Motorrad-Airbags im Test: Schutz für Biker

Im Pkw längst Usus, im Rennsport längst Pflicht: Elektronisch auslösende Motorrad-Airbags bieten blitzschnellen Schutz - schnell genug für Motorradfahrer? Mithilfe von ADAC-Experten fanden wir es heraus.

Entwicklung im Rennsport

Die ersten Prototypen dieser zusätzlichen Schutzschicht wurden im Rennsport entwickelt. Dainese legte vor: 2007 staunten Fans und Presse nicht schlecht, als gleich drei Vertragsfahrer des italienischen Bekleidungsherstellers beim Grand-Prix-Finale in Valencia mit einer Art Halskrause an den Start gingen. Der D-air Racing war geboren und zeigte sich sogleich in voller Pracht: Alle drei Fahrer stürzten, der weiße Luftsack löste aus und umschloss Kopf und Schulterbereich - wenn auch noch etwas komisch dimensioniert. Die Welt hat’s gesehen, elektronische Airbags für Motorradfahrer mussten her.

2011 kam das Rennsystem D-air Racing auf den Markt, 2014 zog Alpinestars mit dem Tech-Air nach, 2015 führte Dainese die erste autonome Airbagjacke für den Straßengebrauch ein - dann folgte ein Patentstreit der Italiener. Und nun? Fünf Jahre später sind es vier Konkurrenten: Die französische Firma In&Motion wurde 2014 gegründet und stattet nun verschiedene Hersteller aus, darunter die in dieser Geschichte behandelten Modelle von Held. 2019 stellte auch Helite auf der EICMA ein elektronisches System vor, nachdem der (ebenfalls französische) Hersteller bislang nur Systeme mit Reißleinen im Programm hatte.

Motorrad-Airbags im ADAC-Crashtest

Ist das der Durchbruch? Sind die Airbags von heute die Anschnallgurte von morgen? Ganz so einfach ist dies natürlich nicht zu beantworten. Zunächst ist da das grundsätzliche Problem, dass nahezu kein Motorradunfall dem anderen gleicht. Außerdem ist der Fahrer immer unmittelbarer Krafteinwirkung ausgesetzt, alles begleitet vom Faktor Geschwindigkeit: Je höher, desto schneller segelt der Fahrer vom Motorrad, desto weniger Zeit hat ein Airbag, um sich zu entfalten.

Dass dieser per se besser schützt als keiner, zeigten bisherige Einsätze und zahlreiche Rennunfälle zur Genüge. Entscheidend ist jedoch, wie schnell der Airbag auslöst, genauer: ob er vor dem Einschlag des Fahrers auslöst.

Das Team der ADAC Fahrzeugtechnik-Abteilung versorgte uns daher mit Daten und Material zu drei elektronischen Airbag-Systemen.

Der ADAC-Crashtest, dem sich drei der hier vorgestellten Modelle unterzogen, macht dieses Szenario in Zahlen deutlich. Die Unfall-Experten testeten mit einer geringen Geschwindigkeit von 50 km/h auf ein stehendes Auto, nach 120 Millisekunden berührte es der Dummy erstmals. Diese Zeitspanne galt es also zu unterbieten. Die Kandidaten schafften Zeiten um die 80 Millisekunden, genug für innerorts. Doch leider bedeutet dies auch, dass selbst die aktuellen elektronischen Systeme bei einem direkten Aufprall ohne Flugphase bei höherer Geschwindigkeit nicht schnell genug auslösen.

Klingt zunächst ernüchternd, sind wir doch selten mit nur 50 km/h unterwegs. Doch hier greift wieder das Thema der verschiedenen Unfallarten: Bei einem Highsider oder auch einem Lowsider mit längerer Rutschphase bleibt genug Zeit, der Aufprall erfolgt später, der Airbag schützt - so auch in der MotoGP. Sicher ist ein Airbag kein Garant, kein Freifahrtschein fürs Stürzen. In jedem Fall aber ein zusätzlicher Schutz. Erinnern Sie sich noch, als kaum einer einen Helm trug? Kaum mehr vorstellbar.

Gut Ding will Weile haben - das gilt fast immer und besonders für Sicherheitssysteme.

