MotoGP Spielberg Rennen Ergebnisse: Marc Márquez dominiert am Red Bull Ring

Die zweite Hälfte der MotoGP Saison startete traditionsgemäß am letzten Wochenende auf dem Red Bull Ring in Österreich. Teams und Piloten der Moto3, Moto2 und MotoGP läuteten mit dem Grossen Preis von Österreich auf dem Red Bull Ring die 2. Saisonhälfte der Motorradweltmeisterschaft 2025 ein. Das erste MotoGP Wochenende der zweiten Saisonhälfte verlief für Yamaha und Aprilia alles andere als gut.

Im Vorfeld des 13. von insgesamt 22 Grand Prix in dieser MotoGP Saison legte auch der amtierende Weltmeister Jorge Martin die Fehde mit seinem Arbeitgeber Aprilia endgültig zu den Akten und machte seine Absichten öffentlich den bis Ende 2026 datierten Vertrag mit dem italienischen Team vollständig zu erfüllen.

Während sich die vor der Sommerpause verletzten Maverick Vinales / KTM und Franco Morbidelli / Pertamina vom Enduro VR46 Racing Team wieder fit und gesund meldeten, war LCR-Honda Pilot Somkiat Chantra immer noch im Krankenstand.

Der erste Trainingstag am Red Bull Ring verlief nach Geschmack für die Ducati-Verantwortlichen. Sowohl M. Marquez als auch F. Bagnaia waren von der ersten Runde an präsent und lieferten schnelle Rundenzeiten im Minutentakt ab. Mit Alex Marquez und F. Morbidelli schafften 2 weitere Ducatisti den Sprung in die Top Ten. Ebenso unter den ersten Zehn waren der Weltmeister Martin / Aprilia, beide KTM Piloten Acosta und Bastianini, die Yamaha von Ex-Weltmeister F. Quartararo und Joan Mir mit der Werkshonda.

Ein stark verändertes Bild gab das Zeittraining am Nachmittag ab, bei dem sich die schnellsten 10 Fahrer direkt für das Q2 für den Kampf um die besten Startplätze qualifizierten. Der Schnellste war wieder einmal Marc Marquez, der zusammen mit den Ducati Markenkollegen Francesco Bagnaia (3.), Bruder Alex Marquez (4.), Morbidelli (7.) und Fermin Aldeguer (9.) ins Q2 stürmte.

Während KTM mit Pedro Acosta (2.) und Brad Binder (10.) und Honda mit Joan Mir (6.) und Johann Zarco (8.) jeweils 2 Piloten direkt ins Q2 brachten lief die Session für Yamaha und Aprilia desaströs. Jorge Martin zerstörte bereits in Runde 2 seine RS-GP komplett, musste auf das Ersatzbike ausweichen und landete damit nur auf Rang 16. Beste Aprilia wurde in der Trainingssitzung Raul Fernandez vom Trackhouse MotoGP Team. Auch Fabio Quartararo musste einen massiven Einschlag seiner Yamaha M1 in die Abschrankungen verzeichnen. Er landete als bester Yamahapilot jedoch nur auf dem 14.

Der Samstag begann dann mit einem Paukenschlag. Nachdem das Ducati Werksduo Marquez / Bagnaia das Training am Morgen dominierte und die Konkurrenz klar hinter sich lassen konnte, verlief das Q2 zur Ermittlung der Startpositionen spektakulär. Marc Marquez, bis dahin schnellster Mann des Wochenendes, stürzte in seinem 2. Stint und blieb damit auf Startplatz 4 sitzen. Teamkollege Bagnaia sorgte mit Platz drei dafür dass zumindest eine Werksducati in der ersten Startreihe steht. Schneller war jedoch die Kunden-Ducati vom Team Gresini, die Alex Marquez auf Startplatz 2 stellen konnte. Überraschung dann auf der Pole Position.

