dürfte vor allem Valentino Rossi zu verdanken sein.

Die Auswirkungen von Valentino Rossis Erfolgen oder Misserfolgen auf die Besucherzahlen in Mugello sind unheimlich. Als er im Jahr 2011 zu Ducati wechselte und nur ein Podium erreichte, verzeichnete der Mugello GP einen drastischen Einbruch um rund ein Drittel der Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr.

Als Valentino 2015 als WM-Leader zum GP von Mugello anreiste, stiegen die Zuschauerzahlen wieder deutlich an. Von 111.309 auf 139.452 gab es für die drei Tage des MotoGP Wochenendes einen signifikanten Anstieg der kumulierten Besucherzahlen.

Interessant ist, dass bezüglich der Gesamtzuschauerzahl am Wochenende die beiden Italien-Events im zweiten Jahr ohne Valentino Rossi im Starterfeld nur an elfter und zwölfter Stelle rangieren. Für das Italien-Wochenende in Mugello ist das trotzdem eine satte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Damals wurden am gesamten Wochenende gar nur 74.078 Zuschauer gezählt, was neben dem Rossi-Rücktritt auch am Wetter lag.

Im Jahr 2023 wurden an allen 20 Rennwochenenden der MotoGP-Saison zusammengerechnet (jeweils alle drei Tage) 2.857.925 Zuschauer vor Ort gezählt. Das bestbesuchte Rennwochenende der MotoGP-Saison 2023 war das Frankreich-Wochenende in Le Mans mit 278.805 Zuschauern.

Festzuhalten bleibt, dass es in der MotoGP-Saison 2023 unterm Strich tatsächlich mehr Vor-Ort-Zuschauer gab als 2022.

Streckendetails

Mit einer Länge von 5.245 Kilometern gehört die Strecke zu den längsten im MotoGP Kalender. Nur Silverstone, Sepang, Austin, Brünn und Losail sind noch länger als Mugello. Mit 6 Links- und 9 Rechtskurven und einer Breite von 14 Metern ist der Autodromo Internazionale del Mugello eine sehr schnelle Rennstrecke.

Aufgrund der 1,141 km langen Start-Zielgerade werden in der MotoGP beeindruckende Spitzengeschwindigkeiten gemessen. Der 2019 von Andrea Dovizioso mit seiner Werks-Ducati aufgestellte Geschwindigkeitsrekord liegt bei gewaltigen 356.7 Km/h.

Vor- und Nachteile für Besucher

Vorteile:

  • Die Rennstrecke in Mugello ist bei campierenden MotoGP Fans sehr beliebt und schön gelegen.
  • Es gibt mehrere Zugänge zum Rundkurs und im Verhältnis zu vielen anderen Strecken südlich der Alpen und Spielberg in Österreich ein gutes Verpflegungs- und Getränkeangebot.
  • Ob Cola, Zero, Bier oder leckere Sandwiches mit Salami oder Prosciutto Crudo, Hotdogs und Burgers, die Vielfalt und Qualität sind über dem Schnitt im Vergleich zu vielen übrigen Strecken.

Nachteile:

  • Wer über die Autobahn von Bologna nach Florenz anfährt, muss mit längeren Stauzeiten bei An- und Wegfahrt rechnen.
  • Die Ticket-Preise sind im Vergleich mit Spanien, Frankreich, Deutschland und Österreich sehr hoch.
  • Wer Probleme mit Lärm hat, sollte den Mugello GP besser meiden, insbesondere auch wer ruhigen Schlaf beim Camping an der Strecke sucht.
  • Mehr Dreck rund um die Strecke findet man höchstens noch am Sonntag beim GP von Assen, was genauso für angetrunkene sogenannte Fans gilt.
  • Die sanitären Einrichtungen sind ähnlich unzureichend und oft verdreckt wie beim GP von Brünn.
  • Die Zahl der Verpflegungsstände könnte ruhig verdoppelt werden. In den Pausen zwischen den Rennen und bei den Trainings bilden sich überall lange Menschenschlangen, ob bei Toiletten oder Verkaufsständen.
  • Vernünftige Übernachtungsmöglichkeiten innerhalb von einer Stunde Fahrzeit zur Strecke sind sündhaft teuer und schwer zu finden.

Ticketpreise

Vergleicht man die Ticketpreise für Stehplatz-Tickets (immer für 3 Tage und die Kosten für Parking mit eingerechnet), schwingen Mugello, Misano und Brünn obenaus. Die offiziellen Verkaufspreise von 2020 wurden zum Vergleich herangezogen.

Nimmt man die durchschnittlichen Ticket-Preise für Tribünentickets für 3 Tage inklusive Parking der höchsten Kategorie, liegt Mugello knapp hinter Brünn. Trotzdem sind die Preise im Vergleich zu den übrigen Veranstaltungsorten horrend.

Beim durchschnittlichen Preis für Tribünen-Bestplatz-Tickets liegt Mugello zusammen mit Brünn an der Spitze sämtlicher Veranstalter.

Hier eine Tabelle mit den Zuschauerzahlen der MotoGP-Saison 2024:

Grand Prix Zuschauer (Donnerstag bis Sonntag) Zuschauer (Sonntag)
Frankreich (Le Mans) 297.471 119.145
Deutschland (Sachsenring) 252.826 98.015
Thailand (Buriram) 205.343 85.466
Niederlande (Assen) 192.554 108.770
Italien (Mugello) 156.676 81.627
Katar (Lusail) 40.343 15.165

Reisetipps für den Mugello-Grand-Prix

  • Anreise: Bei Anreise aus dem südlichen Baden-Württemberg ist Mugello eine gute Option, da es in der Nähe keine MotoGP-Rennstrecke gibt. Die Anreise sollte frühzeitig erfolgen, um Staus zu vermeiden.
  • Must-haves: Tickets, Sonnenschutz (Hut und Sonnenmilch mit hohem Lichtschutzfaktor), mindestens 1 Liter Wasser, Mini-Handtuch, Zeitplan, Ohrenschützer, Kopfwehtabletten und Desinfektionslösung.
  • Nice to have: Fernglas, hochauflösende Kamera, Mini-Vesper, Kappe oder T-Shirt des Lieblingsfahrers, Handy für Hintergrundinformationen und Italienischkenntnisse.
  • Sitzplatzauswahl: Die Materassi Tribüne bietet tolle Sitzplätze, aber es ist ein Teillastbereich. Alternativ die Ducati Tribüne für Action oder San Lorenzo für Rossi-Fans.
  • Camping: Camping Mugello Verde ist eine gute Option mit Pool und Spielplatz. Sanitäranlagen sind verbesserungswürdig.
  • Restaurants: Il Torrione Scarperia oder Il Rustico - Ristorante Pizzeria.

Fazit

Der MotoGP in Mugello ist ein unvergessliches Erlebnis, das jedoch gut geplant sein will. Trotz hoher Preise und einiger Unannehmlichkeiten bietet die Strecke eine einzigartige Atmosphäre und spannende Rennen.

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