Motorrad Blinker mit Lauflicht im Test: Mehr Sicherheit und Stil

Der Markt für Motorradzubehör boomt, insbesondere im Bereich der Miniblinker. Viele Motorradfahrer möchten die klobigen Originalblinker durch kleinere, modernere Varianten ersetzen. In diesem Artikel werden verschiedene Aspekte von Motorradblinkern mit Lauflicht-Effekt beleuchtet, von technischen Details über Vorschriften bis hin zu konkreten Produktempfehlungen.

Die Entwicklung der Motorradblinker

Vor etwa 20 Jahren waren Motorradblinker noch wahre "Suppenkellen". Der Wunsch nach kleineren, unauffälligeren Blinkern entstand früh. Allerdings war die Technik noch nicht so weit, um die gesetzlich vorgeschriebene Leuchtkraft aus einer kleinen Fläche zu erzielen. Nationale Zulassungsbestimmungen erschwerten die Verkleinerung zusätzlich.

Seit 1998 gilt jedoch europäisches Zulassungsrecht, und die LED-Technik hat enorme Fortschritte gemacht. LEDs (lichtemittierende Dioden) bieten hohe Leuchtkraft bei kleinen Abmessungen, geringen Stromverbrauch, lange Lebensdauer und geringe Vibrationsempfindlichkeit. Parallel dazu hat sich auch die Halogentechnik weiterentwickelt. Heutzutage gibt es sowohl ultrakompakte LED-Blinker als auch günstigere Halogenminis.

Viele neue Motorräder sind bereits ab Werk mit kleinen Halogen- oder LED-Blinkern ausgestattet. Da in Deutschland zugelassene Motorräder jedoch durchschnittlich über 13 Jahre alt sind, besteht weiterhin großer Bedarf an Nachrüstungen.

Technische Aspekte und Umrüstung

Die Umrüstung auf LED-Blinker ist meist aufwendiger als der Austausch gegen Halogenmodelle. LEDs benötigen weniger Strom als herkömmliche Glühlampen. Das Blinkrelais ist jedoch auf die höhere Wattzahl der Originalblinker ausgelegt. Wird es durch die neuen Miniblinker "unterfordert", erhöht sich die Blinkfrequenz oder es entsteht Dauerlicht. Um dieses Problem zu beheben, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Relaistausch: Gegen ein lastunabhängig arbeitendes Relais. Dies funktioniert jedoch nicht immer, insbesondere wenn die Blinker eine gemeinsame Kontrolllampe, einen Blinkpiepser oder eine Warnblinkanlage haben.
  • Montage zusätzlicher Widerstände: Mit Widerständen wird dem Original-Blinkrelais eine höhere Wattzahl vorgegaukelt. Einige Anbieter liefern Zubehörblinker bereits komplett mit vorkonfektionierten Widerständen.

Wichtig: Beim Umbau sollte man Grundkenntnisse der Kfz-Elektrik haben. In der Praxis dauert die Umrüstung mindestens anderthalb bis vier Stunden.

Hinweis: Besonders Fahrzeuge mit komplexer Elektronik (BMW-Modelle mit CAN-Bus, ZFE mit integriertem Blinkrelais, Fahrzeuge mit System-Check beim Start) können auf unbedarftes Tauschen allergisch reagieren und Fehlermeldungen oder Abschaltungen generieren. In diesem Fall sollte man mit dem Händler etwaige Gewährleistungsfragen abklären.

Adapterkabel ermöglichen es, den Original-Kabelbaum unversehrt zu lassen, was die Rückrüstung erleichtert.

Worauf beim Kauf achten?

Beim Kauf von Miniblinkern spielen rationale Gründe oft eine untergeordnete Rolle. Das Design ist meist der entscheidende Faktor. Dennoch gibt es einige Aspekte, die man beachten sollte:

  • Lichtmessung: Wie viel Licht liefert der Blinker?
  • Qualität und Helligkeit: Hier gibt es große Unterschiede. Teurere Modelle verwenden oft Power-LEDs, während günstigere Modelle stromsparende Dioden nutzen.
  • Konfektion: Sind die Blinker am Arm mit Gummi oder Heißkleber gedichtet?
  • Kompatibilität: Ist der Blinker für das eigene Motorrad geeignet?
  • Leistung und Sichtbarkeit: Ist der Blinker ausreichend hell und gut sichtbar?
  • Montage: Ist die Montage einfach und unkompliziert?
  • Preis: Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis?
  • Zusätzliche Funktionen: Bietet der Blinker zusätzliche Funktionen wie einstellbare Blinkgeschwindigkeit oder verschiedene Blinkmuster?

