Motorradführerschein mit Automatikgetriebe in Deutschland

Der Motorradführerschein mit Automatikgetriebe ist ein Thema, das viele Fragen aufwirft. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Regelungen, Voraussetzungen und Besonderheiten rund um dieses Thema in Deutschland.

Theoretische Ausbildung

Insgesamt sind 14 Theorieunterrichte vorgeschrieben, davon 12 Grundunterrichte und 2 klassenspezifische Unterrichte. Bei Erweiterung der Fahrerlaubnis (z.B. wenn jemand schon Klasse A1 besitzt) reduzieren sich die Grundunterrichte auf insgesamt 6. Bei Neuerteilung der Fahrerlaubnis nach einem FE-Entzug oder Umschreibung eines ausländischen Führerscheins entfällt die theoretische Ausbildungspflicht. Der Theorieunterricht kann vier Mal pro Woche besucht werden (Montag bis Donnerstag jeweils 18:45 bis 20:15). Wie häufig du den Unterricht pro Woche besuchst, hängt von Deinem persönlichen Zeitplan ab. Unser Ziel ist es, dir einen abwechslungsreichen und informativen Theorieunterricht zu bieten, der dich nicht langweilt und dir möglichst viel Lern- und Vorbereitungszeit auf die theoretische Prüfung abnimmt.

Praktische Ausbildung

Der Gesetzgeber schreibt nach der Grundausbildung 12 Sonderfahrten vor. Vor den Sonderfahrten ist die Grundausbildung vorgeschrieben. Wie umfangreich diese ausfällt, hängt unter Anderem von den Vorkenntnissen ab, die ein Fahrschüler mitbringt. Bei Neuerteilung der Fahrerlaubnis nach einem FE-Entzug oder Umschreibung eines ausländischen Führerscheins entfällt i.d.R.

Die Automatikregelung im Detail

Bei der Automatikregelung geht es gar nicht um die Arbeitsweise der Kraftübertragung, sondern wie der Kraftschluss von Motor zum Antrieb erfolgt: Manuelle Kupplung oder Automatik. Wer die Fahrschule auf einem Motorrad ohne Kupplungshebel besucht und darauf geprüft wird, darf auch nur solche ohne manuelle Kupplung fahren oder muss das in einer weiteren Prüfung beweisen. Eingeschlossen sind hier auch Motorräder oder Maxi-Roller mit einem Doppelkupplungsgetriebe wie dem DCT-Getriebe von Honda, denn auch hier wird der Kraftschluss beim Anfahren und Anhalten automatisch geregelt.

Wer einen Automatik-Führerschein macht, darf damit auch nur Fahrzeuge mit einem Automatikgetriebe - also Kraftfahrzeuge ohne Kupplungspedal - steuern. Somit durften keine Schaltwagen gefahren werden. Dafür musst dich erneut bei einer Fahrschule anmelden, um in einigen Fahrstunden das Kuppeln und Schalten lernen. Diese fällt in der Regel kürzer aus als die erste praktische Prüfung. Hast du die Prüfung bestanden, wird die Automatikbeschränkung (Schlüsselzahl 78) aus deinem Führerschein gestrichen. Auch mit Motorradführerschein darfst du, wenn auf Automatik limitiert, nur Motorräder mit Automatikschaltung bzw ohne Hand- oder Fußschaltung fahren.

B197 und seine Auswirkungen

Der 1. April 2021 brachte die neue Führerscheinerweiterung um die Schlüsselzahl B197. Hier wird die Antiquität Automatikführerschein entstaubt. Dabei wurden Motorräder wohl vergessen, hier gilt weiterhin die Regelung von 1986.

Mit dem B197 lässt sich die Führerscheinausbildung auf Fahrzeugen mit Schalt- und Automatikgetriebe kombinieren, ohne dass es zu Einschränkungen im Führerschein kommt. Anders bei echten Automatik-Führerscheinen mit der Schlüsselzahl 78.

Wer die Klasse B mit Schlüsselzahl 197 erworben hat, erhält bei der Erweiterung seiner Fahrerlaubnis um die aufbauenden Klassen BE, C1, C1E, C, D1, D1E, D oder DE eine Automatikbeschränkung - das betrifft zum Beispiel die Fahrerlaubnis für Lkw oder schwere Wohnmobile.

Ja, auch im Ausland dürfen Inhaber der Klasse B197 Fahrzeuge mit Automatik- und Schaltgetriebe fahren.

Elektromotorräder in der Fahrschule

Fahrschulen können quasi keine E-Motorräder nutzen. Doch mit steigendem Angebot an elektrisch betriebenen Motorrädern steigt auch die Zahl der Fahrschulen, die sich die Vorteile des Konzepts gerne zu Nutze machen würden. Denn wenn Zweiräder unter Strom die Zukunft sein sollen, müssen wir uns die Frage stellen: Wo, wenn nicht in der Fahrschule können junge Menschen, kommende Motorradfahrer und Käufer an eine neue Technik herangeführt und auch von ihr überzeugt werden?

Dazu Jochen Klima, Vorsitzender des Fahrlehrerverbands Baden-Württemberg: "Es ist so ein bisschen wie mit der Henne und dem Ei. Was kam zuerst? Das Interesse des Fahrschülers an einem Elektromotorrad oder das Elektromotorrad in der Fahrschule? Die aktuelle Regelung zwingt Fahrschulen leider dazu sich gegen ein Elektromotorrad zu entscheiden. Und E-Modelle mit einer manuellen Kupplung sind rar, teuer und von der Leistung her auch viel zu stark für die derzeitigen Regelungen der A1 oder A2. Da B197 den Bereich Motorrad nicht einschließt, verstärkt die Regelung den Anreiz nicht auf einer E-Maschine zu schulen und zu prüfen."

Ein weiteres Hindernis, das rein formal den Einsatz von Elektromotorrädern quasi verhindert, ist wohl auf eine falsche Formulierung in der EU-Führerschein-Richtlinie zurückzuführen. Dort wird für die Führerscheinklasse A1 und B196, also die umgangssprachliche 125er-Klasse, bei einem Einsatz eines Elektromotorrades ein Leistungsgewicht von mindestens 0,08kw/kg gefordert. Es muss also schwer sein.

Es gibt Elektormotorrädern mit manuellem Getriebe und Handkupplung. Die sind aber entweder noch Studien oder absehbar so leistungsstark, dass die für Fahranfänger ohnehin nicht in Frage kommen.

Voraussetzungen für B197

  • Ausbildung auf Automatik- und Schaltgetriebe
  • Praktische Prüfung auf Automatikgetriebe möglich
  • Führerschein B197 gilt für Automatik und Schalter

Als Nachweis über die Ausbildung auf einem Pkw mit Schaltgetriebe reicht eine mindestens 15-minütige Testfahrt mit dem Fahrlehrer, eine gesonderte Prüfung auf einem Schaltauto ist nicht notwendig. Die eigentliche Fahrprüfung kann man auf Automatikgetriebe absolvieren.

Kosten

Für die Eintragung der Schlüsselzahl B197 fallen Gebühren in Höhe von circa 30 Euro an. Beim Erwerb der Klasse B197 entstehen im Vergleich zum "normalen" Pkw-Führerschein keine zusätzlichen Kosten, da die vorgeschriebenen zehn Schaltstunden in die Ausbildung integriert werden.

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