Kurvenfahren mit dem Motorrad erfordert Technik, Aufmerksamkeit und die Beachtung der Verkehrsregeln. Sicheres Fahren gelingt durch das Zusammenspiel mehrerer Fähigkeiten.
Die Ideallinie in der Kurve
Eines der zentralen Themen beim Motorradfahren ist die Ideallinie in Kurven. Die klassische Theorie klingt simpel: Bremsen Sie vor der Kurve, lösen Sie die Bremsen, steuern Sie den Scheitelpunkt an, beschleunigen Sie und weiten Sie die Linie wieder.
Je nach Fahrstil, Motorradtyp und Straßenverhältnissen gibt es Abweichungen, doch das Grundprinzip bleibt gleich. Auf Rennstrecken setzen Profis dies mit beeindruckender Aggressivität und Selbstvertrauen um. Auf der Straße ist Sicherheit unser vorrangiges Ziel, nicht Performance.
Die Realität auf öffentlichen Straßen
Doch die idealen Bedingungen, die wir uns wünschen, treffen auf öffentlichen Straßen fast nie gleichzeitig ein. Besonders die dritte Bedingung bereitet Probleme: Statt Auslaufzonen gibt es Leitplanken, Mauern, Bäume und Gegenverkehr. Das setzt uns enge Grenzen. Rennfahrerlinien sind hier unmöglich, selbst wenn wir in unserer Spur bleiben. Und diese Spur ist oft schmaler, als man denkt.
Betrachten wir das häufigste Szenario: eine zweispurige Straße. Wir können nicht die gesamte Spur nutzen, da wir stets genug Abstand zu beiden Seiten halten müssen. Wir sollten nicht zu nah am Fahrbahnrand fahren, denn dort sammeln sich oft Schmutz, Kies oder Erde, und manchmal ist der Belag beschädigt. Wir können nicht einfach auf die andere Seite unserer Spur ausweichen. Als ungeschützte Verkehrsteilnehmer riskieren wir bei jedem Fahrzeug - sei es ein Auto oder ein Lkw -, das auch nur leicht in unsere Spur gerät, einen Unfall. Selbst wenn wir im Recht sind, bleibt das Ergebnis unangenehm.
Zudem verlangen die Gesetze in den meisten Ländern, dass Motorradfahrer so nah wie möglich am Rand ihrer Spur fahren - rechts oder links, je nach Land. Wie bewegen wir uns also sicher auf der Straße?
Rechts- und Linkskurven
Rechts- und Linkskurven erfordern unterschiedliche Fahrweisen. Das Prinzip gilt ebenso für Linkskurven. Während wir zuvor darauf geachtet haben, die Mittellinie zu meiden - um die Verkehrsregeln einzuhalten und genügend Abstand zu Gegenverkehr zu halten -, sollten wir nun nicht bis an den Asphaltrand fahren. Auf der Straße bleibt wenig Spielraum für perfekte, theoretische Linien. Doch wir können das Beste aus den Gegebenheiten machen - mit dem Ziel, sicher und effektiv zu fahren.
Wichtige Tipps für sicheres Kurvenfahren
- Konzentration: Die Straße birgt Gefahren und Hindernisse. Bleiben Sie stets aufmerksam, behalten Sie Ihr Motorrad und die Umgebung im Blick. Lassen Sie sich nicht ablenken.
- Voraussicht: Erkennen Sie Hindernisse frühzeitig - etwa Fußgänger, Radfahrer in Kurven oder Autos mit riskanten Manövern. Seien Sie vorbereitet, um Unfälle zu vermeiden.
Am Ende führt alles zurück zur Konzentration.
Fahrtechnik und Manöver
Manöver sollten fließend und kontrolliert ablaufen, mit sanften, präzisen Bewegungen an Lenker, Bremsen und Gas. Vermeiden Sie ruckartiges Lenken, abruptes Beschleunigen und scharfes Bremsen. Zudem ist es entscheidend, die Qualität des Asphalts richtig einzuschätzen, da die Haftung von Kurve zu Kurve variieren kann. In diesem Zusammenhang sind die Reifen Ihr wichtigstes Sicherheitsnetz.
