Der Sachsenring, eine traditionsreiche Rennstrecke nahe Zwickau, bot erneut die Bühne für ein spannendes MotoGP-Wochenende. 256.441 Fans sorgten für einen neuen Besucherrekord und verwandelten das Event in ein wahres Biker-Festival.
Qualifying: Marquez sichert sich die Pole
Im verregneten Qualifying für den Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring eroberte Marc Marquez seine siebte Poleposition der MotoGP-Saison 2025. Der Ducati-Fahrer musste alles geben, um zum Schluss Johann Zarco (LCR-Honda) in Schach zu halten.
Zu Beginn von Q2 wurde der Regen im Vergleich zu Q1 deutlich stärker. Maverick Vinales stürzte in seiner Aufwärmrunde in Kurve 4 per Highsider von seiner Tech3-KTM. Momente später stürzte Jack Miller ebenfalls in Kurve 4 von seiner Pramac-Yamaha - es war fast ein Abziehbild vom Vinales-Sturz.
Teilweise hatte der WM-Führende über eine Sekunde Vorsprung. Zarco machte es spannend, denn vor der letzten fliegenden Runde lag er nur 0,065 Sekunden hinter der Marquez-Zeit. Beide verbesserten ihre Zeit noch, aber der WM-Führende hatte die Nase vorne. Mit 1:27.811 Minuten sicherte sich Marc Marquez seine siebte Poleposition der Saison.
"Ich musste aufpassen, denn ich hatte schon einen Moment in Kurve 11", atmet der WM-Führende durch. "Aber dann habe ich auf den Bildschirmen ein paar rote Helme gesehen, und auch an der Boxenmauer wurde mir angezeigt, dass die Rundenzeit vom Zweiten immer näher kam.
Zarco musste sich schlussendlich nur um 0,151 Sekunden geschlagen geben. "Ich bin ziemlich glücklich", freut sich der Franzose. "Als ich heute Morgen den Regen gesehen habe, dachte ich: 'Okay, neues Spiel, ich habe meine Chance.' Am Ende habe ich nochmal extra gepusht und den zweiten Platz geholt. "Ich hatte eigentlich auf die Poleposition gehofft, aber Marc hat nochmal eine schnelle Runde gesetzt. Trotzdem ist es ziemlich gut, denn gestern war ich nicht in den Top 10.
Die erste Reihe komplettierte Bezzecchi als Dritter. Damit startet der Italiener erstmals als Aprilia-Fahrer aus Reihe eins. "Das war schwierig", kommentiert der Italiener. "Ich habe dann meinen Rhythmus gefunden und als ich gesehen habe, dass ich ziemlich nah an ihm dran war, dachte ich: 'Okay, ich bin schnell unterwegs.' Ich habe mein Bestes gegeben.
Franco Morbidelli (VR46-Ducati) stürzte in seiner letzten Runde mit einer roten Zwischenzeit im zweiten Sektor in Kurve 8. Bester KTM-Fahrer war Pedro Acosta als Fünfter, aber dem Spanier fehlte schon eine Sekunde auf die Spitze. Die zweite Reihe komplettierte Alex Marquez (Gresini-Ducati). Brad Binder wurde mit der zweiten KTM Zehnter. Francesco Bagnaia war in Q2 der langsamste Fahrer. Dem Vorjahressieger fehlten zwei Sekunden auf seinen Ducati-Teamkollegen Marc Marquez.
Nach seinem Sturz wurde Vinales ohne Rundenzeit Zwölfter und Letzter in Q2. Im Anschluss an den Crash kehrte er nicht in seine Tech3-Box zurück, sondern begab sich für einen Check ins Medical Center. Laut ersten Informationen hat sich Vinales die linke Schulter ausgekugelt, die mit Schmerzmitteln wieder eingerenkt wurde.
Schon in Q1 verfolgte Zarco im Gegensatz zu den meisten anderen Fahrern seine eigene Taktik. Diese Taktik zahlte sich aus, denn Zarco tastete sich auf der nassen Strecke kontinuierlich an das Limit heran und wurde mit jeder Runde schneller. Vinales wechselte bei Halbzeit auf einen neuen weichen Hinterreifen und sicherte sich als Zweiter den Q2-Einzug. Auf Zarco fehlten dem KTM-Fahrer 0,222 Sekunden. Ansonsten war in Q1 nur noch Rookie Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati) innerhalb einer Sekunde zu Zarcos Zeit.
Sprintrennen: Marquez triumphiert im Regen
(Motorsport-Total.com) - Nach verpatztem Start musste Marc Marquez im Sachsenring-Sprint eine Aufholjagd starten. Der Ducati-Werksfahrer überholte Fahrer um Fahrer und schnappte sich zu Beginn der letzten Runde die Führung von Marco Bezzecchi (Aprilia). Somit feierte Marc Marquez seinen zehnten Sprintsieg in der MotoGP-Saison 2025.