Nur 3 der 6 von uns getesteten Motorrad-Airbags wurden beim ADAC-Crashtest untersucht, da 3 weitere erst später auf den Markt kamen. Alle 3 Crash-Kandidaten sind etwa gleich schnell, die Schutzfläche von Alpinestars ist am größten, Dainese dafür am universellsten. Und Held hat mittlerweile, im März 2024, mit der eVest Pro an den Schultern nachgerüstet.

Die getesteten Airbag-Systeme im Detail

1. Platz im ADAC-Crashtest: Alpinestars Tech-Air Street

  • Anbieter: Alpinestars
  • Preis: 849,95 Euro
  • Farbe: Schwarz
  • Gewicht: 2,2 Kilogramm
  • Größen: S bis 3XL
  • Verwendung: nur in kompatibler Jacke
  • Batterielaufzeit (Herstellerangabe): 25 Stunden
  • Schutzbereich: Rücken, Brust, Schultern, Nieren, oberer Bauch
  • Ausstattung: Gurt zur Anpassung an Taille, Mesh-Gewebe, Rückenprotektor
  • Wiederinstandsetzung: Aufladung und Sicherheitscheck durch Händler bei Hersteller, empfohlene Wartung alle zwei Jahre
  • Kontrolle Betriebsbereitschaft: farbige LED am Jackenärmel
  • Connectivity: Tech-Air-Datenportal online, USB
  • Vorteile: kurze Interventionszeit, großer Schutzbereich der Airbagfläche, sogar bis über die Schultern hinaus, Betriebsanzeige am Ärmel gut ablesbar, hoher Tragekomfort, integrierter Rückenprotektor, informatives Analyseprogramm, gute Belüftung, einfache Inbetriebnahme
  • Nachteile: spürbar schwer, Einbau recht umständlich mit Klettpunkten und Verbindungskabel, Bedienungsanleitung teilweise unübersichtlich, kostenpflichtige und externe Wiederinstandsetzung, Airbag nur in Kombination mit kompatiblen Jacken verwendbar, Ein-/Ausschalter am Rücken klein und versteckt

Das Tech-Air-Street-System punktet mit einer großen Schutzfläche, funktioniert jedoch nur in einer kompatibler Jacke. Der Trend zum freien System ist klar erkennbar, Alpinestars zeigt es mit Tech-Air 5.

2. Platz im ADAC-Crashtest: Dainese Smart Jacket

  • Anbieter: Dainese
  • Preis: 599,95 Euro
  • Farbe: Schwarz
  • Gewicht: 1,8 Kilogramm
  • Größen: XS bis 2XL, Damen & Herren
  • Verwendung: über oder unter jeder Jacke mit 5 cm Platz, nur nach Registrierung
  • Batterielaufzeit (Herstellerangabe): 26 Stunden
  • Schutzbereich: Brustkorb, zentraler Rücken
  • Ausstattung: abriebfestes Material, Mesh-Gewebe, drei Taschen mit Reißverschluss, faltbar, Gurt zur Anpassung an der Taille, Reflektoren
  • Wiederinstandsetzung: Wiederinstandsetzung bei Händler oder Kundendienst, empfohlene Wartung nach drei Jahren
  • Kontrolle Betriebsbereitschaft: farbige LED an der Brust, Vibration
  • Connectivity: online, USB
  • Vorteile: Damen-Version erhältlich, abriebfest für Verwendung über Jacke, unabhängig von Jacke nutzbar, vereinfachte Anleitung online, schnelle Interventionszeit, einfache Handhabung, relativ leicht, faltbar, Transportsicherung an Aktivierungsknopf
  • Nachteile: Registrierung zwingend erforderlich, Schutzfläche im Vergleich kleiner, kein fester Rückenprotektor, Weste trägt besonders im Brustbereich auf, Luftdurchlässigkeit mäßig

Die Smart Jacket von Dainese punktet vor allem mit ihrem flexiblen Einsatzbereich und einigen Extras. Enttäuscht wird, wem seine Daten lieb sind: Ohne Online-Registrierung kann die Weste nicht benutzt werden.

