Motorrad Ausflugsziele in Baden-Württemberg: Tipps für unvergessliche Touren

Baden-Württemberg ist weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt für seine Motorradstrecken. Planst du eine Motorradtour? Für jeden leidenschaftlichen Biker ist die passende Motorradroute dabei. Hier sind einige der schönsten Motorradtouren und Ausflugsziele im Ländle, die sowohl erfahrene Biker als auch Genussfahrer begeistern werden.

Motorradtouren im Schwarzwald

Unser Schwarzwald ist das größte und höchste Mittelgebirge der Republik. Als Motorradgebiet lässt der Schwarzwald so gut wie keine Wünsche offen. Kurvige Straßen, urige Bikertreffs, malerische Aussichten und sehenswerte Städte und Orte sind überall zu finden. Da der Schwarzwald zum sonnigen Südwesten Deutschlands gehört, streckt sich die Motorradsaison recht lange.

Von Mitte/Ende März bis in den Oktober hinein, kann man an sonnigen und bewölkten Tagen das Fahrerlebnis genießen. Von Motorradfahrern frequentiert sind die Schwarzwaldstraßen vor allem im Frühjahr und im Sommer, hauptsächlich an den Wochenenden. An manchen Tagen kommt man vor lauter Grüßen fast nicht mehr mit der linken Hand an den Lenker.

Etwas Vorsicht ist in den Frühlings- und Herbstmonaten geboten: da der Schwarzwald das höchste Mittelgebirge Deutschlands ist, kann es durchaus auch im April noch bzw. im Oktober schon mal schneien. Bei Regen kann es gerade im Herbst auf den Waldstrecken rutschig werden. Außerdem sollte immer eingeplant werden, dass es in den Höhenlagen des Schwarzwalds ca. Viele »schnellere« Strecken sind mittlerweile aus Sicherheitsgründen auf 70 km/h oder gar 60 km/h beschränkt. Leider sind auch immer wieder mal Straßen wegen Bauarbeiten gesperrt.

Die Regionen des Schwarzwaldes

  • DER NORDSCHWARZWALD: Zwischen Pforzheim und Offenburg finden sich die waldreichsten und gleichzeitig am wenigsten besiedelten Ecken des Schwarzwaldes. Lange Flusstäler, steile Bergauffahrten, Panoramastrecken auf den Höhen und kurvige Talfahrten.
  • DER MITTLERE SCHWARZWALD: Zwischen Offenburg und Freiburg kann man die klimatischen Unterschiede im Schwarzwald am besten erfahren. Von Osten her durch die kühler und höher gelegenen Orte Alpirsbach, Schramberg, Baiersbronn, Triberg und Wolfach erreicht man die Flusstäler von Kinzig, Murg und Hausach.
  • DER HOCH- UND SÜDSCHWARZWALD: Zwischen Freiburg und Schaffhausen lockt der gleichzeitig hohe und sonnig südliche Schwarzwald. Enge, steile und herausfordernde Kurven führen zu den höchsten Gipfeln des Mittelgebirges und zu den Seen. An den Rändern finden sich das Markgräfler Land, sowie der Hotzenwald und das Wiesental.

