Die Motorrad-Szene steht immer wieder unter Schock, wenn es zu tödlichen Unfällen kommt. Kollegen ringen um Fassung und die richtigen Worte. Diese Ereignisse werfen Fragen nach der Sicherheit im Rennsport auf und führen zu ständigen Bemühungen, die Risiken zu minimieren.
Tragische Todesfälle in der MotoGP
Trotz umgehender Sofortmaßnahmen an der Strecke bei Barcelona und einer Notoperation im Hospital General de Catalunya hat der spanische Moto2-Fahrer Luis Salom seinen Trainingssturz am Freitag in Barcelona nicht überlebt. Die Verletzungen waren zu schwer. Am 28.5.1989 fand im Rennen zur 250 cm³ Klasse der Venezolaner Ivan Palazzese auf dem Hockenheim den Tod.
Salom war mit seiner Kalex in Kurve zwölf beim zweiten Training gestürzt. Wie Videos auf den Online-Seiten der spanischen Zeitungen "Marca" und "As" zeigen, rutschte er mit hoher Geschwindigkeit in die Reifenstapel. Die Session wurde unterbrochen. Zwei Rettungswagen fuhren umgehend zur Unglücksstelle. Der Rettungshubschrauber landete ebenfalls. Wegen der Schwere der Verletzungen wurde Salom aber mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Um 16.55 Uhr sei er gestorben, teilte die MotoGP mit. "Was für eine schlechte Nachricht. Wie schrecklich.
Salom ist internationalen Statistiken zufolge der 48. Tote in der Motorrad-WM seit 1949. Die Gesamtzahl der bei Motorrad-Rennen ums Leben gekommenen Fahrer ist allerdings weitaus höher. In der MotoGP war zuletzt am 23. Oktober 2011 der Italiener Marco Simoncelli beim Großen Preis von Malaysia in Sepang tödlich verunglückt.
Weitere tragische Unfälle
- 2010: Der Japaner Shoya Tomizawa stirbt in Misano.
- 1971: Günter Bartusch, 125 cm³ DDR-Meister, verunglückt tödlich.
Der tödliche Unfall des Motorradrennfahrers Matej Bury während des Trainings beendete das Race for Fun-Event, welches am Samstag auf dem Flughafen in Trencin stattfinden sollte, vorzeitig. Der slowakische Fahrer Matej Bury überlebte allerdings nicht, er starb nach dem Transfer im Krankenhaus.
Bemühungen zur Verbesserung der Sicherheit
Seit Jahren bemühen sich die Verantwortlichen von Veranstaltern bis Herstellern und Ausstattern, die Sicherheit der Piloten zu verbessern. Die Lederkombis für Motorrad-Rennfahrer bekamen unter anderem immer wieder neue Sicherheitsfeatures wie Schutzpolster für Wirbelsäule, Schultern, Ellbogen, Knie und andere bedrohte Körperteile. Selbst Airbags, die vor allem Hals und Kopf bei einem Aufprall schützen, gehören zur Ausstattung. Für Salom kam aber jede Hilfe zu spät.
Anpassungen der Rennstrecken
In Abstimmung mit der Familie Saloms wird der Große Preis von Katalonien am Wochenende stattfinden. Allerdings wird eine Schikane eingebaut, die die Fahrer auch beim Formel-1-Rennen passieren müssen. Das Layout war vor zwei Jahren bei offiziellen MotoGP-Testfahrten durchgefallen, zu unattraktiv, nicht herausfordernd genug. Diesmal einigte sich die Sicherheitskommission zusammen mit einer Reihe von Fahrern auf die Streckenänderung.
Karriere von Luis Salom
Salom war vor sieben Jahren in die Motorrad-Weltmeisterschaft eingestiegen. 2009 absolvierte er sein Debüt in der damaligen 125ccm-Kategorie. In der Moto3 gelangen ihm 25 Podiumsplätze, neunmal hatte er sich als Sieger feiern dürfen. Vor vier Jahren hatte Salom als Zweiter den Titel in der Moto3 verpasst, im darauffolgenden Jahr hatte er es auf Rang drei im Endklassement geschafft. Seit 2014 startete er in der Moto2 und stand vor seinem 42. Rennen.
Ursache des tödlichen Sturzes von Luis Salom
Ein verunglücktes Bremsmanöver auf einer Bodenwelle ist nach Teamangaben Ursache des tödlichen Unfalls des Spaniers Luis Salom beim Motorrad-Grand-Prix von Barcelona gewesen. Das habe die Auswertung der Telemetriedaten ergeben, teilte das Team SAG auf seiner Internetseite mit. Salom sei weit von der Ideallinie entfernt unterwegs gewesen, als er zu Fall kam.
Isle of Man TT Races 2022: Eine tragische Bilanz
Vom 29. Mai bis 10. Juni fand 2022 die Tourist Trophy auf der Isle of Man statt, kurz: Isle of Man TT. Das Motorrad-Straßenrennen gilt nicht nur als das älteste, sondern wahrscheinlich auch das gefährlichste der Welt. Seit den Anfängen 1911 starben mindestens 260 Rennfahrer auf dem Kurs. Fünf davon im Jahr 2022: Mark Purslow, César Chanel, Davy Morgan, Roger Stockton und Bradley Stockton.
Tödliche Unfälle bei der Isle of Man TT 2022
- Mark Purslow: Verunglückte im vierten Qualifikationsrennen in Ballagarey.
- César Chanel: Starb bei einem Unfall während des ersten Seitenwagenrennens bei Ago's Leap.
- Davy Morgan: Verlor sein Leben nach einem Sturz in der dritten Runde des Monster Energy Supersport Race 1.
- Roger und Bradley Stockton: Vater und Sohn, kamen bei einem Zwischenfall im zweiten Seitenwagenrennen bei Ago's Leap ums Leben.
Tabelle: Isle of Man TT Races 2022 - Tödliche Unfälle
| Fahrer | Datum | Unfallort | Rennen |
|---|---|---|---|
| Mark Purslow | Mai 2022 | Ballagarey | Qualifikationsrennen |
| César Chanel | Juni 2022 | Ago's Leap | Seitenwagenrennen |
| Davy Morgan | Juni 2022 | Mountain Course | Supersport Race 1 |
| Roger Stockton | Juni 2022 | Ago's Leap | Seitenwagenrennen |
| Bradley Stockton | Juni 2022 | Ago's Leap | Seitenwagenrennen |
Sicherheit im Straßenverkehr
Es ist eine traurige Statistik: 619 Motorradfahrer verloren 2018 ihr Leben auf deutschen Straßen. Damit stellen sie mehr als jeden fünften Verkehrstoten. Die Unfallforschung der Versicherer (UdV) warnt nun: Teure Schutzkleidung hilft nicht bei schweren Unfällen, sondern nur vorsichtiges Fahren.
Die Unfallforschung fordert darüber hinaus verpflichtende Fahrsicherheitstrainings in regelmäßigen Abständen, die sowohl auf abgesperrtem Gelände, als auch im realen Straßenverkehr stattfinden müssten.
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