3. Platz im ADAC-Crashtest: Held eVest

  • Anbieter: Held; System: In&Motion
  • Preis: 342,13 Euro Weste + 399 Euro (Kaufoption) oder 12 Euro pro Monat/120 Euro pro Jahr (Leasing), Track-Modus gegen Aufpreis
  • Farbe: Schwarz
  • Gewicht: 1,7 Kilogramm
  • Größen: S bis 3XL
  • Verwendung: unter jeder Jacke, nach Registrierung und kostenpflichtiger Aktivierung
  • Batterielaufzeit (Herstellerangabe): 20 Stunden
  • Schutzbereich: seitlicher Brust- und Rückenbereich
  • Ausstattung: Track-Modus gegen Aufpreis, verschiedene Kaufoptionen, Hartschalen-Rückenprotektor, Rippen- und Brustprotektor nachrüstbar, Mesh-Gewebe, Clip-in-Vorrichtung inklusive
  • Wiederinstandsetzung: Gaskartusche für circa 100 Euro kann vom Kunden selbst gewechselt werden, alle drei Jahre Upgrade auf neueste Steuereinheit bei Option "Revolution"
  • Kontrolle Betriebsbereitschaft: LED an Box am Rücken
  • Connectivity: WLAN, Bluetooth, USB
  • Vorteile: im Vergleich eher leicht, gute Konnektivität, Gaskartusche kann selbst gewechselt werden, verschiedene Kauf- und Leihoptionen, angenehmes, dünnes Obermaterial, unabhängig von Jacke nutzbar
  • Nachteile: Zusatzkosten treiben Gesamtpreis hoch, Betriebs- und Ladezustand sind nur an der Steuereinheit am Rücken oder in der App ablesbar, Klett am Kragen fängt Haare, Kragen kratzt leicht

Held hat mit der eVest genau richtig auf den Trend zur autonomen Weste reagiert. Flexibler nutzbar, gleiches Innenleben.

Hinweis vom März 2024: Mittlerweile rüstete Held sein Airbag-Angebot für MotorradfahrerInnen auf, und zwar mit der eVest Pro, die zudem mit Schulter-Airbags ausgestattet ist.

Weitere Airbag-Systeme (ohne Crash-Test)

Alpinestars Tech-Air 5

  • Anbieter: Alpinestars
  • Preis: 599,95 Euro
  • Farbe: Grau
  • Gewicht: 1,9 Kilogramm
  • Größen: XS bis 4XL
  • Verwendung: unter jeder Jacke, 4 cm Luft zwischen Airbag und Jacke
  • Batterielaufzeit (Herstellerangabe): 30 Stunden
  • Schutzbereich: Rücken, Brust, Schulter, Nieren, Bauch, Rippen
  • Ausstattung: Mesh-Gewebe, Luftgitter am Rücken, Rückenprotektor
  • Wiederinstandsetzung: Aufladung und Sicherheitscheck durch Tech-Air-Servicecenter, empfohlene Wartung bei Servicecenter oder Hersteller alle zwei Jahre oder nach 500 Betriebsstunden
  • Kontrolle Betriebsbereitschaft: farbige LED am vorderen Bund
  • Connectivity: App via Bluetooth, USB (zum Laden)
  • Vorteile: sehr großer Schutzbereich bis zu Oberarmen, unabhängig von Jacke nutzbar, großes Größenspektrum, einfache Handhabung und Inbetriebnahme, gute Belüftung, Smartphone-App und Bluetooth, guter Tragekomfort, trägt im Bauch-Bereich nicht auf
  • Nachteile: trägt am Rücken etwas auf, Ärmel rutschen beim Überziehen der Jacke leicht hoch, System geht an, sobald sich Reißverschluss (magnetisch) verbindet und Klett geschlossen ist - somit häufig aus Versehen, kein separater Ausschalter, Jacke muss in Bewegung sein, um aktiviert zu werden, keine automatische Aktivierung

Die neueste, nun flexibel nutzbare Airbagweste von Alpinestars ist günstiger, flexibler, leichter und hat einen noch größeren Schutzbereich. Etwas weniger Sensorik rechtfertigt den geringeren Preis.