Blinker-Vorschriften

Das richtige Prüfzeichen auf dem Blinkerglas und der korrekte Anbau sorgen dafür, dass es bei der Hauptuntersuchung oder mit der Polizei keinen Ärger gibt. Die Blinkfrequenz muss 90 Takte (±30) pro Minute betragen. Für vorn zugelassene Blinker tragen die Kennzahl 1, 1a, 1b oder 11. Für hinten zugelassene Blinker sind an der Kennzahl 2, 2a, 2b oder 12 zu erkennen.

Die meisten Blinker sind für den Front- und Heckanbau geprüft und tragen zwei Kennzahlen. Ist das Motorrad nach EG-Recht zugelassen (fast alle Fahrzeuge ab Baujahr 1998), gelten folgende Maße: Abstand der hinteren Blinker zueinander mindestens 180 mm, Abstand der vorderen Blinker mindestens 240 mm. Höhe von der Fahrbahn vorn und hinten 350 bis 1200 mm.

Wichtig: Seit 2013 dürfen in den vorderen Motorradblinkern auch Positionslichter verbaut sein, um die Sichtbarkeit nach vorne zu verbessern. Wenn ein Rücklicht im Blinker integriert ist, muss das Original totgelegt werden.

Lauflicht-Blinker im Vergleich

Im Folgenden werden einige Lauflicht-Blinker für Motorräder verglichen, die im Test gut abgeschnitten haben:

Vergleichstabelle: Lauflicht-Blinker (Motorrad)

Modell Spannung Universal-Blinker Vorteile Nachteile Preis pro Stück (ca.)
Area1 A1-007-AS-FBA 12 Volt Ja Einfacher Einbau, geeignet für BMW, Kawasaki, Suzuki u.a., LED-Anzeigen Nur für hinten geeignet 17,83 €
Simda Pro LED-Blinker 12 Volt Ja Nach europäischem Standard zugelassen Nur für hinten geeignet 17,48 €
Simda Pro LED-Blinker Relais 12 Volt Ja Nach europäischem Standard zugelassen, hinten und vorne verwendbar Nicht besonders hell 18,99 €
Ccautovie LED-Blinker 12 Volt Ja Nach europäischem Standard zugelassen, einfacher Einbau Nur für hinten geeignet, nicht besonders hell 6,30 €
Jmtbno Miniblinker 12 Volt Ja Langlebig, energiesparend, wasserdicht Nur für vorne geeignet, nicht besonders hell 11,00 €
Kinstecks KYS1091 12 Volt Ja Haltbar und langlebig, wasserdicht, wetterfest Ohne E-Zertifizierung, nicht besonders hell 6,00 € (4 Stück)
Ccautovie 2xBDM-138-FBA 12 Volt Ja Nach europäischen Standard zugelassen, hinten und vorne verwendbar Nicht besonders hell 2,15 € (4 Stück)

Hinweis: Die Tabelle enthält eine Auswahl von Blinkern und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Preise können variieren.

Einzelne Modelle im Detail

Area1 A1-007-AS-FBA

Die Area1 Motorrad-LED-Blinker sind für das hintere Ende des Fahrzeugs gedacht. Der einfache Einbau und die Kompatibilität mit verschiedenen Marken überzeugen. Die Blinker haben ein E-Zeichen und dürfen ohne TÜV-Eintragung im Straßenverkehr eingesetzt werden. Durch den gummigelagerten Befestigungsarm lassen sich die Blinker schwingungsreduziert nutzen.

Simda Pro LED-Blinker

Die E Mark von Simda Pro sind LED-Lauflichter für Motorräder und liegen im oberen Preissegment. Sie sind als Universal-Blinker verbaubar und haben eine gültige E-Zertifizierung.

Ccautovie LED-Blinker

Die Ccautovie LED-Blinker im 2er-Set sind nach europäischem Standard zugelassen, was für die Sicherheit im Straßenverkehr entscheidend ist. Ihr einfacher Einbau und ihr günstiger Preis machen sie zu einer überzeugenden Wahl.

Jmtbno Miniblinker

Dieses Lauflicht aus dem Hause Jmtbno ist dank E-Zertifizierung sehr sicher. Es ist wasserfest und langlebig. Das Preis-Leistungs-Verhältnis bietet Anwendern eine kostengünstige Alternative zu teuren Blinkern.

Kinstecks KYS1091

Im Lieferumfang sind vier Blinker enthalten, die wasserdicht und wetterfest sind. Eine E-Zertifizierung für mehr Sicherheit haben sie allerdings nicht.

Weitere Lauflicht-Blinker

Es gibt eine Vielzahl weiterer Lauflicht-Blinker auf dem Markt. Hier eine kleine Auswahl:

  • Louis Lauflichtblinker
  • Gazzini Luca V2 Lauflichtblinker
  • Saito Lauflichtblinker

Diese Blinker zeichnen sich durch ein hochwertiges Design, eine lange Lebensdauer und eine hohe Sichtbarkeit aus. Sie sind E-geprüft und somit für den Straßenverkehr zugelassen.

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