Gründe für abgesagte MotoGP-Rennen: Ein Überblick

In der Welt der MotoGP kommt es immer wieder vor, dass Rennen abgesagt werden müssen. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von finanziellen Schwierigkeiten über Sicherheitsbedenken bis hin zu unvorhersehbaren Ereignissen wie Pandemien oder extremen Wetterbedingungen.

Absage des Ungarn Grand Prix

Der geplante Grand Prix in Ungarn schien vor der Absage zu stehen. Am 20. September 2009 sollte eigentlich das MotoGP-Rennen auf dem neuen Balatonring über die Bühne gehen, doch allem Anschein nach wird es nicht dazu kommen. Zwar steht eine offizielle Bekanntmachung dazu noch aus, doch wie die Motorcycle News melden, scheint eine Absage des Rennwochenendes sehr wahrscheinlich.

Seit dem vergangenen September wird an dem neuen Kurs gebaut, warum es nun nicht zum MotoGP-Besuch kommen wird, ist noch unklar; hinter vorgehaltener Hand wird aber wieder das Wort Wirtschaftskrise in den Mund genommen. Die Kosten des Projekts wurden bei Vorstellung mit rund 80 Millionen Euro veranschlagt. Ob es ein Ersatzrennen geben wird, sollte Ungarn ausfallen, ist noch nicht bekannt.

Sicherheitsbedenken in Spa-Francorchamps

Die Comeback-Pläne sind geplatzt: Spa-Francorchamps wird kein MotoGP-Rennen veranstalten dürfen - Aus Sicherheitsbedenken stellt sich Promoter Dorna dagegen. Es kam auch zu Gesprächen mit der Dorna.

Aber Carmelo Ezpeleta erteilt dem Comeback eine Absage. "Sie haben uns im vergangenen Sommer kontaktiert", bestätigt der Spanier bei 'Crash.net'. Es gibt aber einen Grund, warum die Motorrad-Elite nicht nach Spa zurückkommen wird: "Das Hauptproblem ist die Sicherheit. Für uns ist es fast unmöglich, die Strecke für die MotoGP zu homologieren", so Ezpeleta.

Vor zehn Jahren wurde die Strecke für die Formel 1 umgebaut. Vor allem im letzten Streckenabschnitt wurde mehr Sturzraum geschaffen, die Bus-Stop-Schikane wurde deutlich verändert. Trotzdem bleiben vor allem die Sturzräume beschränkt. Die berüchtigte Blanchimont-Kurve ist vor allem für die Motorräder eine heikle Stelle, sollte dort jemand stürzen. Ein Grand-Prix-Comeback ist somit so gut wie ausgeschlossen. Trotzdem hält Ezpeleta es für eventuell möglich, dass die Superbike-WM in Spa fahren wird. "Für die MotoGP ist es momentan ein klares Nein, bezüglich der Superbike-WM müssen wir sprechen", lässt er diese Möglichkeit offen.

Spa-Francorchamps war seit Anbeginn Rennsportgeschichte ein Fixpunkt im Kalender. Das erste Motorrad-Rennen wurde dort schon 1921 ausgetragen. Zwischen 1947 und 1979 stand der Grand Prix immer im Kalender. Es wurde damals auf der langen Strecke, die über Landstraßen führte, gefahren. Als Anfang der 1980er-Jahre der Kurs auf das heutige Format verkürzt wurde, gastierte die Motorrad-WM einmal in Zolder und nutzte dann bis 1990 die neue, damals sehr moderne Strecke.

Das letzte Rennen fand schließlich 1990 im Regen statt. Rainey gewann von der Pole-Position aus vor Jean-Philippe Ruggia und Eddie Lawson. Pierfrancesco Chili war schon im Training in der Blanchimont-Kurve gestürzt und fiel durch seine Verletzungen für die nächsten Monate aus. Es sollte das Ende von Spa werden, denn der letzte Streckenabschnitt wurde als zu schnell und wegen des begrenzten Sturzraums als zu gefährlich für die Motorrad-WM eingestuft. Seither war Belgien nie mehr im Kalender vertreten.