"Ich kann heute nicht sagen, dass ich viel an die Meisterschaft gedacht habe", räumt Marc Marquez ein. "Am Anfang des Rennens hatte ich Schwierigkeiten. Ich hatte zu kämpfen, aber dann habe ich Schritt für Schritt meinen Rhythmus gefunden. Aber okay, ich bin zufrieden."
Der gesamte Samstag fand bei immer wieder einsetzendem Regen auf nasser Strecke statt. Mit lediglich 16 Grad Celsius war es auch am Nachmittag für den Sprint kühl. 15 Runden waren für das kurze Rennen angesetzt. Alle standen mit Regenreifen in der Startaufstellung.
Marc Marquez beschleunigte von der Poleposition am besten weg, aber in der ersten Kurve verbremste er sich und fuhr einen weiten Bogen. Dabei verlor er einige Positionen, aber der Ducati-Fahrer startete sofort eine Aufholjagd. Bezzecchi übernahm die Führung vor Franco Morbidelli (VR46-Ducati) und Quartararo. Marc Marquez war nach der ersten Runde nur Fünfter.
Nach zwei Runden war er weiterhin Fünfter und mittlerweile schon zwei Sekunden hinter der Aprilia an der Spitze. In der dritten Runde stürzte Morbidelli auf Platz zwei liegend in der schnellen Kurve 8. Im Kiesbett schlug der Italiener unzählige Purzelbäume. Damit führte Bezzecchi vor Quartararo, Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati), Marc Marquez und Pedro Acosta (KTM).
Am Ende der fünften Runde konnte Marc Marquez in der Zielkurve Di Giannantonio überholen und war damit Dritter. Kurz darauf zog auch Acosta an der gelben Ducati vorbei. Bei Halbzeit führte Bezzecchi etwas mehr als eine Sekunde vor Quartararo. Dahinter fand Marc Marquez seinen Rhythmus und schloss Schritt für Schritt auf das Spitzenduo auf.
Acosta hatte in Runde 8 einen wilden Ausritt in Kurve 8 durch das Kiesbett, aber er blieb sitzen. Dadurch fiel er vom vierten auf den zwölften Platz zurück. Zu Beginn der neunten Runde überholte Marc Marquez in Kurve 1 Quartararo und war neuer Zweiter. Sein Rückstand auf Bezzecchi betrug rund eineinhalb Sekunden. Der Vorsprung der Aprilia begann allerdings zu schrumpfen.
Zu Beginn der vorletzten Runde hatte Marc Marquez zu Bezzecchi aufgeschlossen. Aber erst eine Runde später griff er an. In Kurve 1 setzte Marc Marquez innen zum Bremsmanöver an, konnte den Scheitelpunkt aber nicht ganz halten und Bezzecchi stach nach innen. Aber Marc Marquez hielt die Außenlinie und setzte sich schließlich durch. Das war die Entscheidung im Duell um den Sieg.
Marc Marquez siegte im elften Sprint des Jahres zum zehnten Mal. Bezzecchi stand zum zweiten Mal in Folge im Sprint auf dem Podium. "Ich bin sehr, sehr glücklich, das Rennen so lange angeführt zu haben", sagt der Aprilia-Fahrer. "Natürlich ist es immer schwierig, am Ende den Kampf zu verlieren, aber ich muss sagen, es war ein sehr positiver Tag für mich. Also ja - wirklich, wirklich glücklich."
Viereinhalb Sekunden hinter dem Spitzenduo fuhr Quartararo als Dritter ins Ziel. "Es war unglaublich", freut sich der Franzose. "Ich meine, wir haben wirklich nicht erwartet, in dieser Position ins Ziel zu kommen, aber ich hatte einen richtig guten Start." "Während des Rennens fühlte ich mich ziemlich gut, konnte das Hinterrad gut kontrollieren. Es sind Bedingungen, mit denen wir normalerweise immer kämpfen, aber heute fühlte ich mich großartig und wir haben einen richtig guten Job gemacht."
Di Giannantonio belegte Platz vier, gefolgt von Jack Miller (Pramac-Yamaha), Brad Binder (KTM), Johann Zarco (LCR-Honda) und Alex Marquez (Gresini-Ducati). Acosta arbeitete sich nach seinem Ausritt noch auf Platz neun nach vor. In der Schlussphase setzte sich Acosta in einem sehenswerten Duell gegen Rookie Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati) durch. Als Zehnter verpasste Aldeguer knapp die WM-Punkteränge.
