Die MotoGP schlägt an diesem Wochenende in Ungarn ein neues Kapitel auf und gastiert erstmals am Balaton Park Circuit, einem kompakten Kurs in der Nähe des Plattensees. Während die Infrastruktur mit modernen Anlagen überzeugt, sorgt das Layout für gemischte Gefühle. "Es ist immer spannend, neue Strecken zu entdecken", erklärt Marco Bezzecchi. Um sich vorzubereiten, habe er zahlreiche Onboard-Videos studiert und das Superbike-Wochenende in Ungarn verfolgt.
"Ganz einfach ist es nie, eine neue Strecke zu lernen. Auch Franco Morbidelli betont den besonderen Charakter des Layouts: "Balaton Park ist enger als der Sachsenring, aber technisch sehr anspruchsvoll. Es gibt viele unterschiedliche Kurven. Gerade der fehlende schnelle Abschnitt mache die Strecke so ungewöhnlich. Ob die MotoGP-Bikes hier ihre Stärken ausspielen können? Auch Francesco Bagnaia zweifelt."
"Balaton ist komplett anders als alle anderen Strecken. Sehr langsam, sehr klein. Unsere Motorräder sind eigentlich nicht dafür gemacht", sagt der Ducati-Pilot. Man werde wohl nur in die Gänge eins bis fünf schalten und den sechsten Gang gar nicht brauchen.
Marc Marquez, der die Strecke bereits mit der Panigale getestet hat, sieht den Neuzugang im Kalender positiv. Beim Test sei er zunächst schneller als seine Ducati-Kollegen gewesen, diese hätten aber bald aufgeschlossen. So ähnlich erwartet er es auch am Rennwochenende selbst. "Das ist normal. Für Joan Mir liegt die Herausforderung vor allem darin, sich nicht im Set-up zu verlieren. "Es geht darum, sich schnell anzupassen und eine gute Basis zu finden", fügt er hinzu.
Währenddessen lobt Fabio Di Giannantonio die moderne Infrastruktur, zeigt sich aber skeptisch in Bezug auf die Enge einiger Schikanen. "Wenn man dort attackiert, gibt es kaum Platz für zwei Fahrer nebeneinander. Ähnlich sieht es Fermin Aldeguer, der wie die restlichen Ducati-Fahrer im Sommer mit Serienbikes auf dem Kurs trainiert hat. "Überholen wird schwierig, da die Geraden kurz sind und alle sehr spät bremsen.
Insgesamt überwiegt aber die Freude auf etwas Abwechslung, wie etwa bei Jack Miller: "Einige Schikanen sind extrem eng, aber es gibt auch schöne, schnelle Kurven. Es ist eine Strecke mit Charakter, und das ist gut für den Kalender." Auch Gresini-Pilot Alex Marquez unterstreicht den Reiz neuer Orte: "Wenn du schnell adaptierst, kannst du dir einen Vorteil verschaffen.
Angesprochen auf den Massencrash im Superbike-Rennen Ende Juli, als in den ersten beiden Kurven mehrere Fahrer kurz nach dem Start stürzten und sich dabei zum Teil auch verletzten, sehen die meisten Fahrer kein allzu großes Sicherheitsrisiko. Morbidelli und Aldeguer verweisen jedoch darauf, dass die Enge in den ersten beiden Kurven schon besondere Vorsicht erfordere. Luca Marini äußert zudem Bedenken wegen der Nähe der Mauer in Kurve 1. In jedem Fall dürfte der Balaton Park mit seinem "Go-Kart-Charakter" eine Herausforderung für die aktuellen MotoGP-Prototypen werden, darin sind sich die Fahrer einig.
Sachsenring bleibt bis 2031 im MotoGP-Kalender
Die Motorrad-WM bleibt bis mindestens 2031 am Sachsenring! Am Dienstag gaben der ADAC und MotoGP-Rechtehalter Dorna die vorzeitige Unterzeichnung eines neuen Fünf-Jahres-Vertrags bekannt.
