Die Hinterradbremse am Motorrad wird oft unterschätzt, obwohl sie eine wichtige Funktion erfüllt. Im Folgenden werden die typischen Probleme, ihre Ursachen und mögliche Lösungen im Zusammenhang mit der hinteren Bremspumpe und dem Bremssystem erläutert.
Funktion der Hinterradbremse
Paragraph 41 der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZo) schreibt vor, dass Kraftfahrzeuge zwei voneinander unabhängig wirkende Bremsanlagen haben müssen. Dies unterstreicht die Bedeutung einer funktionierenden Hinterradbremse.
Warum ist die Hinterradbremse wichtig?
- Gesetzliche Vorschrift: Die StVZo fordert zwei unabhängige Bremsanlagen.
- Fahrdynamik: Die Hinterradbremse kann in bestimmten Situationen die Stabilität des Motorrads verbessern.
- Kurvenfahrt: Sie kann zum Korrigieren der Linie in Kurven eingesetzt werden.
- Cruiser: Bei Cruisern mit viel Gewicht im Heck kann die Hinterradbremse eine größere Bremskraft übertragen.
Typische Probleme mit der Hinterradbremse
Ein häufiges Problem ist, dass die Hinterradbremse keinen Druck aufbaut. Hier sind einige mögliche Ursachen und Lösungsansätze:
Luft im Bremssystem
Problem: Luft im Bremszylinder kann dazu führen, dass kein ausreichender Druck aufgebaut wird, da die Luft komprimiert wird.
Lösung:
- Entlüften: Das Entlüften des Bremssystems ist der erste Schritt. Dabei wird die Bremsflüssigkeit so lange durch das System gepumpt, bis keine Luftblasen mehr austreten.
- Über Nacht stehen lassen: Den Bremshebel über Nacht festziehen, um der Luft die Möglichkeit zu geben, in den Ausgleichsbehälter zu diffundieren.
Defekter Bremszylinder
Problem: Ein defekter Bremszylinder kann dazu führen, dass die Bremsflüssigkeit nicht richtig gefördert wird.
Lösung:
- Überprüfung: Den Bremszylinder auf Beschädigungen oder Verschleiß prüfen.
- Reparatursatz: Einen Reparatursatz für den Bremszylinder verwenden.
- Austausch: Bei starkem Verschleiß den Bremszylinder austauschen.
Undichtigkeiten
Problem: Lecks im System können dazu führen, dass der Druck verloren geht.
Lösung:
- Überprüfung: Das gesamte System auf Undichtigkeiten prüfen.
- Dichtungen: Dichtungen erneuern, falls diese beschädigt sind.
Verstopfte Bohrungen
Problem: Verstopfte Bohrungen im Ausgleichsbehälter können den Flüssigkeitsfluss behindern.
Lösung:
- Reinigung: Die kleinen Löcher im Bremsflüssigkeitsbehälter vorsichtig mit einem dünnen Draht reinigen.
Entlüften des Bremssystems - Schritt für Schritt
Das Entlüften des Bremssystems ist ein wesentlicher Schritt zur Behebung von Problemen mit der Hinterradbremse. Hier ist eine detaillierte Anleitung:
- Vorbereitung:
- Bremsflüssigkeitsbehälter auffüllen.
- Einen durchsichtigen Schlauch auf den Entlüfternippel stecken.
- Das andere Ende des Schlauchs in ein mit Bremsflüssigkeit gefülltes Glas führen.
- Entlüften:
- Den Bremshebel mehrmals betätigen.
- Den Entlüfternippel öffnen, während der Hebel gezogen ist.
- Den Nippel schließen, bevor der Hebel losgelassen wird.
- Diesen Vorgang wiederholen, bis keine Luftblasen mehr austreten.
- Abschluss:
- Bremsflüssigkeitsstand im Behälter prüfen und gegebenenfalls auffüllen.
Spezielle Techniken und Tipps
Manchmal erfordern hartnäckige Fälle spezielle Techniken:
- Spritzenmethode: Mit einer Spritze Bremsflüssigkeit von unten nach oben durch das System drücken.
- Positionierung: Den Bremssattel mit dem Entlüfter nach oben halten, um Lufteinschlüsse besser zu entfernen.
- Leitung lösen: Die Bremsleitung an der Bremspumpe kurz lösen, um die Pumpe nicht gegen eine leere Leitung arbeiten zu lassen.
Begriffe und Definitionen
Um Missverständnisse zu vermeiden, ist es wichtig, die korrekten Begriffe zu verwenden:
- Geberzylinder (Bremspumpe): Der Zylinder, der durch Betätigung des Bremshebels Druck aufbaut.
- Nehmerzylinder (Bremssattel): Der Zylinder an der Bremszange, der die Bremsbeläge gegen die Bremsscheibe drückt.
Es ist wichtig, die von BMW verwendeten Bezeichnungen zu beachten, um Verwirrung zu vermeiden.
Die Bedeutung der Hinterradbremse im Detail
Die Hinterradbremse spielt eine wichtige Rolle für die Stabilität und das Handling des Motorrads. Moderne Systeme wie das Combined-ABS von Honda nutzen die Hinterradbremse, um die Lastverteilung zu optimieren und das Motorrad beim Bremsen zu stabilisieren. Auch in Schräglage kann die Hinterradbremse helfen, den Kurs zu korrigieren, ohne ein aufrichtendes Moment zu erzeugen.
Cruiser und ihre speziellen Anforderungen
Cruiser haben oft gleich große Bremsscheiben und Bremszangen vorne und hinten. Dies liegt daran, dass Cruiser aufgrund ihres Gewichts und Schwerpunkts eine größere Bremskraft am Hinterrad übertragen können.
Die Hinterradbremse im Profisport
Selbst in der MotoGP wird die Hinterradbremse häufig eingesetzt, um das Motorrad beim Anbremsen von Kurven zu stabilisieren und die Linie zu korrigieren.
Durch das Verständnis der Funktion, potenziellen Probleme und richtigen Wartung der Hinterradbremse kann die Sicherheit und Leistung des Motorrads erheblich verbessert werden.
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