Held eVest Clip-in

  • Anbieter: Held; System: In&Motion
  • Preis: 342,13 Euro Weste + 399 Euro (Kaufoption) oder 12 Euro pro Monat/120 Euro pro Jahr (Leasing), Track-Modus gegen Aufpreis
  • Farbe: Schwarz
  • Gewicht: 1,7 Kilogramm
  • Größen: S bis 2XL
  • Verwendung: in kompatibler Jacke, nach Registrierung und kostenpflichtiger Aktivierung
  • Batterielaufzeit (Herstellerangabe): 20 Stunden
  • Schutzbereich: seitlicher Brust- und Rückenbereich
  • Ausstattung: Track-Modus gegen Aufpreis, verschiedene Kaufoptionen, Hartschalen-Rückenprotektor, Rippen- und Brustprotektor nachrüstbar, Mesh-Gewebe
  • Wiederinstandsetzung: Gaskartusche für circa 100 Euro kann vom Kunden selbst gewechselt werden, alle drei Jahre Upgrade auf neueste Steuereinheit bei Option "Revolution"
  • Kontrolle Betriebsbereitschaft: LED an Box am Rücken
  • Connectivity: WLAN, Bluetooth, USB
  • Vorteile: kürzeste Interventionszeit, im Vergleich sehr leicht, gute Konnektivität, Gaskartusche kann selbst gewechselt werden, einfaches Einbauen in die Jacke, verschiedene Kauf- und Leihoptionen
  • Nachteile: Zusatzkosten treiben Gesamtpreis hoch, nur in kompatibler Jacke von Held verwendbar, Betriebs- und Ladezustand sind nur an der Steuereinheit am Rücken oder in der App ablesbar

Kundenfreundliches, schnelles System. Fluch und Segen: die kostenpflichtigen Kauf- und Leihoptionen.

Helite e-Turtle

  • Anbieter: Helite
  • Preis: 671,63 Euro, optionaler Gabelsensor 115,04 Euro
  • Farbe: Schwarz, farbig gegen Aufpreis
  • Gewicht: 1,8 Kilogramm
  • Größen: XS bis XL
  • Verwendung: über jeder Jacke, bei optionalem Gabelsensor nach Kopplung mit diesem
  • Batterielaufzeit (Herstellerangabe): 25 Stunden
  • Schutzbereich: Brust, seitlicher Bauch, Rücken, Steißbein, oberes Gesäß
  • Ausstattung: Sas-Tec-Rückenprotektor, optionaler Gabelsensor (kostenpflichtig), wasserdichte Brusttasche, Reflektoren, Mesh-Einsätze
  • Wiederinstandsetzung: Gaskartusche kann vom Kunden selbst gewechselt werden, Gabelsensor muss nach 5 Jahren erneuert werden
  • Kontrolle Betriebsbereitschaft: farbige LEDs im Brustbereich
  • Connectivity: keine, Koppelung mit Gabelsensor
  • Vorteile: großes Volumen, unabhängig von Jacke nutzbar, Weite mit drei Riemen verstellbar, einfache Handhabung, Gaskartusche kann selbst gewechselt werden, Schutzbereich weit über das Steißbein, optionaler Gabelsensor verbessert Aufprallerkennung
  • Nachteile: trägt auf, Schnallen können Tank verkratzen, seitlicher Schutz begrenzt, für aufrechte Sitzposition etwas lang, keine App, kein Programm für Systemupdates oder Analyse, Flatterneigung, wenig luftdurchlässig, daher im Sommer sehr schwitzig

Bereits bekannt von den Reißleinen-Modellen bleibt die Weste in ihren Grundzügen bestehen: einfache Handhabung, universell einsetzbar, selbstständige Instandsetzung. Willkommen im E-Game.

Interview mit Ruprecht Müller vom ADAC

Ruprecht Müller: "Ich werde mir eine Airbag-Weste anschaffen." Der 58-jährige Fahrzeugtechnik-Ingenieur ist bereits seit 30 Jahren Motorradexperte in der Abteilung Fahrzeugtechnik des ADAC. Seit 2012 befasst er sich mit dem Thema Motorrad-Airbags, wir haben ihn zum Thema befragt.