Bekannte Schwarzwaldstraßen

  1. Schwarzwaldhochstraße: Die wohl bekannteste Panoramastraße des Schwarzwaldes. Auf 60 Kilometern Länge bietet sie grandiose Ausblicke auf das Mittelgebirge und über die Rheinebene hinüber bis zu den nahegelegenen Vogesen. Wasserfälle, Seen und schmucke Ortschaften machen die Straße auch für Besucher interessant, die gerne mal vom Mopped steigen. Ihren Ausgangspunkt nimmt die Schwarzwaldhochstraße in Baden-Baden, der internationalen Kur- und Bäderstadt. Hinter Baden-Baden steigt die Straße steil und kurvenreich an und erreicht auf der Bühlerhöhe schon bald ihren Kamm. Bei klarem Wetter kann man von hier aus über die Rheinebene bis zu den Vogesen blicken. Unterhalb der Hornisgrinde erreicht die Straße den kreisrunden Mummelsee, einen Karsee, der in der letzten Eiszeit entstanden ist. Es geht die Sage um, dass nachts im Mondlicht Nixen, auch Mümmlein genannt, aus dem See auftauchen. Tagsüber ist der See ein ebenso beliebtes wie belebtes Ausflugsziel. Über den Höhenzug des Schliffkopfs führt die gut ausgebaute Straße weiter in die Siedlung Kniebis, die am gleichnamigen Bergrücken liegt, wo bei gutem Wetter die Gleitschirmflieger ihre Herausforderung suchen. Von Kniebis aus gehts weiter nach Freudenstadt, dem anerkannten Kneippkurort, der den größten bebauten Marktplatz Deutschlands besitzt.
  2. Schwarzwald-Panoramastraße: Über rund 70 Kilometer führt die Schwarzwald-Panoramastraße von 263 auf 1.493 m.ü.NN von Waldkirch im Elztal über den Kandel oder alternativ von Denzlingen durch das Glottertal nach St. Peter, Von dort über St. Märgen, Thurner, Hinterzarten, Titisee und Bärental zum Ort Feldberg am Feldberg.
  3. Schwarzwald-Bäderstraße: In einem weiten Rundkurs mit insgesamt 270 km Strecke durchzieht die Schwarzwald-Bäderstraße den nördlichen Schwarzwald. Sie startet südlich von Karlsruhe in Waldbronn und führt nach Süden durchs Nagoldtal nach Bad Liebenzell und Bad Teinach bis Bad Rippoldsau, wo sie dann nach Norden dreht und über Bad Wildbad und Bad Herrenalb schließlich in Baden-Baden endet. Dabei geht es durch tief eingeschnittene Täler und vorbei an malerischen Bergen.
  4. Schwarzwald-Tälerstraße: Bereits seit 1960 schlängelt sich die Schwarzwald-Tälerstraße durch die wilden Täler von Murg und Kinzig. Über eine Strecke von mehr als 100 Kilometer führt sie von Rastatt in der Rheinebene über Gaggenau, Gernsbach, Weisenbach und Forbach die Murg flussaufwärts nach Baiersbronn, wo sie das Murgtal verlässt. Über Freudenstadt geht es weiter auf der B294 hinunter ins Kinzigtal über Loßburg nach Alpirsbach. Die Landschaft ist geprägt von den Bergen, Wäldern, Wiesen und Flussläufen. In vielen Orten lohnt sich ein Zwischenstopp. Offiziell endet die Schwarzwald-Tälerstraße in Alpirsbach.

