Bereits über 100 Jahre ist es her, dass die sogenannte Bluejeans das Licht der Welt erblickte: im Jahre 1920. Annähernd genauso alt ist ihre Verwandte, die Cargohose. Sie kam in den 1930er-Jahren bei der britischen Armee zum Einsatz und konnte dort durch ihre Funktionalität überzeugen. Ihre großen Taschen waren äußerst praktisch im Feld und wurden zu ihrem Markenzeichen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden die robusten Hosen ihren Weg in die zivile Garderobe und bieten bis heute einen willkommenen Mix aus Funktionalität und Stil. Ausgestattet mit Protektoren an Hüfte und Knie, ergänzt um robuste Kunstfasern im oder unter dem Obermaterial, sind Cargohosen folglich eine gute Wahl für Motorradfahrer.
Material und Wasserdichtigkeit
Die Segura Bora ist komplett wasserdicht, weil sie zwischen Oberstoff und Futter mit einer wasserdichten Membran ausgestattet ist. In hohem Maße wasserdicht sind aber auch andere Hosen im Test, so die Rokker Black Jack Slim, die dazu ein spezielles Material von Schoeller nutzt und beim Nässetest keine Schwächen zeigte.
Andere Hosen wie die John Doe Defender Mono oder die Spirit Motors Cargohose 1.0 stehen dem in nicht viel nach, und auch weitere Teilnehmer scheinen bei der Produktion eine wirkungsvolle Imprägnierung erhalten zu haben.
Komfort und Belüftung
Komfortables Binnenklima auch bei heißen Temperaturen gilt als Stärke von Motorradjeans. Als solche können eigentlich alle Motorrad Cargohosen im Testfeld mit Luftigkeit überzeugen, zum Teil (Segura, Trilobite) besitzen sie sogar Belüftungsöffnungen. Natürlich funktioniert Abkühlung vornehmlich dann, wenn Fahrtwind im Spiel ist.
Beim Rasten hingegen ist Schattensuchen angesagt, selbst wenn so mancher Oberstoff extra wärmereflektierend sein soll. Im Vergleich zur Leder- oder Textilkombi hat man trotzdem die luftigere Wahl getroffen, höchstens Mesh-Bekleidung könnte das noch toppen.
Taschen und Funktionalität
Die namensgebenden Taschen der Cargohosen unterscheiden sich nicht nur in Höhe, Breite, Tiefe und Anzahl, sondern auch in der Art ihres Verschlusses. Hier kommen Klett, Druckknöpfe oder Reißverschlüsse zum Einsatz, teilweise auch ein Mix daraus. Ebenso spielt die Positionierung und Orientierung eine Rolle, sodass sie selbst prall gefüllt nicht stören, wenn man auf dem Motorrad Platz nimmt.
Ähnliches gilt auch für die Vorder- und Gesäßtaschen. Wo heckseitig häufig die Geldbörse Platz finden soll, ohne beim Sitzen allzu sehr zu stören, werden vorn gerne mal ein Smartphone oder der Schlüsselbund verstaut.
Motorradjeans im Test: Modelle und Bewertungen
Eine gute Motorrad Kombi muss nicht teuer sein - für den Einstieg gibt es schon mit Sicherheit eine Motorrad Kombi unter 500 Euro. Ein gesundes Budget für eine Motorrad Kombi sind 500 Euro. Damit erhält man bereits eine gute Kombination aus Motorradjacke und Motorradhose, mit der man die nächsten Jahre sicher unterwegs ist und Spaß hat.
Meist hat man vorab schon eine Idee, in welche Stilrichtung man sich als Motorradfahrer entwickeln will - sportlich, touristisch, oder steht vielleicht der Style-Faktor im Vordergrund? Ohne spezifische Zielrichtung empfiehlt es sich, die Motorradkombi möglichst universell zu halten. Damit befinden wir uns im Segment der Touren Textilkombi.