Marco Bezzecchi, der sich mit seiner Aprilia RS-GP als Schnellster des Quali-Training 1 für die besten zwölf Piloten ins Q2 fahren konnte, fuhr mit 1.28.060 Minuten die schnellste Zeit und ist damit sowohl im Sprintrace wie auch beim Grand Prix am Sonntag auf dem besten Startplatz. Nachdem Franceso Bagnaia mit wild durchdrehendem Hinterrad seine Ducati komplett quer stellte und damit schon beim Start sein Rennen ruinierte, zogen - wie gehabt - Alex und Marc Marquez in dieser Reihenfolge vom Feld weg. KTM Pilot Pedro Acosta, Pole Mann Bezzecchi und Brad Binder konnten mit Respektabstand noch folgen, alle anderen Piloten lagen schon nach wenigen Runden deutlich zurück.

In einem ereignisarmen Sprintrennen war das Überholmanöver von Marc (der Ältere) an seinem Bruder Alex (der Jüngere) in Runde 9 schon das Highlight. Eine Runde zuvor hatte Bagnaia seine GP26 bereits entnervt in der Ducati-Box abgestellt und sich den Sieg seines Teamkollegen M.

Das Rennen

Das 1000. Rennen im Rahmen der Motorrad-WM hätte der MotoGP dann neben dem großen Jubiläum beinahe einen Sensationssieger präsentiert: Gresini Ducati Pilot Fermin Aldeguer, in dieser MotoGP Saison als Neuling unterwegs, kämpfte sich in den letzten Runden mit den schnellsten Zeiten im Feld zunächst an Bagnaia vorbei. Danach konnte er seinen Landsmann Pedro Acosta in der engen Schikane im Bergaufstück ausbremsen. Schließlich musste sich auch noch Marco Bezzecchi, der lange das Rennen angeführt hat und mittlerweile auf der 2. Position lag, dem 20jährigen Jungspund beugen.

Doch die MotoGP Fans auf den Rängen, die nach einer eher lauen 1. Rennhälfte dankbar für die Action durch Aldeguer waren und ihn lautstark anfeuerten, mussten dann sehen dass der Vorwärtsdrang des Spaniers ein Ende hatte als Aldeguer sich anschickte den führenden Marc Marquez zu attackieren. Es gelang dem Rookie zwar mehrmals eine schnellere Sektorenzeit als der 8fache Weltmeister zu fahren, der war jedoch zu routiniert um seinen Vorsprung in den letzten 5 Runden wesentlich mehr als unter einer Sekunde zusammenschmelzen zu lassen.

Nach 28 Runden waren es dann auch nur 1,1 Sekunden, die Marc Marquez in seinem sechsten MotoGP Grand Prix Sieg in Folge vor Fermin Aldegeur und 3,4 Sekunden vor dem Drittplatzierten Marco Bezzecchi bei seinem insgesamt 97. Grand Prix Sieg an Vorsprung hatte.KTM zeigte beim Heimspiel am Red Bull Ring ein starkes Mannschaftsergebnis, mit Pedro Acosta (4.), Enea Bastianini (5.) und Brad Binder (7.) schafften es drei Maschinen des österreichischen Herstellers unter die besten Zehn.

Der Spanier Marc Márquez setzt auch nach der Sommerpause seine beeindruckende Siegesserie in der MotoGP fort. Beim 13. Saisonlauf in Spielberg dominierte der 32-Jährige sowohl im Sprint am Samstag als auch im Hauptrennen am Sonntag. Für Márquez, der zuvor noch nie in Österreich gewonnen hatte, war es bereits der neunte Doppelsieg in diesem Jahr und der sechste in Folge.

"Ich bin super glücklich, endlich das erste Mal hier in Österreich gewonnen zu haben. Das Motorrad lief heute richtig gut", sagte Marquez nach dem 1000. MotoGP-Rennen der Geschichte.

Auf dem Red Bull Ring setzte sich der Ducati-Fahrer, der seit 2019 auf seinen siebten Titel in der MotoGP wartet, vor dem erst 20 Jahre alten Rookie Fermin Aldegeur und dem Italiener Marco Bezzechhi durch. Pedro Acosta und Enea Bastianini belegten die Plätz vier und fünf.