Nichts zu sehen war von Francesco Bagnaia (Ducati), der als Zwölfter über die Ziellinie fuhr. Mit diesem Ergebnis vergrößerte Marc Marquez seinen WM-Vorsprung auf Bruder Alex auf 78 Punkte.
Maverick Vinales konnte nicht am Sprint teilnehmen und wird auch am Sonntag im Grand Prix fehlen. Der Spanier hatte sich am Vormittag bei einem Sturz zu Beginn von Q2 im Qualifying in Kurve 4 die linke Schulter ausgekugelt. Sie wurde noch an der Strecke wieder eingerenkt. Nach einem ersten Check im Medical Center vermuteten die Ärzte jedoch einen kleinen Bruch in der linken Schulter. Dieser wurde in einem nahegelegenen Krankenhaus bestätigt.
Somit werden auch am Sonntag im Grand Prix über 30 Runden nur 19 Fahrer an den Start gehen. Die Lichter der Startampel erlöschen morgen um 14:00 Uhr.
Grand Prix: Marquez dominiert das Rennen
Der "König des Sachsenrings" ist zurück auf seinem Thron! Marc Marquez feierte beim Grand Prix von Deutschland 2025 einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Bei seinem 200. MotoGP-Start war es sein 69. Triumph in der Königsklasse. Damit ist Marc Marquez nun der zweiterfolgreichste Fahrer.
"Natürlich war der Sachsenring auch in diesem Jahr wieder etwas ganz Besonderes", strahlt Marc Marquez. "Von Anfang an habe ich mich gut gefühlt, das Vertrauen war von Beginn an sehr hoch, weil wir mit drei Siegen in Folge hierher gekommen sind. "Wir erleben gerade einen unglaublichen Moment. Jetzt können wir sagen, dass die Hälfte der Saison vorbei ist, aber wir müssen weiter voll konzentriert bleiben.
Für den Grand Prix am Sonntag hatten sich 98.500 Fans rund um den Sachsenring versammelt. Es war bewölkt, aber im Vergleich zum Sprint trocken. Von der Poleposition gewann Marc Marquez den Holeshot und verpasste diesmal nicht den Scheitelpunkt in Kurve 1. Marco Bezzecchi (Aprilia) sortierte sich als Zweiter vor Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) und Alex Marquez (Gresini-Ducati) ein.
In der ersten Runde attackierte "Diggia" die Aprilia, aber Bezzecchi behielt die Oberhand und Platz zwei. Alex Marquez folgte hinter den beiden Italienern als Vierter. Di Giannantonio griff in Runde zwei erneut an. Der Aprilia-Fahrer musste sich anschließend gegen Alex Marquez und Pedro Acosta (KTM) verteidigen. Aber in der vierten Runde schied der KTM-Fahrer in Kurve 2 durch Sturz aus. Bezzecchi stand weiterhin unter Druck von Alex Marquez.
Nach zehn Runden hatte sich Marc Marquez an der Spitze einen Vorsprung von rund zwei Sekunden auf Di Giannantonio herausgefahren. In der 18. Runde stürzte Di Giannantonio in Kurve 1 auf Platz zwei liegend. Damit rückten Bezzecchi und Alex Marquez auf die Podestplätze nach vorne. Momente nach "Diggia" stürzte auch Johann Zarco (LCR-Honda) in Kurve 1.
In der 21. Runde war das Rennen für Bezzecchi vorbei. Auch der Aprilia-Fahrer stürzte in Kurve 1. Diese Ecke blieb die kritische Stelle. Eine Runde später kam es dort zum nächsten Unfall. Während die Sportwarte die beiden Motorräder aus dem Kiesbett bargen, flog dahinter Lorenzo Savadori (Aprilia) in Kurve 1 ab. Der Italiener hatte schon zu Beginn des Rennens einen Sturz.
Die Schlussphase verlief dann weniger turbulent. Marc Marquez triumphierte sieben Sekunden vor seinem Bruder Alex. Bagnaia sorgte als Dritter für ein reines Ducati-Podium. Im Schlepptau des Ex-Weltmeisters fuhr Rookie Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati). Weitere fünf Sekunden dahinter folgte die größere Verfolgergruppe. Brad Binder wurde Siebter, gefolgt von Jack Miller (Pramac-Yamaha) und Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia). Als Zehnter und Letzter fuhr Alex Rins (Yamaha) ins Ziel.
Bereits am kommenden Wochenende geht es in Tschechien weiter.