Ein Tipp: Seien Sie mutig, vor allem als Anfänger. Lassen Sie die Gruppe ruhig vorausfahren und ignorieren Sie spöttische Bemerkungen. Lernen Sie in Ihrem Tempo: Hektik bringt nichts, sie führt nur zu Fehlern. Ein eleganter, sicherer Fahrstil entsteht nicht über Nacht, sondern braucht Zeit.
Kurventechnik für Kehren, Serpentinen und Spitzkehren
Inspiriert durch die vielen Videos im Internet, wie einige Motorradfahrer in den engen Kurven und Spitzkehren am Stilfserjoch, oft durch kleine Fehler im Handling, umfallen, will ich mich hier auch einmal dem Thema Kurvenfahren in Kehren und Spitzkehren widmen und Euch hoffentlich einige hilfreiche Tipps geben. Ich bin sicher nicht der perfekte Kurvenfahrer, aber ich komme die Alpenpässe so halbwegs hoch und runter und bin laufend am Üben und am Verbessern meiner Kurventechnik.
Blickführung und Fahrstile
Guckst Du scheiße, fährst du scheiße! Diesen Spruch haben wir wohl alle schon gehört und er drückt sehr direkt aus, wie wichtig eine gute Blickführung beim Kurvenfahren ist. Fahrstile LEGEN, DRÜCKEN und HANG-OFF sind bei uns in Europa bekannt, wobei Hang-off, meiner Meinung nach, nur auf die Rennstrecke gehört. Natürlich gibt es immer wieder Motorradfahrer, die die öffentlichen Straßen mit einer Rennstrecke verwechseln und geeignete Kurven zum Knieschleifen mehrmals wiederholt fahren. Was dies der gesamten Motorradgemeinschaft einbringt haben wir ja gesehen, DB-Beschränkungen, Streckensperrungen usw..
Hinterschneiden von Rechtskurven bringt uns sicherer um die Kurve und man kommt am Kurvenausgang dem Gegenverkehr nicht zu nahe. Doch gibt es auch hier einige Dinge zu beachten und es macht einen Unterschied wie ich die Kurve fahre, ob sie einsehbar ist oder nicht.
Moto Gymkhana
In den letzten Jahren hört und liest man immer mehr von MOTO GYMKHANA, wo sich auch bei uns in Europa immer mehr Clubs gründen. Ein Motorsport, der ein perfektes Handling des Motorrades in engsten Radien voraussetzt um einen Hütchen-Parcours in der schnellst möglichen Zeit zu fahren. Den Fahrstil der "Hütchen-Flitzer" kann man perfekt durch die engen Spitzkehren anwenden.
Reifendruck und Reifen
Richtige Reifendruck, hier gibt es klare Angaben vom Hersteller, denn oft machen 0,2 bis 0,3 bar mehr oder weniger schon einiges aus. Bei zu wenig Luftdruck fängt der Reifen an zu schwimmen und die Kurvenfahrt wird unsicher, bei zu viel Luftdruck kann sich der Reifen nicht richtig mit dem Asphalt verzahnen und man rutscht leichter weg. Der Motorradreifen darf auch nicht zu alt sein, da mit den Jahren die Gummimischung zu hart wird und dadurch kein richtiger Grip mehr entstehen kann. Die ersten Kilometer sollte man die Reifen auch etwas warm fahren, bevor man sich damit in stärkere Schräglagen begibt.
Gewichtsverteilung
Wird oft vergessen! und nicht einseitig verteilt ist, denn das macht sich dann beim Kurvenfahren gleich bemerkbar. Das Topcase möglichst mit leichteren Sachen befüllen und auch nicht noch etwas Schweres auf das Gitter vom Topcase packen. Je höher aufgepackt wird, um so schlechter ist das Fahrverhalten und die Stabilität des Motorrades bei engen Kurven und Spitzkehren.