„Die MotoGP auf dem Sachsenring ist das bedeutendste nationale Motorsportevent - mit mehr als einer Viertelmillion Besuchern. Wir führen diese Erfolgsgeschichte fort und haben uns mit Dorna vorzeitig darauf verständigt, den Grand Prix langfristig auf dem Sachsenring auszutragen“, sagt ADAC-Sportpräsident Dr. Gerd Ennser (66). Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta (79) ergänzt: „Der deutsche Markt ist für uns von großer Bedeutung und das Rennen am Sachsenring Jahr für Jahr ein echtes Highlight im Kalender.“
Klar damit: Das Kultrennen findet so auch zum 100. Sachsenring-Geburtstag 2027 statt! Letzte Details über den Vertrag wurden am Sonntag bei einem Geheimtreffen an der Rennstrecke ausgehandelt. Mit anwesend: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (50, CDU)!
Der Freistaat unterstützt das Kultevent seit Jahren finanziell (rund 350.000 Euro). Auch beim neuen Vertrag sagte Kretschmer seine Hilfe zu. Nachvollziehbar: Nach BILD-Informationen soll die jährliche Lizenzgebühr für den Grand Prix von unter 4 Mio. Euro auf 5 Mio. Euro gestiegen sein.
Was dabei hilft: Der Zuspruch der Fans ist ungebrochen! Für den nächsten Sachsenring-Grand-Prix (10. bis 12. Juli 2026) wurden in den ersten 24 Stunden schon wieder rund 19.000 Tickets verkauft. Nicht ausgeschlossen, dass dann der gerade erst wieder aufgestellte Besucherrekord (256.441 Fans) direkt wieder gebrochen wird...
GP-Stars fordern Sachsenring-Umbau
Allerdings: Am vergangenen Rennwochenende war trotzdem nicht alles rosig. Nach dem Sturzfestival im MotoGP-Rennen (nur 10 Piloten kamen ins Ziel) fordern die Top-Stars einen Umbau des Sachsenrings.
„Es wäre gut, wenn sie ein paar Kurven modifizieren würden“, sagte Alex Marquez (29) mit Blick auf die Auslaufflächen an dem eigentlich als Fahrsicherheitszentrum genutzten Kurs. Und Francesco Bagnaia (27) schiebt nach: „Die Maschinen werden immer schneller, aber die Strecken bleiben unverändert. Das ist gefährlich.“
Ob es aber wirklich dazu kommt? Nach BILD-Informationen erhielten die Grand-Prix-Macher vorher nur lobende Worte vom Motorrad-Weltverband FIM als auch den Piloten selbst.
Gescheiterte MotoGP-Streckenprojekte
Die MotoGP hat in den letzten Jahrzehnten zahlreiche neue Rennstrecken in den Kalender aufgenommen, doch nicht alle geplanten Projekte konnten realisiert werden. Oft scheiterten sie an finanziellen Problemen, politischen Hürden oder fehlender Infrastruktur.
- Circuit of Wales (Großbritannien): Ein Paradebeispiel eines gescheiterten MotoGP-Projekts war der Circuit of Wales. Doch die Finanzierung erwies sich als problematisch, und obwohl die Dorna einen Vertrag unterzeichnete, wurde die Strecke nie gebaut. Stattdessen musste Silverstone als Ersatzstrecke einspringen.
- Balatonring (Ungarn): Der Balatonring sollte 2009 in Ungarn eröffnet werden und die MotoGP in die Region um den Plattensee bringen. Nach ersten Bauarbeiten stoppte das Vorhaben aufgrund finanzieller Schwierigkeiten, und die geplante Premiere fiel ins Wasser. Mit dem Balaton Park soll die MotoGP 2025 nun aber doch nach Ungarn zurückkehren.
- KymiRing (Finnland): Die Hoffnungen auf eine Rückkehr der MotoGP nach Finnland, wo sie zuletzt 1982 gastierte, waren mit dem KymiRing groß. Zwar fanden 2019 erste MotoGP-Tests auf der neuen Strecke statt, doch letztlich wurde der Grand Prix mehrfach verschoben, bevor er 2022 endgültig abgesagt wurde.
- Brasilien: Mehrere Versuche, die MotoGP nach Brasilien zurückzubringen, scheiterten ebenfalls. In Goiania sollte eine bestehende Strecke modernisiert werden, in Brasilia ein neues Rennareal entstehen. Doch Korruption und politische Unsicherheiten verhinderten dies. Für 2026 hat die Dorna vor kurzem aber doch eine Rückkehr nach Brasilien angekündigt.
- Palembang (Indonesien): Die Strecke war fast fertiggestellt, doch fehlende Genehmigungen und rechtliche Probleme führten letzten Endes dazu, dass kein MotoGP-Rennen stattfinden konnte. Indonesien wurde letztendlich mit dem Mandalika Circuit in den MotoGP-Kalender aufgenommen.
