MotoGP Sachsenring: Fahrerliste und Fakten zum Grand Prix Deutschland

Der LIQUI MOLY Motorrad Grand Prix Deutschland auf dem Sachsenring ist das Motorsport-Highlight des Jahres und eine von Deutschlands größten Sportveranstaltungen. Das einzige Rennen der MotoGP in Deutschland liefert einige interessante Zahlen und Fakten.

Wer geht an den Start? Die Fahrer der Teams im Überblick

Mit Marc Marquez (6 Titel), Joan Mir (1), Fabio Quartararo (1), Francesco Bagnaia (2) und Titelverteidiger Jorge Martin (1) gehen in diesem Jahr gleich fünf MotoGP-Weltmeister an den Start. Der Spanier Martin entthronte nach einem packenden Zweikampf über das gesamte Jahr hinweg den Italiener Bagnaia. Bekanntester Pilot ist aber mit Sicherheit Marquez. Der einstige Seriensieger wechselte von Gresini Racing auf die Werks-Ducati und ist jetzt der neue Partner an der Seite von Bagnaia. Mit siegfähigem Material möchte der 32-Jährige an alte glorreiche Zeiten anknüpfen.

Insgesamt sind im Jahr 2025 neun der 22 Piloten aus Spanien, die zweitstärkste Nation ist Italien mit sechs. Die restlichen Fahrer kommen aus Frankreich (2), Portugal, Japan, Australien, Südafrika und Japan. Ein deutscher Fahrer ist nicht dabei. Dafür allerdings ein deutscher Grand Prix.

Mögliche Comebacks nach Verletzungen

Zwei Fahrer könnten nach Verletzungen dabei sein. Alex Marquez hat sich am vergangenen Wochenende in Assen einen Bruch des zweiten Mittelhandknochens der linken Hand zugezogen. Die ersten Nachuntersuchungen verliefen positiv und es ist geplant, dass der WM-Zweite am kommenden Wochenende in Deutschland an den Start gehen wird. Marini hat sich Ende Mai bei einem Test für die acht Stunden von Suzuka mehrere Verletzungen zugezogen. In dieser Woche absolvierte Marini mit der MotoGP-Honda einen Privattest in Brünn. Auch der Italiener muss sich am Donnerstag auf dem Sachsenring die Starterlaubnis von Charte einholen. Ein Einsatz einer der Testfahrer ist derzeit nicht geplant.

Jorge Martin muss noch auf sein Comeback warten. Die Ärzte haben ein Comeback in Deutschland ausgeschlossen, ihm aber die Freigabe für private Testfahrten erteilt. "Zurück auf dem Motorrad nach drei Monaten", schrieb er zu einem Instagram-Posting. Martin drehte am Donnerstag auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya 68 Runden mit einer Aprilia RSV4. Auch am Freitag wird er weitere Runden in Barcelona drehen. Die Kosten für die Streckenmiete trägt er selbst. Am kommenden Montag steht ein weiterer Check im Dexeus-Krankenhaus an. Kommende Woche Mittwoch ist in Misano ein Test geplant. Dort wird Martin mit dem MotoGP-Motorrad RS-GP fahren können.

Im Moto3-Rennen in Assen hat sich Luca Lunetta bei einem Massensturz in der Geert-Timmer-Schikane ein Bein gebrochen. Der Italiener wird am Sachsenring im SIC58-Team von Lennoxx Phommara vertreten.

Die Wildcards für den Sachsenring: Jede Menge Deutschland

Wenig überraschend finden sich viele Deutsche auf der Wildcard-Liste für den Sachsenring. Der Internationale Motorradverband hat am Freitag die offiziellen Wildcard-Listen für den Deutschland GP auf dem Sachsenring herausgegeben und darauf standen wenig überraschend viele deutsche Namen. In der 125er-Klasse kommen Tobias Siegert, Marvin Fritz, Eric Hübsch, Marcel Schrötter und Sebastian Kreuziger an den Start, die alle auch in der IDM unterwegs sind. In der 250er-Klasse wird neben einigen internationalen Fahrern wie Frederico Sandi Toni Wirsing mit einer Wildcard starten.

Die Wildcard-Fahrer für den Sachsenring

  • 125er-Klasse Tobias Siegert (GER-Aprilia) ADAC Nordbayern e.V.

