Motorradbekleidung aus Fell

Die Motorradbekleidung wurde speziell für die Bedürfnisse beim Motorradfahren entwickelt, um Komfort, Schutz und Stil gleichermaßen zu bieten. Zur Motorradbekleidung gehören verschiedene Artikel wie Jacken, Hosen, Helme und Handschuhe. Diese werden aus hochwertigen Materialien gefertigt, die eine ausgezeichnete Abriebfestigkeit, Wetterbeständigkeit und Sicherheit auf dem Motorrad gewährleisten.

Materialien und Verarbeitung

Nach wie vor tragen Motorradfahrer vornehmlich Leder, um sich bei einem Sturz möglichst gut abzusichern. Und bisher schützt das tierisch gute Material besser als jede Art von textiler Motorradbekleidung. Eine unbehandelte Tierhaut besteht allerdings zu 65 Prozent aus Wasser und wäre so wenig dienlich, um vor Verletzungen zu schützen. Ihr hoher Eiweißgehalt ließe sie nach ein paar Tagen faulen, und sie würde sich stinkend verflüchtigen. Erst durch den komplizierten Gerbprozess entwickeln sich die von der Natur mitgegebenen einzigartigen Eigenschaften von Leder.

Lederarten

Leder ist bei weitem nicht gleich Leder. Beispiel Rindleder: Die meisten für Motorradbekleidung verwendeten Häute stammen aus Argentinien und Brasilien. Die Häute dieser Kühe mit hoher Milchleistung sind oftmals überdehnt und dadurch weniger reißfest. Lederschneider favorisieren deshalb für besonders hochwertige Produkte die teuren Häute süddeutscher Rinder. Außer Rindern – allerdings nicht in vergleichbarem Umfang – liefern auch andere Tiere wie Ziegen, Büffel oder, seltener, Hirsche ihre Haut als Rohware für Motorradbekleidung. Und in den letzten Jahren verstärkt Kängurus.

Schlecht für die possierlichen Hüpfer, gut für motorradfahrende Lederfans, denn die Haut dieser Wildtiere besitzt eine besonders robuste und reißfeste Faserstruktur, aus der sich vergleichsweise dünne und somit leichte, tragefreundliche Handschuhe und Kombis fertigen lassen. Nachlässige Selektion und schnelle Gerbprozesse, um dem gestiegenen Bedarf gerecht zu werden, führten inzwischen dazu, dass das hochgelobte Känguru-Leder in manchen Fällen gegenüber gutem Rindleder kaum noch Vorteile bietet – aber dennoch deutlich teurer ist.

Gerbung und Behandlung

Gute Rohware ist zwar wichtig, aber letztlich entscheidet gute Gerbung über die Qualität des Leders. Zunächst werden in der Gerberei restliche Fleischfasern und Fellhaare von den Häuten entfernt, danach steht einer der wichtigsten Schritte auf dem Programm: die Gerbung mit Chromsalzen, bei der die miteinander verbundenen Eiweißfasern der Haut in feste und langlebige Lederfasern umgewandelt werden.

Diese erste Lederform, das so genannte Wet-Blue, kommt durchnässt und aufgrund der Chrom-Behandlung hellblau gefärbt nach rund 24 Stunden aus den Trommeln. Das vergleichsweise dicke (etwa fünf Millimeter) Rohleder wird nach weiterer Behandlung wie Waschen und Pressen horizontal gespalten. Die obere Hautschicht mit ihrer Narbung und der Porenstruktur bietet das Potenzial für hochwertiges Leder. Die Faserstruktur der darunter liegenden Schichten ist deutlich weniger robust – das so genannte Spaltleder darf zwar als echtes Leder bezeichnet werden, wäre jedoch bei technischer Bekleidung an Sturzstellen absolut fehl am Platz.

Wer als Hersteller etwas auf sich hält, nimmt überwiegend vollnarbiges Leder. Dieses wird im weiteren Gerbprozess je nach Güte mit Anilin eingefärbt. Wenn es sich nicht um absolute Top-Ware handelt, werden kleinere Defekte und Narben anschließend in der Regel maschinell geglättet – wodurch das Leder manchmal eine so künstlich glatte Oberfläche erhält, dass eine natürlich aussehende Narbung nachträglich aufgeprägt wird. Je nach Kundenwunsch lackiert und imprägniert der Gerber das geprägte Leder.