Nach 13 von insgesamt 22 WM-Läufen hat sich der sechsmalige MotoGP-Champion Márquez bereits einen komfortablen Vorsprung auf seinen Bruder erarbeitet, Ex-Weltmeister Francesco Bagnaia (Italien/alle Ducati) folgt mit 197 Zählern Rückstand auf Rang drei. Da für einen Sieg 25 Punkte vergeben werden, scheint Márquez' nächster Titelgewinn nur noch Formsache zu sein. Weiter geht es mit dem 14. Saisonrennen, dem Grand Prix von Ungarn auf dem Balaton Park Circuit (22.-24. August).

Zum sechsten Mal hintereinander hat Marc Marquez sowohl den Sprint als auch den Grand Prix gewonnen. Erstmals triumphierte der WM-Dominator beim Grand Prix von Österreich. Aber er musste bis zum Schluss das Tempo hochhalten, denn Rookie Fermin Aldeguer zeigte eine starke Aufholjagd. Aprilia-Speerspitze Marco Bezzecchi wurde Dritter.

"Ja, ich bin super, super glücklich, hier in Österreich endlich den ersten Sieg geholt zu haben", strahlt Marc Marquez. "Wie man bei Marco gesehen hat, war er im ersten Teil super stark, aber ich habe gewartet. Ich habe es am Anfang probiert, aber es war zu riskant."

"Doch dann kam ein neuer Außenseiter - und das war diesmal Aldeguer, er kam super schnell. Aber ja, ich bin glücklich: sechs Siege in Folge! Aber ich muss fokussiert bleiben, denn nächste Woche steht schon das nächste Rennen an."

Im Gegensatz zum Sprint klappte der Start diesmal bei allen Fahrern reibungslos. Bezzecchi übernahm von der Poleposition vor Francesco Bagnaia, Marc und Alex Marquez (Gresini-Ducati) die Führung. Alle Fahrer im Spitzenfeld nahmen die 28 Runden mit den gleichen Reifen in Angriff. Schon in der ersten Runde attackierte Marc Marquez seinen Teamkollegen in Kurve 3, aber Bagnaia setzte sich bis Kurve 4 wieder durch. Das Stallduell dauerte aber nicht lange. Alex Marquez war nach Runde 1 Vierter und musste sich gegen Pedro Acosta (KTM) verteidigen. In der zweiten Runde klappte der nächste Angriff von Marc Marquez und er überholte Bagnaia für Platz zwei. Bezzecchi führte mit einer knappen halben Sekunde Vorsprung vor dem roten Ducati-Werksduo.

Zu Beginn von Runde 3 verlor Enea Bastianini (Tech3-KTM) durch einen Fehler in Kurve 1 einige Positionen und fiel auf Platz acht zurück. Eine Runde später absolvierte Alex Marquez seine Long-Lap-Strafe und sortierte sich als 13. wieder ein. An der Spitze führte weiterhin Bezzecchi rund sieben Zehntelsekunden vor Marc Marquez. Bagnaias dritter Platz kam unter Druck von Acosta. Aber Bagnaia konnte sich im ersten Renndrittel doch wieder von der KTM lösen. Acosta konnte das Tempo nicht ganz mitgehen.

Wie so oft wurde Marc Marquez nach sieben, acht Runden schneller und schloss rasch zu Bezzecchi auf. Aber die Aprilia-Speerspitze machte keinen Fehler und Marc Marquez hing einige Runden am Hinterrad der #72. Bei Rennhalbzeit hatte Bezzecchi plötzlich wieder acht Zehntelsekunden Vorsprung. Der Aprilia-Fahrer fuhr schneller als Marc Marquez! Weiter hinten im Feld stürzte Bezzecchis Teamkollege Jorge Martin in in Kurve 7. Ein Check im Medial Center sorgte für Entwarnung.