Wo liegt die Grenze des Airbag-Schutzes?

Wenn man sich die Highspeed-Aufnahmen ansieht, ist gut zu erkennen, dass bei einer Anprallgeschwindigkeit des Motorrads an ein Hindernis von circa 50 km/h nach 80 bis 90 Millisekunden der Airbag seine Schutzwirkung voll entfaltet haben muss, um bereits beim ersten Kontakt des Dummys die Anprallkräfte zu reduzieren. Diese Geschwindigkeit ist für diese Unfallkonstellation mit direktem Aufprall somit als Grenze zu sehen. Bei höheren Geschwindigkeiten und damit schnelleren Abläufen ist zu erwarten, dass der Schutz entsprechend weniger wirksam ist. Darauf weisen die meisten Hersteller in ihren Dokumentationen auch hin.

In der MotoGP ist ein Airbag längst Pflicht, hier aber werden Geschwindigkeiten bis über 300 km/h gefahren.

Die Entwicklung der Airbag-Systeme hat ja seinen Ursprung im Motorsport. Deswegen sind die dort verwendeten Systeme für den Betrieb auf Rennstrecken optimiert. Zusammen mit den hier vorhandenen meist großen Sturzräumen können die Airbags besonders bei den Alleinunfällen selbst bei sehr hohen Geschwindigkeiten ihre positive Wirkung entfalten - im Wortsinn.

Glauben Sie, dass dies erst der Anfang der Airbag-Entwicklung ist?

Die Komponenten und auch die Entwicklung der Systeme werden günstiger, der Wettbewerb kommt in Gang. Wir sind zuversichtlich, dass jetzt der Knoten aufgeht, die Nachfrage bei den Motorradfahrerinnen und -fahrern steigt. Erste Hinweise gibt es. Dessen ungeachtet müssen und werden die Erfahrungen aus den realen Unfallgeschehen in die Weiterentwicklung einfließen.

Wo sollten die Hersteller noch nachbessern?

Ein mittels Airbags schwer zu schützender Körperbereich ist sicher die Halswirbelsäule, da im Normalbetrieb die Beweglichkeit des Kopfes möglichst wenig eingeschränkt werden soll. Umso mehr sollten die vorhandenen Systeme auf diesen Bereich erweitert werden. Das ist sicher eine echte Herausforderung. Ein anderer Schutzbereich betrifft die Gesäßzone. Stumpfe, heftige Anstöße in Längsrichtung der Wirbelsäule können ebenso schwere, teilweise irreversible Schäden anrichten. Eine Reduzierung der Interventionszeit, also der Zeit bis zur Entfaltung des vollen Schutzes, ist natürlich auch anzustreben.