Konfektion und Qualitätssicherung

Bei renommierten Motorradbekleidern werden mehr als 20 Punkte des angelieferten Leders überprüft, bevor einzelne Stapel in die Konfektion gehen. Das alles ist sehr aufwendig, bedarf qualifizierter Arbeitskräfte und kostet Zeit. Und deshalb viel Geld. Genau wie die Aufwendungen für Grand-Prix-Stars, die die Qualität ihres Rennleders regelmäßig bei Stürzen testen und Erfahrungswerte liefern, die im Labor nicht erhältlich sind.

Rohmaterial für eine italienische Rennkombi (in der Regel ein feines Möbelleder) geht für rund 100 Euro über die Theke. Für das Geld gibt’s in fernöstlichen Billiglohn-Gefilden eine komplette Kombi mit Innenfutter, Reißverschlüssen und Knöpfen.

Für Maßschneider ist jede Kombi ein stolz gefertigtes Stück Handwerkskunst – hohe Produktionszahlen wären für ihn und seine rund zehn Mitarbeiter kaum mit dem selbst gesetzten Anspruch zu realisieren. Kunden müssen deshalb auch rund sechs Wochen auf die Wunschkombi warten.

Handschuhmacher haben es noch schwerer. "Während man bei einer Jacke mal einen Zentimeter daneben liegen darf, sollte bei Handschuhen alles millimetergenau sitzen", berichtet man beim Spezialisten Held und klärt auf: "Leder ist ein tierisches Produkt, das arbeitet und sich beim Tragen im Laufe der Zeit verändert. Dem Kunden dies nahe zu bringen ist eine der größten Schwierigkeiten."

Lederkauf ist also Vertrauenssache. Für den Abnehmer von Rohware, den Einkäufer eines Konfektionärs und letztlich auch für den Kunden. Der Verkäufer kann lediglich Qualitätsschwankungen weitgehend vermeiden. Der Käufer sollte dementsprechend eine gewisse Liebe zum Einzelstück mitbringen.

Lammfelljacken

Es gibt kaum ein Bekleidungsstück, das auch bei eisigen Temperaturen so warm hält und dabei auch noch vergleichsweise leicht und atmungsaktiv ist. Schon die ersten Flugpioniere waren in den offenen Kanzeln ihrer Flugzeuge den Elementen ausgesetzt. In Ermangelung von modernen synthetischen Funktionsmaterialien wurde dafür auf Tierpelze zurückgegriffen und diese zu sogenannten "Fliegerpelzen" umgearbeitet.

Ab 1926 wurden in Großbritannien Fliegerjacken aus Lammfell produziert. Diese waren nicht gefüttert, sondern bestanden aus dem ganzen Lammfell, wobei die nach innen getragene bräunliche Wolle als Isolationsschicht diente. Diese Typ Jacke war schnell sehr beliebt und gehörten ab 1934 zur Ausstattung des US Army Air Corps. Selbstverständlich erkannten auch die Piloten der anderen Nationen die Vorteile dieses Materials und so kam es dazu, dass die Pilotenjacke aus Lammfell geradezu zum Markenzeichen der Flieger wurde.

Heute sind Flugzeuge mit beheizten Druckkabinen ausgestattet und die Notwendigkeit für eine wärmende und vor dem Unbill der Witterung schützende Lammfelljacke besteht für Piloten nicht mehr. Gleichzeitig ist der schon damals als zeitlos attraktiv empfundene Schnitt und der hohe Tragekomfort unvergessen und gibt heute außerdem auch noch eine Meinung zur oft getragenen bunten Funktionsbekleidung aus Kunststofffasern ab.

Beispiele für Lammfelljacken

  • Aero Leathers: Familienbetrieb aus Schottland, der sich seit 1983 auf die Fertigung von edlen Lederjacken in Handarbeit spezialisiert hat.
  • Noble House: Deutscher Spezialist für die Reproduktion historischer Originaljacken.
  • USAAF Type D-1 Ground Crew Jacket: Eine leichte Schaffelljacke mit zwei Reißverschlusstaschen.
  • Fliegerjacke Battle of Britain: Lammfelljacke im Originalschnitt der legendären britischen Fliegerjacken mit vielen Details.