Absage des Grand Prix von Indien und Kasachstan

Die MotoGP wird im Herbst nicht in Indien gastieren. Das bestätigte Fairstreet Sports, der Organisator des Events, am Dienstagabend. Die finale Absage der zweiten Auflage des Events bestätigt das, was bereits am Anfang des Monats berichtet wurde. MotoGP-Rechteinhaber Dorna hat die Absicht, den Grand Prix von Kasachstan, der ursprünglich im Juni stattfinden sollte, aber wegen der schweren Überschwemmungen in der Region verschoben werden musste, auf den Termin des Indien-Rennens zu verlegen. Sollte Kasachstan den Kalender-Slot nicht übernehmen, dann wird sich der MotoGP-Kalender 2024 voraussichtlich auf 19 Grands Prix verringern.

Bei der Erklärung von Indien-Promoter Fairstreet war allerdings nicht explizit von einer Absage die Rede. Die Verantwortlichen in Indien streben an, das Rennen auf März 2025 zu verlegen. "Die Entscheidung, das Rennen auf den März des nächsten Jahres zu verlegen und dabei die erste oder zweite Woche anzustreben, war eine kollektive Übereinkunft zwischen allen Beteiligten", kommentiert der CEO von Fairstreet Sports, Pushkar Nath Srivastava, in einem Statement, das den Kollegen der spanischen Edition von Motorsport.com vorliegt.

"Die ungeeigneten Wetterbedingungen im September stellten sowohl für die Fahrer als auch für die Streckenposten eine große Herausforderung dar", blickt Pushkar Nath Srivastava auf die Premiere des Indien-Grand-Prix zurück. Bei der angestrebten Neuauflage im März 2025 soll das Event noch größer aufgezogen werden als im Herbst 2023. Pushkar Nath Srivastava strebt an, mit dem Event "einen neuen Standard für hervorragende Motorsportveranstaltungen setzen".

Obwohl Fairstreet Sports die heißen Temperaturen in Greater Noida im September anführte, dürfte der wahre Grund ein anderer sein: Es deutet alles darauf hin, dass die Absage auf finanzielle Probleme zurückzuführen ist.

Wetterbedingte Absagen in Australien

Die Wetterprognosen lagen für das MotoGP-Wochenende in Australien richtig. Regen und vor allem sehr kräftiger Wind beeinträchtigten den Rennsonntag. Der Sonntag begann verregnet. Nach den Warm-ups der drei Klassen fand das Moto3-Rennen auf nasser Strecke statt. Anschließend musste das Moto2-Rennen in der zehnten Runde abgebrochen werden.

"Um das festzuhalten, der Regen war nie ein Problem, sondern der Wind", sagt Rennleiter Mike Webb. "Wir haben 2019 diese Erfahrung gemacht, als das MotoGP-Qualifying abgesagt werden musste. Zu Beginn des Tages war der Wind unter der Stärke von 2019. Wir können verstehen, wie viel Wasser auf der Strecke steht und wie viel Grip es gibt. Man kann auch Rundenzeiten vergleichen. Aber bei Wind ist es für uns von außen sehr schwierig zu verstehen, wie die Situation wirklich ist.

Inklusive dem Sturz von Pedro Acosta in der Besichtigungsrunde gab es im Moto2-Rennen insgesamt elf Stürze. Aber der letzte Sturz war für den Abbruch von Bedeutung. Celestino Vietti ist in Kurve 1 von der Strecke geweht worden. "Das ist ziemlich akkurat", bestätigt Webb, dass Viettis Sturz das Alarmsignal für die Rennleitung war.

"Die ersten Stürze haben wir gemeinsam mit Loris Capirossi so beurteilt, dass sie prinzipiell an der nassen Strecke und dem Grip gelegen haben. "Den ersten Sturz, den wir ganz klar auf den Wind zurückführen konnten, war jener von Vietti", so der Neuseeländer. Das Moto2-Rennen wurde nicht neu gestartet. Nachdem sich die Rennleitung mit den Teams besprochen hatte, wurde der Sprint aus Sicherheitsgründen abgesagt.