Ausrüstung und Konzentration
Fahrtechnik laufend perfektionieren. Dass dabei eine richtige Motorradbekleidung sehr sinnvoll ist, steht wohl außer Frage. Ein Fahrvergnügen in T-Shirt und kurzer Hose ist nur so lange angenehm, bis man in einer Kurve wegrutscht. Beim Motorradfahren ist ein freier Kopf ganz wichtig, damit man sich voll darauf konzentrieren kann. Atemübungen. 4 bis 6 mal durch die Nase bis in den Bauch einatmen, die Luft ein wenig anhalten und dann die ganze Luft durch den Mund ausatmen. Vorsicht, nicht zu oft, sonst wird einem schwindelig. die Kurven in normalem Tempo nach Schule fahren, damit man das richtige Gefühl bekommt, und dabei werden auch die Reifen aufgewärmt. Ihr kennt das sicher auch, wenn auf einmal keine Kurve mehr so richtig läuft. Tipp! Kurven nach Schule fahren und der Flow kommt wieder.
Übungen und Blicktechnik
Achterfahren wieder an das Motorrad, Handling und Kurvenfahren gewöhnt. Achterfahren, der heilige Krahl des Motorradfahrens, wie es Nils von 1000Ps nennt. Warum Ihr die Hinterbremse bei engen Kurven und Spitzkehren einsetzen sollt. Blicktechnik beachten!!! Probiert es anfangs ohne Fixpunkte, dann seid Ihr flexibler in der Kurvenführung. Hier seht Ihr die richtige Blickführung. Als Fixpunkte Tennisballhälften auslegen. nicht dahin, wohin du fährst, sondern dahin, wohin du fahren willst!!! Du fährst immer dahin, wohin Du schaust. Also bei der Kurvenfahrt Blick weg vom Gegenverkehr, sondern dahin schauen, wohin Ihr fahren wollt!!!
Verhalten bei Gegenverkehr
Wenn die Kurve einsehbar ist, immer schauen, ob größere Fahrzeuge, wie Bus oder LKW entgegenkommen, denn bei engen Kehren brauchen diese die ganze Fahrbreite. Bleibt dann weit genug vor der Kurve stehen, damit diese Fahrzeuge Platz zum Ausholen haben. Die Linkskurve wird im äußeren Drittel angefahren, als Anhaltspunkt könnt Ihr die Fahrspur vom rechten Reifen bei einem Auto nehmen.
Weitere Tipps und Techniken
- Blickführung auf der Straße: Weg vom Neandertalblick! Blickführung ist auch bei anderen Sportarten sehr wichtig. Trotz Schräglage den Kopf gerade halten bei der Blickführung! Die richtige Blickführung ist die Essenz des Motorradfahrens!
- Kurven hinterschneiden: die sichere Fahrlinie. Versucht bei der Ausfahrt der Rechtskurve möglichst noch weiter an den rechten Fahrbahnrand zu kommen, dann seid Ihr weiter weg vom Gegenverkehr. Auch wenn kein Verkehr ist, fahrt die Kurven immer so sauber wie möglich, denn dann könnt Ihr es auch, wenn euch etwas Größeres entgegenkommt. Seht es einfach immer als Übung.
- Wie fahre ich die Linkskurve: Passt die Geschwindigkeit immer vor der Kurve an! Ein leichter Druck auf die Hinterradbremse stabilisiert das Motorrad! Bleibt dann weit genug vor der Kurve stehen, damit diese Fahrzeuge Platz zum Ausholen haben. Sie werden es Euch danken.
- Wie fahre ich die Rechtskurve: Auch hier gilt, die Geschwindigkeit immer vor der Kurve anpassen! Bei einsehbaren engen Kurven geht der Blick immer zuerst nach oben, ob größere Fahrzeuge entgegenkommen und man genug Platz zum Hinterschneiden hat. Schaut nicht in den Gegenverkehr, sonst zieht es Euch ganz automatisch Richtung Gegenfahrbahn, schaut dahin, wohin Ihr fahren wollt!
Die richtige Kurvenlinie
Es ist wie verhext: Eigentlich, weiß doch jeder, dass eine Kollision mit dem Gegenverkehr einem ziemlich den Tag versauen kann. Und dann bietet sich immer wieder das gleiche Bild auf kurvigen Strecken: 9 von 10 Motorrädern kommen einem in den Rechtskurven beim Begegnen gefährlich nahe. Dabei schneiden sie ihre Linkskurve noch nicht einmal richtig, sondern fahren einfach nur mit den Reifen nahe am Mittelstrich oder an der Fahrbahnmitte. Versuche ich dann selbst, meine Rechtskurve richtig anzufahren, nämlich von außen, kann es eng werden.
