Motorradtransportanhänger im Test: Alles, was Sie wissen müssen

Ein Motorradanhänger kann eine feine Sache sein, um Ihr Motorrad sicher und bequem zu transportieren. Ob für den Weg zur Rennstrecke, zum Urlaubsort oder einfach nur, um das Motorrad platzsparend zu verstauen - es gibt viele verschiedene Modelle und Optionen auf dem Markt. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Motorradanhänger, einschließlich verschiedener Arten, Vor- und Nachteile, Kosten und wichtiger Überlegungen für eine sichere Fahrt.

Die Vorteile eines Motorradanhängers

  • Komfort und Bequemlichkeit: Vermeiden Sie lange und anstrengende Fahrten auf dem Motorrad, insbesondere auf Autobahnen.
  • Schutz des Motorrads: Ein geschlossener Anhänger schützt Ihr Motorrad vor Witterungseinflüssen, Schmutz und Diebstahl.
  • Zusätzlicher Stauraum: Nutzen Sie den Anhänger für den Transport von Gepäck und Ausrüstung.
  • Flexibilität: Transportieren Sie mehrere Motorräder oder nutzen Sie den Anhänger auch für andere Transportaufgaben.

Verschiedene Arten von Motorradanhängern

Der Markt bietet eine breite Auswahl an Spezialanhängern für den Motorradtransport. Hier ein Überblick über die gängigsten Typen:

  • Offene Motorradanhänger: Dies ist die einfachste und preisgünstigste Lösung. Der Aufbau besteht meist nur aus einer Ladefläche mit Schiene(n) und einer Auffahrrampe. Offene Anhänger sind leicht, gut zu handhaben und ideal für den gelegentlichen Transport bei trockenem Wetter. Sie bieten für die Bikes jedoch keinen Schutz vor Schmutz, Regen oder Diebstahl.
  • Klappbare oder kompakte Motorradanhänger: Klappbare Motorradanhänger lassen sich nach dem Gebrauch platzsparend zusammenfalten oder demontieren. Sie sind also besonders für Nutzer:innen mit begrenztem Stauraum in Garage oder Carport geeignet. Der Aufbau ist meist leicht und für ein einzelnes, eher leichtes Motorrad ausgelegt.
  • Absenkbare Motorradanhänger: Absenkbare Varianten verfügen über eine Plattform, die sich mechanisch oder elektrisch absenken lässt. Das erleichtert das Be- und Entladen, insbesondere bei schweren Motorrädern oder bei fehlender Auffahrrampe. Sie sind meist teurer und schwerer als Standardmodelle, bieten dafür aber einen höheren Komfort.
  • Querstehende Motorradanhänger: Bei diesen Modellen wird das Motorrad quer zur Fahrtrichtung verladen. Das spart erheblich Platz in der Länge und eignet sich besonders für enge Stellplätze, Garagen oder den Transport hinter kompakten Zugfahrzeugen. Wichtig ist hier eine stabile Fixierung an beiden Radachsen sowie geeignete Quertraversen zur Ladungssicherung.
  • Geschlossene Motorradanhänger: Geschlossene Motorradanhänger schützen das Motorrad vor Diebstahl, Witterung und Schmutz. Der Aufbau besteht aus festen Seitenwänden, Dach und verschließbaren Türen. Geschlossene Anhänger empfehlen sich für wertvolle Fahrzeuge, lange Transportstrecken oder den ganzjährigen Einsatz.

Wichtige Kriterien bei der Auswahl eines Motorradanhängers

Bei der Auswahl des richtigen Motorradanhängers sollten Sie folgende Kriterien berücksichtigen:

  • Größe und Gewicht: Die Größe des Anhängers sollte ausreichend sein, um Ihr/e Motorrad/er sicher zu transportieren. Achten Sie auf das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers und die Anhängelast Ihres Zugfahrzeugs.
  • Tragfähigkeit: Die Tragfähigkeit des Anhängers muss ausreichend sein, um das Gewicht Ihres/r Motorrads/er zu tragen.
  • Ladefläche: Die Ladefläche sollte eben und rutschfest sein. Standschienen oder Wippen erleichtern das Verladen und Sichern des Motorrads.
  • Auffahrrampe: Eine Auffahrrampe erleichtert das Beladen des Anhängers. Achten Sie auf eine rutschfeste Oberfläche und eine ausreichende Länge.
  • Verzurrpunkte: Ausreichend Zurrpunkte sind wichtig, um das Motorrad sicher zu fixieren.
  • Federung: Eine gute Federung sorgt für ein ruhiges Fahrverhalten und schont Ihr Motorrad.
  • Zubehör: Nützliches Zubehör sind z.B. ein Stützrad, eine Diebstahlsicherung und eine Plane.

Kosten eines Motorradanhängers

Einfache, offene Modelle sind bereits ab rund 600 Euro erhältlich. Absenkbare, geschlossene oder besonders robuste Varianten liegen je nach Ausstattung und Hersteller zwischen 1500 und 4000 Euro. Zusätzlich fallen Kosten für Zulassung und Versicherung an.

Sichere Fahrt mit dem Motorradanhänger

Entscheidend für das gute Fahrverhalten sind die stabilen durchgehenden Längsträger, die von der Kupplung vorne bis zum Leuchten- und Kennzeichenträger am Heck reichen. Mit der zusätzlichen Quertraverse, die die beiden Längsträger fest miteinander verbindet, erreichen alle oben genannten STEMA-Anhänger sichere und stabile Fahreigenschaften, ganz besonders bei hoher Belastung und in brenzligen Fahrsituationen.