Es empfiehlt sich bei der Auswahl der Motorrad Schutzkleidung zum Einstieg sowohl Jacke wie auch Hose von einem Hersteller zu kaufen - hier ist zumeist sichergestellt, dass sich beide Kleidungsstücke mit einem Verbindungsreißverschluss fügen lassen. Diese Verbindung schützt im Fahrbetrieb vor Zugluft am Rücken und den Nieren.
Als Empfehlung für eine günstige Motorrad Kombi für Einsteiger im Allround-Segment hält motoin die Jacke “Antaris” und die Hose “Baxley Base” bereit. Beide von der deutschen Motorradbekleidungsmanufaktur Held aus dem Allgäu. Die Held Antaris Jacke ist aus robustem 500 D Polyamidmaterial und mit einem atmungsaktiven Mesh-Innenfutter ausgekleidet. Ihre herausnehmbare Thermoweste hält warm, die Z-Liner-Membran im Zweifelsfall trocken, Belüftungsreißverschlüsse an der Brust sorgen im Sommer für Kühlung. An den Gelenken sind CE-Protektoren Level 1 integriert, hier ist auch das Außenmaterial zusätzlich verstärkt. Ein Rückenprotektor kann nachgerüstet werden.
Zur Textilkombi wasserdicht gehört neben der Jacke natürlich auch eine Motorradhose. Die Held Baxley Base Textilhose bietet die optimale Ergänzung zur Antaris Jacke. Für das perfekte Fitment ist sie sogar in Lang- und Kurzgrößen erhältlich. Als Außenmaterial wurde ebenfalls 500 D Gewebe verwendet, sie besitzt ein atmungsaktives Mesh-Innenfutter und für den Nässeschutz sorgt auch hier eine Z-Liner-Membran. An den Knien sind Level 1 Protektoren verbaut, Hüftprotektoren sind Geschmackssache und können optional nachgerüstet werden.
Auch wenn die klassische Tourenkombi technisch viele Vorteile bietet, muss es nicht zwangsläufig dieses Einsteiger-Outifit sein. Wer auf den Faktor Dichtigkeit verzichten kann, wird auch im Bereich Urban/ Lifestyle mit 500 Euro Budget fündig - und spielt hier bereits im mittleren Preissegment. Als Beispiel fällt die Wahl der Motorradjacke heute auf die “Drift Camo” von Bering. Im Stil einer Softshell-Jacke bietet sie eine wasserfeste Membran und ein herausnehmbares Innenfutter - bleibt dabei optisch unauffällig und kaum als Motorradjacke zu identifizieren.
In der Schutzklassen-Einteilung spielt die Motorrad Cargohose “Defender Mono” von John Doe in der ersten Liga mit. AAA-Schutzlevel schaffen sonst nur Lederkombis mit entsprechender Abriebfestigkeit. Um dieses hohe Maß an Sicherheit zu generieren, wird der Stoff der Defender Mono in einem speziellen Verfahren verwebt. Die Hose kommt so nur mit einer Textillage aus. Dennoch ist die Motorradhose mit einem hohen Stretch-Anteil ausgestattet und daher sehr komfortabel. Nützlich sind neben den Front- und Gesäßtaschen die seitlichen Cargotaschen an den Oberschenkeln.
Bei der Bering Drift Camo Motorradjacke reicht das Größenangebot von S bis 4 XL, die Defender Mono von John Doe ist in normalen Jeansgrößen von 25/30 bis 38/36 erhältlich.
Lederkombis
Mit dem Fokus auf hoher Lederqualität ohne billiges Spaltleder wird es mit 500 Euro für eine vernünftige Lederkombi eng. Um eine Lederkombi günstig zu erstehen, lohnt ein Blick in den Angebots- und Restposten-Bereich. Bei einer Lederkombi stellt sich außerdem die Frage: Einteiler vs. Zweiteiler.