Weitere Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele im Schwarzwald

  • Nagoldtalsperre: Auch unter dem Namen »Erzgrube« bekannt, darf sich die Nagoldtalsperre zu den größten Stauseen in Baden-Württemberg zählen. Er ist 250 Meter breit und bis zu 35 Meter tief. Dabei teilt sich die Talsperre in den Vor- und Hauptsee auf. Beide Seen dienen sowohl dem Hochwasserschutz als auch der Aufhöhung des Niedrigwassers im Nagoldtal. Erbaut wurde die Talsperre von 1965 bis 1970.
  • Schwarzenbachtalsperre: Ungefähr 12 Kilometer von Baden-Baden entfernt befindet sich die Schwarzenbachtalsperre, ein beliebter Biker-Treff. Sie liegt in 668,5 Metern über dem Meeresspiegel zwischen der Schwarzwaldhochstraße und dem Murgtal. Das Wasser des Stausees dient zur Stromgewinnung für ein Industrie-Unternehmen in Forbach. Eine vollständige Entleerung des Sees dauert übrigens zweieinhalb Monate. Der Bau der Staumauer ist in die Geschichte eingegangen: Sie war die erste Gussbetontalsperre Deutschlands. Mit einem Volumen von 285.000 Kubikmetern ist sie auch heute noch die größte Talsperre des nördlichen Schwarzwalds. Um dieses Wunderwerk zu vollbringen, arbeiteten von 1922 bis 1926 bis zu 2000 Arbeiter Tag für Tag an der Talsperre. Die massive Mauer besteht zum Großteil aus Granitsteinen, die aus den umliegenden Steinbrüchen im Nordschwarzwald gewonnen wurden.
  • Allerheiligen Wasserfälle: Zu Füßen des Büttenkopfes ergießen sich die Allerheiligen Wasserfälle rund 90 Meter ins Tal. Sie sind die größten naturbelassenen Wasserfälle im Nordschwarzwald. Der Lierbach stürzt sich hier über sieben Stufen ins Tal. Früher gehörten die Wasserfälle zu einem Kloster, dessen Ruine wenige hundert Meter nördlich zu einem Besuch einlädt. Eingerahmt von Schliffkopf, Hundskopf und Schwabenkopf bahnt sich der Lierbach einen Weg durch eine malerische Schlucht. Seit 1840 erschließt ein Weg die Wasserfälle. Zahllose Treppen und Brücken lassen Besucher dieses Naturschauspiel hautnah erleben. Die Gischt kann dabei durchaus auch für Tropfen auf den Besuchern sorgen, was in der warmen Jahreszeit eine willkommene Erfrischung ist. Die Wasserfälle und das Kloster sind frei zugänglich.
  • Triberger Wasserfälle: Die Triberger Wasserfälle stellen die wohl bekanntesten Wasserfälle ganz Deutschlands dar. Das liegt einerseits an ihrer Schönheit, andererseits aber auch daran, dass man hier besonders früh damit begonnen hat, sie touristisch zu erschließen. Sie sind die meistbesuchten Wasserfälle Deutschlands. Zu den höchsten zählen sie natürlich auch. Die Gutach, welche sich bei Triberg von den Anhöhen stürzt, speist sich aus vielen kleinen Bächen, von denen es in dieser Region im Schwarzwald eine Menge gibt.
  • Mummelsee: Der Mummelsee ist ein Karsee, gebildet aus Gletscherwasser und genährt vom moorigen Wasser, das vom Hornisgrinde herabfließt. Er liegt direkt an der Schwarzwaldhochstraße und ist vor allem am Wochenende ein Magnet für Besucher. Man nennt ihn deshalb auch spöttisch »Rummelsee«. Der Mummelsee hat keine Fische. Was in nostalgischen Zeiten zu vielen Sagen und mystischen Vermutungen geführt hat, kann heute ganz einfach erklärt werden. Das Moorwasser ist sauer-torfig und nicht geeignet für Fische. Dennoch halten sich die Geschichten von Nixen hartnäckig. Vom See führt der circa drei Kilometer lange Grindenpfad durch das Hochmoor zum Hornisgrindeaussichtsturm auf den Gipfel bei 1.164 Höhenmetern, der einen wunderschönen Rundumblick bietet.
  • Schluchsee: Der größte See des Schwarzwaldes ist umgeben von den immergrünen Wäldern des Mittelgebirges und liegt auf etwa 1.200 Metern. Neben einem natürlichen Zufluss wird der See über verschiedene Kraftwerksstufen mit Wasser aus dem Rhein befüllt. Die 63,5 Meter hohe Staumauer wurde zwischen 1929 und 1932 durch Notstandsarbeiter errichtet. Zum Bau dieser Gewichtsstaumauer musste der Natursee zunächst um 13 Meter abgesenkt werden. Dazu sprengte man im Jahre 1930 einen Stollen in den Fels. Dabei fand man auch einen Einbaum, durch dessen Untersuchung man mittlerweile nachweisen konnte, dass der Schluchsee bereits um das Jahr 650 befahren wurde. Wegen der Höhenlage ist das Wasser auch im Sommer relativ kühl. Der Schluchsee ist vor allem bei Badegästen und Seglern beliebt. Im Gegensatz zum Titisee hat er fast überall gut zugängliche Ufer, weshalb der Schluchsee im Sommer stark frequentiert wird.
  • Titisee: Wer den Hochschwarzwald durchquert, kommt an einem Ausflug zum Titisee wohl nicht vorbei. Er bedeckt eine Fläche von 1,07 km² und ist durchschnittlich 20 m tief. Seine Entstehung verdankt er dem Feldberg-Gletscher. Am Nordufer liegt der gleichnamige Kurort, der Teil der Stadt Titisee-Neustadt ist. Nach einer alten Überlieferung befindet sich der Titisee an der Stelle einer in den Fluten versunkenen Stadt, die untergegangen ist zur Strafe dafür, dass ihre Bewohner Brotfrevel begingen.
  • Feldberg: Der Feldberg im Südschwarzwald ist mit 1.493 Metern die höchste Erhebung des Mittelgebirges und ist damit der höchste Berg Deutschlands außerhalb der Alpen. Alleine deshalb ist er neben dem Kaiserstuhl im Hochschwarzwald ein beliebtes Ziel für Ausflüge und Touren.

