Möchten Sie als Motorradfahrer Ihr Motorrad transportieren, haben Sie dazu unterschiedliche Möglichkeiten. Wie Sie Ihr Motorrad transportieren, ist Ihnen frei überlassen. Die Optionen sind jedoch mit unterschiedlichen Kosten und Maßnahmen verbunden.
Transportmöglichkeiten für Motorräder
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Motorrad sicher zu transportieren:
- Anhänger: Für viele Biker ist dies die einfachste Option. Wenn Sie bereits einen Anhänger besitzen, eignet sich diese Methode am besten. Auch das Ausleihen oder Mieten eines Anhängers ist einfach und kostenfreundlich.
- Transporter: Mit dem Transporter lässt sich das Motorrad ebenfalls sicher transportieren. Dank seiner Größe bietet er eine geräumige Ladefläche, ggf. sogar für zwei Motorräder.
- Wohnmobil/Wohnwagen: Ein Wohnmobil oder Wohnwagen mit ausreichend Stauraum bietet ebenfalls eine Transportmöglichkeit. Es gibt Wohnmobile und -wagen, deren Heck entsprechend ausgerüstet ist, damit ein Motorrad hineinpasst. Beide Alternativen sind jedoch mit erheblichen Kosten verbunden. Außerdem nehmen die Motorräder relativ viel Platz im Wohnwagen ein.
- Pickup: Ein Pickup oder ähnliches Fahrzeug ermöglicht durch seine große Ladefläche den Transport eines Motorrads.
- Zug: Je nachdem, wohin Sie verreisen, können Sie Ihr Motorrad auch mit dem Zug transportieren. Einige Züge haben neben den Personenwagen auch Transportwagen für Fahrzeuge.
- Heckträger: Motorräder lassen sich auch am Heck eines Transporters oder eines Reisemobils auf einem Heckträger transportieren.
Kosten des Motorradtransports
Einen einheitlichen Betrag, wie viel der Transport kostet, gibt es nicht. Faktoren wie Anbieter, Distanz, Gewicht oder Jahreszeit haben einen Einfluss. Grundsätzlich ist es am günstigsten, den Transport eigenständig durchzuführen. Besitzen Sie bereits einen Anhänger, Pickup oder Transporter, ist dies die kostenfreundlichste Lösung. Auch das Mieten des Anhängers oder Transporters ist relativ günstig. Bezahlen Sie jemanden, der sich vollständig um den Transport kümmern soll, steigen die Kosten oft schnell an, vor allem wenn es sich um eine längere Reise handelt.
Benötigte Ausrüstung für den Motorradtransport
Je nachdem, wie Sie Ihr Motorrad transportieren, brauchen Sie verschiedene Sicherheitsmaßnahmen. Grundsätzlich sind Spanngurte und eine Auffahrrampe oft notwendig. Wichtig beim Transport des Motorrads per Anhänger ist, dass das Motorrad gut gesichert ist. Für das einfache Auf- und Abladen des Motorrads eignet sich eine Auffahrrampe besonders gut. Auch diese sind mietbar.
- Spanngurte
- Auffahrrampe
- Gurtchlaufen
- Motorradschienen
- Vorderradhalter
Sicherheitsmaßnahmen beim Transport
Wenn das Motorrad einmal transportiert werden muss, sollte dieses mithilfe von Spanngurten verzurrt werden. Der Transportsicherung von Motorrädern stellt häufig eine Herausforderung dar, da nichts kaputtgehen oder verbogen werden soll und gleichzeitig die Befestigung zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer halten muss. Kleine Fehler beim Befestigen und Absichern des Motorrads haben bei hoher Geschwindigkeit bereits erhebliche Folgen. Wenn Sie Ihr Motorrad transportieren, ist eine Versicherung keine schlechte Idee.
Anleitung zur korrekten Befestigung
- Als Erstes muss das Motorrad zum Transport natürlich auf den Anhänger oder in den Transporter bewegt werden. Dazu genügt bei kleinerem Budget ein stabiles Brett, eine Rampe ist jedoch sicherer und verhindert leichtes Abrutschen.