Zusätzliche Sicherheit bietet die V-förmige Deichsel. Herkömmliche Anhänger schieben sich bei schweren Auffahrunfällen regelrecht vom Kofferraum direkt in den Pkw. Bei den STEMA-Anhängern werden die Verformungskräfte hingegen durch die Deichsel abgefangen.

Ladungssicherung: Das A und O für den sicheren Transport

Unabhängig von der Transportlösung ist geeignetes Zubehör entscheidend für einen sicheren und stabilen Transport eines Motorrads. Die wichtigsten Produkte im Überblick:

  • Spann- und Zurrgurte: Für die Fixierung des Motorrads an mehreren Punkten. Ratschen- oder Klemmgurte mit hoher Zugfestigkeit sind Pflicht.
  • Vorderradwippe oder Radhalter: Stabilisiert das Motorrad beim Verzurren und verhindert das Kippen.
  • Auffahrrampe: Besonders bei höheren Anhängern notwendig. Klapp- oder steckbare Rampen mit rutschfester Oberfläche erleichtern das Be- und Entladen.
  • Radstopper oder Keile: Fixieren die Reifen zusätzlich und erhöhen die Standfestigkeit - besonders bei absenkbaren Anhängern oder Trägern.
  • Antirutschmatten: Unter dem Motorrad platziert, verhindern sie das Verrutschen der Räder während der Fahrt.
  • Schloss oder Diebstahlsicherung: Für Träger, Gurte oder direkt am Motorrad - besonders bei Pausen und Übernachtungen wichtig.
  • Regenhauben oder Transportabdeckungen: Schützen das Motorrad bei längeren Fahrten vor Schmutz, Nässe und Wind - besonders sinnvoll bei offenen Anhängern.

Motorradanhänger vs. Motorradträger

Wer ein Motorrad transportieren möchte, hat unterschiedliche Möglichkeiten - vom klassischen Anhänger bis zum Kupplungsträger. Wir zeigen unterschiedliche Lösungen und nennen alle wichtigen Infos zum Motorradtransport.

Die Entscheidung hängt stark vom Einsatzprofil ab:

  • Motorradanhänger bieten mehr Platz, Schutz und Flexibilität. Sie sind besser für größere Maschinen, längere Strecken oder mehrere Fahrzeuge geeignet.
  • Motorradträger punkten durch kompakte Bauweise, geringes Gewicht und einfache Lagerung. Sie eignen sich für Roller oder leichte Motorräder im Freizeitbereich.

ADAC-Test von 750-kg-Anhängern

Der ADAC hat sechs ungebremste einachsige Anhänger in der Preisklasse bis 770 Euro getestet. Testsieger mit dem ADAC Urteil „gut“ ist der Stema Variolux 750, der mit dem bestem Fahrverhalten und guten Noten in der Handhabung glänzt. Zweitplatzierter ist der Brenderup 1205SUB750 mit der Note 2,5. Großes Plus: Der Benderup besitzt eine klappbare Deichsel, durch die er platzsparend abgestellt werden kann. Positiv ist neben der Kippfunktion auch die Ausstattung mit Sicherungsseil und einem 13-poligen Anschlussstecker.

Die Testergebnisse im Überblick:

Anhänger Urteil Bemerkungen
Stema Variolux 750 Gut Bestes Fahrverhalten, gute Handhabung
Brenderup 1205SUB750 Befriedigend Klappbare Deichsel, Kippfunktion, 13-poliger Stecker
Humbaur Steely Befriedigend Günstigster Anhänger, gute Sicherheitshinweise
Stedele MST71A Mangelhaft Reifen touchiert Rahmen, falsche Radbolzen
TPV-Trailer TL-EU2-AR Mangelhaft Reifen touchiert Rahmen
Unsinn WEB10 Mangelhaft Verlorene Holzschrauben am Unterboden

Der Test zeigte zudem, dass nicht alle Anhänger mit einem Sicherungsseil ausgerüstet sind, das den Hänger im Falle einer ausgeklinkten Deichsel an der Kupplung halten soll. In einigen europäischen Ländern ist dieses Sicherungsseil bereits gesetzlich vorgeschrieben. Auch noch nicht Standard ist ein 13-poliger Stecker, unverständlich, da alle modernen Autos mit 13-poligen Dosen ausgerüstet sind. Hier wird dann ein zusätzlicher Adapter benötigt. Mangelware ist auch ein sehr praktisches Stützrad, das nur ein Testhänger (Stema) aufweisen konnte. Keile, um den Hänger gegen wegrollen zu sichern, müssen auch zusätzlich erworben werden.

Fazit

Die Wahl des richtigen Motorradanhängers hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen und Anforderungen ab. Berücksichtigen Sie die Größe und das Gewicht Ihres Motorrads, die Häufigkeit der Nutzung und Ihr Budget. Achten Sie auf eine hochwertige Verarbeitung, eine gute Federung und eine sichere Ladungssicherung. Mit dem richtigen Anhänger können Sie Ihr Motorrad sicher und bequem transportieren und Ihre Motorradtouren noch mehr genießen.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0