- Igora Drive Circuit (Russland): Der Igora Drive Circuit in der Nähe von St. Petersburg sollte 2021 in den MotoGP-Kalender aufgenommen werden, doch politische Spannungen und der Krieg in der Ukraine machten eine Austragung unmöglich.
- Singapur: Die Dorna hatte Pläne für einen MotoGP-Grand-Prix in Singapur, der auf einer neuen permanenten Strecke nahe dem Flughafen stattfinden sollte.
- Pattaya (Thailand): Vor der erfolgreichen Aufnahme des Chang International Circuit in den MotoGP-Kalender gab es Pläne für eine andere Strecke nahe Pattaya. Diese sollte eine Touristenattraktion werden, aber finanzielle Schwierigkeiten und politische Unruhen verhinderten die Umsetzung. Das Event erfreut sich seither zunehmender Beliebtheit.
- Dubai: Dubai hat eine hochmoderne Rennstrecke, die für Formel-1-Tests genutzt wurde. Es gab Überlegungen, dort auch einen MotoGP-Lauf auszutragen.
- Südafrika: 2004 fuhr die MotoGP ein letztes Mal in Südafrika, doch es gab immer wieder Versuche, ein Comeback in Welkom oder auf einer neuen Strecke in südafrikanischen Hauptstadt Kapstadt zu ermöglichen. Auch der Kyalami Circuit wurde - nach umfangreichen Modernisierungen - als möglicher Austragungsort diskutiert.
- Istanbul Park Circuit (Türkei): Die Türkei war von 2005 bis 2007 mit dem Istanbul Park Circuit Teil des MotoGP-Kalenders.
- Mexiko: Mexiko hatte Ambitionen, die MotoGP zurückzubringen, nachdem der Grand Prix dort in den 1990er-Jahren stattfand.
Die Geschichte der gescheiterten MotoGP-Streckenprojekte zeigt, dass nicht jede ambitionierte Idee in die Realität umgesetzt werden kann. Finanzielle Engpässe, politische Instabilität und unzuverlässige Investoren haben viele dieser Pläne scheitern lassen.
MotoGP kehrt 2025 nach Ungarn zurück
(Motorsport-Total.com) - Die MotoGP hat eine Vereinbarung mit dem Balaton Park Circuit getroffen, die Ungarn zum ersten Mal seit 33 Jahren wieder in die Meisterschaft zurückbringen soll. Als Datum für Ungarns erstes Rennwochenende der Motorrad-WM seit 1992 haben die Organisatoren den 22. bis 24. August festgelegt.
Dem Vernehmen nach muss dafür Portimao weichen. Die portugiesische Rennstrecke war seit 2020 Teil des MotoGP-Kalenders. Im Rahmen der Vorbereitungen in Ungarn soll auf dem neu gebauten Balaton Park Circuit am Rande der Hauptstadt Budapest vom 25. bis 27. Juli 2025 auch die Superbike-WM gastieren.
"Wir sind sehr glücklich, dass der Balaton Park im Kalender 2025 für die MotoGP und die WorldSBK stehen wird", sagt Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta. "Die Strecke befindet sich in einer spektakulären Lage und wird ein fantastisches Ziel für die Fans sein, um den aufregendsten Sport der Welt in Aktion zu sehen."
Die Arbeiten sind im Gange, um den Veranstaltungsort für sein historisches Debüt im Kalender vorzubereiten und der Geschichte des Motorrad-Grand-Prix-Rennsports in Ungarn ein weiteres Kapitel hinzuzufügen, und wir freuen uns sehr darauf, in einen wichtigen Markt in Mitteleuropa zurückzukehren."
Die Veranstaltung wird von der HUMDA Hungarian Mobility Development Agency Zrt. organisiert und gefördert, die zur Szechenyi University Group gehört. Balazs Weingartner von der HUMDA betont: "Die harte Arbeit vieler Jahre trägt nun endlich Früchte, dank derer wir in den Kalender der meistgesehenen Sportarten der Welt aufgenommen wurden. (...) Wir werden sicherstellen, dass unsere Talente bei den Heimrennen im nächsten Jahr ihr Können zeigen können."
