Eine gut funktionierende Batterie ist für jedes Motorrad unerlässlich. Sie sorgt dafür, dass das Motorrad zuverlässig anspringt und alle elektrischen Komponenten einwandfrei funktionieren. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ihre Motorradbatterie mit einem Multimeter überprüfen können, um Probleme frühzeitig zu erkennen und die Lebensdauer Ihrer Batterie zu verlängern.
Warum die Batterieprüfung wichtig ist
Eigentlich sollte sich eine Autobatterie während jeder längeren Fahrt ausreichend wieder aufladen. Bei einer intakten Lichtmaschine dauert das ungefähr eine halbe Stunde. Je älter die Autobatterie ist, desto schneller sinkt ihre elektrische Spannung jedoch auch ab. Dafür gibt es viele unterschiedliche Gründe, zum Beispiel, wenn du viele Kurzstrecken fährst oder durch lange Standzeiten, in denen sich Batterien schleichend entladen.
Orgelt der Anlasser also nur noch und der Motor springt nicht sofort an, liegt das in der Regel an der zu schwachen Starterbatterie. Die Batterie liefert nicht genug Strom, weil ihr Ladezustand zu niedrig ist. Bei Kälte tritt das Problem besonders häufig auf. Schon minus 10 Grad reichen aus, um die Kapazität einer Autobatterie auf ungefähr die Hälfte zu reduzieren.
Ob sich der Ladezustand Ihrer Autobatterie in einem kritischen Bereich befindet, testest du am besten vierteljährlich. Besonders wichtig ist das in der kalten Jahreszeit. Der einfachste Check ist in 2 bis 3 Minuten erledigt. Dazu parkst du das Auto mit laufendem Motor vorwärts vor einer Wand. Dann schaltest du den Motor ab und das Abblendlicht ein. Lässt das Licht nach kurzer Zeit deutlich nach? Nachlassende Lichtstärke liegt in diesem Moment fast immer daran, dass die Batterie nicht ausreichend geladen ist. Nur in seltenen Fällen sind andere technische Ursachen der Grund dafür.
Bauarten der Motorradbatterie
Die beste Batterie ist die, die serienmäßig verbaut ist - denn die elektrische Anlage des Motorrads ist darauf optimal abgestimmt. Man sollte sie also nicht einfach durch eine andere Bauart ersetzen.
- Standard-Säurebatterie: Die klassische Standard-Säurebatterie ist vor allem in älteren Motorrädern (bis circa 1995) verbaut. Ihr Vorteil ist der günstige Preis, ihr Nachteil die Wartungsintensität: Regelmäßig den Säurestand kontrollieren und gegebenenfalls destilliertes Wasser nachfüllen! Außerdem ist sie bei einem Sturz nicht auslaufsicher. Da dieser Batterietyp gast, muss unbedingt ein langer, nach unten ins Freie ragender Entlüftungsschlauch aufgesteckt sein, um Säuredämpfe sicher abzuleiten. Zum Nachladen baut man sie immer aus, entfernt die Batteriestopfen und sorgt für gute Belüftung.
- Wartungsfreie Batterien: Wartungsfreie Batterien ("Maintenance free", MF) gibt es in verschiedenen Ausführungen. Sie sind entweder schon ab Werk versiegelt oder werden nach der Befüllung mit Säure dauerhaft verschlossen und dürfen auf keinen Fall wieder geöffnet werden! MF-Batterien sind zwar auch Säurebatterien, aber eben dauerhaft verschlossen und daher wartungsfrei und auslaufsicher. Sie haben zudem eine geringere Selbstentladung. Eine Standard-Säurebatterie kann in der Regel problemlos durch eine MF-Batterie ersetzt werden. Gelbatterien sind sehr leistungsfähig, deshalb oft deutlich kleiner als MF-Batterien, und können in jeder beliebigen Stellung montiert werden. Allerdings sind sie für ältere Maschinen meist nicht geeignet, da sie eine spezielle Lade-/Abschaltspannung brauchen.
- Lithium-Akkus: Lithium-Akkus (beim Motorrad meist als Lithium-Eisenphosphat-Version, LiFePO4) sind besonders klein und leicht und werden deshalb gern bei Café-Racer-Umbauten verwendet. Sie sind aber auch teuer und können bei Minustemperaturen Probleme bereiten. Außerdem benötigen sie zum Laden ein spezielles Ladegerät.