"Wenn man ein Rennen wegen Wind abbrechen muss, dann kann man kein weiteres starten, bevor es nicht besser wird. Wir hatten keine andere Wahl", sagt Webb. "Die Wettervorhersage hat schon die ganze Woche gesagt, dass das passieren wird. Deshalb haben wir das Rennen auf Samstag verlegt. Aber warum hat man die MotoGP-Bikes nicht zumindest für eine oder zwei Besichtigungsrunden auf die Strecke geschickt, um Feedback aus erster Hand einzuholen? Und welche Rolle spielt bei windigen Verhältnissen die Aerodynamik der MotoGP-Bikes?

"Ich kann mich gut erinnern, wie das 2019 war. Wie immer gab es natürlich unterschiedliche Meinungen", erinnert sich Webb, laut dessen persönlicher Meinung die Aerodynamik eine Rolle spielt. "Allerdings haben wir in den vier Jahren seither auch von einigen Fahrern gehört, dass die Motorräder mit den Flügeln viel stabiler zu fahren sind.

"Aber die Verantwortung ist nicht mehr so wie vor 40 Jahren. Wir hatten die Information über das Wetter zur Hand und haben das Rennen abgebrochen. Sie kennen sich zu Hause aus und haben einen Kontakt zu einer Wetterstation. Ich weiß, dass die Formel 1 ihren eigenen Wetterdienst betreibt. Es wäre natürlich schön, wenn wir uns auch solche Optionen ansehen könnten.

Weitere Absagen und Verschiebungen

Weiteres Terminchaos in der Motorrad-WM: Der Große Preis von Kasachstan, Ende Mai erst als Ersatz für das gestrichene Rennen in Indien präsentiert, wird auch in diesem Jahr nicht stattfinden. Das gab MotoGP-Rechteinhaber Dorna am Montag bekannt.

Der MotoGP-Kalender in der Saison 2023 schrumpfte von 21 auf 20 Rennwochenenden. Die für den 9. Juli geplante Premiere in Kasachstan wurde abgesagt. Es gab keinen Ersatz für diesen neuen Grand Prix, der auf dem Sokol International Racetrack stattfinden hätte sollen. Diese neue Rennstrecke befand sich rund 76 Kilometer nordwestlich der Stadt Almaty. Sie ist die größte Stadt Kasachstans. Die Anlage mit einer Streckenlänge von 4,495 Kilometern wurde vom Büro von Hermann Tilke entworfen.

Als Grund für die Absage werden laut dem Motorrad-Weltverband FIM, der Teamvereinigung IRTA und der Dorna "laufende Arbeiten der Streckenhomologation" sowie "aktuelle globale operative Herausforderungen" genannt. Allerdings wird daran gearbeitet, dass Kasachstan im Jahr 2024 wieder in den Kalender aufgenommen werden kann.

Termin-Chaos in der Motorrad-WM: Der Große Preis von Indien im September wird in der laufenden Saison der MotoGP nicht ausgetragen und durch ein Rennen in Kasachstan ersetzt. Wie der Motorrad-Weltverband FIM am Mittwoch mitteilte, wird das Rennen in Indien in die kommende Saison verlegt. Als Grund nennt der Verband "operative Überlegungen". In Absprache mit der Regierung von Uttar Pradesh ist ein Wochenende im März angedacht, "wenn optimale Wetterbedingungen für Zuschauer und Fahrer erwartet werden".