Zehn Runden vor Rennende schloss Marc Marquez wieder auf Bezzecchi auf. Dahinter wurde Bagnaia in der Jochen-Rindt-Kurve von Acosta und Aldeguer überholt, weil er durch einen kleinen Fehler von der Strecke abkam. In der 19. Runde attackierte Marc Marquez vor Kurve 4, aber Bezzecchi konterte in Kurve 6 und überholte wieder. Das Duell war eröffnet! In der nächsten Runde attackierte Marc Marquez innen in Kurve 1 und kam so an der Aprilia vorbei - Führungswechsel.

Diesmal konnte Bezzecchi nicht sofort kontern. Dahinter schnappte sich Aldeguer den vierten Platz von Acosta mit einem Manöver in der Schikane. Der Rookie fuhr schneller als Bezzecchi, aber auch als Marc Marquez und holte beide rasch ein. Fünf Runden vor Rennende überholte Aldeguer in Kurve 3 Bezzecchi und war Zweiter.

Für die letzten vier Runden hatte Marc Marquez eine knappe Sekunde Vorsprung vor Aldeguer, aber der Gresini-Youngster war schneller. Doch Marc Marquez machte keinen Fehler und verteidigte bis ins Ziel rund eine Sekunde Vorsprung. Platz zwei war das beste Ergebnis in der noch jungen Karriere von Aldeguer. Nach Rang drei in Le Mans war es sein zweiter Podestplatz.

"Ja, ich bin super glücklich, denn Österreich gehört nicht zu meinen Lieblingsstrecken wie Le Mans", sagt Aldeguer. "Wir wissen, dass wir mit Gresini super schnell sind, wir müssen weiterarbeiten. Vielen Dank an das gesamte Gresini-Team und an Ducati!"

Bezzecchi kam knapp hinter den beiden Ducati-Fahrern als Dritter ins Ziel. "Ich muss sagen, dass ich wie immer alles gegeben habe, aber leider hatte ich am Ende ein paar Probleme mit dem Motorrad und musste zurückstecken." Was das für ein Problem war, wollte er nicht verraten.

KTM brachte mit Acosta und Bastianini zwei Fahrer in die Top 5. Damit wurde der Aufwärtstrend der vergangenen Rennen bestätigt. In einem wilden Dreikampf dahinter um Platz sechs setzte sich Joan Mir (Honda) durch. Es war sein bestes Saisonergebnis. Brad Binder folgte als Siebter. Bagnaia hatte viele Schwierigkeiten, kam mehrmals von der Strecke ab und belegte Platz acht. Die Top 10 komplettierten Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia) und Alex Marquez, der nach der Long-Lap-Strafe keine Akzente mehr setzen konnte.

Mit diesem Ergebnis hat Marc Marquez nun 142 WM-Punkte Vorsprung auf seinen Bruder Alex. Bagnaias Rückstand wuchs auf 197 Zähler an. Ein Rennen zum Vergessen erlebte Yamaha. Alle vier Fahrer belegten die letzten vier Plätze. Fabio Quartararo nahm als 15. einen WM-Punkt mit. In der 21. Runde schied Fabio Di Giannantonio (VR46) bei der Anfahrt zu Kurve 4 mit kapitalem Motorschaden an seiner Ducati aus.

Der nächste Grand Prix findet bereits am kommenden Wochenende in Ungarn statt. Zum ersten Mal wird auf dem neuen Balaton Park Circuit, der sich beim Plattensee befindet, gefahren.

Ergebnisse MotoGP - Großer Preis von Österreich 2025

Qualifying 2 - 16.08.2025
PlatzFahrerZeit
1M. Bezzecchi1:28.060m
2Á. Márquez+0.016s
3F. Bagnaia+0.142s
Sprintrennen - 16.08.2025
PlatzFahrerZeit
1M. Márquez20:56.071m
2Á. Márquez+1.180s
3P. Acosta+3.126s
Rennen - 17.08.2025
PlatzFahrerZeit
1M. Márquez42:11.006m
2F. Aldeguer+1.118s
3M. Bezzecchi+3.407s

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