Deutsche Fahrer im Fokus

Drei deutsche Fahrer erwartet beim Liqui Moly Motorrad Grand Prix Deutschland (5. bis 7. Juli) ein echtes Heimspiel-Highlight: Während Stefan Bradl am Sachsenring dank einer Wildcard in der MotoGP dabei ist, kehrt Supersport-WM-Pilot Marcel Schrötter kurzfristig als Ersatzmann in die Moto2 zurück. In der Klasse jubelte der Vilgertshofener 2019 als Drittplatzierter über das letzte deutsche Podiumsergebnis am Sachsenring. Bradl im Testeinsatz für Honda Seit 2018 ist Bradl offizieller MotoGP-Testfahrer für Honda und tritt dank einer Wildcard beim Liqui Moly Motorrad Grand Prix Deutschland an. Der 34-Jährige zählt zu den erfolgreichsten deutschen Motorradfahrern. Bereits in der Saison 2005 feierte Bradl sein WM-Debüt, 2008 folgten die ersten beiden Siege. Ein besonderes Jahr erlebte der Zahlinger 2011, als er sich vor Marc Marquez zum Moto2-Weltmeister krönte. Insgesamt holte der deutsche Motorrad-Star in seiner WM-Karriere in 215 Einsätzen sieben Grand-Prix-Siege und 19 Podiumsplatzierungen.

Schrötter feiert spontane Moto2-Rückkehr Ein überraschendes Comeback am Sachsenring gibt Marcel Schrötter. Der Oberbayer kehrt für die Rennen in Deutschland sowie im niederländischen Assen kurzfristig in die Moto2 zurück und vertritt den an der Hand verletzten Deniz Öncü aus der Türkei. Schrötter hat bereits 226 Grand-Prix-Rennen in seiner Vita stehen, fünfmal stand er auf dem Podium. Sein Debüt absolvierte der heute 31-Jährige in der Saison 2008 ausgerechnet auf dem Sachsenring.

Tulovic gibt Vollgas in der MotoE Als dritter Fahrer aus Deutschland ist beim MotoGP-Wochenende auf dem Traditionskurs in Sachsen Lukas Tulovic dabei. Der 24-Jährige startet in der MotoE für den Ducati-Rennstall Dynavolt Intact GP MotoE. Seinen größten Erfolg in der Elektro-Weltmeisterschaft verbuchte Tulovic vor drei Jahren, als er auf dem Red Bull Ring in Österreich seinen bisher einzigen Saisonsieg holte. Zuvor fuhr der gebürtiger Eberbacher 38 Rennen in der Moto2. In der WM debütierte Tulovic bereits 2018 beim spanischen Grand Prix in Jerez als Ersatzmann für den damals verletzten Dominique Aegerter. Bei seinem Heimauftritt am Sachsenring möchte der MotoE-Pilot den Rückenwind durch die Fans für ein Top- Ergebnis nutzen.

Interessante Zahlen und Fakten rund um den Sachsenring

Die MotoGP beeindruckt mit Topspeeds von über 300 km/h.

  • Der Sachsenring ist die Strecke mit der „längsten Linkskurve der Welt". 7-mal hintereinander geht es linksherum, ehe mit der Kurve 11 ein schneller Rechtsknick folgt.
  • Eine maximale Steigung von 10 Prozent und ein maximales Gefälle von 12,8 Prozent machen den Sachsenring zu einer der fahrerisch anspruchsvollsten Strecken im MotoGP-Kalender.
  • 12 permanente Kiesbetten, 8.400 Meter Leitplanke, 34 Boxen und ein 22,55 Meter hoher Start-Ziel-Turm umgeben die Strecke.
  • 14 LED-Panels werden als digitale Flaggensignale rund um den Sachsenring eingesetzt und erhöhen die Sicherheit für die Fahrer.
  • 15 zusätzliche Kilometer Stromkabel und 20 Stromaggregate sorgen für eine ausreichende Stromversorgung auf dem gesamten Veranstaltungsgelände.
  • 40 Fahrzeuge wickeln einen reibungslosen Ablauf in verschiedenen Bereichen ab. Sie kommen als Fast Intervention Cars, Media Shuttle, Safety-Cars und Bergungsfahrzeuge zum Einsatz.
  • 450 Helfer sind für den sportlichen Bereich als Streckenposten, Technische Abnehmer und Starter im Einsatz. Sie verstärken zudem die Rennleitung und die Fahrerlagercrew und kümmern sich um Streckenarbeiten.
  • Insgesamt 12.236 einzelne Curbs säumen die Strecke, die vor dem MotoGP auf dem Sachsenring per Hand abwechselnd in Schwarz, Rot und Gold gestrichen werden.
  • 100.000 Kabelbinder stehen für verschiedenste Arbeiten parat.