Weitere Motorradtouren in Baden-Württemberg

Neben dem Schwarzwald gibt es in Baden-Württemberg noch viele weitere Regionen, die sich hervorragend für Motorradtouren eignen.

Schwäbische Alb

Die Schwäbische Alb ist landschaftlich reizvoll und für Motorradfahrer allemal eine Tour wert. Bei gutem Wetter wird der Parkplatz samt Imbiss zum kultigen Motorradtreff und idealen Ausgangspunkt für Touren in den Schwäbisch-Fränkischen Wald. Durch das idyllische Seeburger Tal bei Bad Urach führen schmale, aber gut ausgebaute Straßen in Richtung Lautertal, wo gleich zu Beginn das Waldsträßchen in Richtung Ödenwaldstetten dem Ortsnamen alle Ehre macht und einsames Cruisen verspricht.

Taubertal

Wer sich nach beschaulichen Tälern sehnt, durch die sich große und kleine Flüsse schlängeln, für den ist eine Motorradtour entlang der Tauber genau das Richtige. Startpunkt ist die nördlichste Stadt Baden-Württembergs, Wertheim, das Ziel befindet sich in Niederstetten in Hohenlohe. Die 138 Kilometer lange Route führt über Bad Mergentheim und einen kurzen Abstecher ins Bayrische bei Rothenburg ob der Tauber durch den fränkischen Norden des Ländles. Gesäumt wird die Strecke von zahlreichen urigen Ortschaften, Burgen und Schlössern, die urbanes Motorradfahrer-Panorama vom Feinsten bieten.

Bodensee

Der Bodensee im Frühjahr ist ein optisches Schmankerl. Blühende Landschaften einerseits, andererseits der in der Sonne glitzernde Bodensee. Dazu Alpenpanorama, viele Sehenswürdigkeiten und hübsche Uferpromenaden. Eine Motorradtour rund um den Bodensee ist eigentlich ein Muss für alle Genuss-Biker. Als Start der Tour eignet sich Lindau, das über die A 96 bequem erreicht werden kann. Von dort aus könnt ihr dann am baden-württembergischen Nordufer des Bodensees über Kressbronn, Friedrichshafen, Meersburg, Überlingen nach Konstanz touren. Im Anschluss geht es ab Kreuzlingen entlang des Schweizer Bodenseeufers. Die Ortschaften Romanshorn und Rorschach sind ebenfalls einen Stopp wert. Zum Schluss geht es durch das österreichische Vorarlberg über Bregenz zurück nach Lindau.

Fachwerkstädte-Tour

Mit dieser Regionalstrecke der Deutschen Fachwerkstraße gehen wir in eine weitere Runde unserer Tourenvorschläge rund um Orte und Städte, die den äußerst beliebten Baustil attraktiv präsentieren und zum Zwischenstopp oder auch zum längeren Aufenthalt einladen. Wir starten in Eberbach, das im Herzen des Neckartals liegt. Die Altstadt ist ein herrlicher Mix aus vornehmen Bürgerhäusern mit stilvollen Malereien und ansehnlichen Fachwerkgebäuden.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0