Will ich deren Kopf nicht an meiner Gabel kleben haben, bleibt nur, nach rechts wegzuziehen. Das fällt mir nicht schwer, stört allenfalls den Fahrfluss. Das entgegenkommende Motorrad ist da schlechter dran: Wer zu weit innen war, sprich die Kurve geschnitten hat, kann nur "aufmachen", das heißt, seine Fahrlinie in Richtung Kurvenaußenrand verlassen.
Tempo und Fahrkönnen
Hat vorher das Tempo zu der flachen Linie gepasst, wird es beim nun nötigen Wiedereinlenken in den Kurvenradius richtig eng. Kommt einem in der Situation dann nicht ein schmales Motorrad entgegen, sondern ein Pkw oder gar ein Bus - wie im Bild unten -, kann die Sache ganz schnell schiefgehen. Denken Sie doch mal an die letzten Ausfahrten: Wie oft passiert es, dass Sie bei Gegenverkehr in Linkskurven einen Schlenker drumherum machen müssen?
Wer Linkskurven nicht weit genug rechts anfährt, wird später gesehen, sieht später den Kurvenausgang und läuft Gefahr, mit unerwartetem Gegenverkehr zu kollidieren. Die wenigsten Motorradfahrer rutschen wegen einer tatsächlich für die Kurve zu hohen Geschwindigkeit aus der Kurve. Eher geht es geradeaus in den Graben. Meist passt einfach das Tempo nicht zum Fahrkönnen.
Blickführung und Lenkimpuls
Ganz wichtig dabei: Der Blick darf nicht nur vor dem Vorderrad auf der Straße oder gar am Straßenrand kleben, sondern sollte immer wieder weit Richtung Kurvenausgang gehen. So kann ich mich von meinem Blick regelrecht durch die Kurve ziehen lassen. Zum Einleiten der Kurve brauchen wir den Lenkimpuls, also das mehr oder weniger kräftige Nach-vorne-Schieben des kurveninneren Lenkerendes. Es wird gerne auch als Drücken bezeichnet, wichtig ist jedenfalls, dass dabei Bewegung im Lenkkopf zu sehen und zu spüren ist. Und ja, dabei wird kurz in die "falsche Richtung" gelenkt, das ist nun mal Physik. Man hat allerdings mit dieser Lenktechnik das Motorrad stets zielgenau unter Kontrolle.
Schräglage und Linienwahl
Als Nächstes sollte konsequent Schräglage trainiert werden. Nur wer die mögliche Schräglage kennt und sich traut, sie auszunutzen, kann sicher um Kurven fahren, wird nicht aus Angst vor Schräglage geradeaus ins Verderben rauschen. Weil zu viele Leute die falsche Linie wählen, haben Unfallforscher in Österreich diese Markierungen entwickelt, die oben im Bild zu sehen sind. Der Sinn: genügend Abstand zum Gegenverkehr. Die Räder des Motorrades sollten dort rollen, wo die kurvenäußeren Räder eines Autos rollen würden. Das gilt vor allem in Linkskurven, eingeschränkt aber auch in Rechtskurven.
Warum? Weil wir weiter schauen können, früher sehen, wie es weitergeht und ob frei ist, und so früher ans Gas können. Dort nämlich beginnen in den Zeichnungen (siehe Bildergalerie und Zeichnung unterhalb dieses Absatzes) stets die grünen Linien. Selbstverständlich kann ich mit passendem Tempo auch ohne Bremsen konstant durch die Kurven schwingen. Das ist sogar eine wunderbare Übung für den Kurvenalltag und nebenbei sehr entspannend, zugleich wird klar, ob Linie und Tempo wirklich passen.
Keine Ideallinie wie auf der Rennstrecke
Wir wechseln also ständig von der einen auf die andere Seite unseres Fahrstreifens. Man sollte sich diese Linie konsequent angewöhnen, auch wenn es gerade nicht nötig erscheint. Lediglich Störungen in der Fahrbahnbeschaffenheit sollte einen davon kurz abbringen, wenn also Stellen mit mangelndem Grip umfahren werden müssen. Auch bei Regen sollte von der Sicherheitslinie nicht abgewichen werden, stattdessen sollte man lieber einfach etwas langsamer fahren.