Im Vorjahr verzeichnete der MotoGP-Lauf auf dem Sachsenring einen neuen Zuschauerrekord: 232.202 Fans säumten über die drei Veranstaltungstage die Rennstrecke.

304,2 km/h ist der gemessene Topspeed auf dem sehr technischen Sachsenring. Der Rekord stammt von Jorge Martin auf seiner Ducati im Jahr 2022. Erst ein weiteres Jahr zuvor durchbrach die MotoGP die Schallmauer von 300 km/h.

Der Grand Prix von Deutschland 2023 ist der 84. Grand Prix in Hohenstein-Ernstthal. Von 1958 bis 1972 fand bereits der Große Preis der DDR statt. Die Rennen von 1958 bis 1960 hatten jedoch keinen WM-Status.

Vor 25 Jahren wurde der Motorrad Grand Prix Deutschland zum ersten Mal auf dem neuen Sachsenring ausgetragen und hat seitdem seine Heimat in Sachsen gefunden. Da die Ausgabe 2020 wegen des Coronavirus ausfiel, findet in diesem Jahr die 25. Er verfügt über zehn Links- und nur drei Rechtskurven.

Der geringste Abstand zwischen Sieger und Zweitplatziertem betrug auf dem neuen Sachsenring 0,060 Sekunden. Das war der Abstand zwischen Dani Pedrosa und Jorge Lorenzo im Jahr 2012.

Das letzte Podiumergebnis eines deutschen Fahrers auf dem Sachsenring gab es 2019: Marcel Schrötter wurde im Rennen der Moto2-Klasse hinter Alex Marquez und Brad Binder Dritter.

10 Kilometer Bauzaun begrenzen das Veranstaltungsgelände.

22 Fahrer aus 11 Teams starten in der MotoGP 2023. Von den Fahrern stammen insgesamt zehn aus Spanien und sechs aus Italien.

Mit 17 Siegen ist Honda der erfolgreichste Hersteller seit 1998 am Sachsenring. Honda-Piloten qualifizierten sich in diesem Zeitraum außerdem 14 Mal für die Pole-Position.

In 25 Jahren MotoGP auf dem neuen Sachsenring siegten 11 verschiedene Fahrer. In die Siegerlisten haben sich eingetragen: Mick Doohan, Kenny Roberts jr., Alex Barros, Max Biaggi, Valentino Rossi, Sete Gibernau, Dani Pedrosa, Casey Stoner, Marc Marquez und Fabio Quartararo.

Den Rekord für die meisten Siege beim Motorrad Grand Prix Deutschland hält nach wie vor MotoGP-Legende Giacomo Agostini. Der Italiener gewann insgesamt 13 Rennen in der 350ccm- und 500ccm-Klasse. Beim Großen Preis der DDR auf dem alten Sachsenring triumphierte Agostini elf Mal.

Historischer Überblick der Sieger auf dem Sachsenring (seit 1998)

Seit 1998 trägt die Motorrad-WM den Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring aus - Ein Überblick über alle bisherigen Sieger

Jahr Sieger Motorrad
1998 Mick Doohan Honda
1999 Kenny Roberts jun. Suzuki
2000 Alex Barros Honda
2001 Max Biaggi Yamaha
2002 Valentino Rossi Honda
2003 Sete Gibernau Honda
2004 Max Biaggi Honda
2005 Valentino Rossi Yamaha
2006 Valentino Rossi Yamaha
2007 Dani Pedrosa Honda
2008 Casey Stoner Ducati
2009 Valentino Rossi Yamaha
2010 Dani Pedrosa Honda
2011 Dani Pedrosa Honda
2012 Dani Pedrosa Honda
2013 Marc Marquez Honda
2014 Marc Marquez Honda
2015 Marc Marquez Honda
2016 Marc Marquez Honda
2017 Marc Marquez Honda
2018 Marc Marquez Honda
2019 Marc Marquez Honda
2020 Absage wegen Coronavirus-Pandemie
2021 Marc Marquez Honda
2022 Fabio Quartararo Yamaha
2023 Jorge Martin Pramac-Ducati
2024 Francesco Bagnaia Ducati
2025 Marc Marquez Ducati

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