Weitere Aspekte der Motorradbekleidung

Protektoren

Ein Motorradanzug sollte Protektoren haben - am allerbesten an Schultern, Ellenbogen, Rücken, Hüften, Knien, Schienbeinen und Knöcheln. Wer einen Fahreranzug ohne solche Schutzpolster besitzt, der kann meist nachrüsten. Weil Sie nicht an der Sicherheit sparen sollten, sind Protektoren nach der europäischen CE-Norm 1621 empfehlenswert. Das garantiert, dass die Aufprallenergie auf eine größere Fläche verteilt wird und spitze Gegenstände nicht eindringen.

Die beste Lösung: Protektoren, die in Unterziehkleidung eingearbeitet sind. Rückenprotektoren, die vornehmlich beim Rutschen über den Asphalt schützen, sollten unbedingt auch die untere Wirbelsäule abdecken.

Unterwäsche

Bei der Unterwäsche für Motorradfahrer hat die Materialentwicklung eine fast unüberschaubare Vielfalt gebracht. Absolut winddicht und atmungsaktiv, zudem dauerhaft wasserabweisend, das wird von Herstellern für viele Faserkombinationen versprochen. Leichte und robuste Funktionswäsche ist wärmeregulierend und kann das ganze Jahr getragen werden.

Die Funktionsunterwäsche, die Arme und Beine vollständig bedecken sollte, fungiert bei einem Unfall als Textilschicht, an der das Obermaterial über die Haut gleiten kann, ohne sie zu verletzen. Daher trägt die Unterbekleidung wesentlich dazu bei, die gesundheitlichen Folgen eines Unfalls zu minimieren.

Weitere Zubehör

  • Sturmhaube: Schützt vor Wind und ist leichter zu reinigen als Helmpolster.
  • Nierengurt: Schützt den Nierenbereich vor Unterkühlung.
  • Nässeschutz: Notwendig für Touren bei Regen.
  • Strümpfe: Spezielle Strümpfe für Motorradfahrer sind gepolstert und regulieren Wärme und Feuchtigkeit.

Blackbird Kollektion

Nicht nur Biker sind begeistert von der neuen Blackbird Kollektion. Ob Lederjacke oder ein Modell aus Textil - setzten Sie auf die Qualität eines erfahrenen Herstellers und fühlen Sie sich rund um wohl in der Blackbird. Blackbird gibt es in unserem Shop sowohl für Damen als auch Herren. Probieren Sie beispielsweise die Blackbird Dakota mit Fellkragen. Das Modell aus Nubuk Leder ist so bequem und warm, wie sie aussieht. Oder soll es Textil sein? Dann empfehlen wir Ihnen die Blackbird Sahara Jacke. Die saisonunabhängige, leichte Motorradjacke ist für alle Bedingungen bestens gerüstet und verfügt über viele Besonderheiten. Stöbern Sie durch das Motoin Jackensortiment und finden Sie Ihr Lieblingsmodell von Blackbird.

Talismen 3in1 Adventure Anzug

Neben diesem Material zeichnet sich die Motorradbekleidung Talismen vor allem durch die neuen AirDraft Ventilationstaschen im Brustbereich aus. Die robusten Klick-Magnete und die blauen Reißverschlüsse geben der Jacke einen einzigartigen Look & Fell. Auf dem Rücken ist die Talismen Jacke ausgestattet mit einer großen AirBoost Belüftungsfläche. Der Talismen 3in1 Adventure Anzug ist ein absolutes Stretch-Highlight und besitzt sozusagen "elastische Superkräfte". Das technische Stretch-Material fühlt sich unglaublich gut an und schmiegt sich einwandfrei dem Körper an. Die Sympatex Membrane bietet Atmungsaktivität, Wasserdichtigkeit, Winddichtigkeit und dynamische Klimaregulierung auf höchstem Niveau. Zudem ist sie herausnehmbar und auch einzeln zu tragen. Neben der Sympatex Membrane besitzt die Jacke zudem noch eine herausnehmbare Steppjacke, die ebenfalls einzeln zu tragen ist. So ist für jedes Wetter die passende Kombination vorhanden und die Jacke ist der perfekte Begleiter für das ganze Jahr. Die Talismen Hose besitzt ebenfalls eine herausnehmbare Sympatex-Membrane und hat die gleichen Eigenschaften wie die Jacke, so dass das Rundum-Sorglos-Paket perfekt ist. Das herausnehmbare Thermofutter bietet Wärme an kalten Tagen und kann an wärmeren Tagen einfach entfernt werden.