Wir wissen einfach nicht, was als Nächstes kommt. Ich darf daher nicht die Ideallinie suchen wie auf der Rennstrecke, die möglichst flach die komplette Fahrbahn völlig ausnutzt, um möglichst schnell zu sein. Sondern muss so fahren, dass ich möglichst früh viel sehe und mit allem rechne.
Kurvenfahren - die richtige Technik
Kurvige Strecken sind das Lieblingsterrain vieler Biker. Für optimalen Fahrspaß ist die richtige Technik und das passende Tempo wichtig. Andernfalls fliegen Sie aus der Biegung. Unangepasste Geschwindigkeit in der Kurve verursacht laut ADAC jeden fünften Motorradunfall.
Physik des Kurvenfahrens
Beim Kurvenfahren mit dem Motorrad wirken ganz andere Kräfte als auf gerader Strecke. In der Biegung entsteht eine Querbeschleunigung - die sogenannte Fliehkraft, oder Zentrifugalkraft. Diese drängt Sie zur äußeren Seite der Fahrbahn. Zusammen mit der Erdanziehungskraft entsteht aus der Fliehkraft die sogenannte resultierende Kraft. Sie wirft Ihr Bike um, wenn Sie nicht mit Schräglage entgegensteuern. Der Scheitelpunkt einer Kurve ist die Stelle, an der die Strecke am stärksten gekrümmt ist.
Die vier Phasen beim Kurvenfahren
Wer mit dem Motorrad Kurven richtig fahren möchte, sollte den Ablauf in der Straßenkrümmung perfekt verinnerlichen. Wenn Sie sich einer Kurve nähern, müssen Sie die richtige Geschwindigkeit für die kurze Strecke in der Biegung wählen. Wenden Sie die sogenannte Blicktechnik an, wenn Sie mit dem Motorrad in die Kurve fahren: Beim Einlenken richten Sie Ihren Blick auf den Ausgang der Biegung. Drücken Sie stärker am Lenker-Ende, das zum Inneren Rand der Kurve zeigt - handelt es sich um eine Rechtsbiegung, pressen Sie also rechts. Ihre Reifen sind nun in der Lage, hohe Seitenkräfte zu übertragen und ermöglichen so eine starke Schräglage.
Sobald Sie das Ende der Kurve sehen, beschleunigen Sie nur sanft, damit Ihr Vorderreifen weiterhin mit ausreichendem Druck auf der Straße haftet und das Hinterrad nicht driftet.
Kurventechniken
Die zwei meistgenutzten Techniken, mit der Biker Biegungen bewältigen, sind das sogenannte Drücken und Legen. Bei Rennen kommt außerdem das Hängen hinzu. Bei diesem Kurventechnik-Klassiker bilden Fahrer und Maschine eine Linie in Schräglage. Dabei hat Ihr Knie festen Kontakt zum Motorrad, das kurveninnere Knie ist um etwa 2 Zentimeter in Fahrtrichtung versetzt. Dieser Fahrstil ist für alle Arten von Kurven und jedes Tempo geeignet. Besonders bei unübersichtlichen oder engen Kurven, in denen Sie langsam Motorrad fahren müssen, ist diese Technik sinnvoll. Dabei bleiben Sie fast aufrecht, drücken das Bike zum Inneren der Kurve und von sich weg. So können Sie besonders schnell die Richtung wechseln.
Die Methode stammt aus dem Rennsport. Bei dieser Technik verlagern Sie Ihren Schwerpunkt weit nach innen, indem Sie sich zur Kurvenmitte hängen lassen und dabei das kurveninnere Knie abspreizen. Für diese Methode, Kurven mit dem Motorrad zu fahren, ist Üben Pflicht. Außerdem kostet sie Sie viel Kraft und der Biker muss den Streckenverlauf sehr gut kennen.
Spitzkehren
Gerade auf Gebirgsstrecken und Passstraßen finden sie sich häufig: Spitzkehren, manchmal wegen ihrer Form auch als Haarnadelkurven genannt. Achten Sie vor Fahrantritt darauf, dass Sie Gepäck und anderes Gewicht gleichmäßig über das Bike verteilen und schwerere Gepäckstücke möglichst tief verpacken - Sie wollen ja nicht umkippen und einen möglichst tiefen Schwerpunkt haben. Vor Spitzkehren müssen Sie Ihre Geschwindigkeit noch stärker reduzieren als bei anderen Straßenbiegungen.