MotoGP kehrt nach Indien zurück

Die MotoGP kehrt 2025 nach Indien zurück, trotz der Absage für 2024. Ein mehrjähriger Vertrag sichert den Grand Prix bis 2027 auf dem Buddh International Circuit. Die MotoGP-Weltmeisterschaft wird 2025 nach Indien zurückkehren, obwohl das Rennen für 2024 aufgrund operativer Gründe abgesagt wurde. Diese Nachricht wurde bereits im Mai verkündet, nachdem das Debüt im Jahr 2023 alles andere als reibungslos verlief. Die Premiere des Grand Prix von Indien im letzten Jahr war geprägt von logistischen Herausforderungen und extremen Temperaturen. Dies wird durch einen mehrjährigen Vertrag ermöglicht, der sicherstellt, dass der Grand Prix von Indien von 2025 bis einschließlich 2027 im Kalender bleibt. Das Event wird weiterhin auf dem Buddh International Circuit ausgetragen.

Indien spielt eine strategische Rolle für die kommerziellen Interessen von Dorna und den Herstellern. Der Veranstalter betonte in seiner Mitteilung: „Mit einer Bevölkerung von über 1,4 Milliarden Menschen und mehr als 200 Millionen Motorrädern auf den Straßen ist Indien ein globaler Schlüsselmarkt für MotoGP, unsere Hersteller und viele unserer Partner. Der Transport auf zwei Rädern macht fast 75 % der täglich genutzten Fahrzeuge aus.“

Carmelo Ezpeleta, CEO von Dorna, kündigte kürzlich an, dass zukünftige Absagen im MotoGP-Kalender durch neue Maßnahmen verhindert werden sollen. „Ab sofort muss jeder Veranstalter, der einen Grand Prix ausrichten möchte, eine Kaution hinterlegen, die im Falle einer Absage verloren geht“, erklärte Ezpeleta.

Absage des Finnland-Grand-Prix

Bereits zum dritten Mal in Folge ist der MotoGP-Lauf auf dem neuen finnischen Kymiring abgesagt. Der Veranstalter Dorna begründet die diesjährige Absage wie folgt: "Die Arbeiten zur Homologation des KymiRings in Kombination mit der geopolitischen Situation in der Region haben zur Absage des Finnland-Grand-Prix 2022 geführt". Bereits 2019 sollte die MotoGP auf dem neuen Kymiring starten, doch das Verzögern der Bauarbeiten ließ den Start nicht zu. 2020 und 2021 wurde das Rennen aufgrund der Pandemie abgesagt. 2022 die erneute Absage.

Absage des Grand Prix von Katar wegen Coronavirus

Das erste Rennen der neuen MotoGP-Saison fällt aus. Die Veranstalter der Motorrad-WM haben am Sonntag den für die kommende Woche geplanten Grand Prix von Katar in Losail abgesagt. Als Grund wurden Reisebestimmungen für Flüge aus Italien genannt, die wegen des neuen Coronavirus gelten. Aufgrund der "unverzichtbaren Rolle", die Italien für die WM einnehme, sei die Entscheidung zur Absage getroffen worden, heißt es. Sechs der 22 Stammfahrer kommen aus Italien, darunter Superstar Valentino Rossi. Das Land ist in Europa am stärksten von der Epidemie betroffen. Bis zum Sonntagabend waren 1128 Fälle bestätigt, 29 Personen starben an der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19.

Die Moto2 und Moto3 sind von den verschärften Regelungen nicht betroffen, da sich die Fahrer und Teams aufgrund der zuletzt ausgetragenen Testfahrten ohnehin bereits in Katar aufhielten. Die Fahrer der MotoGP hatten vom 22. bis 24.

Übersicht der Gründe für Absagen

Grund Beispiele
Finanzielle Probleme Mögliche Absage des Ungarn Grand Prix, Absage des Indien Grand Prix 2024
Sicherheitsbedenken Spa-Francorchamps (begrenzter Sturzraum)
Streckenhomologation Kasachstan (2023), Finnland (Kymiring)
Wetterbedingungen Australien (starker Wind), Indien (extreme Hitze)
Geopolitische Situation Finnland (Kymiring)
Pandemien Katar (Coronavirus), Finnland (Kymiring)
Operative Überlegungen Indien (2024)

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