Weitere Informationen zum Sachsenring
Die Ursprünge für das erste Rennen auf dem anfänglichen Kurs auf einer 8,71 km langen Strecke gehen auf das Jahr 1927 zurück. Gefahren wurde auf öffentlichen Straßen, welche auch durch die Kreisstadt Hohenstein-Ernstthal und Hermsdorf in Sachsen führten. Am 26. Mai, dem Himmelfahrtstag sollen über 140’000 Zuschauer dem sogenannten Badberg-Vierecksrennen beigewohnt haben.
Im Jahr 1934 wurde erstmals der Große Preis von Deutschland für Motorräder auf dem Sachsenring ausgetragen. Im Jahr 1936 wurden im Rahmen des Grand Prix die Europameister ermittelt. Erst 1937 erhielt der Kurs den Namen Sachsenring.
In den Nachkriegsjahren waren derartige Motorsport-Veranstaltungen eine sehr gefragte Abwechslung vom meist tristen Alltag, geprägt von immer noch vielen Entbehrungen. So besuchten 1950 laut offiziellen Angaben rund 400’000 Zuschauer den Lauf auf dem Sachsenring zur damals noch gesamtdeutschen Motorradmeisterschaft.
Der ostdeutsche Motorrad-Grand Prix fand von 1961 bis 1971 statt. Die lokalen Zweitakt-Renner von MZ aus dem nahegelegenen Zschopau waren in dieser Zeit durchaus wettbewerbsfähig. In dieser Zeit erlebte der „alte“ Sachsenring eine wahre Blütezeit.
Im Jahr 1971 gewann der westdeutsche Publikumsliebling Dieter Braun auf Yamaha in der 250 cm³ Klasse. Nach dem Sieg des sympathischen Schwaben aus dem Land des „Klassenfeinds“ wurde die westdeutsche Nationalhymne abgespielt. Da dies den in erdrückender Zahl anwesenden ostdeutschen Staatsfunktionären ein Dorn im Auge war, wurden absichtlich mit Ausnahme des Start-Ziel Bereichs sämtliche Lautsprecher abgestellt. Doch die ostdeutschen Fans sangen die westdeutsche Hymne voller Inbrunst einfach mit. Dies war der Anfang vom Ende der internationalen Veranstaltung.
Die schnellste Rennrunde auf dem Sachsenring fuhr der 15-fache Rekord-Weltmeister Giacomo Agostini aus Italien. Mit seiner 500 cm³ MV Agusta legte „Ago nazionale“ die fliegende Runde mit einer Durchschnitts-Geschwindigkeit von beinahe 180 km/h zurück. Doch nach 1972 war Schluss mit GP-Sport und es wurden nur noch Läufe zur DDR-Meisterschaft ausgetragen.
Im Jahr 1995 wurde das am Start-Ziel-Bereich der alten Rennstrecke gelegene Verkehrssicherheitszentrum eröffnet. Es war eine Anlage mit zu diesem Zeitpunkt noch nicht permanent verfügbarer Rennstrecke. Doch ab nun bot sich wieder die Möglichkeit, Rennsport vor Ort zu betreiben. Zwei Jahre später kehrte der Motorrad Grand Prix auf den Sachsenring zurück.
Ursprünglich wurde der im Vergleich zu anderen GP-Strecken sehr kurze Rundkurs als untauglich für Weltmeisterschaftsläufe eingestuft. Durch zahlreiche Verbesserungen nach der Neueröffnung gelang es jedoch, den nur 3,671 Kilometer langen Sachsenring im Kalender zu etablieren.
Dank der Tatsache, dass der Kurs in Hohenstein-Ernstthal der kürzeste der MotoGP ist, sehen die Zuschauer mehr Rennrunden als überall sonst.
Seit er in der MotoGP antritt, gewann der Spanier Marc Marquez auf Repsol Honda jedes der 7 seither ausgetragenen Rennen.
Der spanische Ducati-Pilot setzte sich am Sonntag bei dem von zahlreichen Stürzen überschatteten Großen Preis von Deutschland vor seinem jüngeren Bruder Alex und Teamkollege Francesco Bagnaia (Italien/alle Ducati) durch.
In der Gesamtwertung liegt Marc Marquez nun 83 Punkte vor Alex, der trotz einer Handfraktur am Start war.
Im 200. Grand Prix seiner Karriere ging Marquez von der Pole Position in das Rennen und feierte einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg.
Die aktuelle Vereinbarung mit Rechteinhaber Dorna läuft im kommenden Jahr aus, doch es soll auf dem Traditionskurs mindestens bis 2031 weitergehen.
Tabelle: MotoGP Sachsenring Ergebnisse 2025
| Platz | Fahrer | Team |
|---|---|---|
| 1 | Marc Marquez | Ducati |
| 2 | Alex Marquez | Gresini-Ducati |
| 3 | Francesco Bagnaia | Ducati |
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