Strecke muss noch homologiert werden
Bevor es so weit ist ist 2025 MotoGP- sowie WSBK-Rennen im Balaton Park stattfinden können, muss die Strecke noch einer Reihe von Änderungen unterzogen werden, um die Anforderungen der FIM für eine Lizenz des Grades A zu erfüllen.
Für 2024 stand die ungarische Rennstrecke bereits als Reserveveranstaltung im Kalender, kam aber nicht zum Zug, weil die entsprechende Homologation fehlte. Eine neue Schikane wird Kurve 11 ersetzen, um die Geschwindigkeit zu reduzieren und Überholmöglichkeiten zu verbessern. Schließlich wird eine neue Kombination von technischen Kurven direkt unter dem Streckenhotel eingebaut, um die Herausforderung für die Fahrer zu erhöhen.
Laut Adrienn Walterne Dancso, Betriebsdirektor des Balaton Park Circuit, sollen die notwendigen Erweiterungen im Oktober beginnen: "Diese Investition war schon bisher in unseren Plänen enthalten, sodass wir über das nötige Geld verfügen, um dies zu tun. Wir werden den Fahrern die sichersten Bedingungen bieten."
Neben den Nachbesserungen an der Strecke sollen für die Veranstaltungen auch die umliegenden Einrichtungen umgebaut und modernisiert werden, um Fans, Teams, Fahrern und Mitarbeitern eine moderne Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.
Königsklasse letztmalig 1992 in Ungarn
Ungarn war zuletzt 1992 Schauplatz der Weltmeisterschaft, als Eddie Lawson auf einer Cagiva auf dem Hungaroring gewann, einer Strecke, die heute vor allem als Austragungsort des jährlichen Formel-1-Grand-Prix von Ungarn bekannt ist.
Unsicherheiten bei Wintertests und Saisonpräsentation 2026
Der Kalender für die Saison 2026 wurde vor etwas mehr als einem Monat vorgestellt und umfasst 22 Grands Prix. Doch obwohl in zwei Wochen in Montmelo das letzte Drittel der laufenden Saison beginnt, sind die genauen Daten und Orte für die Wintertests im kommenden Jahr noch immer unbestätigt.
Nach Informationen der spanischen Ausgabe von Motorsport.com, einer Schwersterseite von Motorsport-Total.com, liegt die Verzögerung an der Unsicherheit, welche Stadt die Präsentation der Saison 2026 austragen wird - ein Format, das erst im vergangenen Jahr mit der Premiere in Bangkok eingeführt wurde.
Von Anfang an wurden drei Kandidaten geprüft: Kuala Lumpur, Melbourne und Singapur. Die malaysische Hauptstadt Kuala Lumpur ist die bevorzugte Option der meisten Teams, vor allem aus logistischen und kostensparenden Gründen. Würde das Event dort stattfinden, wäre das äußerst praktisch, da die Vorsaisontests voraussichtlich Anfang Februar direkt in Sepang, nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt, beginnen sollen, unmittelbar nach den traditionellen "Shakedown"-Sessions.
Sollte Kuala Lumpur den Zuschlag erhalten, könnte eine zweite Testrunde entweder in Thailand, wo die Saison Anfang März startet, oder erneut in Sepang stattfinden. Melbourne gilt jedoch ebenfalls als attraktive, wenn auch komplexere Option. In diesem Fall würde der Launch wohl zwischen den beiden Testterminen liegen. Um die Risiken und logistischen Probleme zu vermeiden, die mit dem Transport des MotoGP-Materials über eine so große Distanz in kurzer Zeit verbunden wären, könnten die Organisatoren anstelle der echten Prototypen Showbikes einsetzen.
Singapur ist eine weitere Möglichkeit für das Launchevent, die insbesondere den kommerziellen und werblichen Reiz bietet, den Promoter Dorna hervorheben möchte.
Am Wochenende des Österreich-Grand-Prix trafen sich die MotoGP-Teams mit Vertretern der IRTA (International Road Racing Teams Association), ohne dass ein konkreter Plan beschlossen wurde. Nach Informationen von Motorsport.com findet das nächste entscheidende Treffen beim Grand Prix Prix von Katalonien statt. Dann werden auch Dorna-Vertreter erwartet und man dürfte man sich auf die Testorte und -termine einigen.
Das Saisonfinale in Valencia wird am 16. November ausgetragen. Nur wenige Stunden später beginnt mit dem ersten Test die neue Saison.
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