MotoGP vs. Formel 1: Ein Geschwindigkeitsvergleich

Wer ist eigentlich schneller, ein MotoGP-Motorrad oder ein Formel-1-Auto? Diese Frage beschäftigt Motorsportfans seit Langem. Betrachtet man sowohl die Gerade als auch die Kurven, die Beschleunigung und die Höchstgeschwindigkeit, so zeigt sich ein differenziertes Bild.

Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit

Die FIA, Teams, Fahrer und Fans weltweit sind sich einig: Die Formel 1 bietet Technologie, Gravitas, Charisma und Geschwindigkeit, die bei jedem Stopp im Kalender faszinieren. Doch ein Blick auf die MotoGP zeigt, dass deren Motorräder auf vielen gemeinsamen Strecken schneller sind als die Formel-1-Boliden.

Die Höchstgeschwindigkeit eines Formel-1-Autos auf der langen Geraden beträgt beeindruckende 330 km/h. Doch die MotoGP-Motorräder erreichen dort atemberaubende 356 km/h, trotz eines Rundenzeitdefizits von etwa 25 Sekunden zwischen den beiden Rennserien.

Ein modernes MotoGP-Motorrad produziert zwischen 280 und 300 PS, wiegt aber nur rund 157 Kilogramm. Das ergibt ein nahezu 1:1 Leistungsgewicht. Aufgrund des geringen Gewichts und der hohen Leistung kann ein MotoGP-Motorrad seine Drehzahlgrenze von 18.000 U/min viel schneller erreichen als ein Formel-1-Auto, das durch sein Gewicht und den Luftwiderstand gebremst wird.

Wie schnell aber wird ein Formel-1-Auto? Ein Formel-1-Auto beschleunigt in rund 2,6 Sekunden aus dem Stillstand auf einhundert Kilometer pro Stunde (km/h). Valtteri Bottas hält aktuell den Rekord für den höchsten Topspeed in einem Formel-1-Rennen.

Jorge Martin hält den offiziellen MotoGP-Rekord für den höchsten Topspeed in einer regulären Einheit der Motorrad-Weltmeisterschaft. Beim Italien-Grand-Prix 2022 in Mugello erreichte er 363,6 km/h auf einer Pramac-Ducati und verdrängte damit Johann Zarco als Rekordhalter.

Wie Formel-1-Autos, so beschleunigen auch MotoGP-Bikes in rund 2,6 Sekunden von null auf einhundert Kilometer pro Stunde.

Beschleunigungswerte im Vergleich:

  • MotoGP: Beschleunigung 0-200 km/h: ca. 5,5 Sekunden
  • Formel 1: Beschleunigung 0-200 km/h: ca. 3,5 Sekunden

Kurvengeschwindigkeit

Allerdings punktet die Formel 1 dank ihrer Aerodynamik beim Abtrieb und daher bei der Kurvenfahrt. Die Formel 1 hat ihren Vorteil in den hohen Kurvengeschwindigkeiten, und das selbst auf Rennstrecken mit wenigen Kurven.

Die Formel 1 ist 20 Sekunden schneller. Und das, obwohl der Red Bull Ring nur 4.318 Meter lang ist und nur zehn Kurven hat. In jeder ist die Formel 1 schneller. Der Geschwindigkeitsunterschied reicht von 7,5 bis zu 130,7 km/h.

Kurvengeschwindigkeiten im Vergleich:

  • MotoGP: Kurvengeschwindigkeit: ca. 156 km/h
  • Formel 1: Kurvengeschwindigkeit: ca. 203 km/h

Rundenzeiten

Betrachtet man die Zeitlisten der Strecken, die beide Serien nutzen, bleibt die Formel 1 bei den Rundenzeiten an der Spitze. Das ist auch korrekt, denn Formel-1-Autos sind schneller um die Strecke. Vier Kontaktpunkte und die enorme Abtriebskraft sorgen für Stabilität, die den Fahrzeugen zugutekommt.

Rundenzeiten im Vergleich:

  • MotoGP: Rundenzeit: ca. 1.50´155
  • Formel 1: Rundenzeit: ca. 1.20´143

Weitere Faktoren

Natürlich hängt der Topspeed jedes Rennautos entscheidend von einigen Faktoren ab. Zum Beispiel: Mit welcher Leistung wird gefahren, mit welcher Aerodynamik und mit welcher Technologie? Und dann wären da noch die jeweiligen Rennstrecken: Le Mans oder die Nürburgring-Nordschleife bieten eine ganz andere Ausgangslage als beispielsweise der Monaco-Grand-Prix.

Die Michelin-Reifen der MotoGP sind keine Dauerbrenner. Auch die Zweirad-Helden müssen in den Rennen, die um die 40 Minuten lang sind, Reifen schonen. Reifenwechsel gibt es bei Trockenrennen nicht. Die Pirelli-Reifen der F1 sind unberechenbarer. Sie ins magische Fenster zu bringen, ist eine Kunst für sich. Doch jede Unbekannte in der Gleichung macht die Strategie schwerer. Und macht das Fahrgefühl wichtiger.

Vergleichstabelle

Merkmal MotoGP Formel 1
Beschleunigung 0-200 km/h ca. 5,5 Sekunden ca. 3,5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit ca. 363 km/h ca. 331 km/h
Kurvengeschwindigkeit ca. 156 km/h ca. 203 km/h
Rundenzeit ca. 1.50´155 ca. 1.20´143

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