STADLER® KG

Wir verstehen uns als kleine, aber feine Manufaktur für Motorradbekleidung der Extraklasse. Was uns von allen anderen unterscheidet? Höchste Qualitätsansprüche und außergewöhnlicher Service. Beides wird von unserem Team Tag für Tag mit viel Engagement und Leidenschaft in Produkte umgesetzt, die perfekt auf die Bedürfnisse der Fahrer abgestimmt sind. Egal, ob auf zwei Beinen oder zwei Rädern: Wir sind ständig in Bewegung.

„Das Motorradfahren ist schon immer ein Teil von uns. Was echte Abenteurer ausmacht? Sie sind stets auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen, verlassen sich dabei aber immer auf das Wesentliche: Instinkt und Erfahrung. Instinkt und Erfahrung sind auch genau die Eigenschaften, die uns seit 50 Jahren begleiten, wenn es darum geht, für neue Abenteuer perfekt (aus)gerüstet zu sein. 1971 ist es Johann Stadler, der mit der Fertigung von Leder- und Lamm-fellbekleidung beginnt, bevor wenige Jahre später auch das erste Motorradoutfit aus Leder entworfen wird. Und weil er als Nachkriegskind ganz selbstverständlich auf einem motorisierten Zweirad unter-wegs ist, weiß er ganz genau, was es braucht, um sich in seiner (zweiten) Haut so richtig wohl zu fühlen.

1971wurde die Firma von Johann Stadler gegründet. Vorerst wurde Leder- und Lammfellbekleidung im modischen Bereich gefertigt.

1975Die Produktionspallette wurde nun erstmals auch von Motorradbekleidung aus Leder ergänzt.

1990Eine zusätzliche Kollektion textiler Motorradbekleidung entsteht. Und ab 1991 erhält STADLER die GORE-TEX® Lizenz für den Bereich Behörden.

1996Mit Hans Jürgen Stadler steigt die zweite Generation mit ins Unternehmen ein.

2007Hans Jürgen Stadler übernimmt das Unternehmen. Die STADLER® KG wird zur GmbH. In Osteuropa wird eine eigene Produktionsstätte eingerichtet.

2013STADLER investiert 2,8 Millionen Euro in die Modernisierung und Vergrößerung seines Aidenbacher Werks. Inklusive Lagerflächen stehen damit nunmehr 4.500 Quadratmeter zur Verfügung.

Materialien von STADLER® KG

  • Rind-Oberleder 1,2 mm - 1,4 mm stark.
  • Wahlweise 100% Rind - Oberleder 1,2 mm - 1,4 mm oder 100% extrem Reiß- und abriebfestes Känguruleder, 1,0 mm - 1,2 mm stark und hydrophobiert für schnelle Trockeneigenschaften. Känguruleder ist bei einer Stärke von 1,0 mm 100% weiterreißfester und 130% abriebfester als Rindleder in einer Stärke von 1,4 mm.
  • Hydrophobiertes (sehr stark wasserabweisend und schnell trocknend) weiches Känguruleder, 1,0 mm - 1,2 mm stark. Känguruleder ist bei einer Stärke von 1,0 mm 100% weiterreißfester und 130% abriebfester als Rindleder in einer Stärke von 1,4 mm.

Ausstattung von STADLER® KG

  • Ergonomisch geformte SaS-Tec 3D CE Protektoren in Schulter, Ellbogen, Knie, Schienbein, Steiß (zertifiziert nach EN 1621-1:2014) und Rückenprotektor (zertifiziert nach EN 1621-2:2014), sowie großem 10mm Sas-Tec Protektor über Hüfte und Oberschenkelhals
  • Nur Pro Line: Zusätzlich mit Rippen und Schlüsselbeinaufpralldämpfer. -Brustaufpralldämpfer wahlweise € 50.- Aufpreis
  • Nur Pro Line: Alle Protektoren sind zusätzlich mit einem 2,3mm starken schnitt- und stichfestem Kevlarfilz überzogen.
  • Lederstretcheinsätze über dem Gesäß im Rücken und über den Knien.

Motorradbekleidung ist eine Investition in Ihre Sicherheit und Ihren Komfort. Wählen Sie die richtige Ausrüstung, um Ihre Fahrt in vollen Zügen genießen zu können.

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