Die Batterie prüfen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Eine schwache Batterie erkennt man meist an Startproblemen. Man kann förmlich spüren, wie der Elektrostarter den Motor nur mühsam durchdreht. Um die Batterie zu schonen, sollte man solche Startvorgänge möglichst vermeiden. Ob eine Batterie schon defekt ist oder nur nachgeladen werden muss, lässt sich durch Prüfung der Batteriespannung feststellen. Praktisch ist wiederum der eben erwähnte Batterie-Guard, der über eine App die Batteriespannung anzeigt. Die Kontrolle mit einem Spannungsprüfer erfolgt an den Batteriepolen. Es gibt sehr simple Modelle, bei denen Leuchtdioden den Ladezustand anzeigen, am besten ist aber die Prüfung mithilfe eines Multimeters.
Was Sie benötigen
- Ein Multimeter
- Eventuell eine Kabelverlängerung mit Adapter (wenn die Batterie schwer zugänglich ist)
Schritte zur Prüfung
- Vorbereitung: Stellen Sie sicher, dass die Batterie mindestens 30 Minuten geruht hat.
- Spannung messen: An der (geladenen!) Batterie, die mindestens 30 Minuten geruht hat, misst man die Spannung zwischen den Batteriepolen (Messbereich 20 V Gleichstrom).
- Bewertung: Dann gilt, dass die Spannung bei ausgeschalteter Zündung 12,4 bis 12,7 Volt betragen sollte. Fällt sie bei eingeschalteter Zündung/Licht innerhalb von 30 Sekunden um lediglich 0,3 bis 0,4 Volt, dann ist die Batterie okay, bei einem Spannungsabfall um 0,5 Volt und mehr muss man sie nachladen. Fällt die Spannung gar um 2 Volt, ist die Batterie Schrott. Bei Blei/Säure-Standardbatterien ist die Spannung etwas geringer.
Tabelle zur Spannungsbewertung
| Spannung (V) | Zustand |
|---|---|
| 12.4 - 12.7 | Gut |
| Spannungsabfall um 0.5 V oder mehr | Nachladen erforderlich |
| Spannungsabfall um 2 V | Batterie defekt |
Ladezustand erkennen und Batteriepflege
Die meisten Batterien leiden unter geringen jährlichen Fahrleistungen sowie den oft langen Standzeiten der Motorräder und sollten deshalb regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf nachgeladen werden. Moderne Ladegeräte mit Erhaltungsladung können hier gute Dienste leisten. Sie müssen aber für das entsprechende Batteriemodell geeignet sein. Auf keinen Fall alte Pkw- oder Baumarkt-Ladegeräte verwenden, denn diese haben oft einen zu hohen Ladestrom und führen zu Schäden an der Motorradbatterie. Ist die Batterie schwer zugänglich, kann man eine passende Kabelverlängerung mit Adapter montieren.
Bei längeren Standzeiten, beispielsweise beim Überwintern, wird sie am besten ausgebaut, voll geladen, kühl und trocken gelagert und der Ladezustand regelmäßig geprüft. Die mittlerweile im Zubehörhandel erhältlichen Bluetooth-Batteriemonitore machen diese Überwachung dank Smartphone-App sehr einfach.
Was tun bei Problemen?
Wenn lediglich der Anlasser wegen einer zu schwachen Batterie nicht mehr durchdrehen will, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Bei älteren Motorrädern mit Kickstarter reicht ein beherzter Kick, Fahrzeuge ohne Katalysator lassen sich meist mit ein bisschen Geschick anschieben.
Starthilfe
Bei allen anderen kann man sich Starthilfe per Überbrückungskabel besorgen. Überbrückt man von einer starken Autobatterie, dann sollte man unbedingt spezielle Starthilfekabel für Motorräder (am besten mit Überspannungsschutz) verwenden. Sie verhindern Spannungsspitzen, die elektrische Komponenten beschädigen könnten. Außerdem kommt man mit den kleinen Klemmen auch besser an die Batteriepole. Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von sogenannten Akku Boostern - eine Art Powerbank mit passenden Batterieklemmen. Die Geräte sind häufig nicht größer als ein dickes Taschenbuch und können auch Handys etc. laden.