Sind tatsächlich zum Anfang des Motorradlebens schon Sport- oder Renntrainings geplant, sollte es ein Einteiler sein, bildet doch die Verbindungsstelle von Jacke zu Hose beim Zweiteiler eine natürlich Schwachstelle. Exemplarisch haben wir die zweiteilige IXS Sport RS-700 1.0 Lederkombi herausgesucht. Sie liegt im Angebot unter 500 Euro und ist in verschiedenen Größen- und Farbvarianten erhältlich.
Aus vollnarbigem Rindsleder gefertigt ist sie im Race-Cut geschnitten, besitzt also eine vorgekrümmte Passform ideal für aktuelle Sportmotorräder. Lederdopplungen befinden sich an den exponierten Stellen wie Schultern, Ellbogen, Gesäß und an den Knien. Eine optimale Beweglichkeit garantieren Stretch-Einsätze an den Innenarmen, Achseln, Kniekehlen und im Schrittbereich. An Schultern, Ellbogen und Knien sind Level 2 Protektoren verbaut, auch ist im Lieferumfang ein Rückenprotektor gleicher Schutzklasse enthalten. Für die Hüften sind Level 1 Protektoren integriert, die etwas weniger auftragen.
Auch mit einem Budget von maximal 500 Euro musst Du bei Deiner ersten Motorrad Kombi keine Kompromisse eingehen. Besonders empfehlenswert sind Touring-Zweiteiler aus Textil, die durch Vielseitigkeit, Schutz und Komfort überzeugen - wie die Kombination aus Held Antaris Jacke und Baxley Base Hose. Wer mehr Wert auf stylisches Design legt, findet mit der Bering Drift Camo Jacke und der AAA-zertifizierten John Doe Defender Mono Hose eine trendige, aber dennoch schützende Lösung. Und selbst sportliche Lederkombis wie die IXS Sport RS-700 1.0 lassen sich mit etwas Glück im Angebot bis 500 Euro ergattern.
Weitere getestete Modelle und ihre Eigenschaften
Im Folgenden werden einige weitere getestete Modelle und ihre spezifischen Eigenschaften vorgestellt:
- SHIMA Gravity Cordura: Bietet ein hohes Maß an Schutz und Komfort. Mit ihrer Aramidfaserzusammensetzung ist die Jeans äußerst hitze- und reißfest, während zusätzliche Protektoren an den Knien und dem Rücken die Sicherheit optimieren.
- SHIMA Ghost Jeans: Eine äußerst bequeme Hose mit einem Baumwoll-Außenmaterial und Belüftungsreißverschlüssen für hohe Atmungsaktivität.
- SHIMA Devon Motorradjeans: Fällt durch ihren hohen Tragekomfort und ihre sehr gute Verarbeitung auf.
- Nerve Shop Motorradjeans: Eine robuste Wahl, verstärkt an Hüfte und Knien mit Aramidfasern und Protektoren.
- Alpinestars Raider Drystar V2: Optimiert Schutz und Haltbarkeit durch eine Poly-Shell-Konstruktion und abriebfeste Verstärkungen.
- BOSmoto Herren Motorradhose: Bietet maximalen Schutz durch hochwertiges Aramid-Material und ein ansprechendes Design.
Motorradjeans für Frauen
Motorradjeans sollen nicht nur schick aussehen und bequem sein. Wie jede andere Motorradhose müssen sie den Fahrer auch schützen. Besonders empfehlenswert sind hier Motorradjeans, die aus Kevlar bestehen oder einen Kevlar-Anteil besitzen.
Wichtig sind aber vor allem die Proktektoren. Dabei handelt es sich um Polster aus Polyurethan-Schaum, die vor allem im Hüftbereich und an den Knien angebracht werden. Die Motorradjeans verfügt dafür an den Innenseiten über spezielle Taschen. Wenn Sie eine Motorradjeans einem Test unterziehen, sollten Sie genau darauf achten, ob die Protektoren an den richtigen Stellen sitzen und ob diese nicht verrutschen.
Hinweis: Bei den meisten Motorradjeans sind die Protektoren in der Lieferung inbegriffen, doch das ist keine Selbstverständlichkeit.