ABS und Regen
Sie fahren ein Motorrad mit Antiblockiersystem (ABS). Seit 2017 ist ein ABS beim Motorrad gesetzlich vorgeschrieben. Bei Regen Motorrad zu fahren, macht nicht wirklich Spaß - lässt sich aber manchmal nicht vermeiden. Wenn Sie im Regen mit dem Motorrad Kurven fahren müssen, ist defensives Verhalten das oberste Gebot. Das heißt: Nur wenig Gas geben oder bremsen und immer sanft in die Kurve einlenken. Verfügt ihr Bike über wählbare Fahr-Modi, wählen Sie konservativste Einstellung mit flachem Drehmoment- und Leistungsverlauf aus. Suchen Sie bei starkem Regen lieber einen Parkplatz auf oder stellen Sie sich unter eine Brücke. Vor allem bei Gewitter gilt: Nichts wie runter von der Straße und weg vom Bike.
Fahrtraining und Körperhaltung
Die wichtigsten Tipps für die Straßenbiegung haben wir oben im Ratgeber für Sie zusammengefasst. Vorausschauendes Fahren ist dabei ein zentrales Element. Wenn es an die Praxis geht, hilft ein Fahrtraining zum Kurvenfahren mit dem Motorrad. Dabei verlieren Sie auch die Angst vor starken Schräglagen. Das liegt an den verschiedenen physikalischen Kräften in der Straßenbiegung. Mit Ihrer eigenen Körperhaltung beeinflussen Sie beim Kurvenfahren mit dem Motorrad deren Wirkung.
Weitere Tipps für besseres Motorradfahren
Jeder Biker möchte nicht nur unbeschwert Motorrad fahren, sondern dabei auch noch gesund und unversehrt sein Ziel erreichen. Entwickeln Sie persönliche Strategien, um besser Motorrad zu fahren. Dabei helfen die Fahrtipps der ADAC Experten.
Körperliche Fitness und Technik
Halten Sie sich körperlich mit Sportarten fit, die Ausdauer und Schnelligkeit trainieren. Dann sind auch lange Ausfahrten kein Problem. Je nach Wetter und Fahrweise: gesund und ausgewogen essen, viel trinken (Mineralwasser, Saftschorlen). Die Technik des Motorrads muss zu 100 Prozent funktionieren: Bremsanlage, Reifen, Feder-Dämpfer-Elemente, Fahrwerklager (Schwingen-, Lenkkopf-, Radlager), Beleuchtungsanlage, Antrieb (z.B. Kette) und Motor sollten in optimalem Zustand sein. Stellen Sie alle Bedienelemente passend ein, dazu zählen Hand- und Fußhebel, Lenker und ggf. Sitzbankhöhe.
Ausrüstung und Aufwärmen
Testen Sie zu Beginn jeder Fahrt die Bremsen. Dies gilt besonders nach längerer Standpause der Maschine. Beseitigen Sie eventuelle Mängel sofort. Achten Sie darauf, dass das Abblendlicht beim Fahren immer brennt! Motorradfahren ist Sport, und Sport braucht eine Aufwärmphase. Fahren Sie sich und das Motorrad deshalb zu jedem Fahrtbeginn "warm". Je seltener Sie fahren, desto länger dauert diese Warmlaufphase.
Konzentration und Sitzhaltung
Wenn Sie Motorrad fahren, fahren Sie nur Motorrad. Lassen Sie keine Ablenkungen und Störungen zu. Zum Fotografieren, Programmieren des Navigationssystems oder fürs Studium der Landkarte halten Sie an einem sicheren Platz. Achten Sie auf eine entspannte und gesammelte Sitzhaltung, besonders wenn es zur Sache geht. Die Füße bleiben (möglichst) immer auf den Fußrasten. Wer entspannt eine gute Verbindung zu seinem Untersatz hat, muss sich bei schneller Reaktion nicht erst sortieren, um das Beste aus der Situation herauszuholen.