Prüfung von Ladestromkreis und Lichtmaschine
Unabhängig von der Bauart lässt sich ähnlich wie bei der Batterie recht einfach prüfen, ob das Ladesystem einwandfrei arbeitet. Die Ladestromprüfung erfolgt immer bei laufendem Motor.
- Spannung messen: Dazu wird wieder per Multimeter die Spannung an den Batteriepolen gemessen.
- Bewertung: Bei laufendem Motor muss sie in der Regel zwischen 13 und 14,7 Volt liegen. Sie verändert sich je nach Drehzahl und Ladezustand, und höchstens bei 14,7 Volt liegt der sogenannte Abriegelungspunkt. Steigt die Spannung beim Gasgeben nicht oder nur wenig oder steigt sie über 14,7 Volt, dann muss gründlich gemessen und geprüft werden. Die hier angegebenen Werte können je nach Fahrzeug abweichen - Reparaturhandbuch beachten!
Bei Fehlern im Ladestromkreis prüft man zuerst alle Leitungen/Kabel auf Beschädigung, Bruch und Ähnliches. Auch alle Kontakte und Stecker sollte man gründlich inspizieren und eventuelle Korrosion beseitigen. Ist eine (neue!) Batterie ständig nach kurzer Standzeit entladen, liegt es eventuell auch an Kriechströmen und Defekten im Kabelbaum. Die Prüfung erfolgt durch Messung des Stroms (Multimeter auf Ampere stellen) zwischen Minuspol der Batterie und abgeschraubtem Massekabel. Man tastet sich immer vom höchsten Messbereich (meist 10 A) nach unten vor. Mehr als 0,1 mA sollten nicht fließen. Achtung, es darf natürlich kein Verbraucher direkt über die Batterie angeschlossen sein.
Die Lichtmaschine
Die Lichtmaschine befindet sich häufig direkt auf dem Kurbelwellenstumpf am Motor und läuft im kühlenden Ölnebel der Motorschmierung. Um Baubreite zu sparen, sitzt sie aber manchmal auch hinter dem Zylinderblock und wird durch eine Kette etc. angetrieben. Dieser Generator besteht im Prinzip aus einem drehbaren Teil, dem Rotor, und einem meist im Gehäuse eingebauten Stator und liefert bei laufendem Motor einen Dreiphasen-Wechselstrom.
Der Rotor kann dabei entweder als Permanentmagnet oder als Elektromagnet arbeiten. Bei Lichtmaschinen mit Permanentmagnet ist bei hohen Drehzahlen die vom Stator erzeugte Spannung zu hoch - damit die Batterie nicht überladen wird, unterbricht der Regler rechtzeitig den Ladeprozess. Die überschüssige Spannung wird dann sowohl im Regler als auch in den Statorspulen in Wärme umgewandelt. Um diese Wärme an die Umgebung abführen zu können, hat der Regler oft Kühlrippen, die nicht durch eine Werkzeugtasche oder Ähnliches abgedeckt werden dürfen. Eine dauerhafte Überhitzung kann am Stator den Isolierlack zerstören und zu Schäden an den Spulenwicklungen führen. Ein Permanentmagnet kann nach Jahren an Kraft verlieren und muss dann ersetzt werden.
Manche Motorräder verwenden auch einen Rotor mit Elektromagnet, dem über Schleifkontakte ein Gleichstrom von der Batterie zugeführt wird, sodass ein Erregerstrom entsteht. Durch die Drehung des magnetisierten Rotors wird dann in den Statorspulen ein Wechselstrom induziert. Durch konstantes Messen der Bordspannung durch den Regler wird vom Stator dabei nur so lange ein Strom erzeugt, wie diese Spannung unter 14,2 Volt liegt. Über 14,4 Volt wird vom Regler das Erregerfeld unterbrochen. Zwar entstehen bei dieser Bauart keine Überhitzungsprobleme, aber die Schleifkontakte sind ein Verschleißteil und müssen gegebenenfalls ersetzt werden. Dieser Generator-Typ kann direkt an der Kurbelwelle oder an anderer Stelle sitzen und läuft immer trocken.
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