Weitere Airbag-Westen und -Jacken auf dem Markt

  • SPIDI NECK DPS Part - 249,9 Euro: Integrierter Airbag zum Schutz und Stabilisierung des Nacken.
  • RST GT Airbag Textiljacke - 399,99 Euro: Die günstigste Option eine Textiljacke mit integriertem Airbag System zu besitzen.
  • Helite Airnest - 449,00 Euro: Die günstigste Airbag Weste in dieser Übersicht.
  • Held Clip-in Air Weste - 449,49 Euro: Helds günstigstes Produkt mit Airbag-Technologie.
  • Helite Turtle 1 Weste - 499,00 Euro: Der Name ist Programm denn über dem Airbag legt sich noch ein Rückenprotektor.
  • RST Pro Series Adventure-X Airbag Textiljacke - 499,99 Euro: Abenteuer und Airbag kombiniert?
  • RST GT Airbag Lederjacke - 499,99 Euro: Coole Understatement-Optik trifft auf Airbag.
  • Helite Turtle 2 Veste - 560,- Euro: Sie stellt die Nachfolgerin der Turtle Weste dar und kommt mit einigen Verbesserungen.
  • SPIDI Air DPS - 599,9 Euro: Diese per Reißleine aktivierte Airbag-Weste umhüllt bei ihrer Auslösung Rumpf und Nacken des Fahrers.
  • Dainese Smart Jacket - 599,95 Euro: Diese für Männer und Frauen erhältliche Airbagweste kann unter oder über der Motorradkleidung getragen werden und benötigt keine Verbindung zum Motorrad.
  • Alpinestars Tech-Air 5 - circa 650,- Euro: Wie auch das Dainese Produkt verwendet diese Alpinestars Airbag Weste eine Sensorikeinheit.
  • Helite City Parker Scooter Jacke - 679,- Euro: Wie es der Name bereits vermuten lässt, eignet sich diese Airbag Jacke perfekt für den urbanen Bereich.
  • Helite Vented 2.0 - 689,- Euro: Diese gut durchlüftete Textiljacke eignet sich hervorragend für heiße Sommertage am Motorrad.
  • Helite Custom Lederweste - 689,- Euro: Sie hält was sie verspricht - diese ärmellose Lederweste verrät sich nur durch ihre Reißleine als Airbag-Weste.
  • Held Air Vest II Aufblasbare Protektoren Weste - 699,95 Euro: Verfügbar in schwarz und neongelb, lässt sich diese Airbag-Weste über der Motorradbekleidung tragen.
  • Alpinestars Tech-Air Street - circa,- 740 Euro: Alpinestars hat diese Airbag-Weste klar für den Straßeneinsatz konzipiert.
  • Helite GP-Air 2.0 - 740,- Euro: Diese schmale Airbag-Weste wurde für den Rennsport entwickelt.
  • Gimoto V-RACE 2.5 Vest - 747,- Euro: Auch diese Weste ist, wie es der Name bereits verrät, für den Rennstreckeneinsatz geeignet.
  • Helite Touring 2.0 - 749,- Euro: Die in schwarz oder weiß erhältliche Touring-Jacke bietet ein komplettes Rundum-Paket für Tourenfahrer.
  • Helite Roadster - 849,- Euro: Wer es klassisch mag, ist bei der Roadster Lederjacke genau richtig.
  • Helite XENA Damen - 849,- Euro: Ähnlich klassisch ist die XENA Damen Lederjacke, die sich ebenfalls nur durch ihre Reißleine verrät.
  • RST Race Dept V4.1 - 899,99 Euro: Der preisgünstigste Ledereinteiler in dieser Liste kommt von RST.
  • Alpinestars Tech-Air Race - circa 1060,- Euro: Elektronische Sensoren sorgen bei dieser Airbag Weste für die Auslösung.
  • Gimoto Route V-Race 1.6 - 1.119,- Euro: Diese schicke Lederjacke löst per Reißleine aus und verfügt über einen Airbag.
  • Held Carese APS GORE-TEX Tourenjacke - 1.199,- Euro: Mit dieser Jacke bietet Held einen Touren-Allrounder.
  • Dainese Racing 3 Leather - 1.199,95 Euro: Wie alle D-Air Produkte setzt auch diese sportliche Lederjacke auf eine Sensoreinheit.
  • Dainese Carve Master 2 D-Air Gore-Tex - 1.199,95 Euro: Wer jedoch mit seiner D-Air Jacke lieber auf Tour geht, ist bei dieser Gore-Tex Jacke genau richtig.
  • Gimoto GP Mugello V-Race 1.6 - 1.598,- Euro: Der zweite Ledereinteiler in dieser Liste stammt von Gimoto und wird per Reißleine ausgelöst.
  • Dainese Tuono D-Air Lederjacke - 1.599,95 Euro: Ob diese Jacke speziell für das Aprilia Modell entwickelt wurde, können wir nicht sagen, doch es lässt sich behaupten, dass sie mit ihren Ellbogenschleifern für die Rennstrecke konzipiert wurde.
  • Dainese Avro D-Air 2PCS Anzug - 1.699,95 Euro: Dieser Leder-Zweiteiler eignet sich perfekt für sportliche Straßenfahrer.
  • Gimoto V-Race 2.5 MAB - 2.099,- Euro: Der Preis dieses Leder Einteilers ist nur der Startpreis, denn diese Kombi kann noch individualisiert werden.
  • Gimoto Aragon Air - 2.165,- Euro: Bei diesem Rennleder bietet Gimoto die Wahl zwischen einer elektronischen und einer mechanischen (per Reißleine) Auslösung des Airbags.
  • Dainese Misano 2 - 2.199,95 Euro: Das D-air System der Dritten Generation ist voll in den Anzug integriert.
  • IXS RS800 mit Funkairbag - 2.200,- Euro: Auch IXS steigt in das Airbag Geschäft ein und bringt eine Neuerung auf den Markt: Funkauslösung.
  • Held Full-Speed APS - 2.599,- Euro: Mehr geht bei dem deutschen Hersteller nicht!
  • Dainese Mugello R - 3.999,95 Euro: Knapp 4.000 Euro muss man für dieses Rennleder auf den Tresen legen.

