Die Geschichte des Motorradgespannrennens ist reich an Meilensteinen und unvergesslichen Momenten. Los ging alles 1949, als bei den alljährlichen Rennen auf der englischen Isle of Man erstmals um WM-Punkte gekämpft wurde. Konkret am 13. Juni 1949 war es denn Rennfahrern der Klasse bis 350 ccm vorbehalten, den ersten WM-Lauf der Geschichte zu bestreiten.
Die Königsklasse (bis 500 ccm) zog am 17. Juni 1949 nach. Als dritte Klasse gehörte die Viertelliterkategorie auf der Isle of Man zur WM. Die Rennen gewannen die Briten Freddie Frith (350 ccm, Velocette), Harold Daniell (500 ccm, Norton) und der Ire Manliff Barrington (250 ccm, Velocette). Viel ist in dieser Zeit geschehen und viele Meilensteine wurden gesetzt. So wurde zum Beispiel beim Grands Prix von Frankreich in Le Mans im letzten Jahr der 1.000. Motorrad-GP der Geschichte ausgetragen.
Die frühen Jahre und legendäre Fahrer
1949 fand die Motorrad-Weltmeisterschaft erstmals für Gespanne statt. Die ersten Renngespanne waren herkömmliche Motorräder mit maximal 600 cm³, an die leichte Beiwagen angebracht wurden. Ab 1951 wurde der Hubraum bei Rennen auf 500 cm³ begrenzt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die ersten Renngespanne herkömmliche Motorräder mit Beiwagen waren.
Am Saisonende 2023 waren 1.015, bei denen bis dahin 3.371 Rennen für Soloklassen zur Austragung kamen. 126 Fahrer konnten sich bis dato ein- oder mehrmals als Weltmeister feiern lassen. Der Fahrer mit den meisten Weltmeistertiteln ist der Italiener Giacomo Agostini mit 15 in seiner WM-Zeit von 1965 bis 1977 errungen Kronen, allesamt in der 350- und 500-ccm-Klasse.
Ihm folgt der Spanier Angel Nieto, der in den kleinen Klassen bis 50 bzw. 125 ccm 13 Titel einheimste, aus Aberglaube aber Zeit Lebens von 12 + 1 Titel sprach. Gemeinsam auf dem dritten Platz dieses Rankings liegen der Brite Mike Hailwood und die Italiener Valentino Rossi und Carlo Ubbiali mit jeweils neun Kronen.
Mit jeweils sieben WM-Titeln in Folge ist Giacomo Agostini auch der Fahrer mit den längsten Serien. 399 Fahrer haben von 1949 bis einschließlich 2023 in den Solklassen Grands Prix gewonnen. Auch in dieser Statistik ist "Ago Nazionale" ganz vorn zu finden, nämlich mit 122 Grand-Prix-Siegen. Ihm folgen Valentino Rossi (115), Angel Nieto (90), Marc Marquez (85) und Mike Hailwood (76).
Erfolgreiche Hersteller und internationale Austragungsorte
Honda ist mit 821 Siegen der erfolgreichste Hersteller im Grand-Prix-Sport (Solo-Klassen), gefolgt von Yamaha (520), Aprilia (297), MV Agusta (275) und Kalex (176). Fahrer aus 30 Nationen haben Solo-Grand-Prix-Rennen gewonnen. In ebenfalls 30 Ländern wurden bisher Grands Prix ausgetragen. Einsamer Rekordhalter ist die Niederlande, wobei bislang 74 Mal in Assen gefahren wurde. 2023 wurde Indien mit dem Buddh International Circuit als jüngstes Land in den Kalender aufgenommen. 2024 wird Kasachstan das 31.
Auf dem Sachsenring gastierte die Motorrad-WM bislang 37 Mal, von 1961 bis 1972 auf der alten 8,618 Kilometer langen alten Strecke mit Stadt- und Walddurchfahrt sowie seit 1998, mit Ausnahme 2020 aus besagtem Grund (Corona), auf dem neuen modernen Kurs. In diesem Jahr kommen die Zweirad-Artisten vom 5. bis 7.