- Zunächst ist es wichtig, das Vorderrad abzustützen. Dies geschieht bestenfalls über einen Stahlbügel auf dem Anhänger oder durch die Bordwand im Transporter.
- Damit die Sicherung richtig funktioniert, sind mindestens vier Hauptfixpunkte für die Gurte erforderlich. Das Motorrad muss in alle vier Richtungen gleichmäßig nach außen gezurrt werden, um einen festen Halt zu gewährleisten. Es ist wichtig, dass das Motorrad dabei möglichst senkrecht steht, damit es sich auf dem Anhänger oder dem Transporter nicht mehr bewegen kann. Der Seitenständer oder eine weitere Person kann in diesem Schritt hilfreich sein.
- Dabei sollten sowohl vorn als auch hinten jeweils mindestens zwei Spanngurte befestigt werden. Am vorderen Teil des Motorrads wird nun ein Stoff unter die Gurtschlaufe gelegt und diese dann befestigt. Anschließend wird der Spanngurt am Anhänger eingehakt und durch die Schlaufe gezogen. Das wird vorn sowohl links als auch rechts gemacht. Im Anschluss daran zurren Sie synchron die Gurte mit der Ratsche fest, damit das Fahrzeug nicht in eine Schieflage gerät. Durch das Festzurren der Gurte wird die Feder heruntergedrückt, bis noch circa ein Zentimeter Spielraum übrig ist. Rütteln Sie zum Testen fest am Lenker, um sicherzustellen, dass Ihr Motorrad auch wirklich fest ist.
- Anschließend befestigen Sie wie im vorherigen Schritt die Gurtschlaufen am Rahmen des Hinterrades. Danach werden die Spanngurte an den Schlaufen festgezurrt und am Anhänger oder Transporter eingehakt. Diese Befestigung dient der weiteren Sicherung des Motorrads und verhindert ein Überschlagen nach vorn, sollte einmal stark gebremst werden müssen.
Wichtige Hinweise zur Verwendung von Spanngurten
- Es sollten außerdem keine Gurtschlaufen an das Gehäuse oder an Plastikteile gezurrt werden, sondern an festen, massiven Teilen. Dementsprechend ist der Rahmen am besten geeignet, da dieser am stabilsten ist. Wenn dieser etwa durch eine Verkleidung nicht zugänglich ist, kann auch der Lenker als möglicher Ansatzpunkt dienen. Dazu gibt es auch spezielle Motorrad Lenkergurte. Hierbei sollte jedoch unbedingt der nächstmögliche Ansatzpunkt an der Gabel gewählt werden, da sich der Lenker sonst verbiegen könnte. Je weiter außen die Befestigung am Lenker gesetzt wird, desto unsicherer wird es.
- Am Ende sollten die losen Enden der Gurte befestigt werden, dies geht am besten mit einem sogenannten „Truckerknoten“.
- Auf längeren Fahrten sollte zudem wiederholt die Verzurrung der Maschine überprüft werden, um auf eventuell locker sitzende Spanngurte reagieren zu können.
Worauf Sie bei der Fahrt achten sollten
- Beim Transport mit Anhänger müssen Sie sich an die Höchstgeschwindigkeit halten. Diese liegt auf Autobahnen bei 100 km/h und auf Landstraßen bei 80 km/h. Überschreiten Sie mit einem Anhänger die maximale Geschwindigkeit oder die zulässige Anhängelast, drohen Bußgelder.
- Reduzieren Sie Ihr Tempo, da der Bremsweg mit Anhänger bis zu 30 % länger ist. Die empfohlene Höchstgeschwindigkeit liegt bei 80 km/h.
- Fahren Sie Kurven breiter an und vermeiden Sie abrupte Lenkbewegungen.
- Halten Sie größere Abstände zum vorausfahrenden Fahrzeug und planen Sie Brems- und Beschleunigungsmanöver frühzeitig.