Bremsen und Kurvenfahren
Überwinden Sie die Angst vor dem Bremsen, trainieren Sie es bis zum Maximum. Eine Voll- oder Notbremsung mit dem Motorrad in einer kritischen Verkehrssituation gehört zu den schwierigsten Aufgaben, die beim ersten Versuch perfekt gelingen muss. Deswegen kann das Bremsen auch aus hohen Geschwindigkeiten nicht häufig genug geübt werden. Trainieren Sie die spezielle Blickführung für Kurvenfahrt: Einlenkpunkt, Scheitelpunkt, Kurvenausgang, weiterer Straßenverlauf. Trainieren Sie den schnellen und ausgeprägten Schräglagenwechsel. Trainieren Sie deshalb das Zusammenspiel von Gas, Kupplung, Vorderrad- und Hinterradbremse bei zügiger Kurvenfahrt und in Schräglage.
Anfängerfehler und wie man sie vermeidet
Natürlich träumen viele Anfänger auf dem Motorrad von einem fehlerfreien Start ins neue Hobby. Wer will nicht einfach aufsteigen, seine Maschine perfekt beherrschen und mit bester Haltung die Kurven nehmen, um ein anerkennendes Kompliment von erfahreneren Bikern zu hören? Wenn ihr wie ein Profi im Sattel sitzen wollt, hilft vor allem eins: viel Übung und Routine! In diesem Artikel sind die acht häufigsten Anfängerfehler zusammengestellt sowie Tipps, wie ihr sie vermeiden könnt.
- Kurvengeschwindigkeit nicht korrekt anpassen
- Fahrtlinie und Blickführung nicht optimal wählen
- Nicht auf die Gegenfahrbahn geraten
- Geschwindigkeit anpassen und gleichmäßig abbremsen
Sicherheit und Ausrüstung
Kein verantwortungsvoller Biker würde ohne seine robuste Motorradkombi aufs Motorrad steigen - auch nicht im Sommer. So mancher Anfänger scheint seine Maschine oder sein Können jedoch zu überschätzen. Man hat sie schon gesehen: Neulinge mit kurzen Shorts, T-Shirts oder sogar Flip-Flops auf der schweren Maschine. Egal, wie kurz die Routine ist oder wie sehr die Sonne euch zum Schwitzen bringt: tragt feste Motorradschuhe oder Motorradstiefel sowie passende Motorradkleidung. Zu empfehlen ist entweder eine Kombi oder eine Motorradjacke in Kombination mit einer langen Motorradhose. Selbstverständlich gehört zu jeder Ausfahrt ein Motorradhelm, egal ob einem Jethelm, Klapphelm oder Motocrosshelm auf den Kopf, der vor Stürzen schützt. Denkt immer daran: Motorrad Sicherheit geht vor!
Weitere Fehler und Tipps
- Motorrad nicht rangieren können
- Falscher Winkel und Balanceverlust vermeiden
- Blinker vergessen oder nicht ausschalten
- Korrekte Blinken angewöhnen
- Fahrkönnen überschätzen
- Erfahrungen in der Fahrpraxis sammeln
- Verkrampfte Körperhaltung
- Lockere und bequeme Sitzposition einnehmen
- Fahren mit Beifahrer nicht üben
- Kreisverkehr als Übung nutzen
Schlusswort
Nach dem Training ist vor dem Training. In der Fahrschule habt ihr die Regeln für den Straßenverkehr verinnerlicht und erste Praxiserfahrungen auf dem Motorrad sammeln können, nun geht es darum, Erfahrungen zu sammeln. Absolviert regelmäßig ein Motorrad-Fahrsicherheitstraining. Bei einem neuen Motorradrad macht ihr euch vor der Fahrt genau mit den Bedienelementen vertraut. Kurvenfahren soll ja das Schönste für Biker sein.
| Thema | Beschreibung |
|---|---|
| Blickführung | Wichtig für die Kurvenfahrt, Blickrichtung bestimmt die Fahrtrichtung. |
| Fahrstil | Legen, Drücken, Hang-Off (hauptsächlich Rennstrecke). |
| Reifendruck | Herstellerangaben beachten, zu wenig/viel Druck beeinflusst die Stabilität. |
| Gewichtsverteilung | Gleichmäßig verteilen, Topcase nicht zu schwer beladen. |
| Konzentration | Hohe Konzentration auf Straße und Verkehr ist entscheidend. |
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