Motorradjeans für Frauen: Spezifische Modelle
Einige Modelle sind speziell für Frauen konzipiert und bieten eine angepasste Passform:
- SHIMA Jess Black: Eine moderne Jeans mit integriertem Protector Classic Slim, die Stil und Sicherheit vereint.
- SHIMA Devon Damen: Bietet Komfort und Schutz mit Knie- und Hüftprotektoren sowie Belüftung.
Motorradjeans für Frauen sind meist für breitere Hüften, breitere Oberschenkel und kürzere Beine ausgelegt.
Passform und Komfort
Die Jeans sollte eng um die Taille anliegen. Frauen mit Hintern und Taille haben oft das Problem, dass eine Jeans an der Hüfte absteht. In den Standard-Shops wird bei großen Frauen aus Ratlosigkeit gerne zur Männerjeans gegriffen.
Zum Glück haben sich aber mittlerweile ein paar Marken etabliert, die um die Themen des weiblichen Körpers wissen und haben ein paar echt heiße Beinkleider auf den Markt geworfen.
Besondere Bedürfnisse: Lipödem
Stichwort Lipödem. Dieses Thema betrifft unglaublich viele Frauen. Dabei ist die Krankheit nicht jeder Frau gleich anzusehen. Unabhängig davon ist es schmerzhaft und ich habe schon des Öfteren mitbekommen, dass Mädels sich stundenlang in schlecht passende Hosen drücken und danach die Beine blau haben, oder schlimmeres.
Einige empfehlenswerte Modelle für Frauen mit Lipödem sind:
- Musketier-Buchse: In Kurz- und Langgrößen erhältlich, sehr weich und stretchy, bis Größe 56.
- Cargo-Hose Lara von Motogirl: Die Jogginghose unter den Motorradhosen, mega weich und locker geschnitten.
Cordura Textilhosen im Vergleich
MR hat zwei Volltreffer gelandet und möchte das Ergebnis nicht für sich behalten: Die Polo Mohawk Sommerhose und die Louis Vanucci Okovango Endurohose sind aus dem Stoff für diesen Sommer.
- Polo Mohawk Sommerhose: Eine reine Sommerhose, die bewährte ‚normale‘ Mohawk MVS-1 ist ein dauerhafter Topseller, auch bei widrigen Witterungsverhältnissen.
- Louis Vanucci Okovango Endurohose: Eine Hose für alle Gelegenheiten: gleich zwei Futter werden mitgeliefert, ein Thermofutter für die kalte Jahreszeit und ein Sympatex Membranfutter für Regentage.
Passform und Material
Die Passform beider Hosen ist sehr gut, die Polo Hose sitzt auf Anhieb, bei der Okovango sorgen Stretch-Zonen über den Knien und an der Hüfte für körpernahen Sitz. Die Mohawk besticht durch edle, farblich gut abgestimmte Materialien wie das Cordura, das Mesh Gewebe an Schenkel und Wade, sowie dem Wasserbüffel (Veloursleder) an Knie und Gesäß.
Das Louis Pendant ist im Detail sehr aufwändig gearbeitet: Das Futter wird mit feinen RV’s eingehängt, einige Taschen sind mit dem YKK Aquaguard Zipper wasserabweisend verschlossen. All das braucht die Mohawk erst gar nicht, weil sie als reine Sommerhose deklariert ist.
Vor- und Nachteile
Gegen Testende doch einige Malessen: Bei der Okovangogo Hose geht am Hüftpolster eine Naht auf. Auch die Wasserfesten Lüftungszipper überstehen den Vollwaschgang eher schlecht als recht: Die Gummierung löst sich. Mohawk hingegen hatte nur am Innenbein - Pech gehabt! Beim Lagerfeuer brannte ein fliegendes Stück Glut ein Loch hinein.
Die Louis Okovango-Endurohose ist beinahe ein Allwetter-Beinkleid mit vielen Variationsmöglichkeiten. Nur zu einer kurzen Hose kann man sie nicht umbauen, sonst ist alles möglich.
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