- Seien Sie auf Seitenwind oder Böen vorbereitet, insbesondere auf Brücken oder freien Straßen.
- Planen Sie Stopps nur an Stellen mit ausreichend Platz ein.
Heckträger für Motorräder
Nicht immer lässt sich ein Motorrad im Transporter oder dem Reisemobil mitführen. Wenn es aber dennoch mit auf die Tour soll, bietet sich als Transportalternative ein Heckträger an. Hier setzen allerdings die Technik und die Gesetzgebung enge Grenzen.
Wichtige Aspekte bei der Verwendung von Heckträgern
- Belastbarkeit: Die Halter und Plattformen sind je nach Ausführung mit maximal 300 Kilogramm belastbar. Entscheidend ist aber nicht die theoretische Belastbarkeit des Trägers, sondern was davon nach Anbau am Fahrzeug übrig bleibt. Hier sind die zulässige Hinterachslast sowie das zulässige Gesamtgewicht maßgeblich.
- Montage: Ein Halter wird am Chassis des Fahrzeugs verschraubt und der Heckträger anschließend aufgeschoben. So ist er schnell an- und abbaubar. Die meisten Heckträgersysteme sind abnehmbar konstruiert, lediglich die Basishalter werden direkt am Fahrzeugchassis verschraubt und verbleiben dort. Um trotzdem Hecktüren und Heckklappen nutzen zu können, sind manche Modelle samt Ladung zur Seite oder nach hinten schieb- oder klappbar.
- Achslast und Gesamtgewicht: Wer mit einem Heckträger liebäugelt, sollte vorher die Reserven am eigenen Fahrzeug prüfen. Die zulässigen Achslasten finden sich in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter den Ziffern 8.1 bis 8.3. - bei zweiachsigen Fahrzeugen unter 8.1 und 8.2. Das zulässige Gesamtgewicht steht unter der Ziffer F.1.
Berechnung der Zuladung
Die maximal mögliche Zuladung berechnet sich über die Formel: (x*a)/(a+b)
Dabei gilt:
- X: Die maximal mögliche Zusatzbelastung der Hinterachse.
- a: Radstand.
- b: Abstand zwischen der Hinterachse und dem Schwerpunkt der Ladung.
Achtung: Das Eigengewicht des Trägers zählt zur Zuladung.
Beispielhafte Heckträger im Überblick:
Allround Cate Motorrad-Set: Der Träger von Allround ist mit bis zu 300 Kilogramm belastbar, beim Mercedes Marco Polo dürfen je nach Ausbaustufe aber nur 160 bis 250 Kilo draufgepackt werden.
Fiedler: Bis zu 250 Kilo hält der Träger von Fiedler aus. Damit sind auch größere Bikes wie die abgebildete Kawasaki Z 1000 SX hinter dem Campingbus transportierbar. Die Gesamtzuladung des Fahrzeugs ist dann aber schnell überschritten.
Linnepe Slideport: Um auch bei montiertem Träger zumindest eine Hecktür öffnen zu können, ist der Slideport verschiebbar. Die maximale Belastung des Systems liegt bei 170 Kilogramm.
Zusätzliche Tipps für den sicheren Transport
- Schutz an kritischen Stellen des Motorrads anbringen (z.B. an der Verkleidung).
- Plane deine Motorradtour oder Motorradreise sorgfältig und überlege, welche Art von Transport am besten geeignet ist.
- Nutze die obenstehende Checkliste als Leitfaden, um den Zustand deines Motorrads gründlich zu überprüfen.
- Stelle sicher, dass alle Flüssigkeiten korrekt aufgefüllt sind, überprüfe, ob keine losen Teile vorhanden sind und dass dein Motorrad in einem guten, transportfähigen Zustand ist.
- Es ist immer eine gute Idee, den Zustand deines Motorrads vor und nach dem Transport zu dokumentieren.
Mit etwas Routine, der richtigen Ausrüstung und einer sorgfältigen Vorbereitung gelingt die Verladung im Handumdrehen. Sicherheit hat beim Motorradtransport oberste Priorität.
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