Tipps für Biker

  • Den eigenen Bedarf klären: Lieber eine Airbag-Weste über der vorhandenen Motorradschutzkleidung oder eine Airbag-Weste unter neu zu beschaffender Jacke?
  • Die Hersteller sehen meist zusätzlich zum Airbag-Schutz eine Ergänzung durch feste Protektoren vor.
  • Soweit möglich Bedienungsanleitungen der Produkte im Internet beschaffen und vorab studieren.
  • Eine ausgiebige Probefahrt mit der Airbag-Weste und der passenden Jacke durchführen.
  • Je nach Hersteller-Vorgabe: Produkt und Nutzer registrieren und System aktiv schalten (lassen).
  • Regelmäßiges und rechtzeitiges Laden des Akkus nicht vergessen, ggf. Powerbank für das Aufladen unterwegs mitnehmen.

Details zum ADAC-Crashtest

Der Schwerpunkt des Tests lag auf der Ermittlung der Interventionszeiten der verschiedenen Airbag-Systeme. Wichtig ist dabei, dass der Schutz noch vor Anprall des Dummys am Fahrzeug zur Verfügung steht, also schneller als ca. Die Auswertung der ADAC Unfallforschung zeigt, dass bei über 60 % der Motorradunfälle weitere Fahrzeuge beteiligt sind. Die Hälfte dieser Unfälle wird durch ein Fehlverhalten des Fahrzeugführers ausgelöst. Häufigster Fehler ist das Missachten der Vorfahrt.

Die Schutzwirkung der Kleidung wirkt im Geschwindigkeitsbereich bis ca. 50 km/h, daher wurde diese Innerorts-Unfallkonstellation gewählt.

Basierend auf ISO 13232

  • Klassifikation: 313
  • Geschwindigkeit Motorrad: 50 km/h
  • Geschwindigkeit Fahrzeug: 0 km/h
  • Anprallwinkel: 90°
  • Überdeckung: 100%
  • Motorrad: Suzuki Bandit GSF 600

Messwerte: Geschwindigkeit des Motorrades, optische Bestimmung der Interventionszeit des Airbags (Video-Auswertung)

Die drei Crashtests wurden mittels High-Speed-Kameras mit 1000 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet. Die Auswertung erfolgte beginnend mit der ersten Berührung fortlaufend in Schritten zu einer Millisekunde. Mit Hilfe eines Schlittengestells wurden Motorrad und Dummy positioniert und auf 50 km/h beschleunigt. Wenige Meter vor dem Kollisionspunkt wurde das vom ADAC eigens entwickelte Gestell abgebremst und das Motorrad fuhr die letzten Meter frei.

Ausgewählt wurden Motorrad-Airbag-Systeme für den Einsatz auf öffentlichen Straßen, die in kompatiblen Motorrad-Textil-Jacken getragen werden können. Von jedem Hersteller bzw. Anbieter wurde ein System ausgewählt. Der Motorradtyp Suzuki Bandit GSF 600 wurde als durchschnittliches und weit verbreitetes Modell gewählt.

Bei einem Unfall sind Airbag Westen in der Lage, Aufprallenergie zu absorbieren. So kann die Gefahr schwerer Verletzungen wirksam verringert werden. Natürlich sind nicht alle Produkte gleich gut. Achten Sie bei den herangezogenen Tests darauf, dass eine Kongruenz mit Ihrem Anforderungsprofil gegeben ist. Wenn es um den Schutz Ihres Lebens bei hoher Geschwindigkeit geht, können bereits Millisekunden entscheidend sein.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0