Die Technik und die Akrobatik der Beifahrer
Die dreirädrigen Gespanne werden nicht durch Schräglage (wie beim Motorrad) sondern durch Zug am Lenker in die Kurven dirigiert. Der Beifahrer hat dabei die Aufgabe, die auftretenden Fliehkräfte durch Gewichtsverlagerung zu eliminieren. Dabei muss er ständig seine Position wechseln und sich links oder rechts weit hinauslehnen. Regelmäßig kommt es dabei natürlich auch zu Bodenkontakt und der ein oder andere wird dabei auch mal „abgeworfen“.
Aktuell stehen mit modernen Seitenwagen nur noch wenige Rennen im Kalender. Donington Park / Großbritannien, Le Mans / Frankreich, Pannoniaring / Ungarn, Assen / Niederlande, Spa Francorchamps / Belgien und Le Castellet / Frankreich stehen bei der Seitenwagen-WM auf dem Programm.
Bemerkenswerte Rennfahrerinnen
Es gab sehr erfolgreiche Motorradrennfahrerinnen, die heute leider niemand mehr kennt, die aber Rennsportgeschichte geschrieben haben. Um jedoch dauerhaft bestehen zu können, war die Unterstützung des persönlichen Umfelds notwendig, gerade in Zeiten starker Reglementierungen und gesellschaftlichen Einschränkungen für Frauen. Viele Rennfahrerinnen blieben nur kurz bei diesem harten Sport, aber einige widmeten mit Leidenschaft dem Motorrad ihr Leben und arbeiten weiter in dieser schwierigen Branche.
Inge Stoll hatte also „Benzin“ im Blut und die Leidenschaft für diesen teuren Sport, den sie erfolgreich in den 50er Jahren praktiziert. Da sie sehr klein und leicht war, musste sie mit Gewichten im Beiwagen fahren, um die internationalen Bestimmungen zu erfüllen. Sie starb bei einem der letzten geplanten Rennen ihrer Karriere. Am Sonntag, den 24.8.1958, fuhren Jacques Drion und Inge Stoll mit ihrem Gespann in Brünn in den Tod.
May Ruffell war eine sehr talentierte Rennfahrerin Ende der 20er Jahre, was sich vor allem in den Brooklands Damenrennen zeigt. Nina Susow-Michejewa war eine der erfolgreichsten russischen Motorradrennfahrerin. Insgesamt wurde sie 11 Mal Meisterin der ehemaligen UdSSR in Straßen- und Geländerennen. Dot S. Cowley gehört zu den erfolgreichen Speedwayfahrerinnen wie Fay Taylor oder Eva Askwith.
Auf Grund ihrer Größe, sie ist sehr klein, entwickelte sie ihre eigene sehr erfolgreiche Technik für diese speziellen Rennen. Milada Bayerova fuhr bereits ab 1931 Gespannrennen. Sie war eine sehr temperamentvolle und leidenschaftliche Fahrerin von Renngespannen, die während ihrer Karriere nie auf einer Solomaschine oder im Beiwagen einer Maschine sitzt.
Fay Taylor war eine der größten englischen Rennsportfahrerinnen, die die ganze Welt bereiste und dem Motorrad immer verbunden blieb. Sie war schon Ende der 20er Jahre die erfolgreichste Speedwayfahrerin, die „Queen of Speedway“, bevor diese Rennen für Frauen verboten wurden. Die gebürtige Irin konnte bereits 1927 vom Rennsport leben. Wie viele andere Rennsportprofis war auch sie abergläubisch.
Das Kneeler-Renngespann
Der Begriff Kneeler stammt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie knien. macht der Pilot im Renngespann. abgestimmten, "Knieschalen". Schwerpunkt tiefer zur Fahrbahn legen. Als das erste Motorradrennen im Jahre 1960 auf dem Frohburger Dreieck über die Runden ging, glaubten einige Pessimisten an keine Neuauflagen dieses Rennens.
Doch diese Schwarzseher wurden eines Besseren belehrt. Ziemlich rasch machte sich das Frohburger Dreieckrennen einen sehr guten Namen bei den Gaststartern der westlichen Länder Europas und ständig kamen mehr gute Fahrer dazu, sogar aus Neuseeland und Australien. Dabei hatte das Frohburger Dreieck in den 60er Jahren eine ziemlich miserable Streckenbeschaffenheit zu bieten, doch die echt freundschaftliche Aufnahme durch den Klub brachte die Gäste immer wieder an die Startlinie.
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